Effizienter gründen!

Mit unserer Hilfe gründen Sie deutlich effizienter. Wir zeigen Ihnen, welche Anlaufstellen für Sie relevant sind und unterstützen Sie mit unserem umfangreichen Netzwerk. Damit sparen Sie viel Zeit und Geld!

René Klein, Geschäftsführer von Für-Gründer.de

Behördenwegweiser: Der Weg zur erfolgreichen Existenzgründung

Ob als Freiberufler, Gewerbetreibender oder Ladenbesitzer – auf dem Weg zur Existenzgründung stehen einige Behördenbesuche an. Welche Behörden und Ämter für Sie zuständig sind, hängt von dabei nicht nur von Ihrer Rechtsform, sondern auch von Ihrer Branche ab. In unserem Behördenwegweiser stellen wir Ihnen die wichtigsten Anlaufstellen vor – vom Handelsregister über das Gewerbe- bis hin zum Finanzamt.

Unser Gründungscockpit zeigt Ihnen auf einen Blick, was Sie bei der Unternehmensgründung wann tun müssen. So erhalten Sie für Ihre Unternehmensgründung eine Checkliste mit individuellen Gründungsschritten.

Behördenwegweiser: Die wichtigsten Behörden für jede Gründung

Im ersten Schritt geht es darum, Ihr Unternehmen anzumelden. Die Anmeldung ist für jeden Existenzgründer Pflicht und Voraussetzung dafür, die selbstständige Tätigkeit überhaupt ausüben zu dürfen.

Für Gewerbetreibende: Die Anmeldung beim Gewerbeamt

Mit Ausnahme von Freiberuflern muss jeder Gründer zunächst ein Gewerbe anmelden. Das ist beim Gewerbeamt meist schnell erledigt, die Kosten liegen in der Regel unter 40 Euro. Sie benötigen dazu die ausgefüllte Gewerbeanmeldung sowie eventuell erforderliche zusätzliche Genehmigungen oder Bescheinigungen. Solche können zum Beispiel ein Handelsregisterauszug (bei der Gründung einer OHG oder Kapitalgesellschaft) oder die Handwerkskarte sein. Informieren Sie sich am besten vor dem Termin, welche Unterlagen Sie für Ihre Gewerbeanmeldung benötigen.

Das Gewerbeamt informiert im Anschluss weitere Behörden über die Anmeldung – etwa das Finanzamt, das Amtsgericht, aber auch die zuständige Berufsgenossenschaft sowie die Industrie- und Handelskammer bzw. die Handwerkskammer.

Für Freiberufler: Die Anmeldung beim Finanzamt

Möchten Sie sich als Freiberufler anmelden, wenden Sie sich direkt an das Finanzamt. Sie benötigen in diesem Fall keine Gewerbeanmeldung. Das Finanzamt sendet Ihnen anschließend den Fragebogen zur steuerlichen Erfassung zu, auf dem Sie alle erforderlichen Angaben zu Ihrer Tätigkeit machen. Für manche Freiberufler ist außerdem die Mitgliedschaft in einer Standeskammer Pflicht.

Vom Finanzamt erhalten Sie sowohl als Freiberufler als auch als Gewerbetreibender Ihre Steuernummer bzw. Ihre Umsatzsteuer-ID. Diese benötigen Sie, um Rechnungen stellen zu können.

Industrie- und Handelskammer bzw. Handwerkskammer

Die Industrie- und Handelskammer (IHK) vertritt die Interessen aller Gewerbetreibenden in Deutschland. Mit der Gewerbeanmeldung wird Ihr Unternehmen automatisch Mitglied in der zuständigen IHK. Eine Ausnahme besteht für Handwerker: Sie müssen sich statt bei der IHK bei der Handwerkskammer registrieren. Die Pflichtmitgliedschaft gilt unabhängig von der Größe des Unternehmens. Da Freiberufler kein Gewerbe anmelden, sind sie keine Mitglieder in der IHK.

Die Industrie- und Handelskammern sind an rund 80 Standorten in Deutschland vertreten. Sie sollen die gewerbliche Wirtschaft der jeweiligen Region fördern, aber auch Berufsausbildungen regeln und prüfen, Aus- sowie Weiterbildungen durchführen und vieles mehr. Für Existenzgründer bieten die Industrie- und Handelskammern Beratungen und Schulungen an.

Amtsgericht: Partnerschaft, Kaufmann, Kapitalgesellschaft und mehr

Das Amtsgericht nimmt Eintragungen im Handelsregister vor. Diese sind verpflichtend, wenn Sie Ihr Unternehmen beispielsweise als Kaufmann, als Kapitalgesellschaft oder als OHG anmelden wollen.

Ob ein Einzelunternehmen im Handelsregister eingetragen werden muss, hängt von folgenden Faktoren ab:

  • Jahresumsatz – je nach Branche
  • Höhe des eingesetzten Kapitals
  • Art und Anzahl der Geschäftsvorgänge
  • Inanspruchnahme und Gewährung von Krediten
  • Größe sowie Beschaffenheit der Geschäftsräume
  • Art der Buchführung
  • Anzahl der Beschäftigten

Als Kaufleute gelten auch Handelsgesellschaften. Handelsgesellschaften sind Personengesellschaften (OHG, KG, EWIV) und Kapitalgesellschaften (AG, Kommanditgesellschaft auf Aktien, GmbH).

Kleingewerbetreibende und die gewerblich tätige Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR) sind nicht verpflichtet zum Eintrag ins Handelsregister.

Anmeldung bei der Berufsgenossenschaft

Gleich nach der Unternehmensgründung müssen sich die meisten Existenzgründer bei der Berufsgenossenschaft anmelden, wenn dies nicht bereits vom Gewerbeamt übernommen worden ist. Die Berufsgenossenschaften sind zuständig für die Unfallversicherung von Unternehmern und deren Mitarbeitern. Sie wachen aber auch über die Vermeidung von Arbeitsunfällen, Berufskrankheiten etc.

Die Berufsgenossenschaften sind unterschiedlichen Branchen zugeteilt, darunter zum Beispiel:

  • die Maschinenbau- und Metall-Berufsgenossenschaft
  • die Berufsgenossenschaft Nahrung und Gaststätten
  • die Berufsgenossenschaft Handel und Warendistribution

Erfahren Sie bei uns mehr darüber, welche Berufsgenossenschaft für Sie zuständig ist und welche Leistungen Sie in Anspruch nehmen können.

TIPP

Welche Schritte für Ihre Unternehmensgründung relevant sind, sehen Sie ganz individuell und auf Ihr Business angepasst in unserem Gründungscockpit – und das völlig kostenfrei!

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Kranken- und Sozialversicherung

Auch als Gründer sind Sie in Deutschland dazu verpflichtet, Ihre eigene sowie die Versorgung Ihrer Mitarbeiter in einem gewissen Rahmen sicherzustellen. Daher ist der Kontakt zu folgenden Behörden ebenfalls teilweise obligatorisch:

Krankenkasse/Künstlersozialkasse

Zunächst besteht für Sie als Gründer die Pflicht, sich in einer Krankenkasse zu versichern, und zwar unabhängig davon, ob Sie Freiberufler oder Gewerbetreibender sind. Grundsätzlich haben Sie dabei die Wahl zwischen einer privaten und der gesetzlichen Krankenversicherung.

Waren Sie jedoch bisher als Angestellter privat versichert, ist die Rückkehr in die gesetzliche Krankenkasse nicht ohne weiteres möglich. Ihr Gehalt müsste dann in den letzten Monaten während des Angestelltenverhältnisses (noch vor der Gründung) unter der Pflichtversicherungsgrenze liegen. Waren Sie bisher privat versichert und sind über 55 Jahre alt, so ist der Wechsel in die gesetzliche Krankenversicherung für Sie ausgeschlossen – das gilt auch für die Selbstständigkeit.

Künstler und Publizisten sind über die Künstlersozialkasse pflichtversichert, die auch anteilig die Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung übernimmt.

Beschäftigen Sie Mitarbeiter, so zahlen Sie anteilig auch deren Beiträge zur Kranken- und Sozialversicherung.

Freiwillige und verpflichtende Rentenversicherung

Viele Gründer unterliegen dem Irrglauben, von der Rentenversicherungspflicht befreit zu sein. Tatsächlich sind bestimmte Berufsgruppen jedoch weiterhin pflichtversichert. Dazu gehören unter anderem:

  • Erzieher, Tagesmütter, Hebammen und Entbindungspfleger
  • Künstler, Musiker und Publizisten
  • Handwerker und Hausgewerbetreibende

Eine vollständige Liste, Erklärungen zu den Ausnahmen und weitere wichtige Informationen finden Sie in unserem Artikel zur Rentenversicherungspflicht für Gründer. Die Versicherungspflicht in Ihrem individuellen Fall können Sie von der Rentenversicherung prüfen lassen.

Wenn Sie nicht pflichtversichert sind, besteht die Möglichkeit der freiwilligen Rentenversicherung. So genießen Sie die Vorteile, die die Rentenversicherung bietet – darunter beispielsweise die Erwerbsminderungsrente und die relativ stabile Rendite. Die bisher erworbenen Ansprüche bleiben auf diese Weise erhalten. Zusätzlich können Sie auch die steuerlich geförderte Rürup-Rente nutzen.

TIPP

Welche Versicherungen für Gründer und Unternehmer wirklich wichtig sind, erfahren Sie in unserem Guide zum Thema betriebliche und persönliche Risiken für Unternehmer.

Finden Sie die richtige Versicherung!

Behördenwegweiser: Mitarbeiter, Gastronomie, Bauamt, Ordnungsamt und mehr

Die folgenden Behörden brauchen Sie nur unter bestimmten Voraussetzungen zu kontaktieren. Wir geben Ihnen einen groben Überblick darüber, welche Behörden für welche Branche relevant sind. Es ist jedoch zu berücksichtigen, dass die Voraussetzungen einer jeden Gründung unterschiedliche sind. Wir empfehlen Ihnen daher, unser Gründungscockpit zu nutzen, das Ihnen eine genaue Checkliste für Ihre Unternehmensgründung bietet.

Arbeitsamt: wenn Sie Angestellte beschäftigen

Möchten Sie in Ihrem Unternehmen Mitarbeiter beschäftigen, benötigen Sie dazu eine Betriebsnummer. Diese wird von der Bundesagentur für Arbeit erteilt. Die Betriebsnummer nutzen Sie anschließend, um Ihre Mitarbeiter bei der Sozial- und Krankenversicherung anzumelden. Beantragen Sie Ihre Betriebsnummer unbedingt rechtzeitig: Zwar dauert die Bewilligung des Antrags in der Regel nur wenige Tage; sie muss jedoch erfolgt sein, bevor Sie Ihren ersten Mitarbeiter einstellen.

Bauamt: Nutzungsänderungen, Umbauten und mehr

Das Bauamt – teilweise auch die Bauaufsichtsbehörde – ist unter anderem dafür zuständig, Baugebiete auszuweisen und Gewerbe- sowie Industriegebiete und andere Flächen zu bestimmen. Das ist relevant, wenn Sie Betriebsräume nutzen möchten, die bisher zu einem anderen Zweck genutzt wurden: Diese Nutzungsänderung muss das Bauamt genehmigen. Auch eventuelle Umbauten, die notwendig werden, oder die Nutzung zusätzlicher angrenzender Flächen muss das Bauamt genehmigen.

Gesundheitsamt: Lebensmittelhygiene und Gesundheitszeugnisse

Nicht nur dort, aber insbesondere in der Gastronomie werden Sie als Gründer mit dem Gesundheitsamt in Berührung kommen. Denn sobald Sie mit Lebensmitteln arbeiten, müssen Sie Kenntnisse unter anderem über das Infektionsschutzgesetz und im Bereich Lebensmittelhygiene nachweisen. Auch Ihre Mitarbeiter müssen entsprechend geschult sein. Das Gesundheitsamt ist für die regelmäßige Kontrolle der hygienischen Zustände in Betrieben verantwortlich. Auch Ärzte, Heilpraktiker, Einrichtungen zur Kinderbetreuung und andere mehr müssen mit dem Gesundheitsamt in Kontakt treten, wenn sie sich niederlassen.

Ordungsamt: Gaststättenkonzession, Erlaubnisse etc.

Für manche Tätigkeiten besteht eine Erlaubnispflicht. Das bedeutet, Sie brauchen eine gesonderte Genehmigung, die häufig vom Ordnungsamt erteilt wird. Eine solche Genehmigung benötigen Sie zum Beispiel als Immobilienmakler, als Versicherungsberater, aber auch, wenn Sie eine Spielhalle betreiben möchten. Daneben gibt es noch viele weitere Fälle. Auch die Gaststättenkonzession, die Sie zwingend zum Ausschank von Alkohol benötigen, erteilt das Ordnungsamt. Teilweise müssen Sie hier zunächst andere Nachweise erbringen, etwa ein einwandfreies polizeiliches Führungszeugnis oder eine sogenannte Unbedenklichkeitsbescheinigung.

Gewerbeaufsichtsamt

Die Gewerbeaufsicht ist dafür zuständig, die Einhaltung von Bestimmungen im Bereich Arbeits-, Umwelt- und Verbraucherschutz zu prüfen. Sie kontrolliert also, ob Sie als Unternehmer Ihre sogenannten „unternehmerischen Pflichten“ einhalten. Werden bei einer Prüfung Mängel festgestellt, kann die Gewerbeaufsicht ein Revisionsschreiben ausstellen, Anordnungen aussprechen oder gar Zwangsmaßnahmen einleiten.

Weiterhin gehören zu den Aufgaben der Gewerbeaufsicht auch beratende Tätigkeiten sowie Aus- und Weiterbildungen für beispielsweise Betriebsräte oder Sicherheitsfachkräfte. Die Gewerbeaufsicht ist nicht zu verwechseln mit dem Gewerbeamt.

Sicher zur Gründung – mit dem Gründungscockpit

Es stellt durchaus eine Herausforderung dar, sämtliche Behördengänge lückenlos und in der richtigen Reihenfolge zu absolvieren. Unser Gründungscockpit erleichtert Ihnen diese Aufgabe: Das Tool führt Sie systematisch und Schritt für Schritt durch einen Fragenkatalog. Anschließend präsentiert es Ihnen für Ihre individuelle Unternehmensgründung eine Checkliste, die Ihnen die angebrachten Schritte in der optimalen Reihenfolge aufzeigt. So stellen Sie sicher, dass Sie keinen wichtigen Behördengang übersehen und dass Sie schnellstmöglich Ihr Unternehmen anmelden und Ihre Karriere als Existenzgründer beginnen können.

Fazit: Behalten Sie den Überblick über notwendige Anmeldungen mit dem Behördenwegweiser

Jede Gründung verläuft anders: Für Existenzgründer ist eine Anmeldung beim Gewerbeamt erforderlich, Freiberufler nehmen sie direkt beim Finanzamt vor. Das Finanzamt vergibt im Anschluss die Steuernummer. Je nach Unternehmensform ist auch eine Mitgliedschaft in der Industrie- und Handelskammer, in der Handwerkskammer oder in einer Berufsgenossenschaft Bedingung.

Für die Versorgung von Unternehmern und deren Angestellten sind die Krankenkasse bzw. Künstlersozialkasse, die Berufsgenossenschaften und die Rentenkasse zuständig.

Je nach Branche sind zahlreiche weitere Genehmigungen einzuholen – etwa beim Gesundheitsamt, beim Ordnungsamt oder beim Bauamt. Unwissen schützt vor Strafe nicht. Deshalb ist es wichtig, eine Gründung systematisch und geplant anhand unseres Behördenwegweisers anzugehen und Beratungsangebote zu nutzen. Schritt für Schritt zum eigenen Unternehmen mit dem Gründungscockpit:

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