Start-up-Push durch Frank Thelen



Ende 2019 hat Frank Thelen DHDL verlassen. Doch nach wie vor ist er als erfolgreicher Investor und Berater für Start-ups tätig. Wir stellen sechs Start-ups vor, die der bekannte Unternehmer besonders gepusht hat.

#1 Xentral

Xentral ist ein ERP-System, das Thelens Unterstützung erst ablehnte – um dann umso erfolgreicher mit dem Investor zusammenzuarbeiten. Denn eigentlich war das Unternehmen komplett eigenfinanziert.

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Schulterschluss mit Frank Thelen: Dass es einmal so kommt, war anfänglich gar nicht abzusehen. Umso stärker wuchs das Unternehmen mit der Begleitung des Profis. (Foto: Xentral)

Ende 2017 dann kam das Angebot von Thelens Investmentgesellschaft Freigeist Capital. Es anzunehmen, war offenbar eine gute Entscheidung, wie Co-Founder Benedikt in unserer Gründerstory bestätigt:

Was uns dann wirklich überrascht hat: Es ging direkt los. Wir haben den Namen geändert, davor hießen wir WaWision, sind in ein neues Office gezogen, haben 20 neue Mitarbeiter eingestellt und arbeiten gemeinsam mit Freigeist Capital an den nächsten Schritten. Es ist super, so einen starken Partner mit Hands-on-Mentalität mit im Boot zu haben.

Das ist es, was viele Start-ups berichten: Die Anpacker-Haltung von Thelen. Damit ist er ein verlässlicher Investor, der nicht nur redet, sondern die Unternehmen tatkräftig unterstützt.

#2 Ankerkraut

Frank Thelen stieg mit 300.000 Euro für 20 Prozent der Unternehmensanteile in das Gewürz-Start-up ein. Ankerkraut war vorher schon erfolgreich, aber durch Thelens Mitarbeit kam es u. a. zum entscheidenden Marketing-Coup.

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Stefan und Anne haben gut lachen: Als Frank Thelen mit in das laufende Geschäft einstieg, ging es richtig durch die Decke. (Foto: Ankerkraut)

In der Gründerstory verrät Founder Stefan:

Dass wir unsere Gesichter auf den Displays platzieren, war eigentlich die Idee von Frank Thelen. Erst haben wir gedacht „das ist doch völlig verrückt“, letztendlich glauben wir, dass dies ein wichtiger Punkt bei der Weiterentwicklung der Marke war.

Das war natürlich nicht das Einzige, was Thelens Engagement bewirkt hat. Das Start-up fuhr auch 1,5 Millionen Euro mehr Umsatz im Vergleich zum Vorjahr ein.

#3 Pitch

Die Software zum Erstellen von Präsentationen hat Thelen überzeugt. So sehr, dass er mit anderen Investoren in das Start-up der Wunderlist-Gründer einstieg. Sage und schreibe 19 Millionen US-Dollar haben die Gründer so gesammelt.

Einfach heruntergebrochen ist Pitch das dynamischere PowerPoint: Echtzeitdaten aktualisieren sich von selbst, Social-Media-Feeds lassen sich einbinden. Insbesondere für regelmäßige Reportings sind eigenständige Updates ein Segen. Sie sparen Zeit und Unternehmen damit viel Geld.

Derzeit läuft Pitch noch in einer geschlossenen Beta. Wir sind gespannt, wann die App auf den Markt kommt und wie sie sich gegen den Branchenprimus von Microsoft behaupten wird.

#4 Smartlane

Eines der jüngsten Beispiele ist Smartlane: Das Tech-Start-up bekommt von Thelens Venture-Capital-Fonds Freigeist einen einstelligen Millionenbetrag und zugleich die höchste Summe der Thelenschen Investitionsgeschichte.

Smartlane hat eine cloudbasierte KI-Software entwickelt, die Logistikunternehmen in puncto Flotteneffizienz unterstützt: Unter Berücksichtigung aller Faktoren wie Fahrer und Lieferzeiten werden die idealen Routen errechnet. Die Software lernt ständig dazu und bietet dadurch besonders treffsichere Ergebnisse.

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Das Gründeream von Smartlane revolutioniert die Logistik-Branche. (Foto: Smartlane)

Thelen sorgt bei Smartlane jedoch nicht nur für eine kräftige Finanzspritze, sondern liefert auch Know-how und wertvolle Kontakte. Das war dann letztlich auch der Grund, weshalb die Gründerin sich aus über 20 Investoren für ihn entschied.

#5 Kraftblock

Bei Kraftblock handelt es sich um einen thermischen Energiespeicher, der ohne Batterien auskommt. Gespeichert wird die Energie in Containern, welche aus natürlichen Quellen wie Sonne und Wind stammt und in Thermalenergie umgewandelt werden. Diese wiederum wird anschließend als Wärme, Kälte oder Strom genutzt. Auch Industrieabwärme kann gespeichert und genutzt werden. 2018 stieg Thelen mit 20 Prozent Beteiligung in das vielversprechende Start-up ein.

Die Saarbrücker Gründer schaffen eine Lösung für die Zukunft. Auf der Website heißt es:

Kraftblock bietet ein umweltfreundliches, kostengünstiges und skalierbares, modulares Speichersystem für thermische Energie und damit eine wesentliche Säule der Energiewende für den Übergang zu erneuerbaren Energien.

Wie viel genau Thelen investiert hat, ist jedoch geheim. Potenzial dürfte der weitere Weg aber haben, da nachhaltige Lösung wie diese unverzichtbar werden, um dem Klimawandel zu begegnen.

#6 LittleLunch

Wer kennt sie nicht: Omas legendäre Hühnersuppe, die einen bei einer Erkältung schnell wieder auf den Damm bringt. Gesunde und leckere Suppen lassen sich aber auch im Glas kaufen, und zwar in Bio-Qualität. Das hat wohl auch Frank Thelen angesprochen, der sich an Little Lunch beteiligte.

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Knackfrisch und gesund: Bei Little Lunch kommt nur Bio-Gemüse in die Suppe. Ein Konzept, das bei DHDL und Frank Thelen auf Anklang stieß. (Foto: Little Lunch)

Dabei hatte der Investor diese Branche gar nicht im Fokus, wie er dem Stern verriet:

Das Thema Suppe hatte ich bis zu dem Moment nicht auf der Uhr. Mir war in dem Moment nicht klar, dass Bio-Suppe so gut bei den Zuschauern ankommt.

Erst seine damaligen DHDL-Kollegin Judith Williams weckte seine Neugier für die smarten Suppen. Unverhofft kommt eben oft, auch bei Business Angels.

Weitere Investitionen geplant

Wie geht es mit Frank Thelen und den Start-ups weiter? Der Multiunternehmer wird nach wie vor junge Gründer in ihrem wirtschaftlichen Erfolg unterstützen. In einem Interview mit dem Handelsblatt sprach er vom “digitalen Notstand”, in dem Deutschland sich befinden würde. Deshalb wolle er sich künftig mehr auf Tech-Investments konzentrieren. Wir sind gespannt und werden euch über die weiteren Aktivitäten dieser bekannten Gründerpersönlichkeit auf dem Laufenden.

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