5 Geschäftsideen rund ums Fahrrad



Bewegung auf dem Fahrrad ist gesund und äußerst beliebt. Entsprechend erfolgreich sind diese Geschäftsideen für Zweirad-Fans.

#1 Fazua GmbH, Ottobrunn – rank, schlank, herausnehmbar

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Schlank, kompakt und schnell: Dieses Start-up beweist, dass E-Bikes nicht klobig sein müssen. (Foto: Fazua)

Soll man sich ein herkömmliches oder ein E-Bike zulegen? Warum nicht beides – in einem. Möglich macht diese Option das 2013 in Ottobrunn gegründete Start-up Fazua. Die Bayern haben mit „evation“ das nach eigenen Angaben leichteste und kompakteste Mittelmotorsystem auf den Markt gebracht. Die Motoreinheit ist schlank und mit etwas mehr als drei Kilogramm sehr leicht. Das ermöglicht es den Fahrradherstellern, Rahmen zu entwickeln, bei denen sich die Motoreinheit unaufdringlich in das Unterrohr integrieren lässt.

Eine Besonderheit von evation liegt darin, dass ab einer Geschwindigkeit von 25 km/h Motor und Tretlagergetriebe komplett voneinander entkoppelt werden, sodass sich ein natürliches und dynamisches Fahrgefühl einstellt. Diese Eigenschaft hat die Akzeptanz von E-Rädern bei sportlichen Fahrern deutlich gesteigert. Ferner lässt sich der Motor mit einem Handgriff herausnehmen, wodurch sich das E-Bike in ein herkömmliches Fahrrad verwandelt.

Bereits mehr als 40 namhafte Fahrradhersteller haben die in Deutschland produzierte Technik in rund 50 verschiedene Bike-Modelle eingebaut. Seit Ende letzten Jahres sind einige dieser Marken erstmals auch in USA und Kanada erhältlich.

#2 Comodule GmbH, Berlin – Vernetzte Räder

Fahrradbesitzer plagen so manche Ängste, etwa, dass das gute Stück gestohlen wird. Ein E-Bike-Fahrer fragt sich außerdem, wann sein Gefährt möglicherweise stehen bleibt. Das Start-up Comodule hat eine Technologie entwickelt, die diese Sorgen vergessen lässt. Es liefert Herstellern und Zulieferern sogenannte Connectivity-Lösungen zur Vernetzung der Räder.

Der Endkunde bekommt also zum Beispiel eine App zum Rad, mit der er eine Versicherung abschließen kann. Oder aber es wird ihm die Reichweite seines E-Bikes mittels On-board-Kommunikation mitgeteilt. Auch Fahrzeugeinstellungen wie etwa die Höchstgeschwindigkeit kann er auf diese Weise vornehmen.

Anders als die meisten Mitbewerber lässt das 2014 von Kristjan Maruste und zwei Kommilitonen gegründete Start-up nicht in China produzieren. Seit Ende 2019 stellt Comodule, mit Sitz in Berlin und Tallin, in einer eigenen Fabrik in Tallin die Telematik-Module her, die mittlerweile in zahlreichen E-Scootern und E-Bikes eingebaut werden. Das ermöglicht dem Start-up, mehr Einheiten zu produzieren; langfristig sollen es 30.000 pro Monat sein. Außerdem sind die Unternehmer flexibler, sie können Produkte schneller modifizieren, sofern ein Kunde dies wünscht.

#3 Hinterher, München – schön und stabil

Seit rund 30 Jahren ist Peter Hornung-Sohner selbstständig. Mehr als 15 Jahre lang hat er in München hochwertige Möbel hergestellt. Als er wieder einmal ein Möbelstück zu einem Kunden transportieren wollte, und für ein paar Hundert Meter einen Lieferwagen benutzen musste, schaute er sich nach einem Fahrradanhänger um. Allerdings fand er keinen, der seinen Ansprüchen genügte: stabil und optisch ansprechend. Der Architekt und Schreiner begann kurzerhand, selbst zu konstruieren, was er vermisste.

So entstand der „Hinterher“, ein hochwertiger, formschöner und multifunktionaler Fahrradanhänger. Er ist sehr stabil, theoretisch kann man Lasten von bis zu 150 Kilogramm mit ihm transportieren. Aus Rücksicht auf die Bremskraft und die Konstruktion der Zugfahrräder rät Hornung-Sohner allerdings, maximal 45 Kilogramm drauf zu packen – oder aber eine Zusatzbremse zu installieren.

2012 entstanden die ersten Prototypen, 2013 brachte Hornung-Sohner die ersten beiden Modelle des Hängers auf den Markt. Bis heute fertigen er uns sein Team die Produkte fast ausschließlich in München. Mittlerweile bietet Hinterher nach eigenen Angaben die breiteste Palette an Modellen am Markt an. Sein Unternehmen gilt europaweit als Marktführer in der Branche.

#4 Bicicli GmbH, Berlin – rund ums Rad

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Bicicli macht den Fahrradkauf zum Shopping-Erlebnis vor Ort. (Foto: Bicicli)

Schon der Name „Bicicli Cycling Concept Store“ lässt es erahnen – und tatsächlich: Mit einem gewöhnlichen Fahrradladen hat das Geschäft in Berlin-Mitte wenig gemeinsam. Hier ist viel Platz, viel Licht, ein schickes Café ist integriert. Dazu passend werden hochwertige, ästhetische Räder von Marken wie Ahooga, Schindelhauer, Vello oder Triobike verkauft, ferner ebenso designorientiertes Zubehör – von Copenhagen Parts (magnetische Leuchten, die am Stahlrahmen haften) bis hin zum Airbag-Helm der schwedischen Firma Hövding.

Doch das Anfang 2017 von Martha Marisa Wanat und Stephan A. Jansen gegründete Start-up ist viel mehr: Bicicli ist ein umfassender Rad-Mobilitätsanbieter. Das Unternehmen entwickelt zeitgemäße und ganzheitliche Lösungen für die betriebliche Mobilitätswende in Unternehmen. Als „Spezialist für Radflotten- und Dienstrad-Programme“ bietet es seinen Kunden Beratung, Beschaffung, Finanzierung, Versicherung, Wartung und Fuhrpark-Management aus einer Hand an. Darüber hinaus berät es Firmen und Kommunen zur nachhaltigen Mobilität. Einmal im Monat veranstalten die Macher außerdem den „Berliner Salon für Urbane Mobilität“: Experten diskutieren mit Interessierten über die Verkehrswende.

#5 Urwahn Engineering GmbH, Magdeburg – ausgezeichnet und abfedernd

73 Millionen Fahrräder rollen über Deutschlands Straßen. Der Markt ist also nahezu gesättigt und damit äußerst schwierig. Doch das hielt die passionierten Fahrradfahrer Sebastian Meinecke, Konrad Joerss und Ramon Thomas nicht ab, ein neues Rad zu entwickeln.

Urwahn Engineering heißt ihr in Magdeburg gegründetes Start-up. 2019 haben sie, nach vielen Jahren Entwicklungsarbeit, ihr erstes Modell „Stadtfuchs“ auf den Markt gebracht.

Beide Namen, Urwahn (von urban) wie Stadtfuchs, zeigen, dass es sich bei dem Bike um ein Fahrrad für die tägliche Benutzung in der Stadt handelt. Zu den Besonderheiten des mit dem reddot award ausgezeichneten Rades gehört unter anderem ein neuartiger Hinterbau, der das Hinterrad elastisch aufhängt. So werden Fahrbahnunebenheiten ausgeglichen, der Fahrkomfort steigt. Ferner sind im Stahlrahmen ein LED-Licht- sowie ein GPS-Tracking-System integriert. Letzteres soll das Rad auch vor Diebstahl schützen. Zudem können mithilfe einer speziellen Software die Positionsmaße des Fahrrads individuell an den Körper angepasst werden.

Mittlerweile haben die Magdeburger zudem das E-Bike „Platzhirsch“ sowie das Leichtbau-Rad „Schmolke Edt.“ konzipiert.

  • Auch für Kinder gibt es Luxus-Fahrräder. Die woom-Gründer Christian Bezdeka und Marcus Ihlenfeld erzählen im Interview, warum ihr Produkt so gut ankommt.
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