Handyvertrag: Tipps zur Auswahl



Ein Handyvertrag ist für die meisten Gründer und Unternehmer heutzutage Standard. Doch bei den Konditionen und Features gibt es Unterschiede. Wir geben euch Tipps, worauf ihr bei der Wahl eures Vertrages achten solltet.

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Einen guten Handyvertrag abschließen: Die Zahl der Anbieter ist groß, weshalb ihr euch etwas Zeit für den Vergleich nehmen solltet. (Foto: Unsplash)

Regeln zur steuerlichen Absetzung nutzen

Wer sein Smartphone und Tablet geschäftlich nutzt, kann es von der Steuer absetzen. So müsst ihr die Kosten nicht aus der privaten Kasse tragen, sondern könnt sie als Betriebsausgaben in eurer Steuererklärung geltend machen.

  • Tipp: Mobilgeräte und den Handyvertrag dürfen nur dann zu 100 Prozent steuerlich abgesetzt werden, wenn sie zu keinem Zeitpunkt privat genutzt werden.

Weiterhin darf der Kaufpreis eines Smartphones in voller Höhe im Jahr der Anschaffung abgezogen werden, wenn dieser Preis 800 Euro netto nicht überschreitet.

Nutzt ihr derlei Geräte auch für die private Kommunikation, könnt ihr die betrieblichen Kosten pauschal und ohne Nachweis nur bis zu 20 Prozent von der Steuer absetzen. Seid bei höheren Absetzungsbeträgen unbedingt sorgfältig in der Buchhaltung, da im Falle einer Wirtschaftsprüfung sogar Einzelverbindungsnachweise für die Aufschlüsselung der Ausgaben verlangt werden können.

Doch auch die anteilige Abschreibung lohnt sich, ihr solltet diese Möglichkeit auf jeden Fall nutzen. Selbstverständlich könnt ihr die Kosten für die Dienstgeräte bei euren Mitarbeitern ebenfalls absetzen.

Mobiles Internet & Hotspots

Auch wenn der Ausbau von 5G in Deutschland schleppend verläuft, wird die Netzabdeckung immer besser. Mobiles Arbeiten entkoppelt sich dadurch zusehens von der Notwendigkeit einer WLAN-Verbindung. Wirklich Spaß macht mobiles Internet aber nur, wenn ihr über genügend Datenvolumen verfügt.

Achtet daher auf ausreichend Gigabyte, die ihr verbrauchen könnt. Wie aber findet ihr heraus, welches Datenvolumen ihr tatsächlich braucht?

Zieht für eure Entscheidung daher folgende Kriterien heran:

  • Wie oft und wie lange seid ihr mobil unterwegs?
  • Wo arbeitet ihr unterwegs? In der Bahn beispielsweise könnt ihr WLAN nutzen, welches über die Jahre stabiler geworden ist.
  • Nutzt ihr das Netz vornehmlich für schriftliche Kommunikation oder verbraucht ihr große Datenmengen, etwa mit Videokonferenzen?
  • Beobachtet euren Verbrauch genau: Womöglich reicht auch das vorhandene Kontingent und der gedrosselte Speed nach Aufbrauchen.

Tipp: Einige Mobilfunkanbieter stellen auch das “Internet aus der Steckdose” zur Verfügung. Wie einen Router schließt ihr das Gerät an das Stromnetz an und könnt High-Speed-Internet nutzen. Das kann unter Umständen günstiger sein als die Nutzung eines Handy-Hotspots.

Rufnummernmitnahme: Richtigen Zeitpunkt wählen

So gut wie alle Anbieter versprechen eine schnelle und unkomplizierte Mitnahme der eigenen Rufnummer, wenn ihr den Handyvertrag wechselt. Doch sieht die Realität manchmal anders aus: Kommunikations- und/oder Technikprobleme können dazu führen, dass aus der vermeintlich einfachen Umstellung eine tage- bis wochenlange Odyssee wird.

Das ist ärgerlich, wenn solche Probleme die interne Kommunikation erschweren, aber eine Katastrophe, wenn dadurch wichtige Kundenprojekte ins Straucheln kommen. Der richtige Zeitpunkt für eine Rufnummermitnahme bzw. den Wechsel eines Handyvertrages ist daher ein Zeitraum, in dem ihr möglichst wenig Kommunikation mit den Kunden abwickelt. Ideal eignet sich dafür die Zeit zwischen den Jahren. In akuten Projektphasen solltet ihr lieber davon absehen.

Vorsicht bei Knebelverträgen bzw. Abzocker-Kauseln

Ein Handyvertrag birgt viele Tücken. Im Folgenden stellen wir die größten Stolperfallen vor.

#1 Lange Vertragslaufzeiten

Wer einen neuen Handyvertrag abschließt, muss mit Laufzeiten von mindestens zwei Jahren rechnen. Das ist nicht gerade flexibel, in 24 Monaten kann sich viel ändern. Darüber hinaus passiert es schnell, dass die Kündigungsfrist abläuft und sich der Vertrag automatisch um ein weiteres Jahr verlängert. Setzt euch daher unbedingt einen Reminder zur rechtzeitigen Vertragskündigung, beispielsweise mit einer Getting-Things-Done-App.

Derzeit streitet die Politik über ein Verbot von 24-Monats-Verträgen, wofür sich das Bundesjustizministerium einsetzt, doch das Bundeswirtschaftsministerium ist dagegen. So bleibt also bislang die Empfehlung, dass ihr euch die Vertragsentscheidung genau überlegt und die Kündigungsfrist nicht verschwitzt.

#2 Versteckte Kosten

Die Basics für den Handyvertrag klingen toll, doch mit der Rechnung am Monatsende kommt der Ärger: Warum ist es auf einmal doch so teuer? Der Grund hierfür liegt in versteckten Zusatzkosten, beispielweise dem kostenpflichtigen Abhören der Mailbox, gebührenbelastetem MMS-Versand oder Zusatzfeatures, die von vornherein aktiviert sind – oft handelt es sich dabei um Flatrates für Streamingportale oder Rabatt-Deals.

  • Tipp: Erkundigt euch vor Abschluss des Handyvertrages beim Anbieter nach Zusatzkosten und bittet um eine genaue Aufschlüsselungen. Bestellt unnütze Zusatzservices nach Möglichkeit gleich ab oder nehmt dies manuell im Login-Bereich des Anbieters nach Vertragsaktivierung vor.

#3 Teures Datenupgrade bei mobilem Surfen

Wie weiter oben erwähnt ist Surfen mit dem Smartphone bzw. die Hotspot-Funktion eine fantastische Möglichkeit, ortsunabhängig bzw. mobil zu arbeiten. Doch kann das Datenvolumen hierbei schnell aufgebraucht sein, womit die Anbieter von Handyverträgen unterschiedlich umgehen: Die automatische Drosselung der Handykapazität ist eine vergleichsweise faire Maßnahme, die nichts kostet.

Fies hingegen ist die automatische Erhöhung der Datenkapazität, bei der durchaus Kosten anfallen können. Bis zu drei Mal kann das passieren, wenn ihr nicht aufpasst. Achtet daher darauf, euren Verbrauch immer im Blick zu behalten, auch das geht oftmals über das Online-Portal eures Anbieters.

#4 Die Sache mit dem Ausland

Eigentlich ist seit Juni 2017 die Sache mit dem Roaming klar: Innerhalb der EU fallen keine Zusatzkosten an, die über die nationalen Tarife hinausgehen. Roaming-Gebühren sind damit mit einer Verordnung Geschichte.

Doch ist Vorsicht geboten bei Auslandsaufenthalten in der Schweiz, der Türkei und anderen Staaten, in denen diese Regelung nicht gilt: Hier kann es richtig teuer werden. Schaut daher ganz genau in die Kondititionen im Handyvertrag, damit ihr beim Öffnen der Rechnung später keine böse Überraschung erlebt.

Handyverträge vergleichen

Die Suche nach einem geeigneten Angebot kann Stunden bis Tage in Anspruch nehmen, wenn man selbst durch die einzelnen Websites klickt. Gründer und Unternehmer haben keine Zeit dafür. Hier helfen Vergleichsportale wie Verivox, um den passenden Handyvertrag zu finden.

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