Von der Uni zum Start-up – emmasbox, Volo und Edge



Dass aus Studienabbrechern Milliardäre werden können, gehört dank Gates, Zuckerberg und Co schon lange zur Start-up Folklore. Man muss jedoch nicht zwingend sein Studium schmeißen. Universitäre Gründerzentren, wie beispielsweise die an den Münchner Hochschulen, bieten Studenten Raum und Beratung für ihre Gründungsvorhaben. So sind schon aus einigen innovativen Abschlussarbeiten und Promotionen erfolgreiche Unternehmen geworden. Mit emmasbox, Volo und Edge schauen wir uns heute drei vielversprechende Beispiele für Geschäftsideen aus der Uni genauer an.

Mit emmasbox kommen online bestellte Lebensmittel frisch beim Kunden an

Immer mehr Anbieter drängen auf den Markt für den Online-Lebensmittelhandel. Ein bisher ungelöstes Problem in der Logistik ist jedoch die Kühlkette von verderblichen Produkten bis zum Verbraucher. Versehen mit Trockeneis kann der Paketinhalt etwa 48 Stunden auf Temperatur gehalten werden. Was passiert jedoch, wenn der Empfänger nicht zu Hause angetroffen wird und die Ware mehrere Tage im Postlager verbringt? Momentan übertragen die meisten Online-Händler die Verantwortung für den rechtzeitigen Empfang ihren Kunden. So senken sie zwar das unternehmerische Risiko, doch dürfte diese Problematik einem Durchbruch der Branche noch im Wege stehen.

emmasbox bewahrt verderbliche Waren sicher auf.
emmasbox bewahrt verderbliche Waren sicher auf bis der Kunde sie abholt.

Eine Lösung könnten die mit aktiver Kältetechnik versehenen Abholstationen der Geschäftsidee emmasbox sein. Das System erinnert stark an die Paketstationen der Deutschen Post, mit dem Unterschied, dass die Fächer auf bis zu 20° Celsius unter dem Gefrierpunkt gekühlt werden können. Als Standorte für die Abholstationen bieten sich sowohl hochfrequentierte Innenstadtlagen, wie U-Bahn-Stationen oder Bahnhöfe, als auch Plätze unmittelbar vor Supermärkten an. Die open ideas GmbH, das Unternehmen hinter der Abholstation „emmasbox”, betreibt die Abholstationen nicht selbst, sondern vertreibt diese an Supermarktketten und unabhängige Betreiber.

Das Start-up beschäftigt derzeit über 10 Mitarbeiter und zählt Einzelhändler aus Deutschland und Österreich zu seinen Kunden. Die ersten Stationen sollen in Zusammenarbeit mit der österreichischen Pfeiffer-Gruppe nächstes Jahr in Wien und Linz aufgestellt werden. Für die internationale Expansion haben die Münchner eine siebenstellige Finanzierung aufgenommen. Weitere Informationen zu emmasbox erhalten Sie hier.

Volo – Das Uber für Lieferservices

Volo ermöglicht es Restaurants und lokalen Geschäften ihre Endkunden mit einer speziell ausgerüsteten Flotte zu beliefern. Diese Firmen haben oft keine Möglichkeit an ihre Kunden zu liefern, da der Aufbau einer eigenen Flotte oft unrentabel und aufwendig ist.

Volo setzt auf die Crowd und vermeidet dadurch eine hohe Kapitalbindung. Statt in  eigene Fahrzeuge und Fahrer zu investieren, haben sie eine Plattform entwickelt, auf der sich jeder Interessierte als Kurier anmelden und Lieferaufträge annehmen kann, sei es der Student mit seinem Fahrrad oder der selbstständige Transportdienstleister mit seinem Lieferwagen. Die Fixkosten bleiben gering, da jeder Fahrer nur für die ausgeführten Aufträge bezahlt wird.

Um die Kompetenz der Fahrer sicherzustellen, wird jeder Kandidat einem strengen Screening und Trainingsprozess unterzogen. Des Weiteren können Sender und Empfänger die Fahrer bewerten, um die Lieferqualität und Motivation der Fahrer langfristig aufrechtzuerhalten. Eine intuitiv nutzbare App ermöglicht es dem Händler mit nur wenigen Klicks einen Fahrer zu rufen, ohne dabei den Geschäftsablauf zu stören. Intelligente Algorithmen wählen den am besten geeigneten Fahrer für den Auftrag automatisch aus und ermöglichen so eine hocheffiziente Organisation des Liefernetzwerks.

  • Das Start-up Volo sitzt im Inkubator Wayra in München und stellt sich in unserem Video im kurzen Pitch vor.

Lichtkunst für alle mit Edge

Projection Mapping ist ein Begriff aus der Lichttechnik. Er beschreibt eine Technik, bei der eine Projektion mit einem herkömmlichen Video-Beamer auf ein reales Objekt angepasst wird. Mit dieser Methode lassen sich überraschende Effekte erzielen. Durch das Spiel mit der Perspektive entsteht die optische Täuschung, dass sich das Objekt physisch verändert. Um diesen Effekt zu erreichen, wird am Computer ein 3D-Model des Objektes erstellt, welches später auf Selbiges projiziert wird. Die Hard- und Software, die beim Projection Mapping zum Einsatz kommt, ist meist komplex und teuer.

Darstellung der Edge App
So einfach könnten Botschaften bald mit der neuen Technik auf unterschiedlichste Flächen platziert werden. Foto/Copyright: Fischbock, Häutle, Sörnsen

Drei junge Kieler haben eine Lösung entwickelt, die erschwinglich und leicht bedienbar sein soll. Das EDGE getaufte System wird an einen handelsüblichen Beamer angeschlossen und erfasst mit einer integrierten Kamera den Raum. Über einen PC oder ein Tablet kann dieser dann mit einer intuitiv bedienbaren Software direkt mit Leben gefüllt werden. Damit richtet sich die Geschäftsidee beispielsweise an Betreiber von Diskotheken und Clubs, die ihre Inneneinrichtung durch ausgefallene Lichteffekte und Animationen aufwerten möchten.

Hässliche Früchtchen, eine Klimajacke und essbare Kaffeedeckel, hier finden Sie drei weitere Geschäftsideen von Studenten.

Eine gute Förderung für den Weg in die Selbstständigkeit bietet übrigens das EXIST Gründerstipendium für Studenten und Absolventen an der Hochschule.

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