Urlaub und Forschen im Weltall



Ob Raumschiff Enterprise oder Star Wars: Futuristische Szenarien begeistert seit Jahrzehnten Millionen von Menschen. Dabei sind wir schon näher an der Zukunft, als wir ahnen: Wenn die folgenden futuristischen Geschäftsideen im Weltraum umgesetzt werden.

#1 Weltraum Tourismus – Familienurlaub im Weltall

Ziel ist es hier, Privatpersonen einen Aufenthalt im Weltraum zu ermöglichen. Anstatt in die Karibik zu fliegen, könnt ihr also vielleicht bald euren Urlaub im All verbringen. Vorausgesetzt natürlich, ihr habt das nötige Kleingeld dafür.

Ein Wochenendtrip zu den Sternen – wäre das nicht verlockend? Finden wir auch. Aber für die meisten Personen klingt das dann doch wohl eher nach Science-Fiction als nach der Realität. Tatsächlich arbeiten aber gleich mehrere Unternehmen daran, diese Vision umzusetzen. Und das schon deutlich eher, als man vielleicht erwarten würde.

Orion Span – modulares Raumschiff für Forscher und Touristen

Um genau zu sein, soll es bereits in wenigen Jahren soweit sein. Das US-Start-up Orion Span möchte bereits im Jahr 2022 ein Raumschiff in die Erdumlaufbahn befördern. Diese Raumstation trägt den Namen “Aurora Space Station” und soll modular aufgebaut sein. Das bedeutet, dass die Station – je nach Bedarf – erweitert werden kann. So sollen beispielsweise Labors angegliedert werden, auch bestimmte Fertigungsprozesse lassen sich ins Weltall auslagern.

Besonders beachtlich ist jedoch, dass die Aurora Space Station Touristen aufnehmen soll. Ganz so einfach wie es klingt, ist es jedoch nicht. Bevor es in den Weltraum geht, müssen Urlauber zunächst einen Astronauten-Crashkurs absolvieren, der sich über mehrere Monate hinweg zieht. Ist dieser erfolgreich bestanden, steht dem Ausflug ins All nichts mehr im Wege – abgesehen vielleicht von den 9.5 Millionen Dollar, die ein Trip pro Person kosten soll.

Die Raumstation kann, nach der ersten Planung, sechs Personen aufnehmen: zwei Crew-Mitglieder und vier Touristen.

Zwei Wochen lang können die Urlauber ihren Sternenausflug im Weltraum genießen. Füße hochlegen ist allerdings nicht immer drin. Mit zum Urlaubsprogramm gehört nämlich die Mitarbeit an verschiedenen Projekten. Zum Beispiel sollen die Urlauber selbst mithelfen, Lebensmittel im All zu züchten.

Ob der Starttermin einzuhalten ist, beziehungsweise ob es die Aurora Space Station in dieser Form tatsächlich geben wird, bleibt unklar. Zum Jahresanfang suchte das Start-up die Unterstützung der Crowd, um das Projekt weiter voranzutreiben. Fundingziel: 2 Millionen Dollar. Von der Crowd gab’s allerdings nur gut ein Zehntel davon.

The Gateway – Luxusurlaub und -wohnungen im Weltraum

Ein weiteres ambitioniertes Projekt wird von der Gateway Foundation vorangetrieben. Diese möchte ebenfalls eine Raumstation für Touristen öffnen. Dieses Raumschiff, das den Namen “Von Braun Station” trägt, lässt die Aurora Space Station allerdings wie ein kleines Fischerboot aussehen. Bis zu 400 Personen sollen hier Platz finden. Neben der Crew und den erwarteten Touristen soll die Von Braun Station außerdem Forschungslabore beinhalten. Sogar Privatwohnungen soll es geben! Und das bereits im Jahre 2025.

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Bis zu 400 Personen sollen auf der Von Braun Station Platz finden. (Foto: Gateway Foundation)

Besonders an der Designer-Raumstation ist, dass dank künstlich erzeugter Schwerkraft ein relativ normaler Aufenthalt möglich gemacht werden soll. “Relativ” deshalb, weil die Schwerkraft auf der Raumstation gerade mal ein Sechstel der irdischen Schwerkraft betragen wird. Das wiederum ermöglicht gleich eine ganze Palette an neuen Weisen, sich zu beschäftigen. Angedacht ist zum Beispiel ein Basketballspiel, bei dem die Teilnehmer an den Wänden entlangrennen können.

Ausgesprochenes Ziel der Gateway Foundation ist es, auch normale Menschen ins Weltall zu bringen.

Eine Reise ins All soll nicht nur den Superreichen vorbehalten sein, sondern ist schlicht ein weiteres mögliches Urlaubsziel. Das bleibt zunächst aber wirklich noch Zukunftsmusik. Zu Beginn wird ein Trip zur Von Braun Station wohl eine ordentliche Stange Geld kosten. Wie viel genau, das steht noch nicht fest.

#2 Satelliten vom Fließband und Steppenläufer auf dem Mars

Nicht nur Touristen sollen von der New-Space-Welle profitieren. Für viele Bereiche der Forschung ist der Weltraum seit Langem höchst interessant. Und dabei geht es nicht nur um das Erforschen fremder Planeten – sondern zum Beispiel auch um irdische Belange.

Berlin Space Technologies – Satelliten vom Fließband

Ein Unternehmen aus Berlin mischt ganz vorne mit, wenn es um Satelliten geht. Mit Satelliten sind allerdings nicht die riesigen Bauten gemeint, die man im Regelfall vor Augen hat, wenn der Begriff fällt. Die Satelliten des Berliner Start-ups sind ungefähr so groß wie ein Schuhkarton. Und gerade das macht sie für viele Forschungseinrichtungen und Unternehmen besonders interessant. Denn ein “normaler” Satellit kostet nicht gerade wenig – bis in die Milliarden geht der Preis hier. Die Mini-Satelliten hingegen kosten pro Stück gerade einmal läppische 5 Millionen Euro.

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Und so sehen die Mini Satelliten des Berliner Start-ups aus. (Screenshot: Berlin Space Technologies)

Ein weiterer Vorteil der Mini-Satelliten von Berlin Space Technologies besteht darin, dass sie deutlich näher an der Erdoberfläche schweben. Das macht es möglich, diese genauer zu erfassen. Und das wiederum ist gleich für eine Vielzahl von Unternehmen interessant, beispielsweise dann, wenn Geo-Daten möglichst genau erfasst werden sollen.

Wenn alles nach Plan läuft, produziert das Berliner Start-up schon bald Satelliten en masse. Dafür wird derzeit an einer Fabrik in Indien gebaut, in der Satelliten vom Fließband laufen sollen.

Tumbleweed – Selbstläufer auf dem Mars

Die Bevölkerung des Weltraums ist seit Jahren ein heißes Thema. Erste Kolonien soll es beispielsweise auf dem Mond und auf dem Mars geben. Bevor das möglich ist, werden jedoch noch eine Menge Daten und Informationen benötigt. Leichter gesagt als getan – bislang stellt die Fortbewegung auf dem Mars noch eine große Herausforderung dar, sodass das Sammeln der relevanten Daten eine extrem lange Zeit in Anspruch nimmt. Das könnte sich jedoch bald ändern, zumindest wenn es nach dem Gründerteam hinter Tumbleweed geht.

Tumbleweed, das sind die zu Deutsch “Steppenläufer” genannten Sträucherballen, die man wohl am besten aus alten Western-Filmen kennt. Dort rollen sie, vom Wind getrieben, durch die Wüste. Dasselbe Prinzip machen sich die Österreicher zunutze. Auf dem Mars wehen nämlich starke Winde, die mit bis zu 360 Stundenkilometern über die Oberfläche jagen.

Das österreichische Start-up hat einen Marsrover entwickelt, der von diesen Winden herumgerollt wird – eben wie ein Steppenläufer – und dabei die gewünschten Daten auf einem größeren Gebiet sammelt.

Außerdem kann das Gerät auffällige und relevante Daten von weniger Interessantem unterscheiden und übermittelt so genau die Daten, die auch wirklich gewünscht sind.

Der Weltraum ist für alle da

Anhand der vorgestellten Geschäftsideen wird deutlich, dass Leben und intensives Forschen im Weltall nur noch eine Frage der Zeit sind. Wir sind gespannt, wann die Ideen in die Tat umgesetzt werden und halten euch hierfür auf dem Laufenden!

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