Mobiles Bezahlen: was Sie als Händler alles über die neue Bezahlmethode wissen müssen

Sie haben Ihren Geldbeutel zuhause vergessen und trotzdem Lust auf ein kühles Erfrischungsgetränk im Biergarten um die Ecke? Mobile Payment bzw. mobiles Bezahlen heißt das Zauberwort.

Mobile Bezahlsysteme ermöglichen heutzutage ganz neue Spielräume im Konsumverhalten von Kunden und können so Neugründern, aber auch bereits langjährigen Unternehmern, eine Option mit großem Potenzial im Vergleich zur klassischen Kasse bieten. Wir geben Ihnen einen Einblick in das Thema des mobilen Bezahlens (Mobile Payment) und helfen so, die damit einhergehenden Herausforderungen für Ihr eigenes Unternehmen einzuschätzen.

Mobiles Bezahlen: was ist das überhaupt?

Wir alle kennen das Procedere: Wir packen uns den Einkaufswagen voll, gehen damit zur Kasse und warten, bis wir an der Reihe sind. Die Produkte aus dem Einkaufswagen werden gescannt und wir bezahlen entweder in bar oder mit Karte. Doch genau dieser vertraute Ablauf könnte zukünftig in immer mehr Geschäften verschwinden. Das Zauberwort heißt Mobiles Bezahlen. Unter dem Begriff wird das kontakt- und bargeldlose Bezahlen mit mobilen Endgeräten verstanden. Für diese Bezahlmethode wird keine stationäre Kasse benötigt.

Doch was genau steckt eigentlich hinter dem Begriff und welche Potenziale birgt diese neue Bezahlform für Sie als Unternehmer?

Und wie funktioniert es?

Kennen Sie das Problem? Sie stehen an der Kasse und müssen erst mühselig Ihr Kleingeld zusammensuchen oder die EC-Karte funktioniert mal wieder nicht. Das könnte für Verbraucher dank dem mobilen Bezahlen bald Geschichte sein. Ein Geldbeutel wird hier nicht mehr benötigt, geschweige denn eine Geldkarte. Das einzige was gezückt werden muss ist das Smartphone mit der darauf passend installierten App.

Das mobile Bezahlen bringt jedoch nicht nur für Verbraucher mehr Komfort – auch Sie als Händler können von der neuen Bezahlmethode profitieren. Da der Verbraucher sein Smartphone stets bei sich trägt, können zum Beispiel gezielt durch Geotargeting diejenigen Kunden mit Rabattaktionen angesprochen werden, die sich in der Nähe des Geschäfts aufhalten. Mobiles Bezahlen öffnet also ganz neue Türen: ein Bezahlverfahren, das Ihre Bedürfnisse ebenso erfüllt wie Kundenwünsche in Hinblick auf ein erweitertes Kauferlebnis.

Zum mobilen Bezahlen können typischerweise zwei Methoden genutzt werden:

Die NFC Methode

Bei der sogenannten Near Field Communication (NFC) kann mit zwei NFC-fähigen Endgeräten, wie beispielsweise ein Zahlterminal und ein Smartphone, ein kontaktloser Datenaustausch stattfinden. Je nach App wird der entsprechende Betrag entweder per Lastschrift vom eigenen Konto oder einem aufladbaren Guthaben-Konto abgebucht. In der Regel können Zahlungen bei Beträgen von bis zu 25 Euro ohne zusätzliche Sicherheitsabfrage ausgeführt werden. Bei größeren Beträgen muss eine PIN-Eingabe oder Bestätigung per Fingerabdruck erfolgen. 

Der QR-Code

Als Alternative zur NFC-Methode kann das mobile Bezahlen auch mit dem Einscannen eines QR-Bezahlcodes erfolgen. Der QR-Code wird zunächst auf einer Rechnung oder direkt an der Kasse gescannt. Über den Code werden schließlich die in der App hinterlegten Zahlungsdaten eingelesen und so der fällige Betrag zum Beispiel per Lastschrift oder PayPal abgebucht. Da bei dieser Method zwingend ein Internetzugang benötigt wird, ist es für viele Anwender noch wenig praxistauglich.

Und was benötigen Sie als Unternehmer?

Wenn Sie in Ihrem Geschäft oder Restaurant mobiles Bezahlen für Ihre Kunden etablieren wollen, ist der Ablauf sehr simpel: Sie registrieren sich beim Anbieter Ihrer Wahl, laden die benötigte App auf Ihr Smartphone, hinterlegen Ihre Daten und Ihre Bankverbindung und bekommen im Anschluss ein passendes Kartenlesegerät zugeschickt. Dieses wird einfach in den Kopfhörereingang Ihres Smartphones gestöpselt oder via Bluetooth verbunden.

In der Praxis sieht das ganze dann in etwa so aus:

  1. Ihr Kassensystem überträgt an die App des Smartphones des Kunden per NFC oder QR-Code den Rechnungsbetrag sowie die IBAN-ID.
  2. Ihr Zahlungsdienstleister bzw. Ihre hinterlegte Bank wird über den erwarteten Zahlungseingang informiert.
  3. Die App übergibt Empfänger-IBAN und Betrag an die Bank Ihres Kunden.
  4. Der erhaltene Betrag wird an das System am POS übertragen.
  5. Fertig. Zahlung erfolgt.

Wenn Sie sich für mobiles Bezahlen entscheiden, sollten Sie idealerweise einen erfahrenen Anbieter für das Kassensystem wählen, der von dem mobilen Kartenlesegerät, über die App bis hin zum Bondrucker alles anbietet.

TIPP

Sie wollen auf Mobile Payment umschwenken? Dann schauen Sie sich hier ausgewählte Anbieter für Ihr Kassensystem an.

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Mobile Payment auch als Kassensystem

Einfach, schnell und unkompliziert shoppen: das ist Verbrauchern heutzutage wichtig und das nicht nur online. Will der stationäre Handel ­also neben dem boomenden Online-Handel bestehen bleiben, darf er sich dieser Entwicklung nicht entziehen. Ein Baustein in diesem Prozess ist die Umstellung der Kassensysteme auf ­moderne, mobil einsetzbare Geräte. Mit ihnen kann der Einzelhandel von morgen so aussehen: Der Kunde interessiert sich für ein Produkt, der Verkäufer kommt mit seinem mobilen Kassensystem zum Kunden und hat über ein Smartphone Zugriff auf weitere Informationen rund um das Produkt, für das sich der Kunde interessiert. Der Verkäufer kann direkt beraten und den Kunden eher zum Kauf animieren. Entscheidet sich der Kunde zum Kauf, kann dank mobile Payment direkt bezahlt werden, ohne langes Anstehen an einer Kasse.

Mobiles Bezahlen: Vor- und Nachteile

Noch liegt die Betonung auf „Der Einzelhandel KANN so aussehen". Denn laut Statista setzt sich das mobile Bezahlen in Deutschland bisher nicht so recht durch. Supermärkte wie z.B. Edeka bieten das Bezahlen mit Handy zwar an, doch die Nutzerzahlen sind bislang noch sehr gering. Und es spricht bisher einiges dafür, dass mobiles Bezahlen hierzulande auch mittelfristig nicht den erhofften Erfolg bringen wird.

Wir haben uns die Vor- und Nachteile des mobilen Bezahlens aus Sicht der Unternehmer genauer angeschaut:

Vorteile

  • Flexibilität
  • Umsatzsteigerung durch Impulskäufe
  • Zeit- und ortsunabhängig nutzbar
  • Geringe Einführungs- und Betriebskosten
  • Ausschluss von Falschgeld

Nachteile

  • Weniger Transparenz auf Seiten der Kunden im Hinblick auf ihre Ausgaben
  • Sicherheitsbedenken von Kunden
  • Datenschutzbedenken

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass aus Sicht des Unternehmers die Vorteile klar überwiegen. Wenn Sie auch zukünftig erfolgreich sein möchten, sollten Sie sich verstärkt mit den Möglichkeiten des mobilen Bezahlens auseinandersetzen und sich so den neuen Kundenanforderungen stellen. Denn Kunden möchten immer schneller und dennoch persönlich bedient werden. Das hat auch Auswirkungen auf den Kassenbereich und den Bezahlvorgang.

Anbieter für mobiles Bezahlen

Mittlerweile gibt es einige Anbieter am Markt, die mobiles Bezahlen in Deutschland ermöglichen wollen. Allerdings ist die Technik noch recht jung, sodass es zahlreiche verschiedene Konzepte gibt, bei denen noch nicht klar ist, welches sich letztlich für die breite Masse durchsetzen wird.

Damit Sie Mobile Payment in Ihrem Geschäft nutzen können, sind - egal für welchen Anbieter Sie sich letztlich entscheiden - bestimmte Geräte und evtl. Konfigurationen erforderlich. Ihre Kasse muss für das mobile Bezahlen bestimmte Voraussetzungen erfüllen, um Daten der Kunden zu empfangen und an Ihre Bank weiterzuleiten. Dabei kann es vorkommen, dass Sie Änderungen an der Konfiguration der Kassensoftware vornehmen müssen, um das mobile Bezahlen zu ermöglichen. Die meisten Banken unterstützen bereits das kontaktlose Bezahlen. Allerdings kann es sein, dass Änderungen an Ihrem Händlerkonto vorgenommen werden müssen, damit diese Zahlungen akzeptiert werden können. Daneben benötigen Sie noch ein NFC-fähiges Lesegerät.

Wir stellen Ihnen drei Anbieter vor, mit denen Sie in Ihrem Geschäft mobiles Bezahlen anbieten können:

Google Pay - der Klassiker

Hierzulande hat das mobile Bezahlen zwar noch nicht so richtig an Fahrt aufgenommen, das könnte sich aber dank Google Pay schnell ändern. Seit Mitte 2018 ist in Deutschland offiziell der Dienst verfügbar, der sich an Nutzer des Handy-Betriebssystem Android richtet. Das Bezahlen funktioniert für Verbraucher ganz einfach: Smartphone entsperren, mit der Rückseite an das Kartenlesegerät an der Kasse halten und fertig. Wie bei den meisten Mobile Payment Anbietern wird in der App übersichtlich dargestellt, wann sie welchen Kauf und in welcher Höhe getätigt haben. Die Sicherheitsbedenken vieler Anwender räumt der Anbieter mit dem Schutz der persönlichen Daten ein, denn statt der Kartendetails wird nur ein verschlüsselter Code übertragen. Die App funktioniert mit Kreditkarten von teilnehmenden Banken auf allen NFC-fähigen Android-Geräten.

Payback Pay - smart und schnell

Smarter einkaufen, schnelle Kasse machen - so der Slogan des bekannten Mobile Payment Anbieters. Mit der App können neben dem mobilen Bezahlen auch ganz automatisch Payback Punkte gesammelt werden. Bekannte Partner, bei denen mobil bezahlt werden kann, sind beispielsweise die Supermarkt Giganten Penny und REWE. Zur Freigabe der Zahlung am Terminal sind entweder Pin oder Fingerabdruck nötig, QR-Code scannen und im Handumdrehen kann mobil bezahlt werden. Eine Bestätigung der getätigten Zahlung wird in der App hinterlegt und kann jederzeit eingesehen werden.

Cashcloud - kontaktlos zahlen dank NFC Sticker

Auch über diesen Anbieter lässt sich bequem über das Smartphone bezahlen. Mit einem Freemium Account kann monatlich 100 € auf das virtuelle Konto geucht und bequem damit gezahlt werden. Für mehr Optionen kann man jederzeit auf ein Premium Account upgraden. Natürlich können auch hier die Kontobewegungen jederzeit überblickt werden. Die App ist in allen EU-Ländern nutzbar.

Für alle Anbieter gilt: prüfen Sie Ihr vorhandenes Kassensystem auf die nötigen Anforderungen. Der Kunde braucht immer nur eine entsprechende App, Sie jedoch müssen das nötige Werkzeug zur Hand haben um den Kunden diese Bezahlmethode anbieten zu können.

Mobiles Bezahlen: Herausforderungen

Gerade Neugründer und kleine Unternehmer können und wollen sich zu Anfang ihrer Selbstständigkeit kein teures Kassensystem leisten, da kommt das mobile Bezahlen wie gerufen. Denn es gibt Kassensoftware, die mit dem Smartphone verbunden werden kann und obendrein eine Warenwirtschaft liefert sowie, bei Bedarf, auch eine Anbindung an einen Online-Shop besitzt.

Doch gute Technik allein reicht nicht, um die Herausforderungen zu meistern. Wichtig für die Nutzung eines mobilen Kassensystems ist zu welchem Zweck es eingesetzt werden soll. Das ist individuell von Unternehmen zu Unternehmen verschieden, je nach Größe und Sortiment. Ist Ihre Zielgruppe überhaupt Smartphone-affin? Ist in Ihrem Geschäft ausreichend Netz vorhanden, damit der Bezahlvorgang reibungslos läuft? Diese und weitere Fragen sollten Sie sich stellen, wenn Sie in Ihrem Geschft mobiles Bezahlen anbieten möchten.

Mobiles Bezahlen ist die Zukunft

Die Digitalisierung schreitet immer weiter voran und lässt auch unsere Bezahlmethoden nicht unberührt. Mobiles Bezahlen ist bequem, einfach und schnell. Bereits in vielen Ländern gehört es zum Alltagsgeschäft, wie WhatsApp zur täglichen Kommunikation. Auch wenn bei vielen Verbrauchern die Sicherheitsbedenken noch vorherrschen, Tatsache ist: bequem und bargeldlos bezahlen zu können, wird heute von vielen Gästen als selbstverständlich vorausgesetzt. Unternehmen, die sich darauf nicht vorbereiten, lassen sie sich Kundschaft und Umsatz entgehen. Unternehmer müssen sich somit darauf einstellen, dass auch hierzulande das mobile Bezahlen immer mehr an Bedeutung gewinnt und somit Kunden es irgendwann für selbstverständlich erachten, mit ihrem Smartphone bezahlen zu können.

Somit stellt sich auch für die Gründer und Inhaber von Ladengeschäften, Restaurants oder Bars die Frage, wie sie mit dem Thema mobilen Bezahlen umgehen sollen. Um im Wettbewerb mitzuhalten, wird es daher notwendig sein, mobiles Bezahlen auch im eigenen Geschäft anzubieten. Informieren Sie sich daher direkt, welche Kassensoftware Ihnen hier keine Steine in den Weg legt.