Anlagen und Maschinen für das Unternehmen

Zur Produktion von Gütern, die weiterverarbeitet oder als Endprodukte verkauft werden, benötigen Sie Anlagen und Maschinen – die sogenannten Produktionsmittel. Anlagen und Maschinen zählen zur Geschäftsausstattung und müssen für die Existenzgründung eines Produktionsbetriebes erworben oder geleast werden.

Als Existenzgründer stehen Sie vor der Wahl zwischen neuen oder gebrauchten Maschinen. Dabei spielt neben der finanziellen Situation auch die steuerliche Komponente eine entscheidende Rolle.

Anlagen und Maschinen im Businessplan

Einer der wesentlichen Punkte im Businessplan für eine Existenzgründung im produzierenden Gewerbe ist der Kapitalbedarf für die Anlagen und Maschinen. Dieser wird im Finanzplan Ihres Businessplans dargestellt. Der Existenzgründer sollte genau abwägen, wie viel Kapital er langfristig für den Erwerb sowie für den Erhalt der Maschinen benötigt. Dabei sollten Reserven für Reparaturen und Wartung der Maschinen und Anlagen eingeplant werden. Außerdem muss mit den Anschaffungsnebenkosten kalkuliert werden, insbesondere wenn es sich um eine Investitionsausweitung – bei Übernahme eines bestehenden Betriebs – oder um eine Innovation – sprich um ein neues Produkt - handelt.

Ein sinnvolles Vorgehen beim Erstellen des Businessplans in Bezug auf die Bewertung der benötigten Maschinen ist der Blick zur Konkurrenz. Welche Anlagen von welchem Maschinenhersteller werden von den Unternehmen mit ähnlicher Produktion genutzt? Bevor sich der Existenzgründer für den Erwerb der Maschinen und Anlagen entscheidet, sollte er sich mehrere Angebote einholen. Dabei ist es wichtig auf die Garantie sowie Servicevereinbarungen zu achten. Auch die Frage an den Maschinenbauer nach Referenzen von zufriedenen Kunden ist ein gangbarer Weg, um sich einen Überblick über die Maschinenausstattung der Mitbewerber zu informieren.

Grundsätzlich ist der Erwerb von Maschinen mit sehr hohem Kapitalaufwand verbunden. Daher sollte der Gründer verschiedene Erwerbsmöglichkeiten von Maschinen und Anlagen genau untersuchen. Maschinen und Anlagen werden auch gefördert. In der Regel handelt es sich dann um eine Zusammensetzung aus Darlehen und Förderung für die neuen Maschinen.

Förderung beim Erwerb von Anlagen und Maschinen

Sowohl Maschinen als auch Anlagen gehören zu den Sachanlageninvestitionen eines Unternehmens und sind somit auch förderungswürdig. Die Höhe und die Konditionen der Fördergelder zum Erwerb von Maschinen und Anlagen sind von vielen Faktoren abhängig. Dabei spielt der Verwendungszweck der Maschinen oder Anlagen eine wesentliche Rolle sowie der Standort des Unternehmens, z.B. wenn es sich um eine Innovation im Bereich Umwelttechnik handelt und die Existenzgründung in einer strukturschwachen Region geplant ist. Darüber hinaus unterliegen landwirtschaftliche Betriebe einer besonderen Förderungsfähigkeit beim Erwerb von Maschinen und Anlagen. Generell lässt sich festhalten, dass Existenzgründungen in bestimmten Schlüsseltechnologien beim Erwerb von Maschinen und Anlagen einer besonderen Förderung unterliegen.

Gefördert werden kann die Anschaffung von Maschinen und Anlagen oder es wird ein Zuschuss für die Zinszahlung des Kredits für die Maschinen und Anlagen gewährt. Aber auch Garantien in Form einer Bankbürgschaft kommen beim Erwerb von Maschinen und Anlagen in Betracht. Darüber hinaus können sich auch Lieferanten und Abnehmer an einem Kauf der Maschinen und Anlagen in Form einer Bürgschaft beteiligen - sofern es dem Existenzgründer an Sicherheiten für den Kauf der Anlagen fehlt.

Neben den unzähligen Förderprogrammen der Länder und des Bundes stellt auch die EU über den European Investment Fund Gelder zum Erwerb von Maschinen und Anlagen zur Verfügung. Dabei kommt es darauf an in welcher Branche der Existenzgründer sein Unternehmen plant. Ein Blick auf die Angebote der Förderbanken sowie öffentlichen Institutionen ist in jedem Fall lohnenswert.

Leasing von Maschinen und Anlagen

Beim Leasing werden die Maschinen vom Existenzgründer gewissermaßen gemietet, da es sich beim Leasing um eine Nutzungsüberlassung von auf Zeit für Geld handelt. Da der Leasinggeber rechtlich- und wirtschaftlicher Eigentümer der Maschinen ist, können die Existenzgründer die Leasingrate steuerlich als Aufwand anrechnen. Das Leasen der Maschinen oder Anlagen stellt keine Lösung bei prinzipiellen Finanzierungsschwierigkeiten dar, da die Leasinggesellschaften ähnlich wie Banken die Bonität der Existenzgründer genau prüft.

Worauf beim Leasingvertrag achten?

Wichtig ist zu klären, wer für die Instandhaltung, Reparaturen und Versicherungen für die Anlagen und Maschinen aufkommt. Darüber hinaus sollte geklärt sein, wer, wann bei einem Schaden – also Totalausfall – der Maschinen und Anlagen haftet. Außerdem muss geklärt sein, wer der rechtliche und wirtschaftliche Eigentümer der Maschinen und Anlagen ist. Normalerweise ist es der Leasinggeber, es gibt aber auch Leasingverträge wo dies nicht der Fall ist. Dann kann der Existenzgründer als Leasingnehmer die Maschinen und Anlagen zwar abschreiben aber die Leasingrate nicht mehr steuerlich geltend machen. Dabei spielt auch die Bilanzierungsform des Start-ups eine Rolle. Daher sollte der steuerliche Aspekt beim Leasing von Maschinen und Anlagen immer mit einem Steuerberater geklärt werden. Außerdem sollte mit dem Steuerberater die Restwertvereinbarung im Leasingvertrag geprüft werden, damit der Gründer zum Ablauf der Leasingzeit keine überteuerten Maschinen kaufen muss.
 

Einige Vor- und Nachteile beim Leasing

Leasing von Maschinen und Anlagen ist immer sehr teuer, da in der Leasingrate nicht nur die Kosten der Maschinen und Anlagen enthalten sind, sondern auch die Bearbeitungsgebühren der Leasinggesellschaft sowie deren Verdienst. Hier sollte der Existenzgründer klären, ob die höhere Aufwendung durch die Steuerersparnisse kompensiert wird oder das Servicepaket der Leasinggesellschaft zur Wartung der Maschinen und Anlagen die hohen Kosten rechtfertigt.

Ein wesentlicher Vorteil beim Leasing ist der geringe Kapitalaufwand im Vergleich zum direkten Kauf. Da sich die oft sehr hohe Investition von Maschinen und Anlagen über die Laufzeit der Nutzungsdauer der Maschinen und Anlagen verteilt, stellt das Leasen von Maschinen und Anlagen eine finanzielle Entlastung für den Existenzgründer zu Beginn der Selbstständigkeit dar.

Beim Leasing gibt es noch etliche individuelle Vertragsbedingungen zu beachten bzw. zu verhandeln. Daher sollte sich jeder Existenzgründer, der mit dem Gedanken spielt seine Anlagen zu leasen, mit entsprechenden Beratern –  wie Steuerberater und Anwalt – besprechen. Nur dann ist ein wirklicher Vergleich zur herkömmlichen Finanzierung möglich.

Gebrauchte Anlagen und Maschinen erwerben

Für Gründer, die kein bestehendes Unternehmen zum Beispiel als Nachfolger übernehmen oder im Franchisesystem gründen, ist der Erwerb von gebrauchten Maschinen und Anlagen eine durchaus kostengünstige Alternative. Vom Erwerb der gebrauchten Maschinen und Anlangen sind natürlich Neugründungen ausgeschlossen, die ein neuartiges innovatives Produkt produzieren wollen.

Das größte Problem auf dem durchaus regen Gebrauchtwarenmarkt für Maschinen ist, dass man wenige Sicherheiten in Bezug auf Garantie und Wartung hat. Außerdem können verdeckte Mängel in den Maschinen und Anlagen stecken. Darüber hinaus ist die Lebenserwartung bei gebrauchten Maschinen naturgemäß geringer als bei der Neuanschaffung.

Obwohl der Erwerb gebrauchter Maschinen eine finanzielle Entlastung darstellt, ist aufgrund des massiven Anstiegs der Gebrauchtgüterexporte durch günstige Transportkosten und große Nachfrage aus den Schwellenländern nicht immer mit Schnäppchenpreisen zu rechnen. Nichtsdestotrotz sollte sich ein Existenzgründer nach etwaigen Geschäftsaufgaben oder bei seinen Mitbewerbern sowie bei Fachhändlern auf dem Markt der gebrauchten Maschinen und Anlagen umschauen.

TIPP

Über die neuesten Maschinen und Techniken können Sie sich auf den zahlreichen Messen in Deutschland informieren.

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