Franchising im Einzelhandel: das passende System finden + 7 Schritte bis zur Eröffnung

Sie möchten ein Ladengeschäft im Einzelhandel eröffnen? Dann empfiehlt sich vielleicht eine Gründung per Franchise. Die Auswahl der bestehenden Franchisesysteme ist vielfältig und reicht von Bekleidung über Feinkost und Schmuck bis hin zum Heimtierbedarf. Wir stellen Ihnen einige Systeme vor.

Und wir zeigen in sieben Schritten auf, wie Sie erfolgreich Ihr Einzelhandelsgeschäft gründen: Von der Auswahl der passenden Branche und des geeigneten Franchisesystems hin bis zur Eröffnung werden Sie Schritt für Schritt an die Existenzgründung im Einzelhandel herangeführt. Franchisesysteme im Einzelhandel, die neue Partner suchen, finden Sie auch in unserer Franchisebörse.

Selbstständig machen mit Franchising? Hier finden Sie ein passendes Franchisesystem.

Franchise Bildung und Beratung

Franchise: Bildung & Beratung

Bildung & Beratung sind Märkte der Zukunft. Jetzt ein Franchisesystem finden.

Franchise-Ideen Haus & Hobby

Franchise: Haus & Hobby

Haben Sie Spaß an Haus und Hobby? Diese Geschäftsideen passen zu Ihnen.

Franchiseideen Handel & Service

Franchise: Handel & Services

Freude am direkten Kundenkontakt? Auch hier gibt es gute Franchiseideen.

Franchise-Ideen Fitness und Gesundheit

Franchise: Sport & Gesundheit

Sie lieben Sport? Werden Sie Franchisenehmer mit einem Fitness-Studio.

Gastro-Franchise-Konzepte

Franchise: Gastronomie

Lieben Sie gute Delikatessen? Werden Sie damit selbstständig.

Franchisebörse Für-Gründer.de

Alle Franchiseideen im Überblick

Jetzt mit Franchising selbstständig machen. Auf unserer Franchisebörse.

Erfolgreiche Franchisesysteme im Einzelhandel

Auch in Zeiten der Digitalisierung ist der Einzelhandel nach wie vor von großer wirtschaftlicher Bedeutung. Knapp über 20 % aller Unternehmensgründungen finden im Einzelhandel statt, wie eine Statistik des Statistischen Bundesamtes zeigt. Sie können die Selbstständigkeit im Einzelhandel damit angehen, sich selbst ein Konzept zu überlegen und umzusetzen.

Alternativ können Sie nach einem passenden Franchisesystem suchen und mit einer bestehenden und etablierten Idee an einem Standort Ihrer Wahl starten. Die Vorteile einer Franchisepartnerschaft liegen auf der Hand: Die Systemzentrale übernimmt ein reichweitenstarkes Marketing, realisiert Einkaufsvorteile bei den Lieferanten, während sich der lokale Händler mit seinem Ladengeschäft auf Kundenberatung, Kundenservice und die Marktbearbeitung vor Ort konzentriert.

TIPP

In unserer Franchisebörse stellen wir spannende Franchisesysteme aus dem Einzelhandel vor.

In nahezu jeder Branche im Einzelhandel finden Sie erfolgreiche Franchisekonzepte. Hier finden Sie Beispiele von bekannten Franchisesystemen, wie sie zum Beispiel der Deutsche Franchiseverband aufführt.

FranchisesystemGeschäftsidee/ BrancheJahr der Gründung
Baby OneFachmarkt für Kleinkindbedarf1992
Blume 200Floristik1991
Eyes + MoreAugenoptik, Brillenfachgeschäft2006
FressnapfFachgeschäfte, Fachmärkte für Heimtierbedarf1992
Hol´AbGetränkefachmärkte2007
Kunst & KreativBastel- und Hobby-Fachmärkte1986
Plana KüchenlandKüchenstudios1988
Tee GschwenderTee Spezialgeschäfte1978
Vom FassSpezialgeschäfte für Spirituosen, Speiseöle und Essig.1994
Yves RocherKosmetik-Fachgeschäfte1959

Der Einzelhandel bietet im Bereich Franchising also eine Vielzahl an interessanten Konzepten aus den verschiedensten Branchen, mit denen Sie Ihr Ladengeschäft eröffnen können.

Schritt 1: Grundvoraussetzungen und Wahl der Branche

Einzelhandelserfahrung ist bei der Eröffnung eines Ladengeschäftes als Franchisenehmer von Vorteil. Vielleicht sind Sie bereits im Einzelhandel tätig, haben dort einen Beruf gelernt und bereits erste Verantwortung übernommen? Kundenberatung macht Ihnen Spaß und Sie haben keine Angst vor einer 6-Tage-Woche und langen Öffnungszeiten bis 22:00 Uhr. Außerdem verstehen Sie es, Mitarbeiter zu führen und zu motivieren und als Chef Vorbild beim Umgang mit den Kunden zu sein. Denn empathisches und motiviertes Personal ist Grundvoraussetzung für den Erfolg als Franchisenehmer im Einzelhandel. Denken Sie auch daran, dass der Einzelhandel kapitalintensiv ist. Für den Start benötigen Sie ausreichendes Kapital für Ihr Ladengeschäft, insbesondere für das Warenlager und die Geschäftsausstattung.

Franchising im Einzelhandel ist grundsätzlich Franchising in einer bestimmten Einzelhandelsbranche. Und diese muss zu Ihnen passen. Stellen Sie sich folgende Fragen:

  • Welche Branche gefällt mir?
  • Ist es Mode, Heimwerkerbedarf oder Feinkost? Ein Teeliebhaber wäre beispielsweise ein Kandidat für ein TeeGschwendner Ladengeschäft.
  • Braucht die Branche tiefes Branchenwissen oder ist sie auch für Quereinsteiger geeignet? Ein Franchisenehmer in der Augenoptik sollte beispielsweise Augenoptikermeister sein. Bei einem innovativen Lebensmittelkonzept oder bei einem Modekonzept hat vielleicht auch der Quereinsteiger eine Chance.

Schritt 2: Das richtige Einzelhandels-Franchisesystem auswählen

Im nächsten Schritt prüfen Sie, ob es Franchisesysteme in Ihrer Wunschbranche gibt. Stellen Sie folgende Fragen, wenn Sie Ihr ideales Franchisesystem aussuchen:

  • Hat das Franchisesystem ein klares Profil und einen überzeugenden USP?
  • Gib es ein professionelles Marketing und eine professionelle Systemführung?
  • Wie wird der Händler im Detail unterstützt?
  • Welche Aufgaben haben Sie als Franchisenehmer?
  • Wie können Sie sich in die Systementwicklung einbringen?
  • Wie hoch sind die Anfangsinvestitionen für das Ladengeschäft?
  • Wie hoch und differenziert sind die Franchisegebühren?
  • Gibt es Unterstützung bei der Standortsuche?
  • Gibt es Unterstützung bei der Finanzierung?

Franchisegebühren im Einzelhandel sind unterschiedlich gestaltet. Häufig finden Sie umsatzbasierte Vergütungen. Als Franchisenehmer im Einzelhandel melden Sie in regelmäßigen Abständen, meist monatlich, Ihre Umsätze und zahlen dafür eine Art Provision. Manchmal ist es eine Kombination aus verschiedenen Entgeltbestandteilen. Es kann auch sein, dass die Franchisegebühr über den Wareneinkauf geregelt wird. Dann ist also im Einkaufspreis für Ihre Waren die Franchisegebühr einkalkuliert.

Ein wesentlicher Erfolgsfaktor eines Franchisesystems ist das Marketing. Prüfen Sie genau, was Ihr Franchisegeber hier bietet. Nicht nur die überregionale Werbung und die Maßnahmen für den Markenaufbau sind hier wichtig, sondern auch die Marketingmaßnahmen vor Ort. Wichtig im Einzelhandel ist das POS-Marketing. POS-Marketing umfasst alle Maßnahmen für Marketing und Verkaufsförderung im Ladengeschäft vor Ort. Fragen Sie Ihren zukünftigen Franchisegeber, welche Verkaufsförderungsmaßnahmen er im Rahmen des POS-Marketings für das Ladengeschäft konzipiert hat.

Schritt 3: Den passenden Standort für Ihr Ladengeschäft finden

Wenn Sie vor 30 Jahren einen Einzelhandelsmanager nach den 3 Erfolgsfaktoren im Einzelhandel gefragt hätten, hätten Sie folgende Antwort erhalten: Die drei wichtigsten Erfolgsfaktoren im Einzelhandel sind der Standort, gefolgt vom Standort und vom Standort. Und dies ist auch heute noch gültig.

Welcher Standort ist daher ideal für das Franchisekonzept, das Sie übernehmen wollen? Als Franchisenehmer im Einzelhandel haben Sie den Vorteil, über Erfahrungswerte des Franchisesystems zu verfügen, insbesondere dann, wenn das System etabliert ist. Daher sollte Ihnen Ihr Franchisegeber bei der Auswahl des passenden Standorts für Ihr Ladengeschäft eng zur Seite stehen. Grundsätzlich können 4 Typen von Standorten unterschieden werden:

1. Die hochfrequentierte Lauflage

Wie hoch sind aktuell die Mieten in den Innenstädten? 200 € pro Quadratmeter, 300 € oder 500€? In der Tat überbieten sich die Mietpreise in den deutschen Innenstädten, insbesondere in den Großstädten. Warum ist das so? Die Logik dahinter ist einfach: Mietraum ist knapp und nach wie vor gibt es viele Branchen im Einzelhandel, die von der Laufkundschaft leben. Die grobe Kalkulation sieht dabei wie folgt aus:

  • Laufen in der Stunde 10.000 Passanten an einem Ladengeschäft vorbei, dann kommen pro Stunde 100 Leute in den Laden, von denen 20 kaufen. Bei einem Durchschnittsbon von 70 € und Kernöffnungszeiten von 10 Stunden sind dies pro Tag 14.000 € Umsatz. Dies sind 350.000 € Umsatz im Monat.
  • Das Ladengeschäft hat eine Größe von 100 qm. Bei 250 € pro qm sind dies 25.000 € Miete im Monat.
  • Bei 350.000 € Umsatz und 25.000 € Miete ergibt sich eine Raumkostenquote von unter 10 %. Damit ist der Mietpreis von 250 € pro qm also realistisch zu erwirtschaften.

Wenn Sie als Franchisenehmer das Risiko und den hohen Preis einer Lauflage auf sich nehmen, müssen Sie sich realistisch fragen, ob diese Annahmen zu Passantenfrequenz, zahlenden Kunden und Umsatz wirklich so stimmen. Machen Sie Ortsbegehungen, befragen Sie Händler, achten Sie auf den Passantentyp. Passt dieser Passantentypus zu Ihrer Zielgruppe. Mit welchen Einkaufstaschen laufen die Passanten überwiegend herum? Dies gibt Ihnen einen Hinweis, in welcher Art von Ladengeschäften die Passanten einkaufen und ob Ihr Konzept zu dieser Lage passt.

Der Nachteil der Citylagen besteht unter anderem darin, dass die Passantenfrequenz stark vom Wetter abhängt. Bei Regen geht niemand gerne in der City shoppen. Außerdem sollten Sie Aussagen zur Passantenfrequenz kritisch hinterfragen. Kommen die 10.000 Passanten wirklich mit der Absicht in die Innenstadt, um dort einzukaufen? Häufig sind es Flaneure, die dort einfach so herumspazieren und gar nicht mit der Absicht in die Innenstadt fahren, dort einzukaufen.

2. Die Lage in einem Einkaufszentrum        

Das ist in einem Einkaufszentrum anders. Wer ein Einkaufszentrum besucht, ist zumindest im Hinterkopf auf Kaufen programmiert. In irgendeinem Ladengeschäft wird er in jedem Fall ein paar Euros lassen. Ansonsten ist ein Einkaufszentrum einer City-Lage sehr ähnlich. Auch hier gibt es in der Regel hohe Besucherfrequenz und viele Geschäfte, die auf Spontankäufe ausgelegt sind. Ein Standort im Einkaufszentrum zeichnet sich aus durch:

  • Höhere Kaufbereitschaft der Passanten
  • Witterungsgeschütztes Einkaufen
  • Regulierte Öffnungszeiten
  • Begrenzte Mietverträge mit harten Bedingungen und vielen Auflagen: Umsatzmiete, hohe Auflagen bei Neueröffnung, häufig begrenzte Mietdauer und bei jeder Verlängerung des Mietvertrags müssen Sie in der Regel in Geschäft umbauen.
  • Mitspracherecht der Centerleitung bei Ladenbau und Fassadengestaltung
  • Mietverträge in Einkaufszentren beinhalten viele Auflagen.

3. Suchlage: die Nebenlage mit wenig Passantenfrequenz

Die Nebenlage mit wenig Passantenfrequenz wird auch als Suchlage bezeichnet. Wer hier eröffnet, braucht ein Konzept, das der Kunde tatsächlich aktiv sucht. Das sind weniger die Spontankäufer. Kunden für solche Konzepte informieren sich vorher gründlich und wägen die Einkaufsentscheidung sorgfältig ab. Konzepte dieser Art gibt es aber tatsächlich. Ein Newcomer-Konzept in der Uhren/Schmuck-Branche bspw. geht bewusst in Suchlagen, weil sein Produkt die Lauflage nicht braucht. Er akquiriert seine Kunden über ein professionelles Onlinemarketing.

4. Randlage in einem Wohngebiet

Eine Randlage in einem Wohngebiet eignet sich für alle Einzelhandelssortimente des täglichen Bedarfs. Können Sie sich vorstellen, Franchisenehmer im Einzelhandel neben einem EDEKA-Markt zu werden? Wenn das der Fall ist, profitiert Ihr Ladengeschäft auch von der Frequenz des Supermarktes.

Entscheidungskriterien der Standortwahl im Einzelhandel

Zusammengefasst spielen bei der Standortanalyse folgende Aspekte eine Rolle:

  • Passantenfrequenz
  • Art des Kaufverhaltens: Spontankäufe, geplantes Kaufen, Gewohnheitskäufe 
  • Niveau des Standortes: geht mein Zielkunde dort hin?
  • Mietpreis: ist die Miete realistisch zu erwirtschaften, stimmen die Umsatzannahmen?
  • Mietvertrag: wie stark ist er reguliert? Gibt es Umsatzmiete? Können Sie eine Umsatzmiete verkraften?
  • Welche Atmosphäre, welches Image hat der Standort?
  • Welche Geschäfte befinden sich in der Nachbarschaft? Sind das gute oder schlechte Nachbarn?
  • Wie steht es mit Parkmöglichkeiten und der Verkehrsanbindung?

Atmosphäre, Image und Kultfaktor der Lage spielen somit eine wichtige Rolle bei der der Standortwahl. Ein Standort mit hoher Kaufkraft nützt Ihnen nichts, wenn Ihr Ladengeschäft als Nachbarn ein Erotikfachgeschäft hat. Wenn Sie Franchisenehmer im Einzelhandel werden wollen, werden Sie von einem guten Franchisegeber in der Regel bei der Standortwahl unterstützt.

TIPP

Sie wollen einen Standort überprüfen? Nutzen Sie unser Tool zur Standortanalyse.

Schritt 4: Der Businessplan für ein Ladengeschäft als Franchisenehmer

Im Einzelhandel gründen ist kapitalintensiv, denn Sie brauchen Geld für die Ladeneinrichtung und die Ware, um nur die wichtigsten Investitionen zu nennen. Wenn Sie sich in unserer Franchisebörse nach Franchisesystemen im Einzelhandel umsehen, werden Sie feststellen, dass der Kapitalbedarf hoch ist. In der Regel liegen die erforderlichen Investitionen für Ihr Ladengeschäft im sechsstelligen Bereich. Wenn Sie Anfangsinvestitionen von 250.000 € haben, dann benötigen Sie in der Regel ein Eigenkapital zwischen 50.000 € und 75.000 €.

Häufig können Sie auf Musterbusinesspläne des Franchisegebers zurückgreifen, die das Konzept und dessen USP einheitlich vorstellen. Den persönlichen Teil Ihres Businessplans müssen Sie natürlich selbst schreiben. Warum Sie dieses Franchisesystem gewählt haben und nicht ein anderes. Ihre persönlichen Voraussetzungen, das Finanzierungskonzept in Verbindung mit dem Finanzplan und Liquiditätsplan. Dabei sind für zukünftige Franchisenehmer im Einzelhandel folgende Dinge zu berücksichtigen.

  • Wie finanzieren Sie das Warenlager und die Ladeneinrichtung für Ihr Ladengeschäft? Eine Ladeneinrichtung ist kapitalintensiv. Zwischen 1.000 bis 3.000 € Investition pro Quadratmeter sind keine Seltenheit.
  • Berücksichtigen Sie für Ihre Liquiditätsplanung die Umbauphase: Bis zu 4 Wochen kann ein Ladenumbau dauern. In der Umbauphase zahlen Sie bereits Miete, haben aber noch keine Einnahmen.
  • Im Falle hoher Mietkosten muss der Businessplan belastbare Annahmen zur Umsatzentwicklung treffen.

Berücksichtigen Sie weitere wichtige operative Kosten, wenn Sie als Franchisenehmer im Einzelhandel gründen wollen. Dazu zählen bspw. die erforderlichen Wareneinsätze und die Personalkosten:

  • fixe Kosten: Miete, Personal, fixe Franchisegebühren, Finanzierungskosten
  • variable Kosten: Wareneinsatz, umsatzabhängige Franchisegebühren, Umsatzmiete

Der Businessplan im Einzelhandel ist also keine Kleinigkeit. Die realistische Umsatzplanung sowie die hohen Investitionen in Ladenbau und Ware sind die Herausforderung bei der Finanzplanung. Wenn Sie mit einem guten Franchisegeber zusammenarbeiten, unterstützt dieser Sie mit Erfahrungswerten zur Umsatzentwicklung und zu Kostengrößen durch die Beispiele anderer Franchisenehmer.

TIPP

Den Finanzplan können Sie ganz einfach und schnell mit unserem Finanzplan-Tool erstellen. So sparen Sie viel Zeit und erhalten einen bankfähigen Finanzplan.

Schritt 5: Der Franchisevertrag für Franchisenehmer im Einzelhandel

Der Franchisevertrag regelt das Vertragsverhältnis zwischen Franchisegeber und Franchisenehmer. Er regelt Rechte und Pflichten beider Partner. Für Sie sind hier folgende Dinge wichtig:

  • Sind die Regelungen detailliert, klar und umfassend?
  • Gibt es Bedingungen, die unannehmbar sind?
  • Fehlen wichtige Punkte?
  • Sind die Franchisegebühren fair gestaltet und realistisch zu erwirtschaften?

Prüfen Sie vorher, ob der Franchisegeber Mitglied eines seriösen Verbandes ist. Diese fordern von ihren Mitgliedern faire Bedingungen, die sich auch im Franchisevertrag niederschlagen müssen. Fragen Sie andere Franchisenehmer des Systems, wie sie mit den vertraglichen Pflichten zurechtkommen. Vielleicht gibt es sogar Erfahrungsberichte im Web.

Generell ist die vorvertragliche Aufklärung ein wichtiger Punkt, wenn Sie Franchisenehmer werden. Der Franchisegeber muss Sie dabei in seine Karten schauen lassen. Informieren Sie sich über weitere Regelungsdetails in unserem Beitrag zum Franchisevertrag allgemein.

TIPP

Seriöse Franchisesysteme sind häufig Mitglieder im Deutschen Franchiseverband. Informieren Sie sich zum Deutschen Franchiseverband auf unserer Ratgeberseite.

Schritt 6: Die Eröffnung des Ladengeschäftes planen

In der Planung der Eröffnung Ihres Ladengeschäftes gibt es zahlreiche Dinge zu beachten . Als Franchisenehmer im Einzelhandel profitieren Sie von der Unterstützung durch den Franchisegeber. Die Vorteile für Sie sind:

  • Ein standardisiertes Ladenbaukonzept sorgt für eine reibungslose Umbau- und Eröffnungsvorbereitung
  • Für die Unternehmensversicherungen des Ladengeschäfts bietet der Franchisegeber häufig ein kostengünstiges Gesamtkonzept.
  • Sie und Ihr Team werden im Rahmen der Onboarding-Maßnahmen optimal geschult und vorbereitet.
  • Es steht ein Konzept für Eröffnungswerbung, das Sie mit Ihrem Franchisegeber konzipiert haben.
  • Das Image des Franchisesystems kann beim Finden geeigneter Mitarbeiter helfen.
  • In der Regel bietet der Franchisegeber ein standardisiertes Marketingkonzept für die Eröffnung Ihres Einzelhandelsgeschäftes.

Bedenken Sie, dass es bis zu 4 Wochen dauern kann, bis Sie Ihr Ladengeschäft eröffnen. Wobei auch hier die Zeiten kürzer sein können, weil das Franchisesystem mit einem eingespielten Team an Ladenbauern und Handwerkern arbeitet und weil die Ladenbaukonzepte auch im Hinblick auf die Kosten bereits optimiert sind.

Schritt 7: Der Eröffnungstag und der erfolgreiche Start

Die Eröffnungswerbung für ihr Ladengeschäft ist in einem Franchisesystem in der Regel vorgegeben. Ein eigenständiges Konzept müssen Sie nicht selbst entwickeln, denn das hat der Franchisegeber bereits für Sie getan. Ob Sie also PR machen, lokales Onlinemarketing via Google Ads oder Facebook oder auf klassische Werbung setzen, das alles nimmt Ihnen der Franchisegeber ab. In der Regel wird Ihnen Ihr Franchisegeber ein Paket an Verkaufsförderungsmaßnahmen für Ihr Ladengeschäft anbieten.

Werbung und Verkaufsförderung mit Luftballons, Konfetti und Party am Eröffnungstag sind gut. Aber am Ende kommt es auf Sie als Chef und Ihre Mitarbeiter an, dass Ihre zukünftigen Kunden in Ihrem Ladengeschäft zufrieden sind. Die Wirkungen von Markenführung und Werbung enden dort, wo der persönliche Kontakt beginnt. Ohne inspirierte Verkaufsberater wird ihr Geschäft nicht funktionieren und mag das Marketing des Franchisegebers noch so gut sein. Auch die Servicequalität muss von Anfang an stimmen. Denn Ihr Ladengeschäft wird am Anfang von vielen neugierigen Menschen besucht, wenn die Eröffnungswerbung gut ist.

TIPP

Greifen Sie auf einen Gründercoach aus unserem Netzwerk zurück, der Sie bei der Businessplan-Erstellung und in Finanzierungsfragen unterstützt.

Fazit: Als Franchisenehmer ein Ladengeschäft eröffnen

Wenn Sie via Franchising ein Ladengeschäft eröffnen wollen, profitieren Sie vom Knowhow und der Marketingstärke des Franchisegebers. Unsere 7 Schritte geben Ihnen dabei eine Orientierung für Ihr planvolles Vorgehen. Sie müssen sich als erstes für die Einzelhandelsbranche entscheiden, die zu Ihnen passt. Dann sollten Sie Ihr Franchisekonzept sorgfältig auswählen. Der nächste Schritt ist die Suche nach einem geeigneten Standort. Da Sie in der Regel aufgrund der hohen Investitionen im Einzelhandel eine Finanzierung benötigen, brauchen Sie einen überzeugenden Businessplan.

Steht die Finanzierung können Sie mit Ihrem Franchisegeber den Franchisevertrag abschließen. Jetzt gilt es, die Eröffnung des Ladens zu planen und das Team auf den Eröffnungstag vorzubereiten. Als Franchisenehmer profitieren Sie von den Hilfestellungen, die Ihnen ein guter Franchisegeber bei der Standortsuche und der Standortbewertung, bei Businessplan und Finanzierung und manchmal sogar bei den Mietverhandlungen an exponierten Standorten zukommen lässt. 

Erfolgreich sind Sie als Franchisenehmer im Einzelhandel dann, wenn Sie von Anfang an aktiv im Laden mitarbeiten, Ihre Kunden optimal bedienen und Ihren Mitarbeitern als Vorbild dienen. Denn alle Anstrengungen im Marketing seitens des Franchisegebers hängen am Ende von der Empathie, dem Verkaufstalent und dem Servicedenken von Ihnen und Ihren Mitarbeitern ab.

Vorheriger Artikel:
Restaurant eröffnen
Nächster Artikel:
Franchising Gesundheit

Aktuelles aus unserem GründerDaily