Gründer in der Gastronomie: kennt Ihr pepperbill?



Mit pepperbill sollen Gastronomen und Wirte mehr Umsätze durch schnellere Bestellerfassungen generieren, Kosten durch effiziente Prozesse senken und die volle Flexibilität durch den ortsunabhängigen Zugriff auf das iOS-basierte Kassensystem erlangen. Wie das funktioniert, erzählt uns Marcel Mansfeld, Mitgründer des Erfurter FinTech-Unternehmens pepperbill.

Für-Gründer.de: Herr Mansfeld, 2012 haben Sie die pepperbill GmbH gegründet und bieten das gleichnamige Produkt pepperbill an. Worum handelt es sich?

Marcel Mansfeld von pepperbill: pepperbill ist ein iOS-basiertes Kassensystem für Gastronomen. Durch unsere App werden die Apple-Geräte iPad, iPhone oder iPod Touch zu einem vollwertigen Kassensystem. Dank Cloud-Anbindung an unser Browser-basiertes Dashboard werden zudem praktische Auswertungsmöglichkeiten geboten.

Von der mobilen Aufnahme von Bestellungen über das flexible Abrechnen der Gäste bis hin zum einfachen Erstellen von Tagesabschlüssen und zum Export von GDPdU-konformen Reports unterstützt pepperbill Gastronomen deutlich bei der Effizienzsteigerung von Betriebsabläufen. Gleichzeitig sind die Anschaffungs- und Laufzeitkosten im Vergleich zu konventionellen Kassensystemen erheblich geringer.

In der Entwicklung unseres Systems achten wir auf eine intuitiv zu bedienende Benutzeroberfläche. Der für die meisten Servicekräfte mittlerweile gewohnte Umgang mit einem Touch-Display macht die Bedienung von pepperbill sehr einfach.

pepperbill auf dem iPad
Mit pepperbill wird das iPad in der Gastronomie zur Kasse (Foto: pepperbill)

Für-Gründer.de: Wie haben Sie sich kennengelernt und wie ist Ihre Geschäftsidee entstanden?

Marcel Mansfeld von pepperbill: Andreas Stein, CTO, und ich haben uns beim Informatikstudium an der FH Erfurt kennengelernt. Die Idee zu pepperbill ist tatsächlich in einer Kneipe entstanden. Wir mussten recht lange auf unser Bier warten und überlegten, ob die Kassensysteme in ihren Funktionen und ihrer Bedienbarkeit noch zeitgemäß sind und was wir bei der informationstechnologischen Umsetzung ändern würden. Da ich damals auch eine Agentur für die Entwicklung von iOS-Apps hatte, konnte ich zu diesem Zeitpunkt schon einige Erfahrungen aus diesem Bereich einbringen.

Für-Gründer.de: Wie haben Sie die Unternehmensgründung finanziert?

Marcel Mansfeld von pepperbill: Von Mitte 2011 bis Mitte 2012 haben wir uns über das EXIST-Gründerstipendium finanziert. Anschließend konnten wir erfolgreich zwei Finanzierungsrunden durchführen: im September 2012 mit der beteiligungsmanagement thüringen gmbh und im September 2013 mit der Sky & Sand GmbH.

Für-Gründer.de: Der Berliner Investor Sky & Sand hält 60 % an Ihrem Unternehmen – warum haben Sie die Mehrheit abgegeben?

Marcel Mansfeld von pepperbill: Fabian Heilemann habe ich im Mai 2013 auf der Heureka Conference in Berlin kennengelernt. Aus dem ersten Gespräch resultierten weitere. Da die Heilemann-Brüder rund um DailyDeal eine eigene Unternehmensgruppe aufgebaut haben, können wir große Synergien heben – und pepperbill passt gut ins Portfolio.

Für-Gründer.de: Welche Kompetenzen bringt der Mehrheitsgesellschafter in Ihr Unternehmen ein?

Marcel Mansfeld von pepperbill: Durch die enge Verzahnung mit dem Company-Builder Sky & Sand konnten wir nicht nur die internen Arbeitsabläufe und Prozesse professionalisieren. Wir profitieren auch stark von der Erfahrung der einzelnen Mitarbeiter, beispielsweise vom Vertriebs-Know-how.

Ferry Heilemann verantwortet als weiterer Geschäftsführer neben mir seit September 2013 unter anderem den Vertrieb. Seitdem konnten wir die Zahl der Gastronomen, die pepperbill nutzen, mehr als verdreifachen.

pepperbill auf dem iPod
Mobil bonieren: Schluss mit Zellwirtschaft und verlorenen Bestellungen (Foto: pepperbill)

Für-Gründer.de: Was bietet pepperbill im Vergleich zu handelsüblichen Kassensystemen?

Marcel Mansfeld von pepperbill: pepperbill ist intuitiver, flexibler und preisgünstiger als „konventionelle” Kassensysteme. Sowohl die Einrichtung der Hardware als auch die Einrichtung der Software kann vom Gastronomen selbst vorgenommen werden. Speisen und Getränke können so ganz einfach und ohne fremde Hilfe angelegt werden.

Außerdem entfallen bei unserem System die Wartungsarbeiten durch externe Mitarbeiter, da alle Updates direkt über den App Store eingespielt werden. Auch kostentechnisch können wir punkten: Als Software-as-a-Service-Lösung sind bei pepperbill alle Aktualisierungen in den monatlichen bzw. jährlichen Gebühren inbegriffen. Darüber hinaus kann unser Cloud-basiertes Dashboard ganz einfach über den Browser aufgerufen werden. Gastronomen können so auch ganz bequem von Zuhause aus Daten in Echtzeit analysieren und Tagesabschlüsse erstellen.

Zudem ist pepperbill schon heute GDPdU-konform. Es erfüllt die von der Finanzverwaltung festgelegten Grundsätze zum Datenzugriff und zur Prüfbarkeit digitaler Unterlage, die spätestens zum 1. Januar 2017 gesetzlich verpflichtend für alle Gastronomen sind.

Für-Gründer.de: Und wodurch zeichnet sich pepperbill im Gegensatz zu seinen Wettbewerbern aus?

Marcel Mansfeld von pepperbill: Einige unsere Wettbewerber decken mit ihrem Kassensystem weit mehr als nur den Bereich der Gastronomie ab. Wir legen unseren Fokus ganz klar auf die Anforderungen von Gastronomen, um pepperbill speziell auf deren Bedürfnisse hin weiter zu entwickeln. Darüber hinaus setzen wir vermehrt auf externe Schnittstellen.

pepperbill soll nicht alles können, aber das was es kann, soll es sehr gut können. Wenn wir feststellen, dass von unseren Kunden eine Funktion gewünscht wird, die über unser Kernprodukt hinausgeht, überlegen wir: Was ist das Beste für den Kunden? Sollten wir diese Funktion selbst entwickeln oder setzen wir auf die Zusammenarbeit durch die Implementierung einer Schnittstelle zu etablierten Tools?

Für-Gründer.de: In welchen Restaurants und Bars wird pepperbill explizit bereits genutzt?

Marcel Mansfeld von pepperbill: pepperbill wird im gesamten Bundesgebiet von zahlreichen Gastronomen eingesetzt. Nur ein Beispiel von vielen ist das Restaurant vom Gasthaus Strandcafé in Lübben in Brandenburg: Inhaber Markus Karl ist sehr zufrieden mit pepperbill. Seine Mitarbeiter haben das neue Kassensystem nicht nur sehr schnell angenommen, sondern nutzen ihre iPod Touchs und iPads auch für andere nützliche Apps wie Übersetzungen oder Bahnauskünfte, um ihren Gästen über den reinen gastronomischen Service hinaus zu helfen.

Ein weiteres Beispiel ist das Restaurant PRINCE in Berlin. Barmanager Michael Blair ist besonders von der Zeitersparnis begeistert, die ihm das pepperbill-System ermöglicht. Änderungen an der Getränkekarte kann er mittlerweile in kürzester Zeit erledigen.

  • Im Video sehen Sie pepperbill in Aktion:

Für-Gründer.de: Das Unternehmen hat seinen Sitz in Erfurt. Wie zufrieden sind Sie mit der Gründungsförderung in der Region? Wovon konnten Sie profitieren und wo besteht noch Optimierungsbedarf?

Marcel Mansfeld von pepperbill: Richtig, pepperbill wurde in Erfurt gegründet und sitzt noch heute dort.  Die Lebenshaltungskosten in Erfurt sind vergleichsweise niedrig und tragen maßgeblich zu unseren effizienten Kostenstrukturen bei. Darüber hinaus bieten Erfurt und Thüringen mit seinen vielen Hochschulen sehr gut ausgebildete Informatiker, was uns vor allem in der Anfangsphase des Unternehmens sehr geholfen hat.

Wir sind ja ein Spin-Off der Fachhochschule Erfurt. Außerdem genießen wir als Start-up mit nachhaltigem Erfolg auch ein bisschen Exoten-Status und dadurch große Aufmerksamkeit in der Region. Leider gibt es in Thüringen bisher keine sehr stark ausgeprägte Start-up-Kultur und es mangelt vor allem an lokalen Investoren und damit am nötigen Wachstumskapital.

Daher unterhalten wir zusätzlich eine Dependance in Berlin. So profitieren wir von den strukturellen Vorteilen beider Standorte: Bedingt durch die zahlreichen technischen Universitäten und Hochschulen finden sich in Thüringen viele gute Entwickler. Berlin punktet durch die gute Vernetzung zu Investoren und anderen Gründern.

Für-Gründer.de: Nach Deutschland und Österreich haben Sie jetzt auch den Schweizer Markt in Angriff genommen? Welche Erfahrungen haben Sie mit den Märkten gemacht und wo liegen die Unterschiede?

Marcel Mansfeld von pepperbill: In Österreich haben wir festgestellt, dass die Gastronomen sehr innovationsfreudig sind. In der Schweiz ist es vielen Gastronomen gerade in den Tourismusregionen sehr wichtig, dass die Rechnungen sowohl Schweizer Franken als auch Euro ausweisen. Ansonsten konnten wir in der Schweiz in der Kürze der Zeit noch keine signifikanten Unterschiede zum deutschen Markt feststellen, allerdings sind wir dort auch erst seit Ende September mit pepperbill vor Ort.

Für-Gründer.de: Und zum Schluss: Was war das Wichtigste seit der Gründung, das Sie gelernt haben?

Marcel Mansfeld von pepperbill: Behalte deine Vision immer vor Augen und verliere nicht den Fokus, besonders in Bezug auf das Produkt. Maßgeblich ist auch die Transparenz gegenüber den eigenen Mitarbeitern:

Entscheidungen sollten erläutert, Erfolge und Misserfolge offen kommuniziert werden. Das schafft Vertrauen, steigert die Motivation und ermöglicht die Identifikation mit dem Unternehmen auf langfristiger Basis.

Für-Gründer.de: Herzlichen Dank für das Gespräch und viel Erfolg auch im Schweizer Markt.

pepperbill Logo

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