5 digitale Geschäftsideen für Kinder und Eltern



Digitale Angebote machen den Alltag für Kinder und Familien besser, bunter und gesünder. Wir stellen 5 Geschäftsideen vor, die Eltern kennen sollten.

#1 Aumio – Achtsamkeitstraining für Kinder

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Mit dieser App können Kinder u. a. Meditation lernen. (Foto: Aumio)

Jedes vierte Kind in Deutschland leidet unter psychischen Problemen. Corona und Social Distancing belasten die Kinder und deren Familien zusätzlich. Der Psychologe Jean Ochel hat deshalb eine App zum Thema Achtsamkeit und Meditation für Kinder entwickelt. Das Training besteht aus vier Kursen mit mehr als 50 Übungen, die spielerisch dabei helfen, die Herausforderungen zu meistern und Ängste, Stress oder Unkonzentriertheit in den Griff zu bekommen.

Jean Ochel litt als Kind selbst unter ADHS und Angststörungen. Erst während seines Studiums erfuhr er vom positiven Einfluss achtsamkeitsbasierter Übungen auf die mentale Gesundheit. Mit seinem Anfang 2020 gegründeten Start-up Aumio will er Kindern und ihren Eltern jene Hilfe zugänglich machen, die er sich damals selbst gewünscht hätte:

In einfachen Übungen entdecken Kinder ab sechs Jahren mit Hilfe der App ihre Gefühle und erlernen den Umgang mit emotionalen Herausforderungen in ihrem Alltag.

Das Start-up ist eine Ausgründung der Freien Universität Berlin. Wissenschaftler und Psychologen der FU waren an der Entwicklung der App beteiligt. Auch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie unterstützt das junge Leipziger Unternehmen.

#2 Mello – Vereint im Kiez

Es waren einmal drei Schwestern aus Berlin… Sie gründeten ein Unternehmen und entwickelten eine App, die Mamas und Papas dabei unterstützt, sich auszutauschen und gegenseitig zu helfen.

Die Mello-App von Anna-Lena Gerber und ihren Schwestern Henni und Ulrike ist ein Support-System im Kiez. Mütter und werdende Mütter, Väter, Geschwister, Babysitter und Freunde können sich über die App einfach verabreden, Treffen für die Kinder auf dem Spielplatz organisieren oder Freizeittipps austauschen.

Im Vordergrund steht das unkomplizierte Kennenlernen und Vernetzen Gleichgesinnter in der Nachbarschaft.

Die Idee zu Mello entstand aus den vielfältigen Erfahrungen der drei Frauen als Babysitterinnen in zahlreichen Ländern: Überall brauchen und suchen Familien das Gleiche, nämlich Unterstützung bei der Bewältigung des Alltags mit Kindern, Hilfe, wenn mal Not am Mann ist, aber auch: gemeinsame Erlebnisse, geteiltes Glück, Freundschaften. Außerdem wunderten sich die Schwestern, dass es unzählige Online-Singlebörsen gibt, aber kaum digitale Plattformen für Eltern und Kinder. Seit kurzem gibt es diese – mit bereits 12.000 Nutzern, vor allem in Berlin, Hamburg und München.

  • Artikel-Tipp: Hier lernt ihr das Start-up SitEinander der Gründerinnen kennen, aus der die Mello-App entstanden ist.

#3 Momunity – Vernetzen und verabreden

Nach der Geburt eines Kindes verändert sich das Leben eklatant. Das Glück ist unbeschreiblich, aber manchmal steht man auch vor großen Herausforderungen. Was Müttern in der neuen Lebensphase guttut, ist der Austausch mit Gleichgesinnten.

Lena-Charlotte Schiweck und Julia Laßmann sind beide Mütter. Anfang 2018 haben sie die Social Networking App MOMUNITY ins Leben gerufen und in Berlin das gleichnamige Start-up gegründet. Über die App können sich Mütter und Schwangere vernetzen und austauschen, oder sich für persönliche Treffen verabreden. Gerade auch in der isolierten Corona-Zeit hilft die App, andere kennenzulernen oder Kontakte aufrechtzuerhalten.

Die Idee zu MOMUNITY reifte schon 2014, nachdem Lena-Charlotte Schiweck Mutter geworden war – und sich manchmal einsam fühlte. Denn die früheren, kinderlosen Freunde hatten nicht mehr die gleichen Interessen wie sie. So begann Lena-Charlotte mit der Entwicklung einer App nach ihren Vorstellungen. Über Facebook lernte sie dann Julia Laßmann kennen, ebenfalls Mutter und mit ähnlichen Vorstellungen. Sie brachte fremde Mütter auf ihrer Dachterrasse zusammen.

Seither betreiben sie MOMUNITY gemeinsam. Mehr als 100.000 Frauen nutzen die App bereits.

#4 KidPick – Nimmst Du mein Kind mit?

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Kinder und Arbeit unter einen Hut zu bekommen, artet manchmal in Stress aus. Anna Figoluschka kann ein Lied davon singen. Ein Kundentelefonat, das länger dauert als geplant, eine ausgefallene S-Bahn – und schon war der Plan, den Sohn pünktlich aus der Kita abzuholen, dahin. Dann hieß es, auf die Schnelle Eltern zu finden, die einspringen. Leider war das oft recht schwierig.

Eine Lösung muss her, dachte sich Anna Figoluschka. Und da es auf dem Markt keine gab, entwickelte sie diese selbst: die KidPick-App, eine App, die Abholtermine, Fahrgemeinschaften oder Verabredungen in einem sicheren Netzwerk koordiniert.

Die Eltern können sowohl spontane, kurzfristige Betreuungsanfragen stellen als auch längerfristige Termine koordinieren. Der Fokus aber liegt auf der schnellen, unkomplizierten Hilfe.

Leicht war der Weg von der Idee bis zur Gründung des Start-ups im Jahr 2015 nicht. Ein Partner, der zwischenzeitlich bei der App-Entwicklung half, sprang wieder ab, sodass Anna plötzlich auf sich alleine gestellt war. Auch die Suche nach Finanziers gestaltete sich schwierig. Anna investierte daraufhin ihr eigenes Geld und nahm sogar ein privates Darlehen auf.

#5 Fox & Sheep – Kleine Feuerwehr und mehr

Verena Pausder stammt aus einer Unternehmerfamilie. Das erklärt, warum sie schon mit 19 ihre erste eigene Firma gründete. Und dann noch eine und noch eine. 2012 hat sie gemeinsam mit Moritz Hohl Fox & Sheep gegründet, einen digitalen Verlag für Spiele-Apps. Schnell kam der Erfolg, mit Apps für Kinder zwischen zwei und acht Jahren hatte das Duo einen Nerv getroffen. Bereits Anfang 2015 hat der traditionsreiche Spielwarenhersteller Haba das Berliner Start-up als Mehrheitseigner übernommen.

Zu Beginn dieses Jahres gab es erneut einen Wechsel: Die beiden langjährigen Mitarbeiter Timo Dries und Frank Ließner haben Fox & Sheep übernommen. Damit ist das Unternehmen wieder das, was es einst war: ein unabhängiger Entwickler. Mittlerweile ist es allerdings auch der erfolgreichste App-Anbieter für Kinder in Deutschland. Weltweit gehört es zu den besten 25 – mit mehr als 30 Millionen Downloads. Im Programm von Fox & Sheep sind etliche preisgekrönte Apps, etwa „Kleine Feuerwehr“ oder „SHINE – Journey of Light”.

Die beiden neuen Chefs haben das Unternehmen vom reinen App-Anbieter zum Content Studio ausgebaut. Sie bieten jetzt zum Beispiel auch Podcasts oder interaktive Kinderbücher an.

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