Die 16 besten Start-ups aus ganz Deutschland



Maßgefertigte 3D-Brillen, abbaubare Bio-Kaffee-Kapseln, ressourcenschonende Barfußschuhe oder Drohnen für Logistikunternehmen: Künstliche Intelligenz und ein Bewusstsein für unsere Umwelt haben die Gründerszene in den letzten Jahren besonders geprägt. Das zeigen die Gewinner des KfW Award Gründen 2019. Wir stellen euch die 16 Landessieger mit ihren innovativen Ideen vor.

Der KfW Award Gründen kürte auch in diesem Jahr 16 Landessieger und ihre Geschäftsideen. Doch dieses Mal erhält ein Unternehmen sowohl den Bundespreis als auch den Publikumspreis. (Foto: Frank Peters)

Algorithmen sind der Lösungsansatz im Norden

Der erste Landessieger kommt aus Mecklenburg-Vorpommern und überzeugte die Jury des KfW Award Gründen mit einer digitalen Lösung für den Arbeitsplatz. MVCon InnovationLab hat die App Vote2Work entwickelt, mit der von nun an auf Excel, Papierlisten und Social-Messenger-Dienste verzichtet werden kann. Die App entwickelt einen individuellen Schichtplan mit Arbeitszeitplaner – eine Optimierung für die digitale Arbeitswelt.

Der neue Favorit für Gesichtserkennung ist das Start-up Nect aus Hamburg. Das 2017 gegründete Unternehmen bietet eine innovative Lösung für Identitätserkennung. Mit einer KI-basierten Identitätsbestätigung ist es einfacher denn je eine digitale Kommunikation zwischen beispielsweise Krankenkasse und Kunde zu schaffen. Auf die reibungslose Technik vertrauen Unternehmen wie die R+V Versicherung, die HEK Krankenkasse und der Telekommunikationsdienst Sipgate.

Mit der Produktionsfirma Sendefähig aus Bremen gestalten eine Reihe von Journalisten eine Plattform für anspruchsvollen Journalismus im Netz. Zu ihren Kunden gehören unter anderem Netflix, Funk, das Erste und Arte. Von den Standorten Bremen und Berlin drehen sie Reportagen zu unterschiedlichsten Themen – von HIV über das Silicon Valley bis hin zum Wildtierhandel. Die erst drei Jahre alte GmbH wurde bereits für zahlreiche Awards nominiert.

Das Start-up SystemaNatura aus Schleswig-Holstein spezialisiert sich auf die Prozessoptimierung im Bereich pflanzlicher Wirkstoffe. Und dabei ganz besonders auf ätherische Öle. Nachhaltigkeit und Ressourcenschonung werden hier an erste Stelle gesetzt.

Solarenergie räumt zweimal ab

Boreal Light wurde sowohl zum Bundes- als auch zum Publikumssieger gekürt. (Foto: deGUT)

Der diesjährige Bundessieger, wurde am Abend der Preisverleihung auch zum Publikumssieger gekürt. Die zwei Gründer des Start-ups Boreal Light aus Berlin nutzen Solarenergie, um Afrika mit sauberem Trinkwasser zu versorgen. Obwohl deutsche Banken solche Projekte wie Boreal Light finanziell nicht unterstützen, hat sich das Gründerteam nicht entmutigen lassen. Mit ihren zusammengekratzten Ersparnissen bauten sie Anlagen, die Wasser mithilfe von Solarenergie entsalzen, reinigen und sterilisieren. Inzwischen betreibt das Start-up sogenannte Wasserkioske in Afrika.

Dass ein umweltbewusstes Denken nichts mit Verzicht zu tun haben muss, zeigt das brandenburger Start-up UniCaps. Kaffeekapseln aus Aluminium und Plastik werden wegen der Umweltverschmutzung immer häufiger abgelehnt. UniCaps verkauft Bio-Kaffee und Bio-Tee aus Bio-Kapseln, um natürliche Ressourcen zu schonen. Die kompostierbaren Kapseln, die unter der Marke “My-Cups” vertrieben werden, sind für die Systeme von Nespresso und Nescafé Dolce Gusto erhältlich.

Das Fleischerfachgeschäft Simon in Sachsen besteht seit vier Generationen und hat seit 2017 eine neue Geschäftsführerin, die den Laden wieder aufmischt. Regelmäßige Qualitätskontrollen zeichnen das Verantwortungsbewusstsein des Unternehmens aus. So zum Beispiel der Qualitätswettbewerb im Jahr 2017, an dem das Fleischereifachgeschäft mit der Auszeichnung “bester sächsischer Knacker” nach Hause ging. Außerdem bietet es auch eine Imbissstube auf Rädern mit täglich variierenden Angeboten.

Mit Metall im 3D-Format drucken: Ein Start-up aus Sachsen-Anhalt produziert und veredelt Metallpulver für Verfahren des 3D-Drucks. M4p material solutions bietet ein breites Angebot an Standardwerkstoffen, aber auch kundenspezifisch entwickelte Materiallösungen.

3D-Druck Profis kommen aus dem Süden

Das Start-up YOU MAWO aus Baden-Württemberg zeigt, wie man mit neuester Technologie individuelle Brillen gestaltet. Mit selbst programmierten Algorithmen und einem Infrarot-Scanner werden 3D-Druck Brillen maßgefertigt. Die vier Gründer versprechen mit dem 3D-Drucker unzählige Möglichkeiten für das eigene Brillengestell und weniger Gewicht für einen angenehmeren Tragekomfort. Mit ihrer Methode des Scanners schaffen es die Unternehmer weg von den Massenartikeln und hin zur Individualität. Mittlerweile nutzen über 500 Optikergeschäfte die Methode des Scanners und können dem Kunden so ein einzigartiges Brillengestell bieten.

Eine Strömungsmesstechnik aus dem 3D-Drucker für die verschiedensten Einsatzbereiche. Das Start-up Vectoflow aus Bayern spricht mit seinem Angebot Ingenieure aus der Branche Motorsport, Luftfahrt oder Turbomaschinen-Entwicklung an. Unternehmen wie Porsche, BMW, Tesla und Siemens nutzen die speziellen Sonden von Vectoflow.

Das hessische Unternehmen doks. innovation digitalisiert Logistikunternehmen mit fliegender Unterstützung. Es erleichtert Lagerungsprozesse, indem Drohnen zum Einsatz gebracht werden, die zum Beispiel ein verloren geglaubtes Stück im Lager wiederfinden. Diese Art von Technologie ermöglicht auch Personaleinsparungen, da manuelle Aufgaben ohne Probleme von dem fliegenden Computer übernommen werden können.

Eine Plattform zur Überwachung von Webseiten und Servern der IT-Landschaft bietet das Start-up Enginsight aus Thüringen. Mit neuen Technologien und intelligenten Algorithmen setzt sich das Start-up für Cybersecurity im Mittelstand ein. Das erst seit zwei Jahren bestehende Unternehmen arbeitet bereits mit Firmen rund um den Globus.

Ausgefallene Ideen und nachhaltige Produkte im Westen

Das nächste ausgezeichnete Start-up arbeitet an einer Agrarproduktion, die trotz Klimawandel und Bodenknappheit zukunftsfähig ist. Das Unternehmen SeedForward aus Niedersachsen, entwickelt eine Saatgutbeschichtung, die die Saat vor Schädlingen schützt und das Wurzelwachstum stärkt.

Mit Eissorten wie Ananas-Purple Curry und selbstgemachten schwarzen Eiswaffeln oder belgischen Waffeln, punktet das junge Unternehmen Henry’s Eismanufaktur schon ziemlich gut in der Altstadt von Saarbrücken. Das Sahnehäubchen auf dem Ganzen, ist der Fokus auf regionale Produkte. Das Eis wird aus Bliesgaumilch hergestellt und selbst die Waffeln werden mit Eiern vom regionalen Bauernhof zubereitet. Regionale Tierprodukte und saisonale Früchte – das ist das Geheimrezept, was Henry’s Eismanufaktur zum Landessieger des Saarlands verhalf.

Gründer Dominik Heil erhält mit seinem selbstgemachten Speiseeis aus regionaler Bliesgaumilch den Landessieg für das Saarland. (Foto: deGUT)

Nach 12 Jahren barfuß laufen in Israel geht es für eine Familie zurück nach Deutschland. Was fehlt, sind Schuhe, in denen man wie barfuß läuft. Daraufhin gründete das Ehepaar aus Nordrhein-Westfalen das Start-up Wildling Shoes. Als Quereinsteiger haben sie einen Barfußschuh entwickelt, der sowohl von der Passform als auch von den Materialien keinem herkömmlichen Schuh gleicht. Umweltbewusstsein wird hier großgeschrieben, weshalb die Schuhe nur mit ressourcenschonenden Materialien hergestellt werden. Eine Crowdfunding-Kampagne ließ das Gründerteam durchstarten, mittlerweile haben sie über 70 Angestellte.

Das Gründerpaar des Start-ups Wildling Shoes entwickelt Barfußschuhe. (Foto: deGUT)

HitchOn betreibt Influencer-Marketing im YouTube-Bereich und bildet somit das Bindeglied zwischen Unternehmen und YouTube. Die Mitarbeiter des Unternehmens aus Rheinland-Pfalz kümmern sich darum, dass jedes Unternehmen zu ihrer Kampagne einen passenden Influencer findet. Zu ihren Kunden gehören unter anderem der SWR, KIKA, ZDFneo und die Bundeszentrale für politische Bildung.

Sonderpreisträger des KfW Awards

In diesem Jahr gewann das Unternehmen Bee-Rent den Sonderpreis Social Entrepreneurship. Die Idee: Honigbienen verleasen. Das hilft, die Artenvielfalt aufrecht zu erhalten und gleichzeitig Imkern eine berufliche Perspektive bieten zu können. Damit füllte der Gründer eine Nische. Unternehmen mieten Bienenvölker und bekommen den jährlichen Honigertrag noch mit dazu.

KfW Award Gründen

  • Seit 20 Jahren zeichnet die KfW Bankengruppe Unternehmen in den ersten fünf Jahren ihrer Geschäftstätigkeit mit dem KfW Award Gründen (ehemals “GründerChampions”) aus. Für den renommierten Preis können sich Unternehmen aller Branchen bewerben, die ihren Sitz in Deutschland haben. Die Preisträger werden von einer Jury aus erfahrenen Vertreterinnen und Vertretern aus der KfW, Politik und Wirtschaft ausgewählt.
    Die Preisverleihung fand am 17. Oktober statt.
  • Informiert euch jetzt über die Fördermittel der KfW.
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