Traineeprogramme als neue Art des Berufseinstiegs



Immer mehr Unternehmen bieten Trainee-Stellen an. Und immer mehr junge Menschen greifen auf diese Möglichkeit des Berufseinstiegs zurück. Diese Art des Einstiegs birgt für beide Seiten Vorteile. Ein flexibleres Arbeitsverhältnis und besseres Ausloten der Potenziale von Mitarbeitern sind nur einige von vielen Vorteilen.

Traineeprogramme – Bei Unternehmen und Absolventen sehr beliebt

Trainee-Programme für Berufseinsteiger existieren bei Deutschlands großen Unternehmen seit 30 Jahren, sie geraten neuerdings aber auch immer stärker in den Fokus mittelständischer Unternehmen. Über die Hälfte aller Firmen hat sich die Einrichtung von Trainee-Stellen auf die Fahnen geschrieben. Vor allem Start-ups wissen die Vorteile, die sich ihnen dadurch bieten, zunehmend zu schätzen. Umgekehrt wird auch bei Absolventen die Möglichkeit immer beliebter, sich in einem begrenzten Zeitraum von 12 oder 24 Monaten unter Beweis zu stellen. Trainee-Stellen sind wie geschaffen für einen optimalen Übergang von der akademischen Welt in Praxis eines Unternehmens.

Traineeprogramme werden immer häufiger für den Berufseinstieg genutzt
Traineeprogramme werden immer häufiger für den Berufseinstieg genutzt. (Foto: ©Flickr – EU Social unter CC BY-ND 2.0)

Offen für Neues

Ein perfekter Uni-Abschluss muss hier genauso wenig sein wie eine versierte Berufserfahrung. Im Gegenteil: Das schlummernde Potential lässt sich weitaus besser bergen und auch Studienabbrechern, Kreativköpfe oder Quereinsteigern bringen ihre Kompetenzen für den unternehmerischen Erfolg ein. Passion und Leidenschaft sind ausschlaggebend für den Karrierestart. Die Chemie zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer muss stimmen. Was ohnehin schon – spätestens im Bewerbungsgespräch – ein wichtiges Kriterium ist, entscheidet hier von Beginn an über die weitere Zusammenarbeit.

Mehr als nur eine Alternative

Deswegen handelt es sich auch nicht um ein Praktikum de luxe, sondern um einen Karrierestart in einem Unternehmen. Das Bewerbungsverfahren setzt ebenso hohe Standards wie im Falle einer Festanstellung. Das Gehalt liegt üblicherweise nur zehn Prozent unter dem eines Direkteinsteigers. Nicht selten gibt es vor Ablauf der vereinbarten Zeit einen Abbruch und die Mitarbeit geht in einen Festanstellung über.

Beim Nachwuchsprogramm beweisen kleinere Unternehmen Kreativität: Sie legen selbst die Ausbildungsinhalte, Dauer und Bezahlung fest. Umgekehrt sind Trainees sehr auf Learning by Doing angewiesen, denn eine hauseigene Akademie können nur Großkonzerne vorweisen. Selbst Workshops mit externen Dozenten sind in der Welt der Start-ups eher eine Seltenheit. Auch die Bezahlung hinkt im direkten Vergleich etwas hinterher. Etwa 10.000 Euro weniger sind hier anzusetzen.

Mobilität – Garant für den Erfolg 

Über 90 Prozent der Absolventen mögen diese Form des Berufseinstieges. Die drei Top-Kriterien, die für den Berufsstart als Trainee angegeben werden, sind die persönliche Betreuung, gezielte Personalentwicklungsmaßnahmen und inhaltliche Vielfalt. Zudem ermöglicht der Einblick in mehrere Abteilungen, ein Gefühl für die Arbeitsabläufe zu entwickeln und den Horizont über die eigene Tätigkeit hinaus zu erweitern.

Gemeinsam mit anderen Trainees entstehen Netzwerke, ohne die heutzutage gar nichts mehr geht: Von diesem Vorteil lässt sich noch Jahre später profitieren. Die Festanstellung sieht meist eine Bindung an ein bestimmtes Team vor. Weil der Absolvent sich ausprobieren kann, ist in der späteren Anstellung die passenden Funktion schnell gefunden und der zielgerichtete, gewinnbringende Einsatz der Stärken möglich.

Sich aktiv einbringen zu können, gleichzeitig aber noch unter „Welpenschutz“ zu stehen, empfinden viele Trainees als Vorteil, um ihre Fähigkeiten voll auszuschöpfen. Bereichsübergreifend zu denken, fördert nicht nur den Ideenreichtum, sondern auch spätere Führungsqualitäten und stellt die Verbesserung der Soft Skills auf eine breitere Ebene. Weil die Mitarbeiter mit Hilfe zur Seite stehen und viel Feedback vom Chef oder von einem Mentor kommt, entsteht auf diese Weise eine steile Lernkurve. Für die Entwicklung des zukünftigen Mitarbeiters ist all dies Gold wert. Das ersetzt in vielen Berufseinstiegen die kleinen Abstriche in der Lohntüte.