Arbeitsschutz Hitze im Büro: 7 einfache Tipps, die sofort für Abkühlung sorgen

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In Deutschland ist die erste große Hitzewelle für dieses Jahr angekommen: Temperaturen von bis zu 37 Grad sind möglich. Wir haben 7 Tipps für schnelle Abkühlung gesammelt.

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Kühle Getränke können im Büro schnell für Erfrischung sorgen. Bei Hitze gilt jedoch: Wasser oder ungesüßter Tee sind die bessere Wahl. Bild: Milada Vigerova / Pexels.

#1 Kühle Handgelenke und Nacken: der schnellste Sofort-Trick

Das Kühlen von Handgelenken und Nacken ist ein sehr schneller Weg zur Abkühlung des ganzen Körpers, wenn es im Büro richtig heiß ist. Darum besorgt euch und euren Mitarbeitern Kühlarmbänder, kleine Handtücher oder Halstücher. Diese kühlt ihr im Kühlschrank auf eine angenehme Temperatur runter oder durchfeuchtet sie mit kaltem Wasser.

Legt sie auf und ihr werdet feststellen, dass euch diese Variante sehr schnell Erleichterung verschafft. Achtet bei der Abkühlung am Hals aber darauf, dass ihr oder eure Mitarbeiter nicht zusätzlich in der Zugluft oder zu nah am Ventilator bzw. der Klimaanlage sitzt, da es sonst zu Verspannungen und Verkühlungen kommen kann. Außerdem werden die Schleimhäute ausgetrocknet, Viren und Bakterien haben dann leichtes Spiel.

#2 Eis – geht immer

Aus dem Kühlschrank kommen nicht nur Kühlarmbänder, sondern auch Eis. Ein Eis hebt die Stimmung. Als dauerhafte Strategie gegen Hitze reicht es aber nicht. Besser sind Wasser, ungesüßte Tees, Schorlen und wasserreiches Obst.

Und wer auch bei hohen Temperaturen nicht auf seinen Kaffee verzichten möchte, kann beides miteinander verbinden, ohne ins Schwitzen zu kommen.

Tipp der Redaktion:

Affogato im Büro-Stil – besorgt euch Vanilleeis am Stiel und wenn ihr euren nächsten Kaffee gekocht habt, benutzt das Eis am Stiel zum Umrühren. So versüßt und kühlt ihr euren Kaffee und sorgt für mehr Genuss in eurer Kaffeepause.

#3 Richtig trinken: warum eiskalte Getränke nicht immer ideal sind

Wenn die Hitze am Arbeitsplatz auch mit Ventilatoren nur noch begrenzt reduziert werden kann, dann solltet ihr auf jeden Fall und ganz dringend dafür sorgen, dass eure Mitarbeiter ausreichend und richtig trinken.

Richtig trinken heißt: Stellt ihnen Mineralwasser, Schorlen und ungesüßte Tees zur Verfügung. Bitte achtet auch darauf, dass die Getränke nicht aus dem Tiefkühler kommen, sondern eher Raumtemperatur haben. Das klingt erst einmal widersprüchlich, aber bei hohen Außentemperaturen ist es sinnvoller, lauwarme Getränke zu sich zu nehmen, denn sonst produziert der Körper noch mehr Wärme, um die kalten Drinks auf die eigene Betriebstemperatur zu bringen.

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Weiterhin ist regelmäßiges Trinken von kleineren Mengen für den Leistungserhalt besser, als alle zwei Stunden einen Liter zu sich zu nehmen.

So wird das Trinken nicht vergessen

  • Wasser sichtbar platzieren: Karaffen auf Meetingtischen, Flaschen am Arbeitsplatz.
  • Trinkpausen aktiv erinnern, etwa vor Meetings.
  • Kaffee nicht verbieten, aber nicht als Flüssigkeitsersatz verkaufen.
  • Obst und Gemüse als "Wasserlieferanten" stärker hervorheben: Melone, Gurke, Tomaten, Beeren.

#4 Morgens lüften, mittags abdunkeln: der einfache Büro-Rhythmus

Viele Büros heizen sich schon am Vormittag auf. Deshalb sollte morgens gelüftet werden, solange die Luft draußen noch kühler ist. Am besten kurz und kräftig mit Durchzug. Sobald die Außentemperatur steigt, bleiben die Fenster geschlossen.

Danach gilt: Sonne draußen halten. Jalousien, Rollos oder Vorhänge sollten früh geschlossen werden und nicht erst, wenn der Raum schon heiß ist. Auch unnötige Geräte wie Drucker, Lampen oder zweite Monitore sollten ausgeschaltet werden. Das spart Strom und verhindert zusätzliche Wärme im Büro.

#5 Ventilator richtig nutzen: Abkühlung ohne Zugluft

Ein Ventilator kann heiße Büros erträglicher machen. Er sollte aber nicht dauerhaft direkt auf Gesicht, Nacken oder Rücken gerichtet sein. Das kann zu trockenen Augen, Verspannungen oder Kopfschmerzen führen.

Besser ist es, die Luft im Raum leicht in Bewegung zu bringen. Besonders sinnvoll ist der Ventilator morgens oder abends am Fenster, wenn kühlere Luft hereinkommt. Am Mittag verteilt er sonst oft nur warme Luft. Dann hilft er am meisten in Kombination mit geschlossenen Fenstern und heruntergelassenem Sonnenschutz.

Bei starker Hitze hilft jedoch nur noch die Klimaanlage. Sie lässt sich unter bestimmten Bedingungen als Betriebsausgabe steuerlich absetzen.

#6 Dresscode lockern: seriös bleiben, weniger schwitzen

Helle Farben, lockere Schnitte und atmungsaktive Stoffe helfen mehr als der nächste Ventilator. Leinen, dünne Baumwolle oder leichte Mischgewebe sind oft angenehmer als enge synthetische Kleidung. Wichtig bleibt: Das Outfit muss zum Job, zum Kundenkontakt und zur Unternehmenskultur passen.

Bei Start-ups ist die Kleiderordnung prinzipiell oft etwas legerer, aber solltet ihr in einem Bereich tätig sein, der Anzug- oder Kostümpflicht mit sich bringt, dann geht auf eure Mitarbeiter zu und lockert die Pflicht an besonders heißen Tagen etwas. Schon der Verzicht auf Krawatte und das Ablegen des Blazers kann da Wunder wirken.

Tipp: Wer unsicher ist, mit dieser Faustregel könnt ihr fast nichts falsch machen: Nackte Haut sollte im Sommer nur im Gesicht- und Halsbereich und außerdem vom Ellenbogen und Knie abwärts sichtbar sein. Bei Männern sollte der Schuh immer geschlossen und bei Frauen maximal die Ferse, wenn sie gepflegt ist, zu sehen sein.

#7 Gleitzeit einführen und Meetings verschieben

Bei Hitze sind die frühen Stunden oft die produktivsten. Wer kann, sollte deshalb früher anfangen und wichtige Aufgaben in den Vormittag legen. Gleitzeit hilft dabei: Mitarbeiter können starten, wenn Büro, Wohnung oder Arbeitsweg noch kühler sind. Das entlastet den Kreislauf und verhindert, dass konzentrierte Arbeit ausgerechnet in die heißeste Phase des Tages fällt.

Auch Meetings sollten bei großer Hitze nicht unnötig am Nachmittag stattfinden. Dann sind viele Räume bereits aufgeheizt, die Konzentration sinkt und Diskussionen werden zäher. Besser sind kurze Abstimmungen am Morgen oder digitale Updates statt langer Besprechungen. Was nicht dringend ist, kann warten. Das schützt die Leistungsfähigkeit und spart dem Team an heißen Tagen viel Energie.

Wenn Gleitzeit nicht geht, dann ordnet regelmäßige Pausen von mindestens 10 Minuten an, damit eure Mitarbeiter trinken, lüften und durchatmen können.

Manchmal ist Homeoffice die beste Abkühlung. Aber nur, wenn die Wohnung wirklich kühler ist als das Büro. Dachgeschoss ohne Sonnenschutz kann belastender sein als ein verschatteter Arbeitsplatz im Unternehmen.

Hitzefrei: Ab wann muss der Arbeitgeber handeln?

Grundsätzlich haben Mitarbeiter kein Anrecht auf Hitzefrei, es sei denn, die Lufttemperatur knackt die 35-Grad-Marke und ihr habt keinen entsprechenden Schutz im arbeitsrechtlichen Sinne.

Wichtig für Arbeitgeber: Ab bestimmten Temperaturen gelten besondere Pflichten. Welche Regeln bei 26, 30 und 35 Grad greifen, erklären wir ausführlich in unserem Artikel zu den Arbeitgeberpflichten bei Hitze im Büro.

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