TSE-Pflicht für Kassensysteme: Was Unternehmer jetzt wissen müssen

Die technische Sicherheitseinrichtung (TSE) ist Pflicht für alle elektronischen Kassensysteme. Sie sorgt dafür, dass alle Kassenvorgänge fälschungssicher aufgezeichnet und gespeichert werden.

Wir zeigen, was hinter der TSE-Pflicht steckt, welche Ausnahmen es gibt und aus welchen Lösungen Unternehmen wählen können.

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Diana ist gelernte Hauswirtschafterin und Verkäuferin und gründete nach ihrem BWL-Studium ein eigenes Unternehmen. Während dieser Zeit machte sie viele Gründungsfehler. Als Redakteurin und System-Testerin bei Für-Gründer.de bewahrt sie Selbstständige vor teuren Fehlern.

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Das Wichtigste auf einen Blick
  • Seit 2020 muss jedes Kassensystem eine technische Sicherheitseinrichtung (TSE) enthalten.
  • TSEs gibt es als physische Geräte (z. B. USB-Stick oder SD-Karte) oder als Cloud-Lösungen über das Internet.
  • Obwohl TSE-Zertifikate bis zu 8 Jahre gültig sind, muss nach 5 Jahren eine erneute Zertifizierung der TSE erfolgen.
  • Die TSE vergibt für jeden Kassiervorgang eine Signatur, einen Zeitstempel und eine fortlaufende Nummer.
  • Alle Vorgänge werden unveränderbar gespeichert und können im Prüfungsfall exportiert werden.

  | Was ist eine technische Sicherheitseinrichtung (TSE)?

Eine technische Sicherheitseinrichtung (kurz: TSE) ist ein Sicherheitsmodul für elektronische Aufzeichnungssysteme für Kassensysteme oder Taxameter. Die TSE sorgt dafür, dass alle Geschäftsvorfälle lückenlos aufgezeichnet, signiert und manipulationssicher gespeichert werden.

Kassensystem mit Bargeldlade und Hardware-TSE
Die technische Sicherheitseinrichtung (TSE) schützt Kassendaten vor nachträglicher Manipulation. Quelle: OpenAI

Seit 2020 gilt die sogenannte TSE-Pflicht für E-Kassen. Die Grundlage bildet die Kassensicherungsverordnung (KassenSichV) in Verbindung mit § 146a Abgabenordnung. Die TSE-Pflicht ist nur eine von mehreren Maßnahmen, um die Manipulation von Kassensystemen und anderen Aufzeichnungssystemen zu verhindern und so Steuerhinterziehung zu bekämpfen.

Was ist eine TSE? Arten und Unterschiede einfach erklärt

  | Wie funktioniert eine TSE?

Beim Verkaufsvorgang sendet das Kassensystem die Belegdaten an die technische Sicherheitseinrichtung. Die TSE vergibt eine fortlaufende Transaktionsnummer, einen Zeitstempel und erstellt eine digitale Signatur.

Wenn der Kunde bezahlt, wird der Datensatz im vorgeschriebenen Format auf der TSE gespeichert.

Funktionsweise der TSE
Beim Verkaufsvorgang sendet die Kasse die Belegdaten an die TSE. Diese speichert die Kassendaten im einheitlichen Format und signiert den Beleg manipulationssicher.

Auf dem Kassenbon erscheinen bestimmte Pflichtangaben aus der TSE, zum Beispiel:

  • TSE-Seriennummer
  • Transaktionsnummer
  • Zeitstempel
  • Prüfwert (Signatur)

Auf diese Weise ist nachweisbar, dass der Beleg echt und unverändert ist.

Beispiel einer Belegausgabe mit TSE-Signatur

Eine Kundin bestellt im Café einen Cappuccino für 3,50 €. Der Besitzer wählt das Produkt im Kassensystem aus und erstellt einen Bon. Die Kasse meldet den Vorgang der TSE.

Der Bezahlvorgang wird abgeschlossen und die Kundin erhält einen Beleg mit zusätzlichen TSE-Angaben:

  • Transaktionsnummer: 00012345
  • Zeitstempel: 2025-11-02 10:01
  • Signaturwert: ABF-CAI-94E-12C
  • TSE-Seriennummer: TSE-123456790

Diese Daten werden auf der TSE unveränderbar gespeichert.

  | Komponenten der TSE

Eine TSE besteht aus drei Komponenten: Einem Speichermedium, der digitalen Schnittstelle (DSFinV-K) und dem Sicherheitsmodul.

Speichermedium

Das Speichermedium dient zur gesicherten Aufbewahrung aller aufzeichnungs- und signaturpflichtigen Vorgänge. Auf dem Medium werden die von der Kasse erzeugten Einzelaufzeichnungen, TSE-Signaturen und Transaktionsdaten gespeichert.

Je nach Art der TSE kann das Speichermedium ein Server (Software-TSE) oder ein USB-Stick bzw. eine SD-Karte (Hardware-TSE) sein.

Digitale Schnittstelle (DSFinV-K)

Die digitale Schnittstelle der Finanzverwaltung für Kassensysteme (DSFinV-K) ein standardisiertes Datenformat, das jede TSE enthalten muss.

Sie regelt, wie TSE-Daten strukturiert und exportiert werden müssen, damit die Finanzverwaltung sie einheitlich auswerten kann. Dadurch kann das Finanzamt im Fall der Kassennachschau die Kassendaten auslesen.

Sicherheitsmodul

Das Sicherheitsmodul ist der „Kern“ der TSE. Es sorgt dafür, dass jede Transaktion in der Kasse kryptografisch signiert wird, um Manipulationen zu verhindern.

Für jede Transaktion vergibt das Modul eine fälschungssichere Signatur. Dadurch stellt es sicher, dass nachträgliche Änderungen sofort erkennbar wären.

Das Modul wird vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) zertifiziert und gewährleistet die Integrität und Nachvollziehbarkeit der Kassendaten.

  | TSE-Arten im Überblick

Auf dem Markt gibt es zwei verschiedene Arten von technischen Sicherheitseinrichtungen:

Hardware-TSE

Eine Hardware-TSE ist eine physische Komponente, die direkt an der Kasse oder am Bondrucker angesteckt bzw. darin verbaut ist.

Bei der Hardware-TSE kann es sich um einen USB-Stick, eine SD-Karte oder eine MicroSD-Karte handeln.

Der Vorteil der Hardware-TSE ist, dass sie lokal und ohne Internet funktioniert. Allerdings ist der Speicher begrenzt. Wartung und Austausch müssen vor Ort vorgenommen werden, oft durch Service-Mitarbeiter des Anbieters.

Vor- und Nachteile Hardware-TSE
Die Hardware-TSE funktioniert zwar zuverlässig ohne Internetanbindung. Allerdings bietet sie mehr Nach- als Vorteile.
  • Speichert Kassendaten ohne Internetzugang
  • Begrenzter Speicherplatz
  • Für Wartung und Austausch sind oft Dritte notwendig

Software-TSE

Eine Cloud- oder Software-TSE ist keine Hardware, die an der Kasse steckt. Sie ist ein digitaler Sicherheitsdienst, der auf sicheren Servern im Internet läuft. Diese Server sind vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik geprüft und zertifiziert.

Die Kasse ist mit diesem Dienst online verbunden und schickt alle Kassenvorgänge dorthin, damit sie dort fälschungssicher gespeichert und signiert werden.

Auch Wartung sowie Updates des Zertifikats werden zentral vom Anbieter gepflegt.

Vor- und Nachteile Software-TSE
Die Software-TSE bedeutet den geringsten Aufwand für Kassenbesitzer, da sich der Anbieter um Updates und neue Zertifikate kümmert.
  • Wartung und Updates werden vom Anbieter ausgeführt
  • Keine Hardware notwendig
  • (Theoretisch) unbegrenzter Speicherplatz
  • Schnelle Einrichtung
  • Stabile Internetverbindung notwendig

  | Wer braucht eine TSE?

Jedes elektronische Aufzeichnungssystem muss eine technische Sicherheitseinrichtung (TSE) enthalten.

Dazu gehören zum Beispiel:

  • Kassensoftware für den Browser und als App (z. B. ready2order oder SumUp)
  • Elektronische Registrierkassen
  • Kassen mit Waage
  • ERP-Systeme und Handwerker-Software mit Kassenfunktion
  • Taxameter und Wegstreckenzähler

Wann ist eine TSE nicht notwendig?

Wer kein elektronisches Kassensystem, Taxameter oder Wegstreckenzähler einsetzt, fällt nicht unter die TSE-Pflicht.

Das ist zum Beispiel der Fall, wenn Unternehmer für Kassiervorgänge lediglich eine offene Ladenkasse (z. B. Geldkassette) einsetzen oder nur bargeldlose Zahlungsmittel akzeptieren, etwa mit einer Payment-Lösung.

Wie die TSE-Pflicht in der Praxis aussieht und für wen sie gilt (und für wen nicht), zeigen die folgenden Praxisbeispiele.

Beispiel #1 Handwerksbetrieb

Das Handwerksunternehmen Müller-Bau GmbH stellt Rechnungen aus und bietet als optionale Zahlungslösung Kartenzahlungen beim Kunden vor Ort an.

Da die Gesellschaft kein Kassensystem einsetzt, sondern lediglich eine Handwerker-Software ohne Kassenfunktion und mobile Zahlungen anbietet, besteht keine TSE-Pflicht.

Beispiel #2 Foodtruck

Elisa betreibt einen Foodtruck für Schoko-Früchte. Sie nimmt nur Bargeldzahlungen mit ihrer Bargeldkassette an. Da (bisher) keine Registrierkassenpflicht in Deutschland besteht und sie kein Kassensystem nutzt, muss sie keine TSE einsetzen.

Laut Kassensicherungsverordnung (KassenSichV) sind zudem folgende Systeme von der TSE-Pflicht ausgenommen, da sie nicht zu den elektronischen Kassensystemen zählen:

  • Fahrscheinautomaten
  • Parkschein- und Kassenautomaten
  • Elektronische Buchhaltungsprogramme (ohne Kassenfunktion)
  • Geldautomaten
  • Spielautomaten
Tipp

Verbundgeräte wie mobile Kartenlesegeräte, die an ein Kassensystem angeschlossen sind, müssen keine eigene TSE enthalten. Allerdings muss jede Betriebsstelle (Filiale) jeweils eine TSE haben.

  | Zertifizierung der TSE

Jede technische Sicherheitseinrichtung muss vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) zertifiziert werden.

Diese Zertifizierung stellt sicher, dass die TSE alle gesetzlichen und technischen Anforderungen erfüllt, um Kassendaten fälschungssicher und nachvollziehbar aufzuzeichnen.

Laufzeit des TSE-Zertifikats

Das BSI zertifiziert technische Sicherheitseinrichtungen für bis zu 8 Jahre. Allerdings wird alle 5 Jahre überprüft, ob die laufenden Zertifikate noch den aktuellen rechtlichen Standards entsprechen.

Die meisten TSE-Hersteller lassen daher ihre technischen Sicherheitseinrichtungen (egal ob Cloud- oder Hardware-TSE) daher bereits nach 5 Jahren rezertifizieren.

Austauschen der TSE

Läuft das TSE-Zertifikat ab, muss die TSE ausgetauscht werden. Bei Hardware-TSEs muss dieser Prozess manuell durchgeführt werden, entweder vom Kassenbesitzer (Unternehmer) oder vom Hersteller. Letzteres ist unvermeidbar, wenn die TSE fest im Kassensystem verbaut ist.

Bei Cloud- bzw. Software-TSEs nimmt der Kassensystem-Anbieter entsprechende Updates vor. Der Wechsel findet automatisch statt.

Wichtig ist: Sobald eine neue TSE eingesetzt wird (egal ob aus der Cloud oder Hardware), muss die neue TSE beim Finanzamt gemeldet werden. Wie das genau funktioniert, zeigt unser Ratgeber zur Meldepflicht.

  | Häufige Fragen

Was genau ist TSE?

Die technische Sicherheitseinrichtung (TSE) ist ein Sicherheitsmodul, das jede elektronische Kasse in Deutschland enthalten muss. Das Modul zeichnet jede Transaktion manipulationssicher auf. Dazu versieht sie jeden Kassiervorgang, Storno oder Trainingsbon mit einer digitalen Signatur, die nachträgliche Änderungen erkennbar macht. Die TSE speichert Kassendaten unveränderbar in einem einheitlichen Format, das der Finanzbehörde im Falle einer Prüfung in standardisierter Form über die DSFinV-K-Schnittstelle zur Verfügung steht.

Für wen ist die TSE Pflicht?

Die TSE-Pflicht gilt für alle Unternehmer in Deutschland, die ein elektronisches Aufzeichnungssystem einsetzen. Dazu gehören Kassensoftwares für den Browser und als App für Smartphone und Tablet, elektronische Registrierkassen, ERP-Systeme mit Kassenfunktion, Wegstreckenzähler und Taxameter. Die Pflicht betrifft somit Restaurants, Einzelhändler, Friseure, Handwerksbetriebe, Apotheken und viele weitere Branchen mit Barumsatz.

Ist eine TSE gesetzlich vorgeschrieben?

Seitdem 1. Januar 2020 schreibt die Kassensicherungsverordnung (KassenSichV) vor, dass alle elektronischen Registrierkassen und Kassensysteme in Deutschland mit einer zertifizierten TSE ausgestattet sein müssen. Nur so gelten Kassenaufzeichnungen als ordnungsgemäß und revisionssicher.

Was passiert, wenn meine Kasse keine TSE hat?

Dann gilt ein Kassensystem als nicht gesetzeskonform. Das kann bei einer Betriebsprüfung oder Kassennachschau zu Bußgeldern führen. Zudem kann das Finanzamt die Buchführung verwerfen, wenn die Manipulationssicherheit nicht gewährleistet ist.

Muss ich die TSE selbst austauschen oder warten?

Bei Schäden, vollem Speicher oder abgelaufenem Zertifikat ist es notwendig, die Hardware-TSE auszutauschen. Das kann auch der Hersteller übernehmen. Bei Cloud-Kassensystemen ist das nicht notwendig, da sich der Anbieter um Updates kümmert.

Wie erkenne ich, ob die TSE noch gültig ist?

Wo das Ablaufdatum der Lizenz ersichtlich ist, kann von Kassensystem zu Kassensystem unterschiedlich sein. Zum Beispiel innerhalb der Software (Abschnitt mit TSE) oder auf dem Beleg. Ist der Hersteller bekannt (zum Beispiel fiskaly oder EPSON), kann die Lizenzierung auch auf der Homepage des Bundesministeriums für Sicherheit in der Informationstechnik nachgeschlagen werden.

Wie viel kostet eine TSE?

Eine Hardware-TSE kostet ca. 250 € einmalig, alle 3 bis 5 Jahre. Für Software- oder Cloud-TSEs fallen laufende Gebühren von 10 € bis 15 € pro Monat je nach Anbieter an. Im Preis sind bereits alle Kassen und Verbundsysteme je Betriebsstätte enthalten.

Kann man die TSE-Pflicht umgehen?

Die TSE-Pflicht lässt sich nur umgehen, wenn man auf ein elektronisches Kassensystem verzichtet und stattdessen lediglich eine offene Ladenkasse, eine Kartenzahlungslösung oder einen Kassen- bzw. Bezahlautomaten fürs Parkhaus, Kino oder die Kommune nutzt. Wer ein elektronisches Aufzeichnungssystem, etwa eine Kassensoftware, -App oder eine Registrierkasse nutzt, ist zum Einsatz der TSE verpflichtet.

  | Unser Fazit

Die technische Sicherheitseinrichtung (TSE) wurde eingeführt, um Transparenz, Nachvollziehbarkeit und Manipulationsschutz im täglichen Zahlungsverkehr zu gewährleisten.

Auf diese Weise sind Unternehmen, die elektronische Kassensysteme nutzen, verpflichtet, jede Transaktion fälschungssicher zu dokumentieren.

Bei der Wahl der richtigen TSE-Lösung können sich Unternehmer zwischen der Hard- und der Software-TSE entscheiden. Jede Art bietet eigene Vor- und Nachteile mit.

Wesentlich ist aber, dass die TSE vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik zertifiziert wurde.

Allerdings ist zu beachten, dass die Zertifizierung auslaufen kann und der Einsatz einer neuen TSE gemeldet werden muss. Wie die Meldung konkret funktioniert, zeigt unser Ratgeber zur Meldepflicht.

Zum Meldepflicht-Ratgeber
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Autor: Diana Meier
Expertin für Business-Software
Diana Meier

Diana ist gelernte Hauswirtschafterin und Verkäuferin und gründete nach ihrem BWL-Studium ein eigenes Unternehmen. Während dieser Zeit machte sie viele Gründungsfehler. Als Redakteurin und System-Testerin bei Für-Gründer.de bewahrt sie Selbstständige vor teuren Fehlern.