Studenten mit Kleinbus besuchen Gründer in Afrika



Eine Gruppe Karlsruher Studenten bereist Gründerhotspots weltweit – Orte wie Berlin, Tel Aviv sowie das Silicon Valley waren schon dabei. Sie nennen sich Pioniergarage. Was sie motiviert? Der Austausch mit erfolgreichen Gründern, die Frage was diese Orte so besonders macht und der Wissenstransfer nach Deutschland sind einige der Gründe. Drei von ihnen haben sich nun einen Kontinent auf die Fahne geschrieben, der nicht gerade für Innovation und wirtschaftliche Stärke bekannt ist: Afrika. Was die drei Studenten trotzdem dorthin zieht, verraten sie uns im Interview.

 

Für-Gründer.de: Was motiviert drei Studenten aus Karlsruhe für 5 Monate den Hörsaal zu verlassen, um mit dem Kleinbus durch Afrika zu touren?

Philipp Hoening: Uns drei verbindet das Interesse für das Thema Entrepreneurship und die Begeisterung fürs Reisen. In diesem Zusammenhang haben wir uns in der Vergangenheit bereits von etablierten Gründerstandorten, wie dem Silicon Valley oder Tel Aviv ein Bild machen können. Allerdings wussten wir bei diesen Besuchen bereits im Voraus, was uns erwarten würde.

Nach und nach kamen wir auf die Idee, dass es doch viel interessanter wäre, Orte zu besuchen, zu denen in diesem Bezug wenig bekannt ist. Da uns Afrika ohnehin fasziniert, stand unser Vorhaben somit fest: Wir erkunden die afrikanische Gründerszene auf einer Tour mit dem Auto quer durch den Kontinent.

Die drei Pioniere im Bild:  (v.l.n.r) Philipp Hoening, Martin Kummann, Max Ittermann
Die drei Pioniere im Bild: (v.l.n.r) Philipp Hoening, Martin Kummann, Max Ittermann

Für-Gründer.de: Was macht gerade Afrika spannend?

Martin Kummann: Afrika ist ein Kontinent, der trotz seiner vielen Bewohner, der Reichhaltigkeit an Bodenschätzen und seiner enormen Größe, wirtschaftspolitisch heute kaum eine Rolle spielt. Die Wachstumszahlen einiger Volkswirtschaften, wie etwa Sierra Leone, lassen aber erahnen, dass sich dies in naher Zukunft verändern wird.

Afrika ist ein Ort, an dem sich noch viel Neues entdecken lässt. Die Voraussetzungen verglichen mit einer Industrienation wie Deutschland sind grundverschieden. Dies alles macht für uns den Reiz an Afrika aus.

Für-Gründer.de: Wie sieht eure Reiseplanung aus?

Philipp Hoening: Spätestens Ende Januar wollen wir über die Straße von Gibraltar nach Marokko übersetzen, um dort die ersten Jungunternehmer zu treffen. Von hier aus geht es an der Atlantikküste entlang Richtung Süden durch Mauretanien bis Westafrika. Der darauffolgende Abschnitt von Senegal bis nach Nigeria stellt sich für uns durch seine Heterogenität besonders vielversprechend dar. Von Nigeria geht es weiter nach Zentralafrika durch Kamerun, Gabun, Kongo, Angola und Namibia bis nach Südafrika. Hier wollen wir unsere Fahrt beenden und bis spätestens Ende Juni zurück nach Deutschland fliegen.

Für-Gründer.de: Ist so eine Tour nicht auch gefährlich? Was müsst ihr bei euren Vorbereitungen beachten?

Max Ittermann: Natürlich lauern bei solch einer Tour diverse Gefahren. Wir haben in den letzten Wochen mit einigen Leuten gesprochen, die schon Reiseerfahrung in Afrika gesammelt haben. Der allgemeine Tenor war, dass sich das Risiko durch ein angemessenes Verhalten in Grenzen hält. So werden wir uns vor der Einreise für jedes Land über Gepflogenheiten und die aktuelle Sicherheitslage informieren.

Für-Gründer.de: Welche Ziele verfolgt ihr mit der Tour?

Die Reiseroute - 20.000km durch Afrika
Die Reiseroute – 20.000km durch Afrika

Max Ittermann: Das zentrale Ziel liegt darin, afrikanischen Jungunternehmern und ihren Ideen eine Bühne zu bieten. Allzu oft ist es nämlich das Problem, dass Afrika häufig nur unter Aspekten der Entwicklungshilfe betrachtet wird, nicht aber als ernst zu nehmender wirtschaftlicher Partner.

Wir möchten versuchen dies ein Stück weit zu verändern und dabei helfen, bestehende Schranken und Vorurteile abzubauen.

Für-Gründer.de: Wie finanziert ihr euch?

Martin Kummann: Eine solch umfassende Reise erfordert selbstverständlich auch eine ordentliche Finanzierung. Wir sind aktuell noch mit einigen Organisationen und Unternehmen im Gespräch, die eine Förderung in Erwägung ziehen. Feste Zusagen fehlen uns noch, weshalb wir offen gegenüber weiteren Fördermöglichkeiten sind.

Für-Gründer.de: In welcher Form kann ich an euren Tourerfahrungen teilnehmen?

Philipp Hoening: Sowohl auf unserem Blog ideasmadeinafrica.de als auch unter facebook.com/ideasmadeinafrica kann unsere Tour verfolgt werden. Neben Berichten, Interviews und Fotos, werden wir eine Serie von Videobeiträgen veröffentlichen. In diesen wollen wir unsere Erfahrung und Eindrücke vor Ort möglichst authentisch wiedergeben.

Für-Gründer.de: Wir wünschen euch viel Erfolg bei eurer Reise und freuen uns auf eure Berichte!

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