"Have I Been Pwned" Datenleck: 1 Milliarde Passwörter gestohlen

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Ein massives Datenleck erschüttert gerade die IT-Welt. Der Dienst Have I Been Pwned (HIBP) meldet, dass 1,3 Milliarden bislang einzigartige Passwörter in seine Sammlung aufgenommen wurden. Diese gelangen laut Angaben aus vielfachen Quellen unter anderem durch sogenannte Infostealer-Malware in Umlauf und bieten Cyberkriminellen ein enormes Potenzial. Nicht nur Privatpersonen sind betroffen: Auch Firmen-Accounts können ins Visier geraten.

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Ein Vorhängeschloss liegt auf Kreditkarten
Mit spezieller Software gelangen Kriminelle an sensible Daten. Bild: Kris / Pixabay.

625 Millionen neuer Passwörter in Datenbank aufgenommen

Ein neues Mega-Leck sorgt für Aufsehen: Der Sicherheitsforscher Troy Hunt hat seiner Plattform Have I Been Pwned (HIBP) über 1,3 Milliarden Passwörter hinzugefügt – eine der größten Erweiterungen seit Bestehen des Dienstes. Die Passwörter stammen aus unterschiedlichen Quellen, viele davon aus sogenannten Infostealer-Angriffen. Besonders alarmierend: Rund 625 Millionen dieser Passwörter waren bislang nicht in der HIBP-Datenbank enthalten. Das bedeutet, dass sie neu im Umlauf sind, potenziell in den Händen von Cyberkriminellen.

Zwei Milliarden eindeutige E-Mail-Adressen

Der Datensatz, den Hunt veröffentlichte, umfasst nicht nur Passwörter, sondern auch knapp zwei Milliarden eindeutige E-Mail-Adressen. Viele dieser Informationen stammen aus sogenannten Infostealer-Logs – also von Schadsoftware, die heimlich Anmeldedaten von infizierten Rechnern abgreift und an Dritte weitergibt.

Für Kriminelle sind diese Daten ein gefundenes Fressen. Denn viele Nutzer verwenden dieselben Passwörter für mehrere Dienste. Wer also ein geleaktes Passwort kennt, kann es automatisiert bei Dutzenden anderer Dienste ausprobieren – ein Angriff, der als "Credential Stuffing" bekannt ist. Schon eine einzige erfolgreiche Anmeldung kann reichen, um auf interne Firmendaten, Kundendatenbanken oder Cloud-Systeme zuzugreifen.

Besonders gefährlich ist, dass solche Angriffe nicht mehr nur große Konzerne treffen. Auch kleine und mittlere Unternehmen geraten ins Visier. Angreifer nutzen automatisierte Tools, um Millionen von Kombinationen durchzuprobieren. Ein kompromittiertes E-Mail-Konto oder ein ungesichertes Cloud-Login kann der Einstieg in eine ganze IT-Infrastruktur sein.

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Schwachstelle Mensch

Viele Firmen wiegen sich noch immer in trügerischer Sicherheit. Sie setzen auf Firewalls, Antivirensoftware oder verschlüsselte Datenübertragung und vergessen dabei den schwächsten Punkt im System: den Menschen. Schwache oder wiederverwendete Passwörter zählen zu den häufigsten Ursachen erfolgreicher Angriffe.

Ein Blick auf die eigene Passwortsicherheit lohnt sich daher. Über Dienste wie Have I Been Pwned lässt sich prüfen, ob die eigene E-Mail-Adresse in einem bekannten Leak aufgetaucht ist. Für Unternehmen empfiehlt sich zusätzlich die Überprüfung kompletter Domains. So kann festgestellt werden, ob Mitarbeiterdaten betroffen sind.

Zudem sollten Unternehmer verbindliche Regeln für Passwortmanagement einführen:

  • Einzigartige Passwörter für jeden Dienst
  • Verwendung von Passwortmanagern, um Komplexität zu ermöglichen
  • Mehrfaktorauthentifizierung (MFA) für alle sensiblen Systeme

Wer MFA konsequent einsetzt, kann selbst im Fall eines Passwortdiebstahls verhindern, dass sich ein Angreifer ohne zweiten Faktor anmeldet.

Abgesichert dank Cyberversicherung

Selbst mit den besten Sicherheitsmaßnahmen bleibt ein Restrisiko. Cyberangriffe lassen sich nicht völlig verhindern. Und genau hier kommt eine Cyberversicherung ins Spiel. Sie schützt Unternehmen vor den finanziellen Folgen eines digitalen Angriffs.

Eine gute Police übernimmt nicht nur die Kosten für IT-Forensik und Datenwiederherstellung, sondern auch rechtliche und kommunikative Unterstützung. Das kann entscheidend sein, wenn personenbezogene Daten betroffen sind oder die Datenschutzbehörde informiert werden muss.

Zudem greifen viele Versicherungen bei Betriebsunterbrechungen, die durch Cyberattacken entstehen. Wenn Server ausfallen, Bestellungen nicht bearbeitet werden können oder der Onlineshop tagelang stillsteht, kann das schnell existenzbedrohend werden.

Besonders wertvoll: Viele Versicherer bieten im Schadenfall Zugang zu spezialisierten Incident-Response-Teams. Diese Experten helfen, die Ursache zu finden, Systeme abzusichern und den Schaden zu begrenzen. Auch Kommunikationsberatung gehört häufig dazu. Denn wer einen Datenvorfall öffentlich falsch kommuniziert, riskiert zusätzlichen Imageverlust.

In unserem Ratgeber Cyberversicherung erfahren Betroffene mehr über die Police. Dort lässt sich auch direkt der eigene Versicherungsbedarf ermitteln.

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