Stress abbauen und Burn-Out vorbeugen



Stress ist mittlerweile ein stetiger Begleiter. Den Spruch „was du heute kannst besorgen, verschiebe nicht auf morgen” kennen viele Menschen. Durch Smartphones ist das Internet immer in der Hosentasche und man ist überall erreichbar. Einerseits kann man flexibel mit Freunden und Verwandten in Kontakt bleiben. Anderseits können sich so auch Vorgesetzte oder Kollegen jederzeit melden.

Einen richtigen Feierabend gibt es nur noch selten im Arbeitsalltag. Oftmals verfolgen einen die Sorgen aus der Arbeit in die Freizeit. Insbesondere als Existenzgründer ist ein erholsamer Feierabend anfangs etwas Seltenes. Selbstständige arbeiten häufig sehr viel für ihr Unternehmen. Ihre Nettoarbeitszeit entscheidet über den Erfolg der Firma und somit auch über das Gehalt. Der aktuelle KfW Gründungsmonitor besagt, dass Gründer im Schnitt 48 Stunden pro Woche arbeiten, während Angestellte durchschnittlich bei 38 Stunden liegen. Diese gesteigerten Herausforderungen im Beruf machen allerdings auch vor dem Privatleben nicht Halt. Ebenso in der Partnerschaft und in der Freizeit verlangen Menschen sich immer mehr ab, wollen schneller und besser werden. Dies ist allerdings auch eine besorgniserregende Entwicklung.

Wer über Gebühr arbeitet, riskiert nicht nur sein Sozialleben und seine Gesundheit, sondern arbeitet oft auch ineffizienter. Am 1. Mai berichteten wir bereits einmal über das Thema Arbeitszeit und fragten uns, wie produktiv Überstunden wirklich sind. Dort findet sich auch eine kurze Umfrage zur Arbeitsbelastung – und bisher sagen knapp 50 % der Teilnehmer, dass sie sich häufiger überarbeitet fühlen. Wie sieht es bei Ihnen aus?

Fühlen Sie sich überarbeitet?
Arbeitsbelastung von Gründern und Selbstständigen

Gefahr der psychischen Krankheiten durch Stress

Stress produziert nicht nur Adrenalin und macht uns kurzzeitig produktiver. Er kann auch gefährlich für Körper und Geist werden. Burn-Out ist mittlerweile kein Modebegriff mehr. Vielmehr beschreibt er, dass der Körper ausgebrannt ist und alle Ressourcen verbraucht sind. Schlimmer wird es, wenn Stress zu einer andauernden Depression führt. Die Folge der psychischen Erkrankung ist oftmals Arbeitsunfähigkeit. Eine Studie von Statista stellt fest, dass die durchschnittliche Arbeitsunfähigkeitsdauer aufgrund genannter Gründe zwischen 2006 und 2013 kontinuierlich angestiegen ist; bei Männern sogar noch mehr als bei Frauen. 2013 fielen betroffene Personen im Schnitt insgesamt 34 Tage aus. Die steigende Tendenz zeigt, dass der Stress im Beruf und die Auswirkungen auf die Psyche ernst genommen werden müssen. Dabei ist wichtig, erkennen zu können, wann es sich um eine flüchtige Niedergeschlagenheit handelt und wann eine Depression vorliegt.

Ärzte und Psychiater können Gründe für eine Antriebslosigkeit diagnostizieren. Jedoch fällt es immer noch vielen Menschen schwer, Hilfe aufzusuchen, weil sie glauben, sich zu einer Schwäche zu bekennen. Allerdings ist das Gegenteil der Fall. Laut ergodirekt.de äußert sich eine Niedergeschlagenheit beispielsweise schon im Falle einer Jobkrise. Nach so einem Erlebnis ist es zwar schwer abzusehen, wie lange die Krisenverarbeitung dauert, jedoch gibt es erst einen Grund zur Besorgnis, wenn diese Phase nicht mehr endet.

Sobald Panikattacken oder gar Suizidgedanken den Alltag dominieren, sollte ein Arzt aufgesucht werden. Zuerst klärt der Hausarzt, ob eine körperliche Ursache vorliegt, denn bereits eine Schulddrüsenfehlfunktion kann Depressionen auslösen. Ist dies nicht der Fall, überweist er den Patienten in der Regel an einen Facharzt oder Psychotherapeuten. Soweit muss es allerdings nicht kommen. Es gibt Möglichkeiten, dem vorzubeugen.

Entspannung hilft beim Stressabbau

Wer täglich mehr als acht Stunden arbeitet und immer 100 % Leistung erbringt, hat nur wenig Zeit, sich zu entspannen. Der Körper benötigt aber kleine Ruhepausen, um seine Reserven wieder aufzuladen. Der Schlaf in der Nacht reicht dabei allein nicht aus – zumal dieser bei fehlender Entspannung wahrscheinlich auch eher unruhig ist. Die bewusste Entspannung ist daher ein Ansatz, um den Stress zu reduzieren. FOCUS Online stellt eine Reihe von Übungen vor, die sich hervorragend für eine kurze Pause im Büro eignen.

Darüber gibt es die Möglichkeit des autogenen Trainings. Es wird sogar in der Psychotherapie angewandt. Die Technik beruht auf der Autosuggestion. Dabei geht es darum, das Unterbewusstsein durch Glauben zu trainieren. Die Entspannung wird so zu einem Bestandteil unbewusster Denkprozesse. Dieser Lösungsansatz ist aber nicht die einzige Möglichkeit, den psychischen Erkrankungen durch zu viel Stress vorzubeugen. Nicht zuletzt bleibt der Arbeitsurlaub. Wichtig dabei ist, dass die freien Tage wirklich frei von Arbeit sind und das Geschäftshandy ausgeschaltet bleibt.

Arbeit am Wochenende
67 % aller Teilnehmer, also der Großteil, müssen bedauerlicherweise ein paar Stunden am Wochenende arbeiten. Da hilft nur sportliches Auspowern als Ausgleich.

Mit Sport Stress ausgleichen

Wer viele Stresshormone in sich trägt, sollte sich außerdem mehr bewegen, um diese abzubauen. Stress dient eigentlich der Steigerung von Reaktion und Schnelligkeit, um in einer Gefahrensituation flüchten zu können. So ist es nur logisch, dass durch sportliche Betätigung Stress abgebaut werden kann und der Körper danach ausgeglichen ist. Es reichen bereits kleine Sporteinheiten, wie die Radfahrt zur Arbeit und zurück.

Andreas Tautz von der Deutschen Gesellschaft für Arbeitsmedizin und Umweltmedizin bestätigt dies: die durch das Radfahren abgebauten Stresshormone und Kalorien würden Erkrankungen der Psyche und auch des Herz-Kreislauf-Systems vorbeugen. Aber auch Entspannungssportarten wie Yoga sind tolle Alternativen. Generell gilt, dass jede Bewegung wertvoll ist – egal ob es Mannschaftssport oder Joggen im Park ist.

Zufriedenheit am Arbeitsplatz

Unwohlsein am Arbeitsplatz resultiert ebenfalls häufig aus Stress. Dies kann zur Folge haben, dass Arbeitnehmer sich verstellen oder Überstunden macht, um dem eigenen Druck gerecht zu werden. Dieser Druck entsteht möglicherweise aus den Anforderungen am Arbeitsplatz heraus, kann aber auch von Arbeitnehmer selbst kommen. Dieses Problem erkennt auch das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) und plädiert für eine Förderung des Wohlbefindens am Arbeitsplatz. Der Stress ist damit zwar nicht gänzlich umgangen, aber er lässt sich durch die entspannte Atmosphäre im Büro besser aushalten. Wer zufrieden mit seinem Job ist, ist besser für stressige Situationen gewappnet als unzufriedene Mitarbeiter. Eine Prävention zahle sich für die Unternehmen aus, berichtet das BMG. Denn so könne vielen Fehlzeiten aufgrund von psychischer Erkrankungen entgegengewirkt werden.

Die allgemeine Aufklärung über das Thema sowie die genaue Bobachtung des eigenen Körpers sind Kern der Gesundheit. Wenn die Niedergeschlagenheit trotz guter Arbeitsatmosphäre, Sport und Entspannung nicht vergeht, sollte ein Arzt aufgesucht werden. Häufig ist bereits die Gesprächstherapie ein effektiver Ansatz, der keine Medikamente benötigt.

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