Bienen-Leasing + 3 weitere Sieger-Ideen



Jedes Jahr kürt der KfW Award Gründen die innovativsten Start-ups des Landes. Wir stellen vier spannende Geschäftsideen davon vor.

#1 Wildling Shoes: Leichtfüßig unterwegs

Die Kinder von Anna und Ran Yona wachsen natürlich auf: Barfuß erkunden sie das Land rund um die israelische Hafenstadt Haifa. Doch mit dem Umzug nach Deutschland benötigten die Kinder ihre ersten Schuhe. Für das Paar kam gewöhnliches, enges Schuhwerk aber nicht infrage.

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Anna und Ran entwickeln Schuhe, die sich fast so leicht anfühlen, als wärt ihr barfuß unterwegs. (Foto: Thorsten Futh/ KfW)

Daher entwickelten die beiden Wildling Shoes: Diese Schuhe sind extra leicht und bestehen zugleich aus komplett natürlichen Materialien aus nachhaltigem Anbau. Unter fairen Arbeitsbedingungen werden die Schuhe in Portugal produziert.

Werte wie Nachhaltigkeit und ökologoische Verantwortung im Unternehmensalltag konsequent umzusetzen, ist Anna und Ran wichtiger als bloßes Wachstum. Ihnen geht es darum, Wildling Shoes für alle Verbraucher zugänglich zu machen.

  • Wie hat das Gründerpaar die erste Krise bereits zu Beginn der Auslieferung gemeistert? Und warum sind ihre Mitarbeiter im Home Office tätig? Das verraten Ran und Anna in der KfW Story.

#2 UniCaps: Umweltschutz in Kapselform

Der Staatsmann Talleyrand-Périgord soll über das beliebteste Getränk der Deutschen einmal gesagt haben:

Der Kaffee muss heiß sein wie die Hölle, schwarz wie der Teufel, rein wie ein Engel und süß wie die Liebe.

Heutzutage würde er wahrscheinlich auch Nachhaltigkeit mit in seine Liste aufnehmen. Zu Talleyrand-Périgords Zeiten waren Kaffeekapseln aus biologisch und gesundheitlich belastendem Aluminium noch kein Problem. Heute allerdings schon. UniCaps hat eine Lösung entwickelt: biologisch abbaubare Kaffeekapseln. Die Kaspeln von UniCaps bestehen aus Lignin – einem Reststoff der Holz- und Papierverarbeitung sowie aus Glukose und Stärke. Damit sind sie kompostierbar und verrotten innerhalb von 7,5 Monaten.

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Nichts dem Zufall überlassen: Laboranten ermitteln die genaue Füllmenge und Partikelgröße. (Foto: Thorsten Futh/ KfW)

Zwei Jahre hat die Entwicklung für die perfekte Materialzusammensetzung gedauert. Das Unterfangen war deshalb so schwierig, weil das Aroma des Pulvers bei gleichzeitiger ökologischer Verwendbarkeit erhalten bleiben sollte. Auch Tee lässt sich so bedenkenlos genießen. Insgesamt führt UniCaps 16 Tee- und 9 Kaffeesorten. Inzwischen füllen Fremdhersteller ebenfalls bei UniCaps ab und das Start-up expandiert international.

  • Wie hat UniCaps sich auf dem Markt behauptet? Das könnt ihr in diesem Artikel nachlesen.

#3 Boreal Light: Trinkwasser für die Welt

Über zwei Milliarden Menschen haben keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser. Und selbst, wenn Quellen vorhanden sind, so sind diese häufig verschmutzt und das Wasser daraus ist ungenießbar. Unternehmen wie Boreal Light möchten etwas an dieser humanitären Notlage ändern – mit Erfolg. In den sogenannten Wasserkiosken wird Brack- oder Salzwasser aus nahe gelegenen Quellen mit solarbetriebenen Pumpen gefördert und in der Anlage gereinigt.

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Wasserkioske filtern mit solarstrombetriebenen Pumpen ungenießbares Wasser, sodass es trinkbar wird. (Foto: deGUT)

Das saubere Wasser ermöglicht auch den landwirtschaftlichen Anbau in der Nähe. So schafft Boreal Light neue Ressourcen wie Trinkwasser und Nahrung. Geht ein Bauteil des Wasserkiosks kaputt, wird dieses schnellstmöglich und unkompliziert ausgetauscht. Auch auf diesem Wege soll Nachhaltigkeit gewährleistet werden. Bei Anlagen von anderen Anbietern ist ein unkomplizierter Austausch von defekten Teilen oft nicht möglich.

  • In welchen Regionen der Welt befinden sich bereits Wasserkioske und welches Ziel haben die Gründer für die nahe Zukunft? Das erfahrt ihr in der KfW Story.

#4 Bee-Rent: Bienen zum Leasen

Weltweit geht die Zahl der Bienenpopulation stark zurück. Ein bedenklicher Zustand, da Bienen für das ökologische Gleichgewicht von immenser Bedeutung sind. Bei Bee-Rent könnt ihr Bienenstöcke mieten, die von professionellen Imkern gepflegt werden. Das lohnt sich für beide Seiten: Ihr setzt euch als Unternehmen für die Bienen ein und die Honigernte kommt euch zugute. Das können in ertragreichen Zeiten bis zu 30 Kilo sein. Die Imker sind ausgelastet, da nur die wenigsten von einer eigenen Zucht leben können.

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Bee-Rent vermietet Bienenvölker an Kunden. Die Mietdauer muss zur Schonung des Bienenvolkes mindestens 2 Jahre betragen. (Foto: Julia Steinigeweg/ KfW)

Die Bienenvölker werden schonend an den jeweiligen Standorten der Kunden angesiedelt. Dabei achtet der Geschäftsführer von Bee-Rent darauf, dass die Bienen artgerecht gehalten werden. So tun Unternehmen nicht nur etwas Gutes für die Umwelt, sie haben als Belohnung auch noch etwas Gesundes zum Schlemmen.

  • Wie aus dem Hobby mit der Imkerei ein Geschäft wurde, schildert Bee-Rent-Gründer Dieter Schimanski in diesem Artikel.

Beim KfW Award Gründen bewerben

Der KfW Award Gründen beschränkt sich nicht auf einzelne Branchen, alle Start-ups mit Sitz in Deutschland können sich bewerben. Es gibt zahlreiche Preise zu gewinnen, der Bundessieger kann sich unter anderem über 9.000 Euro Preisgeld freuen. Erfahrt auf der KfW-Website mehr über den Award und lest weitere spannende Stories erfolgreicher Unternehmen.

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