Café-Nachfolge, Holzfolie + weitere Ideen



Mit dem KfW Award Gründen werden Unternehmen mit besonders erfolgreichen Geschäftsideen ausgezeichnet. Vier Sieger haben wir bereits vorgestellt. Nun möchten wir euch vier Gewinner präsentieren, die sich durch kulinarische Highlights und eine Revolution für die Umwelt hervorheben.

#1 Ländliche Kaffeestuben

Die Ländlichen Kaffeestuben sind ein Café mit Tradition: Seit über 17 Jahren befinden sie sich in einem Bauernhaus im beschaulichen Limlingerode. Längst ist das Lokal über den Harzer Ort hinaus bekannt, neben Einheimischen schlemmen dort auch Wanderer und Touristen die besten Torten der Region.

ländliche kaffeestuben 1200 kfw award gründen geschäftsideen
Marie Theres-Mund und ihre Familie backen und servieren köstliche Torten im Harz. (Foto: Thorsten Futh)

Die Nachfolge hat 2016 die damals 25-jährige Marie-Theres Mund übernommen. Das Businesskonzept der jungen Frau, welches an die Tradition des Cafés anknüpft, bekam eine Finanzierung von der KfW, der Kreissparkasse Nordhausen und der Bürgschaftsbank.

Was sich so nahtlos liest, war keine leichte Entscheidung – die junge Gründerin ging dafür ein Risiko ein und gab ihren geliebten Job als Erzieherin auf. Doch der Erfolg gibt ihr bis heute recht: Zehn Angestellte inklusive Familienmitglieder arbeiten in dem Café, in dem die Gäste einkehren und nebenan in der Fachwerkscheune Deko- und Geschenkartikel kaufen können.

  • Ein Portrait der Ländlichen Kaffeestuben findet ihr in der KfW Story.

#2 Brotpuristen

Köstliches Brot ist Handwerkskunst. Diese beherrschen Sebastian Däuwel und seine Mitarbeiter so gut, dass sie mit den Brotpuristen erfolgreich sind. Und das, obwohl er gar kein gelernter Bäcker ist: Der Betriebswirt steht regelmäßig selbst in der Backstube in Speyer. Und der Brottruck versorgt die nahe gelegenen Orte Landau und Neustadt mit frischem Backwerk.

brotpuristen 1200 kfw award gründen geschäftsideen
Frisches Brot aus Speyer: Die Brotpuristen backen ausschließlich mit natürlichen Zutaten. (Foto: Thorsten Futh)

Natürlichkeit ist hierbei oberstes Prinzip: Der Sauerteig wird selbst angerührt, jeder Laib von Hand gefertigt. Dabei hat das Brot immer genügend Zeit, um zu reifen und so seinen köstlichen Geschmack zu entfalten. In Zeiten hoch industrialisierter Backketten, die u. a. mit Teiglingen zum schnellen Aufbacken arbeiten, stechen die Brotpuristen hervor.

Und noch eine Besonderheit zeichnet sie aus: Sie haben von Anfang an auf digitale Tools gesetzt. Auf der Website können Kunden sich vorher den Brotplan anschauen. So wissen diese, was im Laufe der Woche Leckeres gebacken wird. Oder sie lassen sich über einen Newsletter darüber informieren. Im Onlineshop können sie dann bequem das Brot bestellen, für bestimmte Tage reservieren und abholen. So arbeiten die Puristen effektiv der Verschwendung von Lebensmitteln entgegen.

  • Noch mehr Infos zu den Zutaten und dem Konzept der Brotpuristen könnt ihr in der KfW Story lesen.

#3 YouMawo

Maßgefertigte Brillen aus dem 3D-Drucker: Was wie die Erfindung eines Science-Fiction-Autors klingt, ist dank YouMawo Realität. Die langjährigen Freunde haben zusammen gegründet und sich mit Millionenumsätzen erfolgreich auf dem Markt etabliert.

Und so funktioniert eine Bestellung bei YouMawo: Das Gesicht des Kunden wird beim Optiker mit dem Infrarotscanner eines iPads erfasst. Über die App wählt der Kunde dann Grundmodelle seiner Wunschbrille aus. Diese Daten werden anschließend an YouMawo gesendet.

Der Kunde kann vor dem Produktionsbeginn noch Details wie eine Gravur bestimmen. Vier Wochen später holt er sich die für ihn individuell produzierte Brille beim Optiker ab.

Gründer_YouMawo
Die Idee zu YouMawo kam den vier Gründern auf einer ihrer Rucksackreisen (von links: Daniel Miko, Stephan Grotz, Sebastian Zenetti, Daniel Szabo). (Foto: YouMawo)

Von Anfang an hat sich das junge Unternehmen ohne Kredite eigenfinanziert. Inzwischen nutzen über 600 Kunden den YouMawo-Scanner. Und bereits im Gründungsjahr 2017 verkaufte das Start-up über 20.000 Brillen. Wie genau die Erfolgsgeschichte verlief, ist in der KfW-Story dokumentiert.

#4 Superseven

Nicht nur die Industrie belastet die Umwelt mit Plastikmüll, auch in Millionen Privathaushalten ist Plastik gang und gäbe – zum Beispiel als Verpackung für Obst und Gemüse. Da Polymere, wie Plastik in der Chemie genannt wird, sehr schwer bis gar nicht biologisch abbaubar sind, müssen dringend Alternativen her.

Superseven liefert eine davon: Holzverpackungen. Wenn ihr jetzt an sperrige Schatullen aus Eiche oder Birke denkt, dann seid ihr auf dem wortwörtlichen Holzweg. Die Repaq genannten Verpackungen von Superseven unterscheiden sich weder optisch noch in der Handhabung von klassischen Plastikverpackungen.

superseven 1200 kfw award gründen geschäftsideen
Zu 100 Prozent kompostierbar: Die Folien von Superseven sind eine geniale ökologische Alternative zu Plastik. (Foto: Thorsten Futh)

Mit dem Unterschied, dass sich die Materialien wie Folien nach Verwendung auf den Kompost werfen lassen. Innerhalb weniger Wochen sind sie ohne jede Spur verrottet, denn sie bestehen aus Cellulose und sind komplett frei von Erdöl sowie von anderen Materialien. Die Cellulose wird aus Holzresten nachhaltiger Holzwirtschaft gewonnen.

Inzwischen kann sich das Unternehmen vor Anfragen kaum retten, sämtliche Meilensteine des Businessplans wurden erreicht. Sogar eine Regierungsdelegation aus Indien zeigte Interesse an einem Messestand von Superseven.

Diese massive ökologische Entlastung kommt so gut an, dass weitere Produkte entstanden sind, u. a. eine vollständig kompostierbare Zahnbürste.

So bewerbt ihr euch beim KfW Award Gründen

Ihr möchtet auch beim KfW Award Gründen als Sieger hervorgehen? Dann bewerbt euch ab dem 01. April. Es gibt Preisgelder von insgesamt 35.000 Euro zu gewinnen. Die Sieger werden nach Berlin zur Preisverleihung eingeladen und mit professioneller PR für die Präsentation ihrer Erfolgsgeschichte unterstützt. Alle Infos dazu findet ihr auf der Website des KfW Award Gründen. Lasst euch außerdem von weiteren KfW Stories inspirieren.

Ähnliche Beiträge zum Thema