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Gehaltsabrechnung in Unternehmen: brutto und netto

In der Lohnbuchhaltung wird monatlich insbesondere die Gehaltsabrechnung für die Mitarbeiter erstellt. Die Gehaltsabrechnung zeigt das Bruttoentgelt, die gesetzlichen Abzüge, das verbleibende Nettogehalt sowie den Auszahlungsbetrag, der durch das Unternehmen an den Mitarbeiter zu überweisen ist.

Die gesetzlichen Abzüge werden vom Arbeitgeber einbehalten und direkt an die entsprechenden Stellen überwiesen. Wir erläutern Gründern und Start-ups die einzelnen Bestandteile der Gehaltsabrechnung genauer.



Bruttolohnrechnung als Ausgangspunkt der Gehaltsabrechnung

In der Bruttolohnrechnung wird bei der Gehaltsabrechnung der monatliche Arbeitslohn für die einzelnen Arbeitnehmer berechnet. Dieser setzt sich aus Grundlöhnen, ergänzenden Löhnen und Löhnen ohne Leistung zusammen. Somit zeigt die Bruttolohnrechnung die Gesamtlohnkosten für den Arbeitgeber in der Gehaltsabrechnung.

Der Grundlohn ist in der Gehaltsabrechnung der Lohn für die tatsächliche Leistungserbringung, z.B. ein Stundenlohn multipliziert mit der geleisteten Arbeitszeit oder auch ein Festgehalt. Zusätzlich zum Grundlohn wird oft ein ergänzender Lohn für die Leistungserbringung bezahlt. Das sind zum Beispiel Prämien, Zulagen oder Sonderzahlungen, die in der Gehaltsabrechnung erfasst werden aber auch kostenlose Verpflegung o.ä., die wiederrum nicht in der Gehaltsabrechnung zu finden sind.

In die Kategorie Löhne ohne Leistung fallen beispielsweise Entgeltfortzahlungen bei Krankheit, Urlaub oder an gesetzlichen Feiertagen. Der Arbeitnehmer hat einen Rechtsanspruch auf dieses Entgelt, obwohl er nicht seiner eigentlichen Tätigkeit nachgeht.

  • Bruttoentgelt in der Gehaltsabrechnung (Arbeitslohn) = Grundlohn + ergänzender Lohn (Prämien, Zulagen, Sonderleistungen) + Lohn ohne Leistungen (Entgeltfortzahlungen)
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Höhe der Steuern in der Gehaltsabrechnung

Der Arbeitslohn ist voll steuerpflichtig. Der Arbeitgeber muss die steuerlichen Abzüge ermitteln, einbehalten und an die entsprechenden Stellen abführen. Darüber hinaus müssen die Details in der Gehaltsabrechnung ersichtlich sein. Die steuerlichen Merkmale der Arbeitnehmer bestimmten die Höhe der Lohnsteuer. Die Lohnsteuerabzugsmerkmale in der Gehaltsabrechnung sind:

  1. Steuerklasse
  2. Zahl der Kinderfreibeträge
  3. evtl. eingetragener Steuerfrei- oder Hinzurechnungsbetrag
  4. auf Antrag des Mitarbeiters die Höhe der Beiträge zur privaten Kranken- und
  5. Pflegeversicherung
  6. auf Antrag die Mitteilung, dass der Arbeitslohn steuerfrei aufgrund eines Doppelbesteuerungsabkommens zu stellen ist

Mit diesen Merkmalen kann die Höhe der Steuerabzüge in Lohnsteuertabellen abgelesen werden. Das Bundesfinanzministerium stellt jedes Jahr die Berechnungsmethodik in sogenannten Programmablaufplänen zur Erstellung der Lohnsteuertabellen zur Verfügung. Weitere Details dazu finden Gründer und Unternehmer hier oder natürlich direkt bei einem Steuerberater.

Zusätzlich zur Lohnsteuer wird der Solidaritätszuschlag einbehalten und in der Gehaltsabrechnung ausgewiesen. Der Solidaritätszuschlag wird als Ergänzung zur Einkommen-, Körperschaft- und Kapitalertragsteuer abgeführt. Er beträgt derzeit 5,5 Prozent. Bei der Gehaltsabrechnung ist die einzubehaltende Lohnsteuer die Bemessungsgrundlage.

Gehören die Angestellten einer Religionsgemeinschaft an, die Steuern erhebt, ist zusätzlich Kirchensteuer abzuführen. Die Höhe der Kirchensteuer ist dabei für die einzelnen Bundesländer unterschiedlich und wird durch die Kirchensteuergesetze und Kirchenverordnungen bestimmt.

Abzüge durch die Sozialversicherung in der Gehaltsabrechnung

Neben den steuerlichen Abzügen müssen auch für die Mitarbeiter von Start-ups und neu gegründeten Unternehmen Abgaben an die Sozialkassen geleistet werden. Diese sind ebenfalls in der Gehaltsabrechnung aufzuführen. Für die Sozialversicherung kommen Arbeitgeber und Arbeitnehmer gemeinsam auf. Sie besteht in Deutschland aus fünf Komponenten:

  1. Krankenversicherung
  2. Unfallversicherung
  3. Rentenversicherung
  4. Arbeitslosenversicherung
  5. Pflegeversicherung

Der Beitragssatz zur Krankversicherung ist in ganz Deutschland einheitlich und für alle gesetzlichen Krankenkassen gleich. Er beträgt 15,5 % der beitragspflichtigen Einnahmen. Davon trägt der Arbeitgeber 7,3 und der Arbeitnehmer 8,2 Prozentpunkte. Für alle Arbeitnehmer, die keinen Anspruch auf Krankengeld nach Ende der Lohnfortzahlung haben, gilt ein ermäßigter Beitragssatz i.H.v. 14,9 %.  Davon trägt der Arbeitnehmer 7,9 und der Arbeitgeber 7,0 Prozentpunkte.

Sofern sie nicht einer Knappschaftlichen Rentenversicherung angehören, sind alle Arbeitnehmer Pflichtmitglied der allgemeinen Rentenversicherung. Die Beiträge werden ebenfalls detailliert in der Gehaltsabrechnung ausgewiesen. Der Beitrag zur Rentenversicherung beträgt 18,9 %. Arbeitnehmer und Arbeitgeber tragen jeweils die Hälfte.

Grundsätzlich sind auch alle Arbeitnehmer Pflichtmitglied der gesetzlichen Arbeitslosenversicherung. Der Beitragssatz beträgt derzeit 3,0 %. Auch hier übernehmen Arbeitgeber und Arbeitnehmer jeweils die Hälfte und weisen die Beträge in der Gehaltsabrechnung aus.

Bei der Pflegeversicherung sind diejenigen Arbeitnehmer Mitglied, die verpflichtend Mitglied in der gesetzlichen Krankenversicherung sind. Die Freiwilligen Mitglieder der gesetzlichen Krankenversicherung sind auch in der sozialen Pflegeversicherung pflichtversichert, können sich aber von der Versicherungspflicht befreien lassen sofern sie nachweisen können, dass sie sich und die zu versichernden Angehörigen (Ehepartner und minderjährige Kinder) über eine private Pflegeversicherung versichert haben. Der Beitrag zur sozialen Pflegeversicherung beträgt seit dem 1. Januar 2013 2,05 Prozent des beitragspflichtigen Bruttolohns und wird in der Gehaltsabrechnung ausgewiesen. Davon werden gegenwärtig jeweils 1,025 Prozent von Arbeitgeber und Arbeitnehmer übernommen. Hat der Arbeitnehmer bei einem Alter über 23 Jahren keine Kinder, so muss er zusätzlich 0,25 % Beitragszuschlag für Kinderlose an die Pflegeversicherung abführen. Für Sachsen gibt es eine andere Verteilung, da hier nicht wie in den anderen Bundesländern ein Feiertag gestrichen wurde.

Generell sind alle Mitarbeiter über die gesetzliche Unfallversicherung bei Arbeitsunfällen oder Berufskrankheiten versichert. In der gesetzlichen Unfallversicherung ist allein der Arbeitgeber beitragspflichtig. Darum wird der Betrag in der Gehaltsabrechnung nicht aufgeführt. Die Beiträge werden hier jährlich abgerechnet und über eine Umlage festgelegt. Der Beitrag richtet sich nach dem Finanzbedarf der Berufsgenossenschaften, dem Arbeitsentgelt der Beschäftigten sowie der Gefahrenklasse.

Vom Brutto- zum Nettolohn in der Gehaltsabrechnung

Zieht man Steuern und Sozialversicherungsbeiträge vom Bruttoentgelt ab, ergibt sich das Nettoentgelt in der Gehaltsabrechnung:

Bruttoentgelt - Lohnsteuer - Kirchensteuer - Solidaritätszuschlag - Krankenversicherung (Anteil Arbeitnehmer) - Rentenversicherung (Anteil Arbeitnehmer) - Arbeitslosenversicherung (Anteil Arbeitsnehmer) - Pflegeversicherung (Anteil Arbeitnehmer) = Nettoentgelt

Nettobezüge und Nettoabzüge in der Gehaltsabrechnung

Der Nettolohn ist nicht immer auch der Auszahlungsbetrag an den Arbeitnehmer. Zusätzlich gibt es Nettobezüge, wie bspw. Kindergartenzuschüsse oder Beitragszuschüsse zu privaten Kranken- und Pflegeversicherung und Nettoabzüge, zum Beispiel für die Überweisung von vermögenswirksamen Leistungen oder Einbehalt von Lohn bei Pfändungen.

  • Nettoentgelt + Nettobezüge - Nettoabzüge = Auszahlungsbetrag

Erstellung der Gehaltsabrechnung

Damit am Monatsende pünktlich die Gehaltsabrechnung bei Arbeitnehmer und Arbeitgeber vorliegt und die Löhne überwiesen werden können, bietet es sich an, die Gehaltsabrechnung dem Buchhaltungsbüro oder dem Steuerberater zu überlassen. Vor allem junge und kleine Unternehmen verfügen in der Regel ja noch nicht über eine eigene Personalabteilung, die sich der Gehaltsabrechnung annehmen kann.

TIPP

Die Gehaltsabrechnung kann ein Steuerberater für Sie erledigen - damit sparen Sie eine Menge Arbeit und haben mehr Zeit für Ihr Geschäft. Wir empfehlen Ihnen den passenden Steuerberater.

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