Wofür bracht man den Deckungsbeitrag?

Der Deckungsbeitrag ist eine wichtige Kennzahl für die Profitabilität eines Unternehmens: Er hilft dabei, die wirtschaftlich erfolgreichsten Produkte des eigenen Angebots zu identifizieren.  

Wir zeigen anhand von Beispielen, wie der Deckungsbeitrag berechnet wird, und stellen ein kostenfreies Excel-Tool zur Verfügung.

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Für-Gründer.de Redaktion

Seit 2010 ist René als Gründer von Für-Gründer.de Teil der deutschen Gründerlandschaft. Seine Mission: Gründerinnen und Gründern praxisnahe Inhalte und echte Insights an die Hand zu geben. Das tut er als Chefredakteur, Podcast-Host, Webinar-Moderator und auf unserem YouTube-Kanal.

Er ist Interviewpartner in anderen Medien und verfasst Fachbeiträge zu Gründungsthemen.

Das Wichtigste auf einen Blick
  • Die Formel für den Deckungsbeitrag lautet: DB = Umsatz (U) - variable Kosten (Kv) 
  • Der Deckungsbeitrag ist nicht identisch mit dem Gewinn.
  • Um die profitabelsten Produkte zu ermitteln, hilft der Stückdeckungsbeitrag.
  • Der relative Deckungsbeitrag liefert eine ideale Kapazitätsauslastung.

  | Definition: Deckungsbeitrag einfach erklärt

Der Deckungsbeitrag (abgekürzt als DB) ist die Differenz zwischen dem Umsatz und den variablen Kosten eines Unternehmens in einem bestimmten Zeitraum.

Damit steht der Deckungsbeitrag zur Deckung der Fixkosten zur Verfügung, weshalb er auch häufig als Gesamtdeckungsbeitrag bezeichnet wird.

Deckungsbeitrag
Der Deckungsbeitrag ergibt sich aus der Differenz zwischen Umsatz und variablen Kosten.

Mit dieser Formel lässt sich der Deckungsbeitrag berechnen: 

  • DB = Umsatz (U) - variable Kosten (Kv) 
    DB = U – Kv 
  • Beispiel zur Berechnung des Deckungsbeitrags  
    DB im Januar = 10.000 Euro Umsatz – 4.000 Euro variable Kosten 
    DB im Januar = 6.000 Euro 

Ein negativer Deckungsbeitrag liegt vor, wenn die variablen Kosten höher sind als der Umsatz. Dies kann der Fall sein, wenn in der Startphase für die Abnahme kleiner Mengen bei Lieferanten sehr hohe Einkaufspreise gezahlt werden müssen. Oder wenn für die Markteinführung ein besonders niedriger Preis angesetzt wird, um schnelles Wachstum zu erzielen.  

Der Deckungsbeitrag ist nicht gleichzusetzen mit dem Gewinn. Ob ein Gewinn oder Verlust erzielt wurde, ergibt sich nachdem die fixen Kosten vom Deckungsbeitrag abgezogen werden:  

  • Ergebnis (Gewinn/Verlust) = DB - fixe Kosten (Kf) 
  • Beispiel: 
    Ergebnis im Januar = 6.000 Euro Deckungsbeitrag - 4.000 Euro fixe Kosten 
    Gewinn im Januar = 2.000 Euro 

Ist der Deckungsbeitrag größer als die Fixkosten, erzielt das Unternehmen einen Gewinn. Reicht der Deckungsbeitrag nicht aus, um die Fixkosten zu decken, bedeutet dies einen Verlust. Sind Deckungsbeitrag und Fixkosten gleich hoch, beträgt das Ergebnis 0 und der Break Even Punkt ist erreicht.  

Da Unternehmen in der Regel mehrere Produkte oder Einheiten haben, erfolgt eine Aufteilung der Fixkosten in der mehrstufigen Deckungsbeitragsrechnung.

Tipp

Unser Excel-Tool für die einstufige und mehrstufige Deckungsbeitragsrechnung.

Zum kostenfreien Download

  | Was ist der Stückdeckungsbeitrag?

Der Stückdeckungsbeitrag zeigt, wie hoch der Deckungsbeitrag eines einzelnen Produkts oder einer einzelnen Dienstleistung ist. Die Formel für die Berechnung des Stückdeckungsbeitrags lautet: 

  • Stückdeckungsbeitrag (db) = Verkaufspreis (p) – variable Stückkosten (kv) 
    db = p - kv 
  • Beispiel Stückdeckungsbeitrag: 
    db = 8 Euro - 3,50 Euro 
    db = 4,50 Euro 

Wird der Stückdeckungsbeitrag des Produkts mit der abgesetzten Menge multipliziert, ergibt sich der Gesamtdeckungsbeitrag des Produkts. So können Produkte im Hinblick auf deren Deckungsbeiträge miteinander verglichen werden. 

Beispiel Stückdeckungsbeiträge vergleichen 

  Produkt 1 Produkt 2 Produkt 3
Verkaufspreis 4 € 5 € 6 €
Variable Stückkosten 2 € 2,5 € 3 €
Stückdeckungsbeitrag 2 € 2,5 € 3 €
Absatz 1.000 800 600
Deckungsbeitrag 2.000 € 2.000 € 1.800 €

In der Analyse zeigt sich, dass Produkt 3 den höchsten Stückdeckungsbeitrag aufweist. Und obwohl der Absatz 40 % unter dem Absatz von Produkt 1 liegt, ist der Deckungsbeitrag nur 10 % geringer als bei Produkt 1.  

Um profitabler zu sein, könnte es sich lohnen, den Absatz von Produkt 3 und Produkt 2 gegenüber Produkt 1 zu steigern.  

Für eine abschließende Aussage sind jedoch weitergehende Analysen nötig, bspw. anhand des relativen Deckungsbeitrags und der mehrstufigen Deckungsbeitragsrechnung.  

  | Was ist der relative Deckungsbeitrag?

Das Konzept des relativen Deckungsbeitrags ist, dass bspw. eine Maschine zur Herstellung verschiedener Produkte genutzt werden kann. Die Kapazität der Maschine ist begrenzt. Mit dem relativen Deckungsbeitrag ist es möglich, zu berechnen, für welches Produkt die Maschine idealerweise eingesetzt werden sollte.

  • rDB = Deckungsbeitrag / Faktorverbrauch (bspw. Zeit) 
  • Beispiel relativer Deckungsbeitrag Produkt 1 
    rDB = 20.000 Euro / 100 h 
    rDB = 200 Euro / h 
  • Beispiel relativer Deckungsbeitrag Produkt 2 
    rDB = 15.000 Euro / 60 h 
    rDB = 250 Euro / h 

 Das Produkt 2 hat einen höheren relativen Deckungsbeitrag. 

  | Ein- und mehrstufige Deckungsbeitragsrechnung

Die einstufige Deckungsbeitragsrechnung folgt der Formel DB = Umsatz (U) - variable Kosten (Kv). Das Ergebnis wird als DB 1 bezeichnet. Vom DB 1 werden die Fixkosten dann als gesamter Block abgezogen.

Bei der mehrstufigen Deckungsbeitragsrechnung werden die Fixkosten hingegen in verschiedene Kategorien von den produktfixen Kosten bis hin zu den Unternehmensfixkosten aufgeteilt. Dadurch ergeben sich weitere Deckungsbeiträge: DB 2, DB 3 und DB 4.  

Die Fixkosten werden in der mehrstufigen Beitragsrechnung den Produkten oder Bereichen zugeordnet werden, wo sie entstehen. Damit ermöglicht die mehrstufige Beitragsrechnung einen detaillierteren Vergleich der Wirtschaftlichkeit verschiedener Produkte oder Unternehmensbereiche. 

Wir zeigen die mehrstufige Deckungsbeitragsrechnung in einem gesonderten Beitrag anhand von Beispielen. 

  | FAQs: Deckungsbeitrag

Was ist der Deckungsbeitrag einfach erklärt?

Der Deckungsbeitrag ist der Betrag, der vom Umsatz übrig bleibt, nachdem die variablen Kosten abgezogen wurden. Mit diesem Rest werden die Fixkosten gedeckt. Alles, was danach noch übrig bleibt, ist Gewinn.

Er zeigt also, wie viel ein Produkt zur Deckung der laufenden Kosten und zum Gewinn beiträgt.

Beispiel Bäckerei

Eine Bäckerei verkauft einen Kuchen für 10 €.

  • Umsatz pro Kuchen: 10 €
  • Variable Kosten pro Kuchen: 3 € für Mehl, Eier, Zucker und Verpackung
  • Deckungsbeitrag pro Stück: 10 € minus 3 € ergibt 7 €.

Diese 7 € werden genutzt, um die Fixkosten wie Miete, Strom und Gehälter zu bezahlen.

Angenommen, die Fixkosten betragen 700 € im Monat. Dann müssen 100 Kuchen verkauft werden, um die Fixkosten zu decken.

700 € geteilt durch 7 € ergeben 100 Kuchen.

Ab dem 101. verkauften Kuchen entsteht Gewinn.

Warum ist der Deckungsbeitrag wichtig?

  • Er zeigt, welche Produkte zur Deckung der Fixkosten beitragen.
  • Er hilft bei der Preisgestaltung.
  • Er macht deutlich, wann die Gewinnschwelle erreicht ist.

Formeln

  • Stückdeckungsbeitrag = Verkaufspreis pro Stück minus variable Kosten pro Stück
  • Gesamtdeckungsbeitrag = Gesamtumsatz minus gesamte variable Kosten
Was ist der Unterschied zwischen Deckungsbeitrag und Gewinn?

Der Deckungsbeitrag ist der Betrag, der nach Abzug der variablen Kosten vom Umsatz übrig bleibt. Er dient dazu, die Fixkosten zu decken. Gewinn entsteht erst dann, wenn zusätzlich zu den variablen Kosten auch alle Fixkosten bezahlt sind und noch ein Überschuss verbleibt. Oder als Formel dargestellt:

  • Deckungsbeitrag = Umsatz – variable Kosten
  • Gewinn = Umsatz – variable Kosten – fixe Kosten oder... 
  • Gewinn = Deckungsbeitrag – fixe Kosten
Was gilt als guter Deckungsbeitrag?

Je höher der Deckungsbeitrag, desto besser. Denn je höher der Deckungsbeitrag, desto früher wird der Break-Even-Punkt erreicht. Ein Deckungsbeitrag von 30 % bedeutet, dass Pro Euro Umsatz 30 Cent erwirtschaftet werden, um die fixen Kosten zu decken. Besser ist es ein Deckungsbeitrag von 50%, denn dann entstehen pro Euro 50 Cent für die Fixkostendeckung zur Verfügung. Die Deckungsbeitragsmargen variieren von Branche zu Branche.

Warum ist der Deckungsbeitrag wichtig?

Der Deckungsbeitrag ist aus folgenden Gründen wichtig:

  • Für die Erfolgskontrolle: Mit dem Deckungsbeitrag identifizieren Unternehmer die erfolgreichsten Produkte.
  • Für die Preisgestaltung: Er zeigt, welche Preise nötig sind, um die variablen Kosten zu decken.
  • Für die Sortimentsstrategie: Idealerweise sollten Unternehmer Produkte mit hohem Deckungsbeitrag pushen.
  • Für Preisaktionen: Mit dem Deckungsbeitrag können Kampfpreise errechnet werden, um mit Sonderangeboten weitere Produkte zu verkaufen.

  | Unser Fazit

Der Umsatz ist eine wichtige Kennzahl für Unternehmen. Für den erfolgreichen Unternehmensaufbau ist die Wirtschaftlichkeit bzw. Profitabilität entscheidend. Ein Indikator dafür ist der Deckungsbeitrag. Er gibt an, wie viel vom Umsatz nach Abzug der variablen Kosten (DB 1) und der Fixkosten (DB 2 bis DB 4) übrigbleibt.  

Je geringer die variablen Kosten eines Produkts, desto höher der Stückdeckungsbeitrag und desto rentabler das Produkt.  

Für die Businessplanerstellung sind diese Informationen besonders wichtig. Die Deckungsbeiträge der Produkte sollten im Businessplan aufgezeigt und die Zusammensetzung des Sortiments bzw. des Angebots erklärt werden. Wer sind die Erfolgsbringer? Und wie soll der Absatz der wichtigsten Produkte gesteigert werden? 

Auch in der späteren Unternehmensphase hilft es, Analysen auf Basis des Deckungsbeitrags vorzunehmen, um durch Sortimentsanpassungen eine höhere Profitabilität zu erreichen. 

Allerdings werden häufig auch Produkte benötigt, die einen niedrigen oder sogar negativen Deckungsbeitrag aufweisen. Sei es, um Kunden anzulocken oder Marktanteile gegenüber dem Wettbewerb zu gewinnen. 

Zum EXCEL-Tool für den Deckungsbeitrag

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Autor: René Klein
Chefredakteur
René Klein Chefredakteur

Seit 2010 ist René als Gründer von Für-Gründer.de Teil der deutschen Gründerlandschaft. Seine Mission: Gründerinnen und Gründern praxisnahe Inhalte und echte Insights an die Hand zu geben. Das tut er als Chefredakteur, Podcast-Host, Webinar-Moderator und auf unserem YouTube-Kanal.

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