Innovative Verpackungen: Wir stellen drei Vorreiter vor



Egal welches Produkt ihr produziert oder vertreibt, ihr müsst euch höchstwahrscheinlich mit der Frage beschäftigen: Wie verpacke ich das am besten? In diese Entscheidung fließen letztlich diverse Faktoren mit ein. Soll die Verpackung zum Beispiel biologisch abbaubar sein? Welches Material eignet sich für das Produkt am besten? Wir stellen euch drei Geschäftsideen rund ums Thema Verpackungen vor, die vielleicht auch für euer Start-up interessant sind.

Das neue Verpackungsgesetz

Seit dem 1.1.2019 ist das neue Verpackungsgesetz (VerpackG) in Deutschland in Kraft. Dieses regelt unter anderem die Entsorgung und die Beteiligung an den Kosten derselben neu. So sind vor allem die “Erstinverkehrbringer”, also Hersteller und Händler, stärker miteinbezogen.

Noch immer halten sich jedoch viele Unternehmen nicht an die neuen Vorgaben. Ende Juni ließ die neu eingerichtete Zentrale Stelle Verpackungsregister (ZSVR) verlauten, dass sie bereits über 2.000 Verstöße gegen das VerpackG verzeichnet und entsprechend weitergeleitet habe. Noch immer gebe es erschreckend viele Unternehmen, die ihre Pflichten nicht kennen beziehungsweise diese schlicht missachten würden.

Geschäftsideen rund um Verpackungen

Aber welche Verpackung ist denn nun die richtige für euch? Das lässt sich pauschal natürlich nicht so leicht beantworten. Zur Reduzierung des Plastikmülls könnt ihr als Erstinverkehrbringer jedoch aktiv beitragen, zum Beispiel, in dem ihr auf biologisch abbaubares Verpackungsmaterial umschwenkt.

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Die korrekte Entsorgung von Verpackungen, gerade von Plastikmüll, soll durch das VerpackG gefördert werden. (Foto: piktochart)

Hier habt ihr gleich eine Reihe von Möglichkeiten.

JuteBox: Biologisch abbaubare Thermoverpackung

Das Unternehmen kompackt61 hat sich auf nachhaltige Thermoverpackungen spezialisiert. Anstatt Styropor wird in diesem Fall Jute als Grundstoff hergezogen. Möglich machen das die wärmeisolierenden Eigenschaften des Werkstoffs. Diese halten mit denen der herkömmlichen Thermoverpackungen – also in erster Linie Styropor – gut mit.

Ein großer Vorteil der JuteBox liegt außerdem in der leichten Entsorgung. Anders als anderes Dämm- und Isoliermaterial lässt sich die JuteBox nämlich komplett im Biomüll entsorgen – oder alternativ selbst kompostieren. Sowohl der Isolierstoff selbst, also die Jute, als auch die umhüllende Folie sind biologisch abbaubar.

Vorgesehen ist diese Verpackung in erster Linie für das Versenden von Lebensmitteln. Die JuteBox wird standardmäßig in den Größen S und M angeboten und fassen ein Füllvolumen von zehn oder respektive 25 Litern. Auf Anfrage geht das Start-up jedoch auch auf individuelle Verpackungsanforderungen ein.

  • kompackt61 und die JuteBox trefft ihr übrigens auch vom 24. – 26. September in Nürnberg auf der diesjährigen FachPack. Was euch dort erwartet und weshalb sich ein Abstecher auch für euer Unternehmen lohnt, erfahrt ihr in diesem Beitrag.

Ecovative Design: Alleskönner Pilz

Das nächste Unternehmen, das wir euch heute vorstellen, stammt aus den USA und hat seinen Hauptsitz in New York. Ecovative Design fokussiert sich auf die Anwendungsgebiete von Mycel. Bei Mycel handelt es sich um das meist nicht sichtbare Geflecht von Pilzen, fälschlicherweise oft auch als die Wurzeln von Pilzen bezeichnet.

Die einzigartige Beschaffenheit dieses Materials macht es möglich, Mycel in den verschiedensten Anwendungsgebieten einzusetzen, unter anderem als Verpackungsmaterial. Konkret bietet Ecovative Design zum Beispiel sogenannte “Breakaway Corners” an. Dabei handelt es sich um Schutzecken, die das verpackte Produkt so fixieren sollen, dass es beim Transport nicht verrutschen und so eventuell beschädigt werden kann.

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Schlicht und neutral: So sieht die Mycel-Verpackung in Grundform aus. (Foto: Ecovative Design)

Die Anwendungsmöglichkeiten von Mycel beschränken sich jedoch nicht auf Verpackungen. Das junge Unternehmen stellt daraus zum Beispiel auch Kleidungsstücke her. Auch als Nahrungsmittel ist das Mycel verwendbar. Derzeit arbeitet Ecovative Design an einem Bacon-Ersatz, der Königsdisziplin der Fleischersatz-Produkte.

Vorteile von Mycel als Werkstoff sind somit klar erkennbar: Es lässt sich für die unterschiedlichsten Anwendungsgebiete nutzen, es kann schnell und nachhaltig produziert werden, ist umweltschonend und zu 100 Prozent biologisch abbaubar. Ein echter Alleskönner also.

FKuR: Biologisch abbaubare Bio-Kunststoffe

Auch wenn das in den Medien oftmals so dargestellt wird, ist Kunststoff nicht unbedingt schlecht. Ein gutes Beispiel dafür sind die Bio-Flex-Produkte von FKuR. Das Unternehmen mit Schwerpunkt auf Bio-Kunststoffen hat eine Vielfalt verschiedener Produkte im Portfolio.

Dazu gehören neben diversen Verpackungslösungen wie zum Beispiel Tragetaschen, Abfallbeutel und Verpackungsschalen auch Agrarfolien. Zu unterschieden sind verschiedene Typen der Bio-Flex-Kunststoffe. Einige, aber nicht alle, können bequem zu Hause im Garten kompostiert werden, andere dagegen in industriellen Kompostieranlagen.

Besonders an den Bio-Flex Kunststoffen ist, dass sie aus erneuerbaren Ressourcen hergestellt werden, beispielsweise aus Mais oder Zuckerrohr.

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