Geschäftsideen rund um den Hund



Der Haustiermarkt boomt, zuletzt wurde er durch Corona nochmals befeuert. Vor allem Hunde sind gefragt wie nie. Das bringt den Start-ups, die sich um die Vierbeiner und ihre Halter kümmern, noch mehr Zulauf. Wir stellen 5 Geschäftsideen für Hund und Herrchen vor.

Tractive – GPS für Vierbeiner

geschaeftsideen hunde
Nie wieder verzweifelt nach dem geliebten Vierbeiner suchen: Mit diesem GPS-Tracker geht kein Hund mehr verloren. (Foto: Tractive)

Wer kennt sie nicht, die Zettel an den Laternenmasten: “Hund entlaufen”, “Katze entlaufen”. Das müsste nicht sein.

Der GPS-Tracker von Tractive ortet Vierbeiner in Echtzeit.

Michael Hurnaus, Michael Tschernuth und Michael Lettner haben das Start-up 2012 gegründet. Längst sind sie Weltmarktführer, haben 400.000 aktiv zahlende Kunden. 50 Euro kostet das Gerät, weitere 50 Euro die jährliche Servicegebühr. Der größte Markt der Österreicher ist Deutschland.

Die Idee für den Tracker hatte Michael Hurnaus, als der Hund eines Freundes entlaufen war. Eine Stunde lang suchten die beiden das Tier. Der Österreicher dachte sich:

Es kann doch nicht wahr sein, dass man nicht auf dem Handy nachsehen kann, wo er ist.

Wenige Wochen später kündigte er seinen Job bei Amazon in den USA, ging zurück in die Heimat, überredete zwei Freunde, mitzumachen – und gründete Tractive. Finanziert hat er die Anfänge und das Wachstum durch ein cleveres Geschäftsmodell: Fast alle Kunden zahlen die Gebühr jährlich im Voraus (weil das günstiger ist als monatliche Raten). Lediglich in den letzten Jahren hat er von befreundeten Investoren ein paar Millionen Euro genommen – etwa, um neue Produkte zu entwickeln.

mydog365 – Hundeschule für jeden Tag

Hündin Luna – Gott hab sie selig – war schuld. Als Eike Adler und Maik Thomas täglich zusammen im Büro saßen, um ihren Verlag für Pokerfreunde voranzutreiben, war sie immer dabei. Doch ihr war langweilig, sie wollte etwas unternehmen. Nur keiner hatte Zeit dafür.

Die beiden Freunde, eh ein bisschen gelangweilt vom Glücksspiel-Geschäft und gewillt, etwas Neues aufzubauen, sattelten kurzerhand um. Sie gründeten zwei Start-ups: die Marketing-Agentur TopDogs Media und mydog365. Letzteres ist eine Online-Hundeschule, die flexibel und individuell genutzt werden kann, immer dann, wenn der Hundehalter Zeit und Muße hat. Außerdem funktioniert die Hundeschule von überall aus.

Als die Oldenburger 2015 an den Start gingen, hatten sie alle Hände voll zu tun, brauchten viele Mitarbeiter und daher auch Kapital. Also gingen sie in die Fernsehshow “Die Höhle der Löwen”. Da der eingefädelte Deal anschließend jedoch platzte, besorgten sie sich ein Darlehen bei der Hausbank. Das reichte, um die Education-App und die Online-Akademie mit mehrwöchigen Workshops zu verschiedenen Themen rund um den Hund weiterzuentwickeln und erfolgreich am Markt zu platzieren. Mittlerweile ist die Online-Hundeschule mydog365 profitabel.

Hunderunde – Hilfe für Hunde in Not

Konsumieren und dabei etwas Gutes tun – das ist das Anliegen des sozialen Start-ups Hunderunde. Das 2019 von Luis Kesten und Fabio Lehnert gegründete Unternehmen aus Troisdorf in der Nähe von Köln verkauft hauptsächlich Armbänder in verschiedenen Designs – jedes ist einer Hunderasse gewidmet. Der Halter eines Terriers ordert etwa ein in braun-beige gehaltenes Armband, der Husky-Besitzer eines in Grau-Blau.

Von den 25 Euro pro Accessoire gehen mindestens fünf Euro an eine Tierschutzorganisation.

Die Initialzündung zu Hunderunde hatte Luis Kesten während einer Rundreise durch Asien. Die vielen abgemagerten, traurigen Straßenhunde taten dem Sohn einer Tierärztin, der sich ein Leben ohne Hund nicht vorstellen kann, leid. Er erzählte seinem Freund Fabio Lehnert, ebenfalls ein Hundeliebhaber, von seinen Eindrücken und seinem Wunsch, die Situation der gebeutelten Vierbeiner zu verbessern. Beide plünderten ihre Sparbücher, die 4.000 Euro reichten für den Aufbau des Start-ups. Bis heute brauchen sie kein weiteres Kapital, Hunderunde ist profitabel. Auch die Entwicklung ihres in Kürze erscheinenden neuen Produkts, ein Fressnapf, haben sie durch ihre Einnahmen gestemmt.

Patzo – tierische Patenschaften

Patzo paten bild
Zu wenig Zeit für einen eigenen Hund und trotzdem tierlieb? Dann ist eine Hundepatenschaft perfekt. (Foto: Patzo)

Wer Hunde liebt, aber keinen Hund haben kann oder darf, etwa weil die Wohnung zu klein ist, die Zeit für eine umfängliche Betreuung nicht ausreicht oder weil die Eltern es nicht erlauben, kann sich seit Kurzem einen leihen: Das Start-up Patzo aus Zellingen in der Nähe von Würzburg ermöglicht Hundefreunden, eine Patenschaft eines Vierbeiners zu übernehmen. Denn auf der anderen Seite gibt es genügend Besitzer, die ihren Hund ab und zu gerne in Obhut geben möchten, weil sie selbst nicht immer genügend Zeit zum Gassigehen haben. Die App matcht beide Parteien.

Die Idee reifte, als Marcel Wittstadt und Felix Kox Anfang 2019 im Rahmen ihres E-Commerce-Studiums ein digitales Geschäftsmodell entwickeln sollten. Im Sommer des gleichen Jahres stieß Alexander Weigand zum Team, gemeinsam brachten sie eine Beta-Version der App heraus. Da der Test gut lief und die Nachfrage groß war, gründeten sie Ende 2019 ihr Start-up mit eigenen Geldmitteln. Kurz später flossen weitere 5.000 Euro durch eine Crowdfunding-Kampagne in die Kasse.

In und um Würzburg ist Patzo bereits fest etabliert, mehr als 1.000 Nutzer sind registriert. In wenigen Wochen wollen die Franken nach Berlin expandieren – und dann nach und nach in andere deutsche Städte.

Kona Cave – Hundebett für Bello

Kristen Geldermann ist Amerikanerin. 16 Jahre lang hat sie für die Modemarke Polo Ralph Lauren gearbeitet. Doch eines Tages stellte sie sich die Sinnfrage, kündigte ihren Job und ging auf Weltreise. Sie strandete in München, verliebte sich und blieb. Aus New York brachte sie lediglich ihren Jack Russell mit nach Bayern – und damit fing Kristen Geldermanns Selbstständigkeit an. Denn während Kona früher im Bett ihrer Besitzerin schlafen durfte, wurde ihr das in ihrem neuen Zuhause untersagt. Folglich brauchte die Hündin ihren eigenen Schlafplatz, ein Hundebett.

Als Kirsten Geldermann nach langer Suche nach einem hochwertigen, stylishen Hundebett nicht fündig wurde, designte sie ein eigenes, zog nach Berlin, gründete ihr Start-up Happy Hanalei und etablierte die Marke Kona Cave.

Mittlerweile hat sie verschiedenste Betten der Luxusklasse im Programm, ferner passende Home-Accessoires wie Sofa-Kissen oder Decken.

Zwei Jahre nach Firmengründung im Jahr 2016 lancierte Kristen Geldermann außerdem die günstigere Zweitmarke Sleepy Fox, um auch Hunden weniger gut betuchter Herrchen ein weiches, schönes Bett zu bieten. In Kürze plant die Unternehmerin, die ihr Start-up komplett aus eigenen Ersparnissen finanziert hat, die Expansion in die USA.

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