Initiative Gründerland NRW zeigt Flagge



NRW will Gründerland werden – das Potenzial, das im Bundesland an der Westgrenze Deutschlands steckt, ist enorm, so Dirk Opalka, Geschäftsführer der Initiativkreis Ruhr GmbH. Welche Möglichkeiten sich für Gründer aus der Initiative Gründerland NRW ergeben sollen, lesen Sie im Interview!

Für-Gründer.de: Hallo Herr Opalka, wir wollen heute das Thema Gründung in NRW etwas näher beleuchten – aber stellen Sie zu Beginn doch bitte sich und den Initiativkreis Ruhr etwas näher vor!

Dirk Opalka vom Initiativkreis Ruhr: Der Initiativkreis Ruhr ist ein Zusammenschluss von aktuell 67 führenden Unternehmen mit insgesamt rund 2,25 Millionen Beschäftigten weltweit und einem globalen Umsatz von rund 630 Milliarden Euro. Damit ist er eines der stärksten regionalen Wirtschaftsbündnisse in Deutschland. Die Mitglieder des Initiativkreises Ruhr, der in diesem Jahr sein 25-jähriges Bestehen feiert, verbindet ein Ziel: die Entwicklung des Ruhrgebiets voranzutreiben und seine Zukunfts- und Wettbewerbsfähigkeit zu stärken.

Geleitet wird der Initiativkreis Ruhr von seinen Moderatoren Klaus Engel, dem Vorstandvorsitzenden der Evonik Industries AG, und Reinhold Schulte, dem Aufsichtsratsvorsitzenden der SIGNAL IDUNA Gruppe. Als Geschäftsführer der Initiativkreis Ruhr GmbH mit Sitz in Essen ist es meine Aufgabe, die Beschlüsse der Mitglieder umzusetzen und unsere vielfältigen Aktivitäten etwa auf den Feldern Energie, Logistik, Bildung oder Kultur zu koordinieren.

Ein Leitprojekt des Initiativkreises ist zum Beispiel InnovationCity Ruhr. In der Modellstadt Bottrop wird ein komplettes Stadtquartier energetisch auf den neuesten Stand gebracht mit dem Ziel, den Kohlendioxid-Ausstoß zu halbieren. Auf dem Feld der Bildung bündeln wir unter der Dachmarke TalentMetropole Ruhr alle Kräfte, um zum Beispiel benachteiligten Jugendlichen die Chance zum Bildungsaufstieg zu geben. Als eine neue Aufgabe haben wir uns nun gesetzt, das Ruhrgebiet als hervorragendes Pflaster für Firmengründer über die Region hinaus bekannter zu machen.

Dirk Opolka ist Geschäftsführer der Initiativkreis Ruhr GmbH
Dirk Opalka ist Geschäftsführer der Initiativkreis Ruhr GmbH

Für-Gründer.de: Gemeinsam mit dem Wirtschaftsministerium NRW haben Sie dazu die Initiative Gründerland NRW ausgerufen – worum geht es dabei konkret und wer ist noch beteiligt?

Dirk Opalka vom Initiativkreis Ruhr: Es geht uns darum, frischen Gründergeist zu wecken. Denn bei der Gründung neuer Unternehmen liegt das Ruhrgebiet hinter anderen Metropolregionen wie dem Großraum München oder Berlin zurück. Dabei sind die Bedingungen für Start-ups im Ruhrgebiet ausgezeichnet: Nirgends sonst in Deutschland gibt es ein so dichtes Netz aus Universitäten, Hochschulen und Forschungsinstituten.

Die Region ist geprägt durch ein starkes unternehmerisches und industrielles Umfeld und verfügt über eine hervorragende Infrastruktur. Dazu kommen moderate Mieten, eine hohe Lebensqualität und ein großes Potenzial an sehr gut ausgebildeten Fachkräften.

Für-Gründer.de: Explizit werden in der Initiative innovative Gründer hervorgehoben – was verstehen Sie darunter? Greift dies aber nicht zu kurz, da auch die breite Gründerschicht gefördert werden muss?

Dirk Opalka vom Initiativkreis Ruhr: Uns liegen natürlich alle Gründer am Herzen, auch solche, die ihren künftigen beruflichen Geschäftserfolg zum Beispiel im Dienstleistungssektor sehen. Bei ihrer Initiative Gründerland NRW haben Landesregierung und Industrie alle Firmenstarter im Blick. Die Wirtschaft im Ruhrgebiet ist besonders stark von ihrer Innovationskraft getrieben. Gerade auf den Feldern Energie, Chemie, Materialforschung und Logistik zählt die Region zu den besten in Europa.

Es gibt rund um die internationalen Industriekonzerne ein agiles Netz aus kleinen und mittelständischen Unternehmen. Um weiter wirtschaftliches und industrielles Zentrum in Europa zu bleiben, genügt es aber nicht, die etablierten Unternehmen zu halten. Was wir brauchen, sind neue Unternehmen mit neuen Geschäftsideen und neuen Produkten.

Für-Gründer.de: Wo sehen Sie die maßgeblichen Probleme für Gründer und Start-ups in NRW?

Dirk Opalka vom Initiativkreis Ruhr: Der nordrhein-westfälische Wirtschaftsminister Garrelt Duin hat zum Start der gemeinsamen Gründerland-Initiative betont: Entscheidend sei es, den Technologietransfer aus der Hochschule weiter zu verbessern. So sollen im universitären Umfeld mehr Gründungen entstehen. Doch manch junger Wissenschaftler scheut den Schritt in die Selbstständigkeit, weil Unternehmenserfolg nicht bis ins Letzte programmiert werden kann. Firmenstarter brauchen häufig einen langen Atem oder auch mehrere Anläufe – und Geld. Bei der Finanzierung spielt neben dem Staat als Förderer auch die Wirtschaft eine wachsende Rolle. Das Ruhrgebiet hat eine aktive Szene aus Kapitalgebern. Es gilt aber, die innovativen Start-ups mit etablierten Unternehmen zum beiderseitigen Nutzen zusammenzubringen.

Ein Problem sind sicher mangelnde Kenntnisse Gründungswilliger darüber, wo und wie sie sich Unterstützung holen können. Das spiegelt eine repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Forsa, die dem Initiativkreis Ruhr vorliegt, wider: Wenn sie die Wahl zwischen Selbstständigkeit und Anstellung hätten, würde sich eine große Mehrheit der Menschen im Ruhrgebiet für eine feste Anstellung entscheiden.

Lediglich sieben Prozent der Befragten halten eine Selbstständigkeit grundsätzlich für besser. Unter den 18- bis 29-Jährigen streben 82 Prozent eine feste Anstellung in einem Unternehmen an. Hier klafft offenbar eine große Wissenslücke, die wir füllen müssen.

Für-Gründer.de: Welche Maßnahmen sind bei der Initiative Gründerland NRW zur Unterstützung im Detail geplant?

Dirk Opalka vom Initiativkreis Ruhr: Das Thema darf keine Eintagsfliege sein, darüber sind sich Landesregierung und Initiativkreis Ruhr einig. Es ist wichtig, die Chancen wahrnehmbar aufzuzeigen, um das Gründungsklima zu verbessern. In erster Linie geht es zum Auftakt der gemeinsamen Gründerland-Initiative also darum, Aufmerksamkeit zu schaffen, zu informieren und alle Beteiligten in verschiedenen Formaten zusammenzubringen.

Drei Marksteine werden am 13. und 14. November in Bochum gesetzt:Sie bestehen aus

  • dem Gründer-Forum NRW, das der Initiativkreis Ruhr neu ins Leben ruft,
  • sowie dem Gründerpreis und
  • dem Gründergipfel des Landes.

Es ist der Start einer auf längere Sicht angelegten Kooperation. Die Botschaft ist: Es gibt einen starken Schulterschluss von Landesregierung und Industrie, um den Gründer-„Spirit” – wie es NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft formulierte – zu wecken.

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Auf der nächsten Seite erfahren Sie, wo angehende Gründer in NRW Unterstützung bekommen können, mehr über die anstehenden Events im November und erhalten einige wichtige Tipps zur Gründung von Dirk Opalka.