Spotrocker: Werbespot-Wettbewerbe für Unternehmen



Bisher war es für Unternehmen üblich, direkt eine Kreativagentur anzusteuern, wenn sie die Produktion eines Werbespots in Auftrag geben wollten. Produziert wird allerdings erst, wenn der Vertrag unterschrieben ist. Spotrocker bietet hierzu nun eine Alternative. Auf der Plattform produzieren Filmemacher Werbespots für ausgeschriebene Aufträge, wovon sich Auftraggeber mehrere Spots aussuchen und mit Geldpreisen belohnen. Wir sprachen mit dem Gründer über das Konzept der Werbespot-Wettbewerbe.

Für-Gründer.de: Hallo Herr Braun, Sie gründeten jüngst ein Unternehmen, das auf den Namen Spotrocker hört. Worum geht es dabei?

Thomas Braun von Spotrocker: Spotrocker ist ein neues Onlineportal für Werbespot-Wettbewerbe, bei dem Brands virale, authentische Spots vollständig durch User erstellen, bewerten und verbreiten lassen und dabei jeder User – ob Producer oder Voter – hohe Geldpreise verdienen kann.

Entscheidend ist, dass es hier weniger um die Produktion von Hochglanz-Spots geht, sondern vielmehr um die Idee, Authentizität, Glaubwürdigkeit, Wirkung und Viralität der Spots. Die technische Umsetzung ist sekundär, wenngleich eine hohe Qualität angestrebt wird.

Letztlich geht es bei Spotrocker darum, dass User Spots für Marken generieren, die frisch, authentisch sowie packend sind und einfach funktionieren. Sie erreichen also das, was sie gemäß Briefing der Marke erreichen sollten.

Der User wird kreativen Spotersteller, wovon beide Seiten – User und Brands– profitieren.
Kampagne von Spotrocker (Bild: Spotrocker)

Für-Gründer.de: An wen richtet sich die Plattform?

Thomas Braun von Spotrocker: An Brands und User. Das heißt, an Unternehmen, vorzugsweise im B2C-Umfeld, sowie an talentierte beziehungsweise semi-professionelle Filmemacher, Filmstudenten, Medienschaffende, YouTuber und Co. Wir bringen die Marketingverantwortlichen der Brands eins zu eins mit Filmschaffenden und markenaffinen Nutzern zusammen.

Wir wollen, dass Brands und User glücklich sind. Dazu gehören für uns die Wertschätzung der Fähigkeiten, Wünsche und Bedenken beider Parteien. Unsere Systematik, Prozesse und Funktionen bilden genau das ab. Auf diese Weise haben wir unter anderem Schutzmechanismen für Brands und User eingebaut. Das kommt auch nicht von ungefähr. Denn Spotrocker ist aus Brand- und User-Sicht entstanden. Und wir kennen beide Seiten. Ich selbst bin gelernter Mediendesigner, habe sowohl in Werbeagenturen als auch frei gearbeitet und war selbst jahrelang für das Marketingkonzept von Brands verantwortlich.

Für-Gründer.de: Bisher konnten Agenturen, die eine Kampagne für ein Unternehmen gestalten wollten, ein Konzept pitchen und produzierten erst, wenn sich der Kunde für eine Agentur entschied. Warum bieten Sie jetzt eine Alternative zu diesem klassischen Prozess an?

Thomas Braun von Spotrocker: Wir glauben enorm an die Kreativität und Skills von jungen, semi-professionellen Film- und Medienschaffenden. Wir sehen die Talente tagtäglich an verschiedensten Stellen. Doch leider haben sie praktisch keine Möglichkeit an Brands heranzutreten, sich mit ihnen zu vernetzen und deren Aufmerksamkeit für ihre Fähigkeiten und Werke zu bekommen. Das finden wir schade. Gleichzeitig wünschen sich die Brands aber den Kontakt zu Kreativen und deren frische Ideen. Diese Kluft schließt Spotrocker.

Professionelle Agenturen haben zweifellos ihre Berechtigung, aber sie sind nicht die einzige Adresse, was Kreativität, starke Kreationen und gute Spots betrifft. Viel zu lange wurde diese gekünstelte Alleinstellung beziehungsweise Barriere hochgehalten. Und genau diese Mauer durchbrechen wir. Wir öffnen den Weg für zahlreiche Talente. Ohne, dass sie sich bewerben müssen.

Wir sind froh, etwas derartig Disruptives geschaffen zu haben, das die Werbefilmbranche für alle offener, zugänglicher und aussichtsreicher macht.

Für-Gründer.de: Wie funktioniert das Ganze im Detail für Unternehmen und Filmemacher?

Thomas Braun von Spotrocker: Brands unterschiedlicher Branchen stellen Video-Wettbewerbe in Form von Briefings ein. User kreieren die Spots oder bewerten die Spots der anderen. Dabei kann jeder User gewinnen. Denn am Ende einer jeden Kampagne werden zum einen die besten Spots im Rahmen der Rocker Awards prämiert und zum anderen die aktivsten Voter im Rahmen der Voter Awards.

Die Rocker Awards werden durch die Brands entschieden, wofür sie die Spot-Statistiken als wesentliche Entscheidungshilfe nutzen. Die Voter Awards werden automatisch durch den Aktivitätsindex festgelegt, den der User bei der Beendigung der Kampagne hat. Umso aktiver ein User ist, umso mehr Punkte bekommt er und umso höher steigt sein Aktivitätsindex – und damit die Chance auf eine höhere Voter-Award-Platzierung.

Für-Gründer.de: Welche Verdienstmöglichkeiten werden die Filmemacher zukünftig haben?

Thomas Braun von Spotrocker: Das ist ein sehr wichtiger Punkt bei uns. Wir stehen am Anfang und bieten schon jetzt derartig hohe Geldpreise an, die es sonst in Einzelfällen nicht gibt. Derzeit laufen vier Kampagnen mit insgesamt 35.000 Euro an Geldpreisen und über 50 Gewinnerplätzen. Das heißt, pro Kampagne werden momentan in der Regel insgesamt 9.000 Euro für die vier besten Spots und 1.000 Euro für die zehn aktivsten Voter ausgelobt. Und wir werden das sukzessive weiter nach oben treiben.

Letztlich sind aber nicht nur die hohen Geldpreise wichtig, sondern insbesondere die vielfältigen Chancen, die sich für die Talente ergeben. Denn bei Spotrocker können sie vor allem auch Referenzen und direkte Kontakte zu den Brands aufbauen, was schließlich zu Folgeaufträgen außerhalb von Spotrocker führen kann. Unabhängig von ihrem Hintergrund und ohne Bewerbungsprozesse können video- und werbeaffine User laufend an realen Videoprojekten teilnehmen und ihre Ideen und Aktivitäten monetarisieren – und das nicht durch Glück, sondern durch Eigenaktivität, was eben permanent belohnt wird.

Gerade erst den Launch hinter sich gebracht, startet SPOTROCKER gleich voll durch.
Thomas Braun von Spotrocker (Foto: Spotrocker)

Für-Gründer.de: Und wie verdienen Sie Geld?

Thomas Braun von Spotrocker: Spotrocker ist für User kostenlos und für Brands kostenpflichtig. Brands bekommen von uns ein umfassendes Leistungspaket und bezahlen uns dementsprechend im Rahmen des vereinbarten Konditionsmodells.

Für-Gründer.de: Sie sagen von der Plattform: „Brands love Spotrocker”. Warum sollten Unternehmen die Plattform lieben?

Thomas Braun von Spotrocker: Brands bekommen vielfältige, briefing-konforme Spots und sehen direkt, wie viral und wirksam ihre Spots sind. Das heißt, sie bekommen nicht nur die fertigen Spots, sondern auch die Reichweite und den Markttest obendrauf. Brands können die Spots direkt verwenden oder anpassen, verfeinern, also nach Belieben nach produzieren, beispielsweise gemeinsam mit den Gewinnern, was dementsprechend in neuen, separaten Aufträgen direkt mit den Producern münden kann. Insgesamt betrachtet ist Spotrocker für Brands weitaus günstiger, schneller und effektiver als die herkömmlichen Produktions- und Verbreitungswege.

Für-Gründer.de: Welche Maßnahmen ergreifen Sie zur Kunden- und Fangewinnung?

Thomas Braun von Spotrocker: Wir haben einen Maßnahmenplan, womit wir ziemlich genau wissen, wie wir Brands und User mit welchem Output akquirieren können. Dazu gehören Online- und Offline-Maßnahmen bis hin zum persönlichen Vorsprechen. Der Einsatz von sozialen Netzwerken wie Facebook ist naturgemäß obligatorisch und sogar arbeitstechnisch sehr förderlich.

Für-Gründer.de: Die Plattform ging gerade erst online. Welche konkreten Unternehmensziele setzen Sie sich für das Jahr 2015?

Thomas Braun von Spotrocker: Mitte Mai war unser offizieller Launch. Und wir sind der Meinung, dass wir mit Spotrocker im deutschsprachigen Raum ein neues Kapitel in der Werbefilmproduktion aufschlagen – aus unserer Sicht ein sehr aussichtsreiches für Brands und Producer. Mitunter deshalb sind wir auch Anfang 2014 mit dem renommierten Gründerpreis IKT Innovativ des BMWi ausgezeichnet worden.

Allerdings ist es hierzulande eben ein neues Konzept und die Herausforderung liegt nun darin, das Ganze am Markt zu platzieren. Dementsprechend haben wir uns moderate Ziele gesetzt und wollten im ersten Jahr gerade mal eine gute Handvoll Kampagnen umsetzen. Dass wir das fast jetzt schon direkt zum Start erreicht haben, macht uns sehr glücklich. Dennoch bleiben wir hier konservativ und freuen uns darauf, dieses Jahr vielleicht noch die andere Hand vollzumachen. Letztlich wünschen wir uns nichts mehr, als dass Spotrocker den Brands und Usern gefällt und alle viel davon haben.

Für-Gründer.de: Vielen Dank für das Interview!

Spotrocker Logo

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