speew AG gewinnt den 3. Venture Capital Pitch von VC-BW



Beim 3. Venture Capital-Pitch stimmten über 60 fachkundige Investoren  über die besten IT und Life Science Start-ups aus Region Baden-Württemberg ab.  Am Ende der Veranstaltung standen die vier Unternehmen fest, die die meisten Stimmen gewinnen konnten. Wir blicken zusammen mit Helena Kleinert von VC-BW auf  die Veranstaltung und ihre Gewinner zurück.

Für-Gründer.de: Hallo Frau Kleinert, Ende Januar fand der 3. Venture Capital-Pitch von VC-BW statt – wie lautet Ihr Fazit?

Helena Kleinert, VC-BW: Wir freuen uns sehr, dass der Venture Capital-Pitch eine solch große Resonanz hervorgerufen hat. Mit über 120 Investoren, Business Angels und Wirtschaftsförderern aus ganz Deutschland konnte die Veranstaltung in ihrer dritten Auflage mehr Teilnehmer denn je verbuchen. Dieser Erfolg bestärkt uns, die Gründerszene am Standort Baden-Württemberg mit ihren vielen hoch innovativen Start-ups auch weiterhin mit unseren Partnern durch Aktivitäten wie den Venture Capital-Pitch zu fördern. Wir möchten diese so für Investoren aus ganz Deutschland und Europa sichtbar zu machen.

Helena Kirsten
Helena Kleinert von VC-BW

Für-Gründer.de: In welchem Format haben sich die Start-ups genau präsentiert und worauf war insbesondere aus Start-up-Sicht zu achten?

Helena Kleinert, VC-BW: Jedes Start-up hatte zehn Minuten Zeit, sich und sein Geschäftsmodell zu präsentieren und die anwesenden Investoren von sich zu überzeugen.

Dabei war es von großer Bedeutung, die Kernidee auf den Punkt zu bringen und die fachspezifischen Argumente des Geschäftsmodells für das Investorenpublikum verständlich aufzubereiten.

Im Anschluss mussten sich die Gründer den kritischen Fragen aus dem Plenum stellen. Was ich ganz besonders spannend fand, war die Tatsache, dass sehr viele unterschiedliche Fragen gestellt wurden. Das hat die Diskussionen wirklich aufgelockert.

Für-Gründer.de: Wie viele Bewerbungen haben Sie im Vorfeld erhalten und wie wurden die 13 teilnehmenden Start-ups ausgewählt?

Helena Kleinert, VC-BW: Insgesamt haben sich 30 Start-ups aus der Region für die Teilnahme am 3. Venture Capital-Pitch beworben. Die schwierigste Aufgabe fiel anschließend unserer Jury aus erfahrenen Branchenvertretern zu. Diese musste aus den durchweg vielversprechenden Geschäftsideen aller Bewerber eine Vorauswahl treffen. Dazu haben wir einen Bewertungsbogen erstellt, der ganz unterschiedliche Kriterien erfasst und bewertet.

Für-Gründer.de: Welches Feedback haben Sie von den Start-ups auf der einen und den Investoren auf der anderen Seite zu dem Event insgesamt erhalten?

Helena Kleinert, VC-BW: Sowohl von den Start-ups als auch von den Investoren und Wirtschaftsförderern haben wir ein rundum positives Feedback erhalten. Im Zuge unserer Auswertung zeigte sich deutlich die Notwendigkeit einer solchen übergreifenden Veranstaltung für Baden-Württemberg. Beide Seiten äußerten sich zudem lobend über den intensiven Dialog, der während der Veranstaltung zustande kam.

Für-Gründer.de: Spannend ist natürlich vor allem: wer gehört zu den Gewinner-Teams und welche Geschäftsideen verfolgen die Start-ups?

Helena Kleinert, VC-BW: 

Den ersten Platz belegte die speew AG aus Esslingen, die unter der Regie von CEO und Gründer Zeljko Lopicic eine Handels- und Lizenzierungsplattform für digitale Inhalte betreibt.

Auf Platz zwei landete das Start-up ArtiMinds Robotics GmbH, vertreten durch Sven Schmidt-Rohr. Die Karlsruher haben eine Software zur Kosteneinsparung bei industriellen Roboteranwendungen entwickelt. Den dritten Platz sicherten sich Daniel Bohn, Christian Schröder und Holger Haußmann von der Stuttgarter Firma Conceptboard GmbH. Sie möchte die Projektarbeit mithilfe cloudbasierter Whiteboards vereinfachen. Hans Kratz und Dennis Strein von der Karlsruher Appfour GmbH haben mit ihrer mobilen Entwicklungsumgebung für Apps den vierten Platz erreicht.

Gewinner von VC-BW
Die Gewinner des 3. Venture Capital Pitch

Für-Gründer.de: Haben Sie schon von Folgegesprächen zwischen den Start-ups und Investoren gehört?

Helena Kleinert, VC-BW: Bereits während der Veranstaltung gab es eine Vielzahl an spannenden Dialogen unter den Teilnehmern. Hierfür hatten wir die kleine Gründermesse in den Pausen auch vorgesehen. Von einigen Start-ups haben wir bereits Rückmeldung über aussichtsreiche Folgegespräche erhalten. Wir hoffen natürlich, dass sich daraus auch langfristige Beziehungen entwickeln werden. Hier bleiben wir natürlich weiter dran.

Für-Gründer.de: Wie sieht es denn bei den Teilnehmern der letzten Jahre aus – beobachten Sie die Entwicklung der Unternehmen?

Helena Kleinert, VC-BW: Wir sind immer sehr daran interessiert, den weiteren Weg der ehemaligen Teilnehmer aufmerksam zu verfolgen und freuen uns natürlich immer über positive Nachrichten von den Start-ups. So hat etwa der Sieger des Vorjahres, die abusix GmbH, erst kürzlich eine Finanzierung vom Münchener Early Stage VC Target Partners erhalten.

Für-Gründer.de: Das große Pitch-Event ist nun ja vorbei – wie können Start-ups im weiteren Jahresverlauf bei VC-BW oder den Partnern Unterstützung erhalten?

Helena Kleinert, VC-BW: Unsere Partner bieten im Laufe des Jahres zahlreiche spannende Veranstaltungen mit ganz unterschiedlichen Formaten an. Sie decken damit ganz unterschiedliche Phasen der Gründung ab. Wir werden nun neben der Nachfassung bei den Gründern die Bekanntheit von VC-BW über die Grenzen der Region hinaus steigern. Zu diesem Zweck werden wir insbesondere mit nationalen Akteuren verstärkt in den Dialog treten.

Für-Gründer.de: Welche Tipps möchten Sie allgemein kapitalsuchenden Start-ups mit auf den Weg geben, um bei der Investorensuche möglichst erfolgreich zu sein?

Helena Kleinert, VC-BW: Es zeigt sich leider häufig, dass einige Gründer sich oft in Details verlieren und weniger auf die Aspekte eingehen, die für einen Investor im Vordergrund stehen.

Daher kann ich kapitalsuchenden Start-ups nur empfehlen, sich auf die Investorenperspektive einzustellen: Wie kann ich meine spezifische Geschäftsstrategie möglichst verständlich präsentieren, welche Fakten sind für Investoren relevant.

Außerdem ist es hilfreich, sich vorher zu überlegen, welche Fragen höchstwahrscheinlich gestellt werden und wie man darauf am besten antworten kann.

Für-Gründer.de: Vielen Dank für das Interview!