Gründungszuschuss: aktuelle Zahlen und 5 Tipps zum Antrag



Der monatlich erscheinende Arbeitsmarktbericht der Bundesagentur für Arbeit gibt unter anderem Aufschluss über die Entwicklung der Zahlen zum Gründungszuschuss. Dieser ist für uns von besonderem Interesse, da er als das Instrument zur Förderung der Gründung aus der Arbeitslosigkeit gehandelt wird. Allerdings kommen nur sehr wenige Gründungsinteressierte in den Genuss. Im Oktober waren es kaum mehr als im Monat davor. Wenn Sie Ihre Chancen auf den Gründungszuschuss erhöhen wollen, helfen Ihnen unsere 5 Tipps.

Mit dem Gründungszuschuss der Bundesagentur für Arbeit sollen Existenzgründer, die aus der Arbeitslosigkeit heraus starten, finanzielle Probleme zu Beginn überbrücken und trotz des allgemeinen Risikos der Unternehmensgründung den eigenen Unterhalt sichern können. Gründungsinteressierte, die sich also derzeit in der Arbeitslosigkeit befinden, Arbeitslosengeld empfangen und sich hauptberuflich selbstständig machen wollen, sind prinzipiell berechtigt, einen Antrag auf den Gründungszuschuss zu stellen.

An jedem Monatsende sehen wir uns die Entwicklung beim Gründungszuschuss an. Für Oktober 2015 gehen folgende vorläufige Zahlen zum Gründungszuschuss aus dem Monatsbericht der Bundesagentur für Arbeit hervor:

  • Im Oktober wurden hochgerechnet 2.999 Neuanträge bewilligt, das sind rund 7 % mehr als im Vormonat. Der Wert liegt damit auf dem gleichen Niveau wie vor zwei Monaten. Vergleicht man es mit dem Oktober aus dem Vorjahr, ergibt sich fast gar keine Veränderung.
  • In den vergangenen zwölf Monaten wurde damit in 31.000 Fällen ein Gründungszuschuss gewährt.
  • Mit dem Gründungszuschuss sind per Oktober 2015 insgesamt 26.000 Gründer gefördert worden.

Im Jahresverlauf ergibt sich das folgende Diagramm für die bewilligten Anträge auf den Gründungszuschuss:

Neuanträge auf den Gründungszuschuss im Oktober 2015
Bewilligte Anträge auf den Gründungszuschuss (Quelle: Bundesagentur für Arbeit; eigene Darstellung)

Die Zahl der bewilligten Neuanträge auf den Gründungszuschuss ist von September auf Oktober 2015 etwas angestiegen. Allerdings bleibt die Gruppe der durch den Gründungszuschuss insgesamt geförderten Existenzgründer auf dem Niveau des Vormonats, und zwar bei 26.000 Geförderten.

Insgesamt mit dem Gründungszuschuss Geförderte im Oktober 2015
Gesamtzahl der Gründer, die den Gründungszuschuss erhalten (Quelle: Bundesagentur für Arbeit; eigene Darstellung)

Aber so gut das Förderprogramm auch klingt, so schwierig ist es für viele, rein zu kommen. Denn noch vor der Antragstellung müssen Gründungswillige mit einem Berater der Bundesagentur für Arbeit über das allgemeine Konzept und die konkreten Pläne zur Selbstständigkeit sprechen. Hierbei sind die eigenen fachlichen Voraussetzungen und Grundkenntnisse zum Vorhaben unter Beweis zu stellen.

Ziel ist es, den Berater vom Potenzial der Idee zu überzeugen. Der Erhalt des Gründungszuschusses ist also verhältnismäßig streng reglementiert, aber mit guter Vorbereitung zu schaffen. Wir haben einige Tipps, wie Sie Ihre Chancen auf den Gründungszuschuss erhöhen.

1. Tipp: Geschäftsidee aufschreiben

Erstellen Sie einen Businessplan, in dem Sie Ihre Geschäftsidee ausformulieren. Am besten machen Sie dies zusammen mit einem Gründercoach, der weiß, wie man gewissenhaft vorgeht.

Dafür haben wir eine Infografik mit den 10 wichtigsten Punkten für den Businessplan. Außerdem finden Sie hier hilfreiche Businessplan-Tools, damit das Schreiben einfacher fällt.

Businessplan
Infografik: 10 Punkte, wenn Sie den Businessplan erstellen

2. Tipp: Geschäftsidee kritisch hinterfragen

Nehmen Sie die Position des externen Kritikers ein und stellen Sie sich die Fragen, die aufgeworfen werden, wenn man sich mit Ihrer Geschäftsidee beschäftigt. Ist das Alleinstellungsmerkmal deutlich genug, gibt es dafür wirklich einen Markt, kann daraus wirklich ein lohnendes Geschäft entstehen? Erst wenn Sie auf alle kritischen Fragen eine Antwort haben, sind Sie für eine Manöverkritik vorbereitet.

3. Tipp: doppelt hält besser

Lassen Sie das Konzept nach Erstellung des Businessplans besser noch einmal prüfen, bevor Sie den Antrag auf den Gründungszuschuss bei der Bundesagentur für Arbeit einreichen.

4. Tipp: Absage prüfen lassen

Gründungsinteressierte haben auch noch die Möglichkeit zu klagen, wenn sich die Bundesagentur für Arbeit quer stellt und den Antrag auf den Gründungszuschuss ablehnt. Hierfür ist es ratsam, den Ablehnungsbescheid von einem Rechtsanwalt prüfen zu lassen. Existenzgründern wird empfohlen, sich bereits vor Abgabe des Antrags gründlich über die möglichen Ablehnungsgründe zu informieren.

5. Tipp: finanzielle Alternativen checken

Gründungswillige, die davon überzeugt sind, dass ihre Geschäftsidee Potenzial hat, obwohl eine Bewilligung des Gründungszuschusses ausbleibt, sollten sich nach alternativen Möglichkeiten umsehen, um ihr Gründungsvorhaben zu finanzieren. Möglichkeiten bieten:

Auf Für-Gründer.de erfahren Sie mehr über den Gründungszuschuss und die Gründung aus der Arbeitslosigkeit. Sprechen Sie auch mit einem Gründercoach!