So einfach erstellen Sie Ihre SWOT-Analyse

Die SWOT-Analyse ist ein wichtiger Bestandteil des Businessplans. Sie zeigt, wie die Chancen für eine erfolgreiche Gründung stehen und wo Risiken lauern. Sie ist daher auch für Banken und Investoren interessant. Ziel der SWOT-Analyse ist es, Maßnahmen zu definieren um relevante Chancen nutzen und größere Risiken minimieren zu können.

Für bereits bestehende Unternehmen empfehlen wir die jährliche SWOT-Analyse, um das eigene Unternehmen kontinierlich auf die Wettbewerbsfähigkeit zu prüfen. Wie Sie eine SWOT Analyse erstellen, zeigen wir nachfolgend auf. Hilfreich sind dabei auch unser SWOT-Analyse-Beispiel und unser kostenloses SWOT-Analyse-Tool

SWOT-Analyse: Für Gründer UND erfolgreiche Unternehmer

Wenn Sie als Gründer Kapitel für Kapitel Ihres Businessplans durchgearbeitet haben, folgt als letzter wichtiger Punkt vor der Zusammenfassung (Executive Summary) die SWOT-Analyse. Sie ist zum einen wichtig, um die Chancen und Risiken Ihres Geschäftsmodells besser beurteilen zu können. Zum anderen wird Sie meist auch von Kapitalgebern (wie z.B. der Bank) gefordert und kritisch gelesen. Der SWOT-Analyse kommt daher eine besondere Bedeutung im Businessplan bei. 

Aber auch für bereits bestehende Unternehmen lohnt sich die Erstellung einer jährlichen SWOT-Analyse. Sie hilft, wichtige Trend im Blick zu behalten, die eigenen Stärken und Schwächen im Vergleich zur Konkurrenz regelmässig zu überprüfen und um frühzeitig mögliche Chancen und drohende Risiken identifizieren zu können.  

SWOT kommt aus dem Englischen und steht für Stärken (Strengths), Schwächen (Weaknesses), Chancen (Opportunities) und Risiken (Threats). Die SWOT-Analyse ist dabei viel mehr als eine einfach Auflistung von Stärken & Schwächen, Chancen & Risiken. Das seit über 50 Jahren bewährte Tool hilft Gründern und Unternehmen, mit Hilfe einer fundierten Marktanalyse und der darauf folgenden Konkurrenzanalyse strukturiert relevante Chancen und Risiken zu identifizieren. 

Mit der SWOT-Analyse können Sie auch feststellen, ob Ihr Unternehmen wettbewerbsfähig ist und wie gut die Zukunftsaussichten sind. Damit Sie bei Ihrer SWOT-Analyse schnell vorankommen, haben wir die wichtigsten Punke nachfolgend für Sie zusammengestellt:

  1. Die Bestandteile einer SWOT-Analyse
  2. So erstellen Sie ganz einfach Ihre SWOT-Analyse
  3. SWOT-Analyse am praktischen Beispiel: Malermeister Meier
  4. Unser kostenfreies SWOT-Analyse Tool
  5. Diese Fehler sollten Sie bei Ihrer SWOT-Analyse vermeiden
  6. Weitere Anwendungsmöglichkeiten der SWOT-Analyse 

1. Die Bestandteile der SWOT-Analyse

Die SWOT-Analyse ist ein Denkrahmen und Analyserahmen, der Ihnen als Gründer oder Unternehmer helfen soll, wettbewerbsfähig zu bleiben. Sie strukturiert die unternehmerische Herausforderung und hilft Ihnen beispielsweise, gegenüber der Konkurrenz USPs und Wettbewerbsvorteile zu erarbeiten.

Folgende Punkte sind für das Verstehen der SWOT-Analyse wichtig:

  • Starten Sie mit der  Umfeldanalyse 
  • Es folgt die Stärken-Schwächen-Analyse Ihres Unternehmens.
  • Daraus leiten Sie Chancen und Risiken ab.
  • Entwickeln Sie Maßnahmen, um Chancen profitabel zu nutzen und Risiken eindämmen

a.) Starten Sie mit der Umfeldanalyse

Mit der Analyse des Umfeldes und der Wettbewerber beginnt die SWOT-Analyse. Welche Wettbewerber sind gefährlich, welche Trends, Verordnungen und Gesetze gibt es, die für Ihr Unternehmen relevant sein können. Wie ist die wirtschaftliche und politische Lage und hat das einen Einfluss auf Ihr Unternehmen?

b.) Es folgt die Stärken-Schwächen-Analyse Ihres Unternehmens

Diese externen Einflüsse helfen Ihnen bei der Analyse Ihrer Stärken und Schwächen. Denn eine Stärke oder eine Schwäche ist niemals ohne den Bezug zum Kundenverhalten, zum Wettbewerb oder zu sonstigen externen Entwicklungen und Trends zu sehen. Die Kernfrage für Sie und Ihre SWOT-Analyse lautet: "Sind wir im Hinblick auf diese externen Entwicklungen gerüstet?" Sind Sie gerüstet, haben Sie Stärken, sind Sie es nicht, haben Sie Schwächen.

Anhand von 4 Beispielen wollen wir diesen Zusammenhang verdeutlichen:

  • Beispiel von Stärken/Schwächen in Bezug auf das Kundenverhalten: Nehmen wir an, der Trend bei Fitness-Studios geht in Richtung Zumba-Dancing. Dann hat jenes Fitness-Studios eine Stärke, das Räumlichkeiten für Zumba-Dancing Kurse anbietet und das über Instruktoren verfügt, die Zumba-Dancing anbieten. Das Studio, dessen Instruktoren diese Sportart nicht unterrichten können, hat eine Schwäche, selbst wenn die Instruktoren sonst gute Qualifikationen besitzen.
  • Beispiel von Stärken/Schwächen in Bezug auf die Konkurrenz: Unter den Blinden ist der Einäugige König, lautet ein Sprichwort. Es beschreibt perfekt das Konzept der relativen Stärke bzw. Schwäche im Vergleich zum Wettbewerb. Ein praktisches Beispiel: Ein großes Onlineportal stellte zu Beginn des Booms der mobilen Internetnutzung fest, dass sein Webauftritt nicht mobil optimiert war. Eine echte Schwäche war das aber nicht, denn alle Wettbewerber dieses Onlineportals besaßen keine mobil optimierten Webseiten. Umgekehrt geht das Beispiel auch: Wer in einem Markt konkurriert, dessen User zu über 80% mobile Internetnutzer sind, hat mit einer Website dann eine eklatante Schwäche, wenn sie nicht für mobile Endgeräte programmiert ist.
  • Beispiel von Stärken und Schwächen in Bezug auf Umfeldentwicklungen: Nehmen wir als Beispiel einen Uhrenhändlers, der selbst aktiver Sportler ist und dessen Mitarbeiter ebenfalls Sport treiben und sich mit den Bedürfnissen der Sportler genau auskennen. Das ist für sich betrachtet weder eine Stärke, noch eine Schwäche. In dem Moment, an dem mehr und mehr Uhrenfans nach Sportuhren und Wearables verlangen, ist dieses Wissen um die Befindlichkeiten von Sportlern eine Stärke. Denn dieser Händler kann diesen externen Trend schneller aufnehmen und profitabler umsetzen, als ein traditioneller Uhrenhändler, der mit solchen Sportuhren nichts anfangen kann.
  • Beispiel von vermeintlichen Stärken und Schwächen: Mit Beginn des Ecommerce-Booms hätte man erwarten können, dass der klassische Versender am schnellsten Profit aus dem Ecommerce schlagen wird. Weil deren Stärke in der logistischen Kompetenz besteht. Entscheidend am Erfolg beim Ecommerce waren aber die Kompetenzen und Stärken im Bereich der Onlinekommunikation und des Onlinemarketings. Klassische Versender, die im Fehlen von Internet-Knowhow keine Schwäche sahen und sich auf Ihr Logistik-Kompetenz verließen, hatten gegen Amazon & Co. keine Chance.

c.) Daraus leiten Sie Chancen und Risiken ab

Aus der Gegenüberstellung von externen Trends mit den Stärken und Schwächen, leiten Sie Chancen und Risiken ab. Eine Chance ist dann gegeben, wenn Sie ein externer Trend auf eine Stärke trifft und Sie dadurch die Möglichkeit haben, diese Chance profitabel zu nutzen. 

Ein Risiko entsteht immer dann, wenn ein externes Ereignis Ihr Geschäftsmodell bedroht und Sie nicht in der Lage sind, dieser Bedrohung wirksam zu begegnen. Beispiel: Mit dem Aufkommen des Ecommerce entstand für den klassischen Einzelhandel eine Chance und ein Risiko zugleich. Wer aufgeschlossen war und die Stärke des strategischen Gespürs besaß, hat den Trend genutzt und ein zweites Onlinestandbein neben seinem stationären Geschäft errichtet. Wer diesen Trend unterschätzt hat, nahm das Risiko des allmählichen Umsatzverlusts in Kauf.

d.) Entwickeln Sie Maßnahmen, um Chancen profitabel zu nutzen und Risiken eindämmen

Analyse ist gut, Umsetzung ist besser. Haben Sie Chancen entdeckt, gilt es diese zu nutzen und profitabel umzusetzen. Im Falle eines identifizierten Risikos müssen Sie Maßnahmen entwickeln, das Risiko klein zu halten oder sogar in eine Chance zu verwandeln. Der Einzelhändler, der sich frühzeitig mit Ecommerce beschäftigte, hat eine Chance genutzt. Der traditionell-konservative Händler, der sich nur auf seine Beratungskompetenz verlassen hat, hat sich einem Risiko ausgesetzt, das mit Umsatzstagnation, Umsatzrückgang und Ergebnisrückgang einherging. Aus einem Risiko kann schnell eine Unternehmenskrise werden.

TIPP

Profitieren Sie vom geförderten Gründercoaching: ein erfahrener Berater unterstützt Sie beim Businessplan und auch bei der SWOT-Analyse.

2. So erstellen Sie ganz einfach Ihre SWOT-Analyse

Das Grundprinzip der SWOT-Analyse haben Sie nun kennengelernt. Jetzt zeigen wir Ihnen, wie Sie Ihre SWOT-Analyse einfach und pragmatisch umsetzen. Wir empfehlen Ihnen dabei eine Vorgehensweise in 4 Schritten:

  • Schritt 1: Trends, Branche, Kunden & Konkurrenten analysieren
  • Schritt 2: Stärken & Schwächen identifizieren
  • Schritt 3: Chancen und Risiken ableiten
  • Schritt 4: Maßnahmen entwickeln 

Wir zeigen Ihnen nachfolgend Stufen der SWOT-Analyse im Detail und mit entsprechenden Handlungsempfehlungen auf.

Schritt 1: Trends, Branche, Kunden und Konkurrenten analysieren

Im ersten Teil der SWOT Analyse geht es um Faktoren, die jetzt und in Zukunft für Ihr Geschäftsmodell relevant sind und sein könnten - es geht um Trends. Diese Faktoren haben Sie ja bereits zum Teil im Kapitel Markt und insbesondere beim Thema Wettbewerb erarbeitet.

Schreiben Sie für Ihre SWOT Analyse die wichtigsten Trends für Ihre Branche auf. Gehen Sie dabei am besten nach der "Top-Down" Variante vor:

  1. Die großen Trends: Beschreiben Sie zuerst die großen Trends, die ggf. nicht nur für Ihren Markt relevant sind (z.B. demographischer Wandel, wirtschaftliches Umfeld, verändertes Konsumverhalten etc.)
  2. Ihr Markt: Erwähnen Sie die wichtigsten Faktoren, die spezifisch für Ihren Markt relevant sind (z.B. Kunden verlangen zunehmend Bio Produkte etc.).
  3. Ihre Konkurrenten: Ein weiterer wichtiger Faktor für die zukünftige Entwicklung Ihres Unternehmens sind Ihre Konkurrenten – wie sieht die Konkurrenzsituation aus (z.B. die Top 3 haben einen Marktanteil von 80%, Preisdruck etc.)
  4. Ihre Kunden: Wer genau sind Ihre Kunden und was wünschen sich Ihre Kunden, was sind der Bedürfnisse? Hat sich ggf. in den letzten Jahren etwas geändert? 

Das Ziel ist es, dass Sie in diesem Teil der Analyse alle Trends aufschreiben, die für Ihr Geschäftsmodell relevant sind und insbesondere in Zukunft sein können. Aus der Fülle der Trends sollten Sie 10 bis 12 der wichtigsten Einflussgrößen für Ihr Unternehmen herausfiltern.

Mit diesen 10 bis 12 Trends aus der Umfeldanalyse gehen Sie jetzt in die Unternehmensanalyse.

Schritt 2 der SWOT Analyse: Stärken-Schwächen-Profil erstellen

Die Analyse der Trends aus dem Umfeld, der Branche sowie eine fundierte Konkurrenzanalyse sind die Basis für die Analyse der Stärken und Schwächen und der Ableitung von Chancen und Risiken. Denn die Analyse externer Trends sensibilisiert Sie, um echte Stärken und Schwächen in Ihrem Unternehmen aus den externen Trends abzuleiten.

Gegenstand der Unternehmensanalyse im Rahmen der Stärken-Schwächen-Analyse ist Ihr Unternehmen selbst. In der Regel analysieren Sie Unternehmensführung, Mitarbeiter, Qualität von Produkten und Dienstleistungen sowie die Servicequalität, außerdem Dinge wie Standort, Effizienz der Organisation, der Logistik. Auch die finanzielle Stärke ist Gegenstand der Analyse. Halten Sie dafür die wichtigsten KPIs aus Ihrem Controlling-Dashboard bereit.
 

ANALYSE-BEREICHKERNFRAGEN in der SWOT-Analyse
UnternehmensführungIst die Mannschaft in der Lage, den identifizierten externen Trends und Manövern der Konkurrenz erfolgreich zu begegnen?
ManagementerfahrungIst genug Erfahrung für die aktuellen und zukünftigen Markttrends vorhanden?
UnternehmenskulturSind Denkweise, Philosophie, Führungsverhalten im Hinblick auf die identifizierten zukünftigen Trends im Markt zeitgemäß?
MitarbeiterHaben wir genügend motivierte und qualifizierte Mitarbeiter, um die aktuellen und zukünftigen Marktrends zu stemmen?
Schlüsselrollen besetztWas sind die Schlüsselrollen vor dem Hintergrund der aktuellen Trends in Markt und Umfeld?
QualifikationSind die erforderlichen Qualifikationen vorhanden, um die aktuellen Markttrends profitabel zu nutzen? 
Produkte - DienstleistungenSind unsere Produkte und Serviceleistungen in den Augen der Kunden attraktiv und im Vergleich zum Wettbewerb konkurrenzfähig?
ProduktqualitätLoben Kunden unsere Produkte? Wie ist die Qualität im Vergleich zur Konkurrenz? Wie sind die Produktrezensionen?
ServiceangeboteWelche Serviceangebote bietet der Wettbewerb? Loben unsere Kunden unseren Service?
FinanzierungsangeboteWie gut sind unsere Finanzierungsangebote im Vergleich zum Wettbewerb? 
ImageWelchen Kultfaktor haben unsere Produkte? Sind unsere Kunden stolz darauf, unsere Produkte zu kaufen?
DesignIst unser Design zeitgemäß? Passt es zu unseren Kunden? Loben es unsere Kunden?
Faktoren der OrganisationSind Standort und Qualität der Prozesse und der Organisation geeignet, damit wir den aktuellen Trends im Markt erfolgreich begegnen?
StandortIst unser Standort geeignet, um unseren Markt effektiv und effizient zu bearbeiten?
OrganisationseffizienzWie stabil laufen unsere Abläufe? Hakt es irgendwo? Ergeben sich daraus Probleme für Service und Produktqualität oder Zufriedenheit der Mitarbeiter?
LogistikKönnen wir schnell und zuverlässig und kostengünstig liefern?
FinanzenSind wir finanziell gewappnet, den aktuellen und zukünftigen Trends zu begegnen?
FinanzkraftKönnen wir erforderliche Investitionen selbst tätigen?
Zugang zu KapitalBekommen wir erforderliche Investitionen jederzeit finanziert?
GewinnmargeIst unsere Gewinnmarge so hoch, dass wir Durststrecken überstehen können?
VerschuldungBeeinflusst unser Grad der Verschuldung unsere Handlungsfähigkeit, um auf externe Trends jederzeit angemessen reagieren zu können.

Wie Sie diesen Fragenkatalog im Rahmen Ihrer Stärken-Schwächen-Analyse formulieren, hängt von Ihrem Geschäftsmodell ab. Ein Handwerker braucht sicherlich andere Detailfragen als ein Einzelhändler oder ein freischaffender Designer. 

An der Art und Weise, wie in dieser Tabelle die Kernfragen zur SWOT-Analyse formuliert sind, sehen Sie noch einmal das Grundprinzip bei der Stärken-Schwächen-Analyse. Eine Stärke oder Schwäche existiert nicht für sich alleine, sondern immer in Verbindung mit einem Einfluss von außen, seien es Kundenwünsche, Markttrends oder Manöver der Konkurrenten.

Anhand dieser Kernfragen zur Stärken-Schwächen-Analyse im Rahmen der SWOT-Analyse erstellen Sie Ihr Stärken-Schwächen-Profil. Vorteil: Es visualisiert die Stärken und Schwächen in Ihrer Firma, so dass Sie auf einen Blick sehen, ob Sie gut oder schlecht aufgestellt sind. Sie können für Ihre Konkurrenzanalyse unser kostenfreies Tool nutzen. 

Schritt 3: Chancen und Risiken ableiten

Nach der Stärken-Schwächen-Analyse nehmen Sie Ihre 10 bis 12 wichtigsten Trends zur Hand und bewerten diese anhand des Stärken-Schwächen-Profils. Daraus ergibt sich, ob ein Trend eine Chance oder ein Risiko für Ihr Unternehmen darstellt.

Den drei größten Chancen und Risiken ordnen Sie nun Ihre wichtigsten 5 Stärken und Schwächen zu. Wenn Sie das in einer Tabelle machen, wie unten gezeigt, können Sie bereits erste Ideen und Stoßrichtungen zu Papier bringen, wie Sie eine Chance profitabel nutzen oder umgekehrt ein Risiko bestmöglich abfedern oder sogar in eine Chance verwandeln.

Die folgende Tabelle zeigt Ihnen, wie einfach das geht.

Erkennen Sie Trends frühzeitig: positive wie negative.

Am Beispiel dieser SWOT-Tabelle sehen Sie sehr schön, wie der Analyst bereits an einigen Stellen Überlegungen zur Umsetzung vorgenommen hat. Darüber sprechen wir detailliert im nächsten Abschnitt.

Schritt 4 der SWOT-Analyse: Maßnahmen definieren

Mit dem Stärken-Schwächen-Profil, den Trends sowie den sich daraus ergebenden Chancen und Risiken haben Sie die wesentlichen Elemente der SWOT-Analyse erarbeitet. 

Nun geht es darum, die jeweiligen Maßnahmen zu bestimmen, mit denen Sie die wichtigsten Risiken verringern und von den Chancen profitieren können. Schreiben Sie in diesem Teil der SWOT Analyse entsprechend detailliert auf, wie Sie auf die wichtigsten 3-4 Risiken reagieren werden und welche Maßnahmen Sie planen um von den 3-4 Chancen profitieren zu können. Nutzen Sie dabei unser kostenloses SWOT Analyse Tool, das Sie Schritt für Schritt zu Ihrer fertigen SWOT Analyse führt.

Die geplanten Maßnahmen aus der SWOT-Analyse sollten Sie jetzt budgetieren, in den Finanzplan einarbeiten umsetzen.

3. SWOT-Analyse Beispiel: Malermeister Meier

Wie man die SWOT Analyse in der Praxis anwendet zeigen wir mit unserem fiktiven SWOT Analyse Beispiel auf. Malermeister Meier eruiert dabei zuerst seine Stärken und Schwächen. Darauffolgend schreibt er die wichtigsten Trends auf und entscheidet dann, ob der jeweilige Trend als Chance genutzt werden kann oder ob ein Risiko für sein Geschäft besteht. Abschließend legt er fest, mit welchen Maßnahmen er auf die Risiken reagieren und wie er von den Chancen profitieren kann. Zu unserem Praxisbeispiel bei der SWOT-Analyse gelangen Sie hier.

4. Nutzen Sie unser kostenfreies SWOT-Analyse Tool

Wir von Für-Gründer.de haben eine Reihe an kostenlosen Tools für Ihren Businessplan entwickelt. Unter Anderem haben wir auch ein SWOT-Analyse Tool erstellt, mit dem Sie Ihre SWOT-Analyse in wenigen Minuten selbst erstellen können. Das SWOT Analyse Tool ist Excel basiert und kann hier runtergeladen werden.

5. Diese Fehler sollten Sie bei Ihrer SWOT-Analyse vermeiden

Die SWOT-Analyse ist ein mächtiges Tool, mit der Sie Ihre langfristige Unternehmensentwicklung steuern können. Trotzdem gibt es in der Praxis immer wieder typische Problem und Fehler, die Gründer oder Unternehmer bei der SWOT-Analyse machen.

Ein großer Fehler ist es, die SWOT-Analyse zu umfangreich und zu kompliziert anzugehen. Dann droht die Paralyse durch Analyse, bei der die Umsetzung der SWOT-Analyse zu kurz kommt. Weitere Probleme können entstehen, wenn die Analyse zu unentschiedenen Ergebnissen führt. Häufig dient die SWOT-Analyse auch einem Alibi. Wenn der Gründer sein Vorhaben ohnehin umsetzen will, wird die SWOT-Analyse so formuliert, dass sie die Entscheidung zur Gründung unterstützt. Ein weiterer Fehler ist es, Stärken und Schwächen unabhängig von einer Bezugsgröße zu formulieren. Das ist falsch, weil Stärken und Schwächen immer in Bezug auf Kundenbedürfnisse und vorhandenen Wettbewerbern gesehen werden müssen.

Diese Fehler und Probleme können Sie vermeiden. Wir haben Ihnen das Grundprinzip gezeigt, das von der Umfeldanalyse ausgeht und im ersten Schritt Trends identifiziert. Diese Trends sind die Perspektive und der Blickwinkel bei der anschließenden Analyse der Stärken und Schwächen und der Ableitung der Chancen und Risiken. Mit unserer dreistufigen Methode konzentrieren Sie sich auf die 3 bis 5 wichtigsten Chancen und Risiken, denen Sie Ihre jeweils 5 größten Stärken und Schwächen gegenüberstellen. Damit haben Sie ein einfaches Verfahren kennengelernt, mit dem Sie schnell zum Ziel kommen. 

TIPP

Ihre Stärken sind dann echt, wenn sie Ihnen direkt oder indirekt mehr Kunden bringen.

6. Weitere Anwendungsmöglichkeiten der SWOT-Analyse

Für Sie als Gründer ist die SWOT-Analyse ein wichtiger Bestandteil im Businessplan. Auch der junge oder etablierte Unternehmer tut gut daran, eine SWOT-Analyse regelmäßig durchzuführen, zum Beispiel im Rahmen einer jährlichen SWOT-Analyse. Die folgende Liste zeigt weitere Beispiele, wie Sie die SWOT-Analyse in der Praxis anwenden.

  • Entwicklung neuer Produkte oder Dienstleistungen: Hier soll die SWOT-Analyse helfen, die Marktchance dieser Innovationen zu überprüfen.
  • Aufnahme neuer Sortimentsbereiche im Einzelhandel: Wie ist der Wettbewerb für dieses Sortiment am Standort? Sind unsere Mitarbeiter in der Lage, diese Sortimente anzubieten? Werden die typischen Käufer für dieses Sortiment uns als Anbieter akzeptieren? Werden unsere Kunden dieses neue Sortiment schätzen? Solche Fragen beantwortet die SWOT-Analyse in diesem Beispiel.
  • Filialisierung an neuen Standorten: Am Standort A ist das Geschäftsmodell profitabel, wird es das auch am Standort B sein? Die SWOT-Analyse, bei der speziell die Gegebenheiten am neuen Standort untersucht werden, soll es herausfinden. Gerade für Gründer im Bereich Franchising ist diese Anwendung der SWOT-Analyse sehr wichtig.

Fazit - SWOT-Analyse

Gründer verwenden die SWOT-Analyse vor allen Dingen im Businessplan. Die Umfeldanalyse, die neutrale Einschätzung der Stärken und Schwächen und die Ableitung von Chancen und Risiken soll die Marktfähigkeit des neu zu gründenden Unternehmens aufzeigen. Eine aussagekräftige SWOT Analyse ist nicht nur für Sie selbst und Ihre Unternehmensstrategie wichtig. Auch Kapitalgeber interessieren schauen sich in der Regel die SWOT Analyse sehr genau an.

Etablierte Unternehmen sollten die SWOT-Analyse wenigstens einmal im Jahr durchführen. Ganz wichtig ist die SWOT-Analyse für jede Form von Markteintrittsstrategie, sei es, dass Sie ein neues Produkt, ein neues Sortiment, eine neue Dienstleistung lancieren oder an einem weiteren Standort Ihr Geschäftskonzept multiplizieren.

Wichtig ist, dass Sie eine möglichst ehrliche SWOT Analyse erstellen - jedes Unternehmen offenbart Schwächen. Die Frage ist nur, ob man sich der Schwächen bewusst ist und wie man mit daraus resultierenden Risiken umgeht. Das gleiche gilt natürlich auch für die Chancen: Sind Sie bereit, auf große Chancen entsprechend flexibel zu reagieren?

Sind Sie Gründer? Dann haben Sie mit der SWOT Analyse das letzte Kapitel des Businessplans erstellt – Gratulation! Nun geht es darum, eine kurze, prägnante Zusammenfassung – das sogenannte Executive Summary – zu schreiben. Wenn Sie Unterstützung beim Businessplan brauchen, empfehlen wir Ihnen das geförderte Gründercoaching.

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