Deutscher Gründerpreis 2015: das Unternehmen ist unser Sex



Trotz oder wegen der Griechenlandkrise – ließ sich Sigmar Gabriel, Bundeswirtschaftsminister, nicht die Verleihung des Deutschen Gründerpreises 2015 am Dienstagabend entgehen. Im Mittelpunkt standen jedoch die Protagonisten, die hinter ihm in den Reihen des ZDF Hauptstadtstudios saßen: die Gründer von Customized Drinks, RESTUBE, OnPage.org, Jimdo, Nanoscribe, Little Bird und Jimdo.



Die Konsequenzen für das eigene Handeln tragen, aber auch die Früchte des Erfolgs ernten. Mit etwas über 1.000 Euro Startkapital zum Millionenumsatz. Visionen verfolgen und nicht zum Arzt zu gehen. Pausenlos für die Idee brennen und das Unternehmen als „unseren Sex“ zu bezeichnen. So tickt die Gründerwelt, die vor zwei Tagen beim Deutschen Gründerpreis versammelt war. Und auch wenn die mitgereisten Partnerinnen der Finalisten über den Urheber dieses Zitats rätselten, zeigt es symbolisch, welcher Einsatz für ein erfolgreiches Unternehmen notwendig ist. Dies will der Deutsche Gründerpreis mit seinen Preisträgern jedes Jahr honorieren.

Deutscher Gründerpreis 2015 Bilder
Eindrücke vom Deutschen Gründerpreis 2015

Bis zu den sechs Plätzen im Finale ist es ebenfalls ein steiniger Weg. Ein Expertennetzwerk, zu dem auch Für-Gründer.de gehört, schlägt jedes Jahr geeignete Gründer und Unternehmen vor. Nachdem myBoshi bereits im Vorjahr (mehr zum Deutschen Gründerpreis 2014) als einer unserer Kandidaten bis ins Finale kam, freuen wir uns, dass mit dem Braufässchen von Customized Drinks auch dieses Jahr ein Finalist aus unseren Einreichungen dabei war.

Bevor es in den Kategorien StartUp und Aufsteiger ernst wurde, standen zukünftige Entrepreneure im Mittelpunkt der Verleihung des Deutschen Gründerpreises. Über 1.000 Schüler-Teams bewarben sich um den Preis in der Kategorie Schüler. Die Preisverleihung erfolgte zwar bereits in der Vorwoche, dennoch wird das Siegerteam auch stets bei der feierlichen Gala des Deutschen Gründerpreises gewürdigt.

In diesem Jahr ging der Deutsche Gründerpreis für Schüler an das Team von OPPIA, das eine Lern-App für naturwissenschaftliche Formeln entwickelte und mit seinem fiktiven, aber sehr realitätsnahen Businessplan die Jury überzeugte. Zwar steht für die Schüler zunächst das Abitur an, aber es laufen bereits Gespräche mit einem Schulbuchverlag, um den Gründertraum wahr werden zu lassen.

Deutscher Gründerpreis in der Kategorie StartUp für RESTUBE

Bier zum Selberbrauen, eine Rettungsboje zum Schutz vor dem Ertrinken und ein Tool zur Suchmaschinenoptimierung von Webseiten: diese Geschäftsideen warfen die drei Finalisten in der Kategorie StartUps in den Ring. Dabei geht es beim Deutschen Gründerpreis auch in dieser Kategorie nicht nur um die Idee, sondern vielmehr um erste deutliche Erfolge der Jungunternehmer. Diesen wirtschaftlichen Erfolg haben die Gründer von Customized Drinks, RESTUBE und OnPage.org bereits bewiesen. Im Detail geht es bei den Start-ups um folgende Geschäftsmodelle:

  • Customized Drinks: Innerhalb von einer Woche kann man mit dem Braufässchen des Münchener Unternehmens Bier zu Hause selbst herstellen – und das in über 100.000 Variationen, da Hopfengehalt, Aromen und Bierart per Onlinekonfigurator selbst bestimmt werden können. Das dreiköpfige Team verwirklichte die Idee bereits während des Studiums und hat mittlerweile über 80.000 Sets verkauft. Der Markteintritt in England wurde vorgenommen und neue Produkte sind in der Pipeline. Auch uns haben die Macher von Braufässchen bereits frühzeitig von ihrem Produkt überzeugt.
  • OnPage.org: Suchmaschinenoptimierung ist zwar keine Wissenschaft, aber ein Handwerk, das gelernt sein will. Die Basis hierfür bildet die eigene Webseite. Doch erfüllt diese alle wichtigen Anforderungen, wo liegen Schwachstellen und wie kann man sie beheben? Für die sogenannte On-Page-Optimierung bieten die Gründer von OnPage.org ein umfangreiches Tool, das neben vielen jungen und kleinen Unternehmen auch große Konzerne bereits überzeugte (zur Gründerstory von OnPage.org).
  • RESTUBE: Weil einer der Gründer von RESTUBE selbst schon einmal beim Wassersport fast ertrunken wäre, musste etwas her, das komfortabler und besser ist, als die sperrige Schwimmweste. Die zunächst sehr kleine und kaum wahrnehmbare RESTUBE-Rettungsboje füllt sich im Notfall durch Ziehen am Auslöser in Sekundenschnelle selbst mit Luft. Rund um den Globus ist der gelbe Rettungsengel für Schwimmer und Surfer im Einsatz.

Bei der Öffnung des Umschlags erreichte die Spannung dann ihren Höhepunkt und wenige Augenblicke später konnte das Publikum auf der Bühne live miterleben, wie schnell die RESTUBE-Rettungsbojen funktionieren.

So erhielten die zwei Gründer von RESTUBE den Deutschen Gründerpreis 2015 in der Kategorie StartUp.

Deutscher Gründerpreis in der Kategorie Aufsteiger für Jimdo

Während die Webseiten-Optimierer von OnPage.org RESTUBE den Vortritt in der Kategorie StartUp lassen mussten, stand der Kategorie Aufsteiger ganz im Zeichen der Webseiten-Bauer von Jimdo. Das Unternehmen aus Hamburg überzeugte die Jury und gewann den Deutschen Gründerpreis 2015. Jimdo bietet einen Webseiten-Baukasten, mit dem bisher über 12 Mio. Webseiten erstellt wurden. Weltweit arbeiten 200 Mitarbeiter für das Unternehmen, das mit einem Abomodell von den erstellten Webseiten ab 5 Euro pro Monat profitiert, wobei es auch eine kostenfreie Variante gibt. Die zwei weiteren Finalisten für den Deutschen Gründerpreis 2015 in der Kategorie Aufsteiger waren:

  • Nanoscribe: Zunächst mag eine Geschäftsidee zum Thema 3D-Druck nicht besonders spannend klingen, aber wenn es um den hochpräzisen 3D-Druck im Nanobereich geht, rückt dies das Unternehmen Nanoscribe in ein ganz anderes Licht. So klein und genau druckt nämlich kein anderes Unternehmen auf der Welt. Nanoscribe ist Hightech made in Germany.
  • Little Bird: Angehende Eltern lernen das Problem schnell kennen. Betreuungsplätze für den Nachwuchs sind ein seltenes Gut. Und das Rennen um die Krippenplätze beginnt schon weit vor der Geburt. Das Portal Little Bird hilft Eltern und Kommunen, Angebot und Nachfrage nach Betreuungsplätzen effizient zusammenzuführen.

Sonderpreis beim Deutschen Gründerpreis 2015 geht an auticon

Menschen mit Asperger-Autismus haben es schwer in der Berufswelt und damit auch im Leben. Oft sind sie arbeitslos und haben wenig Kontakt zur Außenwelt. Viele – inklusive der Betroffenen selbst – wissen jedoch nicht, dass Autisten oftmals über besondere Fähigkeiten verfügen, die es zu nutzen gilt. Der Unternehmer Dirk Müller-Remus hat dies erkannt und ist mit seinen 70 Mitarbeitern erfolgreich in der IT-Beratung unterwegs. Einen Sozial-Bonus braucht es für auticon dabei nicht. Das Unternehmen besteht im Wettbewerb und arbeitet auch für große Unternehmen. Gesellschaftlicher Nutzen und Gewinnstreben lassen sich so ideal verbinden.

Deutscher Gründerpreis 2015 für das Lebenswerk

Der Deutsche Gründerpreis blickt stets auch auf Gründungen zurück, die schon Jahrzehnte zurückliegen. In der Zwischenzeit wurden aus diesen anfänglich kleinen Unternehmen wahre Champions auf ihrem Gebiet. So auch das Unternehmen Sennheiser, das im Jahr 1945 gegründet wurde. Prof. Dr. Jörg Sennheiser hat das Unternehmen von seinem Vater übernommen und fortgeführt. Dafür erhielt er beim Deutschen Gründerpreis 2015 die Auszeichnung für das Lebenswerk.

Mit unternehmerischem Weitblick hat Prof. Sennheiser übrigens selbst schon vor einiger Zeit damit begonnen, die Firmennachfolge auf sichere Beine zu stellen. Und so wird Sennheiser heute in dritter Generation von seinen zwei Söhnen geführt. Auch bei einer weiteren Tatsache hat er Weitblick bewiesen.

So widmete er den unternehmerischen Erfolg seines Lebens insbesondere seiner Frau Marlies, denn hinter einem starken Mann steht stets eine noch stärkere Frau.

Mit der Auszeichnung für das Lebenswerk schließt der Deutsche Gründerpreis stets den Kreis zwischen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Viele Gründer schicken sich an – abseits von schnellen Exit-Strategien – Technologien, Produkte und Dienstleistungen zu entwickeln, die Kundenbedürfnisse erfüllen und Probleme lösen. Bis zu einem erfolgreichen Unternehmen ist es dabei oft ein weiter Weg. Und es hört auch nie auf – das war auch allen Gründern klar. So genossen zwar alle Finalisten und Gäste die Freude des Augenblicks bei der Feier nach der Preisverleihung, blickten aber gleichzeitig voraus auf die kommenden Herausforderungen – doch nicht mit Angst vor dem Ungewissen, sondern mit Neugier auf das Kommende.

Für alle, die nicht bei der Preisverleihung des Deutschen Gründerpreises 2015 dabei waren, haben wir die wichtigsten Eindrücke im nachfolgenden Video festgehalten.

Mehr Informationen zum Deutschen Gründerpreis finden Sie auf Für-Gründer.de. Alle Preisträger mit ausführlichen Porträts und Videos finden Sie auch auf der Website des Deutschen Gründerpreises.

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