Geschäftsideen zum Imkern



Bienen sind wichtig für Mensch und Natur. Auch deshalb ist Imkern im Trend. Wir stellen fünf gelb-schwarz gestreifte Geschäftsideen vor.

Hektar Nektar – Bienen digital

Bis 2017 hatten die Brüder Martin und Mark Poreda nichts mit der Imkerei am Hut. Doch nachdem sie ihr Bewertungsportal kununu verkauft hatten und als Start-up-Berater arbeiteten, flogen ihnen die Bienen sozusagen zu: Einer ihrer Klienten war Imker. Dadurch fiel ihnen auf, dass diese Branche „unterdigitalisiert“ ist.

Hektar Nektar unterstützt Imker, um die Bienenpopulation zu steigern. (Copyright: Hektar Nektar)

Die beiden Wiener reagierten sofort und gründeten das Start-up Hektar Nektar, den nach eigenen Angaben ersten Marktplatz für Bienen. Seit 2018 ist das mit Risikokapital finanzierte Start-up zudem ein Bienen-Schutzprogramm, das die Bienenpopulation innerhalb der nächsten zehn Jahre um zehn Prozent steigern will.

Gehandelt wurden die Tierchen auch schon vorher, aber Hektar Nektar bringt mehrere Anbieter und Käufer, und diese zudem überregional, zusammen.

Die Gründer verschicken die Bienen von Österreich nach Deutschland und umgekehrt. Dafür haben sie extra eine innovative Versandlösung entwickelt.

Das war allerdings nicht die größte Herausforderung. Schwieriger war anfangs, dass die Gründer keine Ahnung vom Imkern hatten. Sie mussten sich erst umfassend informieren. So sagt Martin Poreda:

Da 400 Imker 500 verschiedene Meinungen haben, war es unsere Aufgabe, herauszuarbeiten, was wirklich wichtig ist.

Eine weitere Schwierigkeit war, die älteren Imker für ihr Angebot zu gewinnen. Die jüngere Generation hingegen war schnell dabei.

Imkado – alles für Anfänger beim Imkern

Ob Edelstahl-Smoker, Stockmeißel oder Schutzanzug – im Onlineshop des Start-ups Imkado finden Hobbyimker alles, was sie brauchen. Vor allem Anfänger wollen die Gründer Stefan Seifert und Christine Kiening bedienen. Der Markt wachse, vor allem jüngere Leute widmeten sich vermehrt der Imkerei. Deren Bedürfnisse würden von herkömmlichen Anbietern aber nicht in Gänze abgedeckt.

Bereits 2016 hatten die beiden befreundeten Arbeitskollegen vor, sich selbstständig zu machen.

Sie suchten nach einer lukrativen Geschäftsidee und fanden diese in der Nische der Imkerei. Allerdings setzten sie zunächst auf Amazon FBA (Fulfillment by Amazon): Der Konzern übernimmt die komplette logistische Auftragsabwicklung.

Anfang dieses Jahres beschlossen die Gründer dann, das Geschäft erheblich auszudehnen, eine eigene Webseite und ein eigenes Shop-Portal aufzubauen. „Das fühlt sich wie eine Neugründung an“, sagt Stefan Seifert. Zumal er auch seinen gut dotierten Job aufgegeben hat und sich bald hauptberuflich um Imkado kümmern wird. Außerdem entwickelt das Start-up aus Haar bei München mehr und mehr Produkte, die unter der neuen Eigenmarke vertrieben werden sollen.

Easybeebox – ein Kasten für Einsteiger

Jan Meyer und Christopher Wendt sind schon lange Hobbyimker. Immer, wenn sie davon erzählen, ernten sie viel Zuspruch, merken aber auch, dass sich die wenigsten selbst trauen, Bienen zu halten beziehungsweise den Aufwand scheuen. Und einige Bekannte, die den Versuch mit einer Box aus dem Baumarkt wagten, waren wegen mangelnder Unterstützung schnell überfordert.

Um Menschen den Einstieg ins Imkern zu erleichtern, haben die beiden, mit Unterstützung ihres Freundes Nick Peters, 2018 das Start-up Easybeebox gegründet.

In der heimischen Garage bauten sie etliche Versionen eines Bienenkastens für jedermann.

Die Besonderheit dabei: Die 2-in-1-Box mit getrennten Räumen und Schiebersystem verhindert den direkten Kontakt zu den Bienen. Das macht die Ernte des eigenen Honigs einfach und sicher.

Nach längerer Experimentierzeit produzieren sie das Einsteiger-Set gemeinsam mit den Werkstätten des Lebenshilfe e. V., seit rund einem Jahr kann es über den eigenen Webshop bestellt werden. Die Kunden bekommen ferner monatlich wichtige Tipps zugeschickt.

Seit der Teilnahme an der Fernsehshow “Die Höhle der Löwen” und dem daraus resultierenden Investment über 150.000 Euro haben die drei Gründer aus Fallingbostel die Möglichkeit, “größer zu denken, mehr Boxen zu produzieren und noch mehr Wissen bereitzustellen”.

nearBees – Honig per Post

Imkern nearBees
Bei nearBees stärkt ihr euren regionalen Imker. (Screenshot: nearBees)

Als Viktoria Schmidts Großvater aufhörte, im Garten Bienen zu halten, trug der Kirschbaum viel weniger Früchte. Der Enkelin wurde der Zusammenhang sofort klar, sie konnte mit eigenen Augen sehen, welche Bedeutung Bienen für die Natur haben. Viktoria Schmidt fasste daher den Entschluss, in die Fußstapfen des Opas zu treten – und wurde Imkerin. Nachdem sich dann aber die Honiggläser stapelten, suchte sie nach einer einfachen Vermarktungsmöglichkeit. Als sie diese wiederum nicht fand, machte sich die Münchnerin mit nearBees selbstständig.

Die Beschäftigung mit ihrer Masterarbeit zum Thema „Zusammenleben von Mensch und Biene“ brachte sie auf die Idee, ein Onlineportal zu gründen, das regionale Imker mit Honigkäufern in der Umgebung zusammenbringt.

Der Vorteil: Die Käufer bekommen den Honig bequem per Post geliefert, und sie wissen, dass er aus der Gegend stammt.

Die Imker wiederum bekommen Aufmerksamkeit und die Möglichkeit, ihr Produkt zu vermarkten. So können traditionsreiche Imker überleben. Gleichzeitig dient nearBees dem Erhalt der Artenvielfalt. Das gelingt nicht nur durch die ursprüngliche Geschäftsidee, sondern auch durch weitere Angebote wie etwa Bienenpatenschaften für Firmen und Privatleute.

BEEsharing – Bienen mieten

Ein Film brachte den Bankkaufmann Otmar Trenk zum Handeln: Nachdem er „More Than Honey“ gesehen hatte, wurde ihm klar, dass das weltweite Bienensterben fatale Auswirkungen auf die Landwirtschaft, die Nahrungsmittelproduktion und damit auf das Leben aller hat. Otmar Trenk tat sich daraufhin mit seinem Bekannten Nils Gerber zusammen und gründete 2014 die Plattform BEEsharing, zunächst als gemeinnützigen Verein. 2016 wurde daraus ein Unternehmen, die BEEsharing PALS GmbH.

Das Start-up ist in erster Linie ein Netzwerk für Imker und Landwirte. Letztere brauchen viele Bienen, um ihre Flächen bestäuben zu lassen. Das Hamburger Start-up leiht ihnen diese – und nimmt sie nach getaner Arbeit wieder zurück.

Um die Agrarbetriebe besser erreichen zu können, haben die Gründer in jahrelanger Arbeit deren Berater überzeugt.

Außerdem haben sie einen Bestäubungsrechner entwickelt, der den Bauern anzeigt, welche Arten von Insekten und welche Anzahl sie benötigen. Um noch mehr Einnahmen zu generieren, vertreibt BEEsharing seit knapp zwei Jahren außerdem den Honig der Imker.

Zwar ist das mit etwa drei Millionen Euro Venture Capital ausgestattete Unternehmen noch nicht profitabel. Doch es steht nach eigenen Angaben kurz davor und plant die Expansion in weitere Länder.

  • Der Sonderpreisträger Social Entrepreneurship des KfW Awards Gründen 2019 heißt Bee-Rent. Im Artikel erfahrt ihr mehr über die Idee zum Imkern dahinter: Bienen verleasen, um die Artenvielfalt aufrecht zu erhalten.
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