Online-Kantine: Catering neu gedacht



Essen kann glücklich machen – auch im Büro. Das zeigt das Start-up Smunch mit seiner Online-Katine, die gesundes und zeitlich perfekt getaktetes Essen direkt zu eurem Arbeitsplatz liefert. Wie diese Idee gleichzeitig noch euer Team stärken kann, erzählt Gründer Shivram Ayyagari im Interview.

Shivram Ayyagari ist einer der Gründer von Smunch und zeigt, dass Mittagsstress leicht zu vermeiden ist. (Bild: Smunch)

GründerDaily: Hallo Shivram, wie kamt ihr auf die Idee, eine Online-Kantine zu gründen? Reichen Lieferservices nicht aus?

Shivram von Smunch: Uns ist in unserem eigenen Alltag aufgefallen, dass klassische Lieferservices nicht immer den Bedürfnissen eines stressigen Arbeitstages gerecht werden. Sie sind in der Regel auf Bestellungen am Abend oder am Wochenende spezialisiert.

Wenn wir dann mal im Team unser Essen von einem Lieferservice haben kommen lassen, sind die unterschiedlichen Bestellungen zu unterschiedlichen Zeiten und/oder verspätet eingetroffen, sodass wir oft nicht zusammen essen konnten.

Eine Alternative waren Kantinen oder Cateringservices, aber dort hat uns die Auswahl oft nicht zugesagt. Wir haben uns etwas gewünscht, das abwechslungsreicher und gesünder ist – und den individuellen Bedürfnissen aller Kollegen nachkommt.

Das gab es aber (noch) nicht. Also haben wir Smunch gegründet!

GründerDaily: Du hast das Start-up zusammen mit Oliver Hüfner gegründet. Wie habt ihr euch zusammengefunden? Wart ihr davor auch schon mit Start-ups in Berührung?

Shivram von Smunch: Oliver und ich haben uns kennengelernt, als wir beide bei Delivery Hero gearbeitet haben. Er war damals dort Chief Legal Advisor und ich war für die Group Strategy zuständig.

Wir hatten beide vorher schon mit Start-ups und der Szene zu tun gehabt, allerdings nie gemeinsam. Da wir aber beide Macher sind und uns auf Anhieb so gut verstanden haben, war schnell klar, dass wir es nicht nur bei einer Idee belassen würden.

GründerDaily: Wie funktioniert euer Modell? Und wie vermarktet ihr es? 

Shivram von Smunch:

Bei uns läuft es so, dass ein Unternehmen mit uns einen Vertrag abschließt.

Die ganze Firma ist also unser Kunde. Wir haben verschiedene Modelle, je nachdem, welche Bedürfnisse der Kunde hat.

Das verbreitetste Modell ersetzt wirklich die klassische Kantine. Dabei erhalten alle Mitarbeiter einen individuellen Zugang zu unserer Plattform. Dort können sie dann eigenständig das Mittagessen bestellen – und zwar nur das, was sie wollen und nur dann, wenn es passt.

Auch für die Abrechnung gibt es verschiedene Lösungen: Entweder zahlen die Mitarbeiter selbst (dann erhalten sie eine monatliche Rechnung) oder das Unternehmen übernimmt oder bezuschusst das Essen.

Man kann also wie bei einer normalen Kantine von Steuervorteilen profitieren.

Wir vermarkten unser Konzept meistens nicht mit riesigen Kampagnen, zumal wir ja auf B2B-Ebene arbeiten. Stattdessen setzen wir uns direkt mit den Entscheidungsträgern von Unternehmen an unseren vier Standorten (Berlin, München, Hamburg und Frankfurt am Main) in Verbindung und stellen ihnen unsere Lösung vor.

GründerDaily: Wie läuft das mit den Kostproben und woraus setzt sich ein Menü bei euch zusammen?

Shivram von Smunch: Die Unternehmen, die uns als feste Lösung für ihre Mitarbeiterverpflegung nutzen, zahlen dafür eine (wenn auch sehr geringe) monatliche Gebühr. Wie die meisten SaaS-Unternehmen bieten wir deshalb die Möglichkeit, unseren Service erst einmal kostenlos auszuprobieren. Das nennen wir die Smunch-Kostprobe. Man will ja schließlich nicht die Katze im Sack kaufen.

Unser Essen wird nicht von uns, sondern von ausgewählten Partner-Restaurants zubereitet. Mit jedem Partner entwickeln wir gemeinsam ein Menü, das ganz unterschiedliche Gerichte enthält.

Dabei gibt es bei Smunch vier verschiedene Kategorien: Living Light (leichter und kalorienärmer), Freaky Fit (voller Power und Energie, mit Vollkorn, Proteinen usw.), Power Pick (reichhaltiger und deftiger) und Chef’s Choice (ein besonderes Gericht oder eine Spezialität des Hauses).

Smunch sucht seine Partner-Restaurants nach speziellen Kriterien aus und achtet auf eine gleiche Philosophie. (Bild: Smunch)

GründerDaily: Wie bewertet ihr, welches Restaurant am besten für Smunch geeignet ist?

Shivram von Smunch: Abwechslung und Vielfalt ist uns sehr wichtig. Wir bieten jeden Tag auch vegane, vegetarische oder glutenfreie Gerichte an – um nur ein paar zu nennen. So können wir jeder Diät, Vorliebe und Allergie gerecht werden.

Außerdem soll jedes Essen aus frischen und gesunden Zutaten hergestellt werden – also keine Geschmacksverstärker, Convenience-Produkte oder Ähnliches.

Bei der Partner-Auswahl achten wir also darauf, dass den Restaurants das genauso wichtig ist wie uns. Dann klappt das meistens auch mit der Zusammenarbeit.

GründerDaily: Wie profitiert ihr als Gründer von dem Konzept?

Shivram von Smunch:

Auch, wenn es nach einem Klischee klingt: Das Beste ist wirklich, jeden Tag mit einem großartigen Team zusammenzuarbeiten.

Gemeinsam bauen wir etwas Tolles auf, das Menschen jeden Tag Freude bereitet. Das ist sehr bereichernd.

GründerDaily: Was waren bisher die größten Hürden, die ihr bei Smunch überwinden musstet?

Shivram von Smunch: Schwer zu sagen. Bei jeder Unternehmensgründung werden Fehler gemacht, das gehört leider dazu. Aber dabei sticht jetzt keiner wirklich als die größte oder schlimmste Hürde hervor.

GründerDaily: Neben positiven Online-Bewertungen ist hin und wieder auch von verspäteten Lieferungen die Rede. Wie geht ihr damit um und wie bewältigt ihr den logistischen Ablauf der Lieferungen in Städten?

Shivram von Smunch: Wie gesagt, es gibt besonders in der Anfangszeit immer mal wieder Herausforderungen. Bei uns war eine, dass wir eine Phase mit einigen logistischen Problemen hatten.

Wir haben das gelöst, indem wir offen und transparent mit unseren Kunden kommuniziert haben.

Inzwischen nutzen wir eine App, die uns ermöglicht, unsere Routen effektiver zu planen und im Vorfeld zu prüfen, wo Staus und Sperrungen sind. Die können wir dann umfahren.

GründerDaily: Wie möchtet ihr euer Angebot zukünftig ausbauen?

Shivram von Smunch: Unsere Mission besteht darin, es Firmen zu ermöglichen, sich besser um ihre Mitarbeiter zu kümmern. Bislang machen wir das, indem wir eine Lösung für das Mittagessen anbieten.

Wir arbeiten bereits daran, das in der nahen Zukunft zu erweitern.

Dann gibt es bei Smunch auch Snacks, Getränke und Obstkörbe – denn Liebe geht ja bekanntlich durch den Magen!

GründerDaily: Welche Tipps kannst du anderen Gründern mit auf den Weg geben?

Shivram von Smunch: Man braucht das nicht schönreden: An manchen Tagen stellt man eben alles infrage. Vielleicht zweifelst du auch mal an deiner Idee oder an dir selbst. Das gehört dazu.

Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass es nur ein Erfolgsrezept gibt: nicht aufgeben.

Auch die erfolgreichsten Gründer mussten Rückschläge einstecken. Macht einfach weiter – irgendwann zahlt es sich aus!

GründerDaily: Vielen Dank für das spannende Interview, Shivram!

Keyfacts über Smunch:

  • Gegründet im Jahr: 2016
  • Firmensitz in: Berlin
  • Unser aktuelles Team besteht aus: 100 Mitarbeitern
  • Die erste Finanzierung erfolgte: Angel Investors
  • Besonders geholfen haben uns bisher: Das Team von Metro Accelerator, unser Netzwerk aus Business Angels und unsere Berater
  • Besonders wichtig im Arbeitsalltag sind für uns folgende:
    • Menschen: Das ganze Team
    • Tools: Tatsächlich die Klassiker: Salesforce, Asana, G Suite usw.
    • Seiten: Ganz klar: Smunch.co 🙂
  • Kontakt

  • Shivram Ayyagari
  • Shiver Nebula GmbH
    Potsdamer Straße 68
    10785 Berlin
    Deutschland
  • hi@smunch.co
  • www.smunch.co/
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