Worauf ihr 2021 beim Wechsel des Geschäftskontos achten solltet



Wenn ihr euch schon vor einiger Zeit selbstständig gemacht habt, habt ihr höchstwahrscheinlich schon ein Geschäftskonto. Möglicherweise seid ihr damit nicht zufrieden und überlegt euch, den Anbieter zu wechseln.

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Mit diesen Tipps gelingt der Geschäftskontowechsel 2021 schnell und einfach. (Foto: Unsplash)

Bevor ihr das tut, solltet ihr euch jedoch mit der Materie auseinandersetzen, damit ihr ganz genau wisst, worauf es beim Wechsel des Geschäftskontos ankommt, und was ein gutes von einem schlechten Angebot unterscheidet. Damit seid ihr auf der sicheren Seite und werdet den Wechsel nicht bereuen.

Welche Erleichterungen bringen Geschäftskonten? 5 Dinge im Überblick

Ein Geschäftskonto erleichtert euch die Arbeit erheblich. Falls ihr noch keines habt, weil ihr als Selbstständige oder Freiberufler laut Gesetz keines braucht und bisher alles über euer Privatkonto abgewickelt habt, schadet es nicht, sich doch einmal mit dem Gedanken auseinandersetzen, ob ihr euch nicht doch eines zulegen wollt.

Hier 5 Dinge, die ganz klar für ein Geschäftskonto sprechen:

1. Besserer Überblick

Das Geschäftliche sollte man vom Privaten trennen. Wenn man nach einer bestimmten geschäftlichen Transaktion sucht, muss man sich nicht durch sämtliche private Transaktionen wühlen, sondern hat alles, was das Geschäft betrifft, auf einem separaten Konto – und zwar nur dort. Wie das Unternehmen finanziell gerade dasteht, lässt sich dann auch besser einschätzen.

2. Erleichterte Steuererklärung

Ein separates Geschäftskonto erleichtert auch die Steuererklärung, da die Transaktionen nicht zuerst auseinandergedröselt und in „geschäftlich“ und „privat“ eingeteilt werden müssen. Außerdem gelten Kontoauszüge eines Geschäftskontos dem Finanzamt gegenüber als Nachweis für Belege.

3. Lastschriftverfahren

Ein Geschäftskonto bietet zudem die Möglichkeit, ein Lastschriftverfahren für Kunden einzurichten, sodass offene Beträge direkt von deren Konto abgebucht werden können, ohne dass sie jedes Mal eine Überweisung an euch tätigen müssen.

4. Bessere Unterstützung seitens der Bank

Führt man ein Geschäftskonto, bekommt man häufig von der Bank oder dem Anbieter Unterstützung, die einem die Abrechnung und Rechnungsstellung erleichtern.
Außerdem ist es einfacher, mehrere Kontobevollmächtigte zu ernennen oder zusätzliche Kreditkarten zu beantragen.

5. Kein Stress mit der Aufbewahrungspflicht

Belege, die mit dem Geschäft zu tun haben, müssen mindestens zehn Jahre lang aufbewahrt werden – dazu zählen auch Kontoauszüge. Bei privaten Kontoauszügen gibt es eine solche Frist nicht. Möchte man also die privaten Auszüge nicht so lange aufbewahren, empfiehlt sich das Geschäftskonto, sodass man wirklich nur die geschäftlichen Dinge zehn Jahre lang aufheben muss.

Woran erkennt ihr ein gutes Geschäftskonto?

Manche Anbieter von Geschäftskonten werben mit kostenloser Kontoführung. Das hört sich im ersten Moment hervorragend an. Schaut man dann jedoch in die Preisliste, stellt man oft fest, dass für jede Transaktion und Dienstleistung eine Gebühr fällig wird. So kann sich das kostenlose Konto schnell zu einem hohen Kostenpunkt auswachsen. Schaut euch deshalb vor der Eröffnung eines Kontos immer genau die Bedingungen an.

Andere Anbieter gewähren euch eine bestimmte Anzahl an kostenlosen Kontenvorgängen innerhalb eines bestimmten Tarifs an. Je nach Anzahl der Transaktionen pro Monat kann ein solches Kontomodell günstiger sein als die „kostenlose“ Variante, bei der man für jede Transaktion etwas bezahlen muss. Anhand eurer Erfahrungswerte könnt ihr ermitteln, wie hoch die Anzahl eurer monatlichen Transaktionen ist. Dies solltet ihr dann unbedingt in die Auswahl eures neuen Geschäftskontos miteinbeziehen und Anbieter miteinander vergleichen.

Ein kostenloser Kundenservice ist bei der Auswahl eines Anbieters auch nicht zu unterschätzen. Falls doch einmal etwas schiefgeht, seid ihr froh, wenn ihr einen kompetenten Ansprechpartner habt, der euch schnell – und kostenlos – weiterhelfen kann.

Wenn ihr viel mit Karte bezahlt oder Geld abhebt, stellt euch ein guter Anbieter außerdem mindestens eine kostenlose Kredit- oder Debitkarte zur Verfügung, mit der ihr in Euro-Ländern kostenlos bezahlen könnt, und auch mehrmals pro Monat kostenlos Geld abheben könnt. Achtet bei Kreditkarten auch darauf, dass das Limit nicht zu niedrig ist für eure Bedürfnisse.

Damit ihr auch immer einen Überblick über eure Finanzen habt, und auch von unterwegs aus Transaktionen durchführen könnt, sollte ein guter Geschäftskontenanbieter auch eine App im Programm haben, die euch Online-Banking erlaubt.

Mitarbeiterkarten: Firmenkarten für Mitarbeiter als Extra

Falls ihr mehrere Mitarbeiter/innen habt, die sich bisher immer eine Firmenkarte geteilt haben, könnt ihr euch überlegen, zu einem Anbieter zu wechseln, der für sämtliche oder zumindest für mehrere Mitarbeiter/innen kostenlos eine Karte zur Verfügung stellt.

So lassen sich Engpässe vermeiden, wenn zum Beispiel zwei Mitarbeiter/innen gleichzeitig auf Geschäftsreise sind und eine Karte benötigen.

Wenn jede/r seine eigene Karte hat, ist es außerdem möglich, dass der/die Karteninhaber/in seine Abrechnungen selbst ins Buchhaltungssystem hochlädt. Auf diese Weise können Abrechnungen auch leichter den einzelnen Angestellten zugeordnet werden, als wenn nur eine Karte verfügbar ist, über die sämtliche Transaktionen laufen.

Online-Bank oder Bank vor Ort: Die richtige Wahl treffen

Bei diesem Thema scheiden sich die Geister. Für manche ist es bequemer, die Hausbank direkt um die Ecke zu haben, manche anderen legen keinen Wert auf Service und sind mit einer Online- oder Direktbank zufrieden. Je nach den eigenen Bedürfnissen sollte man entscheiden, wie wichtig einem die Bank vor Ort ist.

Wer viel mit Bargeld zu tun hat – ganz gleich ob Ein- oder Auszahlungen – ist wahrscheinlich bei einer Bank mit gut ausgebautem Automatennetzwerk am besten aufgehoben. Viele Online-Banken oder Kontenanbieter haben jedoch Kooperationen mit anderen Banken, sodass die Kunden die Automaten kostenlos oder zu einem vergünstigten Preis nutzen können.

Es lohnt sich also auch in diesem Fall, sich darüber zu informieren, ob der Kontoanbieter einem Automatenverbund angehört.

Für manche Unternehmer ist es zudem wichtig, einen Ansprechpartner vor Ort zu haben, vor allem, wenn es um Dienstleistungen wie Kreditvergabe oder sonstige Verhandlungsgespräche geht.

In der Regel sind die Geschäftskonten bei Filialbanken nicht so günstig wie bei Online-Banken, denn der zusätzliche Service möchte schließlich auch finanziert werden.

Wem die persönliche Beratung nicht so wichtig ist und wer sich auch mit einem telefonischen Kundenservice begnügen kann, fährt bei der Auswahl einer Online-Bank oder eines anderen Online-Kontenanbieters häufig günstiger.

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Ein Geschäftskonto hilft dabei, den Durchblick zu bewahren. (Foto: Tumisu via pixabay.com)

Kontoeröffnung und Wechsel zur neuen Bank: in wenigen Schritten zum Ziel

Habt ihr euch für ein neues Geschäftskonto entschieden, unterstützen euch manche Anbieter damit, den Umzug so einfach wie möglich zu gestalten.

Eröffnet das Konto beim neuen Anbieter, teilt ihm sämtliche Daueraufträge des bisherigen Kontos mit, damit diese auf dem neuen Konto gleich mit eingerichtet werden können.

Ändert auf sämtlichen Dokumenten und Rechnungen eure Kontodaten und informiert eure Kunden über die neue Kontoverbindung.

Es empfiehlt sich, das bisherige Geschäftskonto noch einen oder zwei Monate weiterlaufen zu lassen, bis alles reibungslos mit dem neuen Konto läuft. Falls ihr das alte Konto gleich kündigen möchtet, könnt ihr das selbstverständlich auch tun. Falls dort noch Zahlungen eintreffen, wird der bisherige Anbieter diese auf das neue Konto weiterleiten.

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