Rentabilitätsrechnung: Lohnt sich Ihr Vorhaben?

Nachdem Sie den Kapitalbedarf ermittelt und die Liquditätsplanung sowie den Finanzierungsplan abgeschlossen haben, folgt nun die Rentabilitätsrechnung als Abschluss des Finanzplans. Die Rentabilitätsrechnung gibt Auskunft darüber, ob sich Ihr Vorhaben auch wirtschaftlich lohnt. Ein Finanzplan-Tool hilft dabei, schnell einen Überblick über die Rentabilität zu erhalten.

Wie eine Rentabilitätsrechnung aufgebaut ist und welche Kennzahlen im Mittelpunkt stehen, zeigen wir hier.

Was ist die Rentabilitätsrechnung und wieso ist sie so wichtig?

Wird Ihr Unternehmen alle laufenden Kosten decken und darüber hinaus noch Gewinne erwirtschaften? Dazu gibt die Rentabilitätsrechnung Auskunft. Alle bisher im Finanzplan festgehaltenen Zahlen zur Gewinn- und Verlustrechnung fließen hier ein. Die Rentabilitätsrechnung gibt an, wie viel Umsatz erreicht wird und wie hoch die Margen ausfallen. Daraus wird ersichtlich, wie erfolgreich ein Unternehmen sein wird und ob es auch konkurrenzfähig ist.

In der Rentabilitätsrechnung wird der geplante Umsatz den geplanten Kosten gegenübergestellt. Diese Vorschau umfasst in der Regel drei volle Geschäftsjahre. Bei kapitalintensiveren Vorhaben sollte sich die Planung über fünf Jahre erstrecken.

    Grundlage der Rentabilitätsrechnung: Plan-GuV
    Grundlage der Rentabilitätsrechnung: Plan-GuV

    Rentabilität im Finanzplan

    Nachdem in den vorherigen Arbeitsschritten alle wichtigen Zahlen im Finanzplan erfasst wurden, erfolgt in der Rentabilitätsrechnung die Zusammenfassung der Plan Gewinn- und Verlustrechnung, die aus folgenden Punkten in einer Mehrjahresübersicht besteht:

    1. Betriebseinnahmen: alle Umsätze, die das Unternehmen erwirtschaftet (siehe Umsatzplanung)
    2. Rohertrag: der Rohertrag errechnet sich aus den Betriebseinnahmen abzüglich der direkten Kosten. Kann auch als Deckungsbeitrag bezeichnet werden.
    3. Ergebnis vor Zinsen & AfA: Rohertrag minus Gründungskosten, Kosten für Personal, Marketing und laufende Kosten
    4. Ergebnis vor Steuern: Ergebnis vor Zinsen abzüglich Zinsen und Abschreibungen auf Investitionen
    5. Ergebnis nach Steuern (Jahresüberschuss): Ergebnis vor Steuern minus Steuern
    Die Rentabilitätsrechnung in Ihrem Finanzplan

    Unter dem Ergebnis nach Steuern finden Sie drei weitere Kennzahlen: Die Bruttomarge, die EBITDA Marge sowie die Netto Umsatzrendite.

    Bruttomarge

    Die Bruttomarge stellt Ihre Umsatzerlöse und den Materialeinsatz in Relation. An der Bruttomarge erkennen Sie, wie viel Sie nach Abzug der Herstellungskosten verdienen und wie kosteneffizient das Unternehmen arbeitet. Die Formel lautet (Roherstrag / Umsatzerlöse) x 100 %. Nehmen wir die Zahlen aus unserer Grafik, so würde die Berechnung im 2. Jahr also folgendermaßen aussehen: (148.931 Euro / 249.214 Euro) x 100 % = 59,8 %.

    EBITDA Marge

    Die EBITDA Marge stellt das Ergebnis im Verhältnis zum Umsatz dar. Diese Kennzahl wird als Erfolgsmesser für das operative Geschäft genutzt, da sie Elemente wie Zinsen, Steuern und Abschreibungen außen vor lässt. Die EBITDA-Marge berechnet sich wie folgt: (EBITDA / Umsatz) x 100 %. Anhand unseres Beispiels ergibt sich folgende EBITDA Marge im 2. Geschäftsjahr: (136.931 Euro / 249.214 Euro) x 100 % =  54,9 %.

    Netto Umsatzrendite

    Die Netto Umsatzrendite (Umsatzrentabilität) gibt Auskunft darüber, wie viel von einem eingenommenen Euro als Gewinn verbucht werden kann. Dieser Punkt der Rentabilitätsrechnung ist sehr wichtig, da Sie an dieser Kennzahl relativ einfach feststellen können, wie viel Spielraum Sie bspw. für Preissenkungen haben oder wie sich erhöhte Kosten auf Ihr Geschäftsmodell auswirken. 

    Die Netto Umsatzrendite berechnet sich wie folgt: (Gewinn / Umsatz) x 100 %. Diese Formel zeigt das Verhältnis zwischen Gewinn und Umsatz in einem bestimmten Zeitraum auf. Setzen wir die Zahlen aus unserem Beispiel ein, ergibt sich folgende Berechnung: (104.763 Euro / 249.214 Euro) x 100 % = 42 %.

    TIPP

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    Die Eigenkapitalrendite als weitere Kennzahl zur Berechnung der Rentabilität

    Es gibt außer den drei oben erläuterten Kennzahlen noch weitere Kennzahlen zur Betrachtung und Analyse der Rentabilität, die allerdings für Gründer weniger relevant sind – ganz im Gegensatz zur Eigenkapitalrendite (EKR): Insbesondere Investoren achten verstärkt auf diese Kennzahl. Somit ist die EKR bereits für Gründer wichtig.

    Anhand der Berechnung (Gewinn / Eigenkapital) x 100 % lässt sich erkennen, inwieweit sich das Eigenkapital innerhalb einer bestimmten Periode verzinst hat. Es ist ein signifikanter Unterschied, ob Sie 10.000 Euro an Eigenkapital einsetzen und damit pro Jahr 100 Euro Gewinn machen (Eigenkapitalrendite 1 %), oder ob Sie 100 Euro erwirtschaften und dabei „nur" 1.000 Euro Eigenkapital einsetzen (Eigenkapitalrendite 10 %). Anhand der EKR erkennt man, wie rentabel die Investition in das Unternehmen im Vergleich zu anderen Investitionsmöglichkeiten ist.

    Fazit: Die Rentabilitätsrechnung – Orientierung für Gründer und Geldgeber

    Wird Ihr Unternehmen alle laufenden Kosten decken und darüber hinaus Gewinne erwirtschaften? Dies haben Sie in diesem Abschnitt überprüft. Hier sind alle Zahlen eingeflossen, die Sie bisher in Ihren Finanzplan eingebracht haben. Die wichtigsten Kennzahlen und Margen zeigen Ihnen nun, ob Sie noch an Ihrem Geschäftsmodell feilen müssen oder ob Sie bereit sind, den nächsten Schritt zu gehen.

    Wenn Sie alle bisherigen Themen durchgearbeitet haben, ist Ihr Finanzplan fertig! Nun gilt es, noch einmal alle Zahlen zu prüfen. Im nächsten Schritt geht es darum, Ihren Businessplan fertigzustellen – dazu müssen Sie noch eine SWOT-Analyse durchführen und Ihre Executive Summary schreiben.