Für die Finanzierung der Firmennachfolge den Kapitalbedarf ermitteln

Die Gründungsfinanzierung ist für jeden angehenden Unternehmer ein wichtiges Thema, ganz gleich, ob man mit einer eigenen Geschäftsidee, einem Franchisesystem oder eben per Firmennachfolge durchstarten will. Wichtig ist in jedem Fall die Ermittlung des Kapitalbedarfs.

Der Unternehmensnachfolge geht der Unternehmenskauf voraus, der in der Regel mit einem hohen Kaufpreis verbunden ist. Somit sollten rechtzeitig Finanzierungsmöglichkeiten und der Einsatz von Eigen- und Fremdkapital bedacht werden. Auch hier helfen Förderbanken.



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Die Firmennachfolge finanzieren

Die Finanzierung der Firmennachfolge bzw. des Unternehmenskaufs ist stets auch mit der Frage nach dem zur Verfügung stehenden Eigenkapital verbunden. Im Vergleich zur Neugründung liegt der Investitionsbedarf bei der Firmennachfolge rund 60 % höher, da Sie einen bereits bestehenden Grundstock weiter finanzieren müssen, statt „klein" anfangen zu können.

Wenn Sie bei der Firmennachfolge eine Modernisierung oder den Ausbau des Unternehmens planen, liegt die Investition möglicherweise noch höher. Weiterhin kann es sein, dass bei der Firmennachfolge bzw. bei dem Erwerb eines Familienunternehmens Erbansprüche anderer Familienmitglieder zum Kostenfaktor werden. Sollte Ihnen das Eigenkapital für die Firmennachfolge noch fehlen, können Sie sich gegebenenfalls durch öffentliche Fördermittel unterstützen lassen oder einen Bankkredit für die Firmennachfolge aufnehmen.

Beim Unternehmenskauf stellt sich auch die Frage, ob Sie die Firmennachfolge auf einen Schlag oder in Raten finanzieren. Bei der sofortigen Firmennachfolge gegen Einmalzahlung ist der benötigte Kapitalbedarf entsprechend hoch. Beim Unternehmenskauf gegen Raten sollten Sie einen Steuerberater konsultieren, der Sie über die steuerlichen Vor- und Nachteile einer solchen Zahlungsweise informiert und berät.

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Sie planen eine Firmennachfolge, haben aber noch kein passendes Unternehmen gefunden? In verschiedenen Firmenbörsen können Sie nach einem geeigneten Unternehmen suchen.

Den Kapitalbedarf der Firmennachfolge bestimmen

Machen Sie sich vor der Firmennachfolge bzw. vor dem Unternehmenskauf ein genaues Bild der finanziellen Situation des Unternehmens, damit Sie den Finanzplan transparent und nachvollziehbar erstellen können. Im Finanzplan berechnen Sie, wie viel Kapital Sie bei der Firmennachfolge benötigen, um laufende Kosten, eine mögliche Modernisierung sowie die reine Firmennachfolge oder anders gesagt den reinen Unternehmenskauf zu finanzieren.

Zu ermitteln sind der kurz-, mittel- und langfristige Kapitalbedarf. Der Kapitalbedarf sollte Ihre privaten Lebenshaltungskosten (Privatentnahme) berücksichtigen. Der Kapitalbedarf an Drittmitteln für die Firmennachfolge ist die Differenz zwischen dem, was Sie insgesamt benötigen, und dem Eigenkapital, das Sie bereits zur Verfügung haben.

Firmennachfolge: den Kapitalbedarf decken

Zudem stellen Sie im Finanzplan für die Firmennachfolge die geplante Finanzierung aus Eigen- und Fremdkapital (Kredite sowie Fördermittel) dar. Nutzen Sie zur Suche unsere Kapitalgeber- und Förderdatenbank. Folgende Institutionen vergeben öffentliche Fördermittel auch für die Firmennachfolge bzw. den Unternehmenskauf:

Beantragen Sie diese Fördermittel rechtzeitig vor der Firmennachfolge bzw. vor dem Unternehmenskauf.

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Nutzen Sie bei der Suche nach Fördermitteln, Eigen- und Fremdkapital für Ihre Firmennachfolge bzw. Ihren Unternehmenskauf die Kapitalgeber- und Förderdatenbank auf Für-Gründer.de.

Zwei Arten des Verkaufs: Share Deal und Asset Deal

Melanie Ströbel, Loewenheim Rechtsanwälte erklärt den Unterschied zwischen beidenVerkaufsarten so:

  • „Unter Asset Deal versteht man den Verkauf von allen zu einem Unternehmen gehörenden Vermögensgegenständen. Das bedeutet für die Praxis, dass im Vertrag alle Wirtschaftsgüter und Verbindlichkeiten einzeln aufgelistet werden müssen, wie zum Beispiel Vertragsbeziehungen mit Lieferanten oder Vermietern."
  • „Beim Share Deal werden hingegen die Geschäftsanteile eines Unternehmens veräußert. Kaufgegenstand sind daher zum Beispiel GmbH-Anteile, Aktien oder Geschäftsanteile an einer Personengesellschaft. Die bestehende Gesellschaft bleibt also Inhaberin der Vermögensgegenstände, wobei sich die Gesellschaft nunmehr in der Hand des Käufers befindet."

Neben der Finanzierung der Firmennachfolge gibt es weitere Faktoren auf dem Weg zur Unternehmensnachfolge. Im Zuge der Firmennachfolge sollten Sie einen Businessplan erstellen, hier Fortführungsplan genannt. Welche Schritte Sie von der Auswahl bis zum Übernahmevertrag zudem beim Unternehmenskauf im Zuge der Firmennachfolge beachten sollten, erfahren Sie hier

Rechtliche Aspekte bei der Firmennachfolge

Besonders wichtig ist vorab schon die Wahl des Nachfolgers, also ob es sich um ein Familienmitglied oder um eine externe Führungskraft handelt. Bereits hier ergeben sich verschiedene Möglichkeiten der Firmennachfolge wie durch Vererbung oder Verkauf des Unternehmens.

Des Weiteren ist zu prüfen, ob es sinnvoll ist, das Unternehmen für die Firmennachfolge in eine andere Rechtsform umzuwandeln. Planen der Nachfolger und der Alt-Unternehmer eine gemeinsame Übergangsphase, ist es ratsam, ein Einzelunternehmen in eine GmbH oder Personengesellschaft umzuwandeln.

Je nach Art der Rechtsform ist bei der Firmennachfolge ein ebenso zentraler Punkt die Haftungsproblematik des Nachfolgers für die Verbindlichkeiten des Verkäufers, die vor der Übertragung des Unternehmens entstanden sind.

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Nähere Informationen zu steuerlichen und rechtlichen Aspekten bei der Finanzierung der Firmennachfolge erhalten Sie im Interview mit Melanie Ströbel von Loewenheim Rechtsanwälte.

Firmennachfolge per Franchise: Einfache Finanzierung

Die Finanzierung einer Firmennachfolge ist besonders einfach, wenn Sie einen bestehenden Franchise-Standort eines etablierten Franchise-Unternehmens übernehmen. Kommt eine Franchise-Gründung für Sie in Frage, dann finden Sie die geeigneten Franchisesysteme in unserer Franchisebörse.

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