Protero: neues Gastro-Konzept in Köln



Mit Protero ist Anfang September ein neues Gastronomie-Konzept an den Start gegangen. In dem Laden des Start-ups in Köln kann sich der Kunde sein Essen aus verschiedenen proteinreichen Komponenten zusammenstellen. Das Start-up möchte jedem Ernährungstypen die Möglichkeit zu gesundem und nahrhaftem Essen geben. 

Bei Protero soll jeder etwas finden, egal ob er auf Diät ist, eine Allergie hat oder bei der Ernährung einer bestimmten Überzeugung folgt. Im Interview verrät uns Michael Mallek, was Protero so besonders macht, wie alles anfing und wie die Zukunft des Start-ups aussieht.

Für-Gründer.de: Hallo Herr Mallek, Sie haben am 7. September in Köln mit einem neuen Gastronomie-Konzept Eröffnung gefeiert. Was gibt es denn bei Protero und wie sind Sie auf die Idee gekommen?

Michael Mallek von Protero: Die Eröffnung war eine wirklich gelungene Belohnung für viel harte Arbeit. In der Zusammenarbeit mit den renommierten Personal Trainern von herztakt und der Erfahrung mit dem Verkauf von diätetischen Lebensmitteln im Internet sahen wir eine unbefriedigte Nachfrage nach Alternativen zu den sonst eher kohlenhydratreichen Angeboten der Bäckereien, Restaurants und Imbissen.

Bei Protero kann der Kunde sich Komponenten von diversen Nussarten, Müslis, Trockenfrüchten bis hin zu natürlichen Diät- und Fitnesspräparaten abpacken lassen. Die Verwendungsideen wie Protein-Pfannkuchen und fruchtige Magerquarkkreationen gibt es bei uns zu probieren.

Protero Team
V.l.n.r.: Michael Mallek, Samuel Weihrauch und Marcel Mallek

Für-Gründer.de: Wodurch unterscheiden Sie sich von anderen Angeboten?

Michael Mallek von Protero: Gesunde gastronomische Angebote wie auch Fach- und Bioläden, in denen Lebensmittel für unterschiedlichste Ernährungstypen und Diäten angeboten werden, gibt es bereits. Protero ist aber die erste Kombination dieser Angebote. Ich wage sogar zu sagen, wir werden beide Bereiche dominieren. Als Fachhändler können wir eine immense Vielfalt zu Preisen bieten, die teilweise unter den günstigsten Web-Anbietern liegen. Das liegt zum einen an den günstigen Einkaufskonditionen durch Synergien mit unserem Onlinevertrieb und dem Abpacken aus sehr großen Gebinden.

Zum anderen liegt es an dem extrem geringen Verkaufsraumbedarf. Wir wollen zu dem Lokal werden, in das in der Mittagspause jeder gehen kann und niemand mehr auf Grund von einer speziellen Diät, Allergie oder Überzeugung gezwungen ist, im Büro sein Mitgebrachtes zu essen oder ein spezielles Lokal aufzusuchen. Aus eigener Erfahrung bei einem großen IT-Unternehmen weiß ich, dass es solch einen Ort zu einem gemeinsamen Mittagessen kaum gibt.

Für-Gründer.de: Wie ist der Name Protero entstanden und wofür steht er?

Michael Mallek von Protero: Der Name setzt sich zusammen aus Protein und Hero. Obwohl wir weit mehr als nur proteinreiches Essen anbieten, sahen wir darin besonderen Handlungsbedarf. Der Durchschnitt unserer Gesellschaft tendiert dazu, sich zu kohlenhydrat- und damit kalorienreich zu ernähren, obwohl sie sich immer weniger bewegen. Proteinreiches wird oft als wenig schmackhaft links liegen gelassen. Das liegt oft aber nur am fehlenden Angebot und den Ideen.

Ernährung kann immensen Einfluss auf unsere Gesundheit, unsere Laune und unsere Leistungsfähigkeit haben. Sich bewusst zu ernähren um in diesen Bereichen aus dem Vollen zu schöpfen, ist für uns heldenhaft. Außerdem sind wir Aussprüche leid, wie wir sie in unserem akademischen und beruflichen Umfeld öfter hören, und die behaupten, unsere Gesellschaft würde immer egoistischer werden und man könne daher nur mit Ellenbogen weit kommen.

Wir wollen wieder mehr Aufmerksamkeit für das Heldentum schaffen – weniger für große Helden, wenn man diese überhaupt ausmachen kann, sondern für die kleinen. Dass es diese gibt, steht, nachdem wir viel selbstlose Hilfe aus der Nachbarschaft, aus Facebookgemeinschaften, freier Presse und dem persönlichen Umfeld erhielten, für uns außer Frage. Wir wollen in Zukunft Geschichten über „kleine Helden“, egal ob sie ehrbare Taten im Alltag vollbringen, oder kleine soziale Projekte leiten, in unserem Laden und auf unseren Kommunikationskanälen publik machen.

Für-Gründer.de: Protero ist ja nicht Ihr erstes Gründungsprojekt – Ihre ersten unternehmerischen Gehversuche haben Sie mit einem Webshop gesammelt. Worum geht es dabei?

Michael Mallek von Protero: Ich litt eine Zeit lang unter lichtem Haar und erfuhr unter Leidensgenossen in einem Forum über kosmetische Haarverdichtungen als Lösung. Obwohl es diese im Ausland recht günstig gab, bekam man diese in Deutschland nur zu einem Vielfachen des Preises. Als BWLer mussten mein Kumpel Samuel Weihrauch und ich das ändern. Wir fingen also an zu importieren. Wir konnten so bei Leidensgenossen und mir den Kostendruck verringern und dabei gleichzeitig etwas verdienen.

Schnell fanden wir in unserem Leben ähnliche Situationen, insbesondere Produkte für spezielle Ernährungswünsche. Auf jedem Markt gibt es so etwas wie einen „Benchmark Underdog”, ein wenig beachteter Anbieter mit besten Preis-Leistungs-Verhältnissen. Nachdem wir vier solcher Marken als Alleinvertreter erfolgreich auf den deutschsprachigen Markt brachten, machten wir es zu unserem Steckenpferd mit solchen Anbietern zu arbeiten.

Protero Gruender Mallek
Michael Mallek, Gründer von Protero

Für-Gründer.de: Wie haben Sie Protero finanziert und was waren die größten Herausforderungen auf dem Weg zum Start?

Michael Mallek von Protero: Wir haben Protero vollkommen aus den Einkünften unserer Online-Unternehmungen finanziert, nachdem uns klar wurde, dass es keine Fördermöglichkeiten gibt, die für uns in Frage kämen. Wir schraubten unsere persönlichen Ansprüche und Ausgaben auf ein Minimum mit dem Gedanken „wenn wir schon keine Unterstützung bekommen, wollen wir wenigstens nicht auch noch Steuern zahlen”. Also reinvestierten wir nahezu alles und lebten unter Hartz-IV-Niveau, teilweise sogar im Büro um Miete zu sparen. Das war und ist sehr, sehr hart.

Man spricht zwar von einem großen Angebot an Unterstützung. In der von uns wahrgenommenen Realität als Unternehmer scheinen Rahmenbedingungen aber eher so gemacht zu sein, dass Menschen vom Gründen abgehalten werden. Ein Unternehmer, der sich nicht durch Schulden abhängig machen möchte, oder anderweitig über Kapital verfügt, muss versuchen so schnell wie möglich seinen Lebensunterhalt zu erwirtschaften. Staatliche Unterstützung lässt dies außer Acht und hält einen mit überbordenden Formalitäten vom Wirtschaften ab.

Für-Gründer.de: Stichwort Behörden und Genehmigungen: worauf mussten Sie hierbei achten?

Michael Mallek von Protero: Es gibt unzählige bürokratische Hürden, deshalb haben wir eine Strategie gewählt, mit der wir unser Geschäftsmodell immer auch mit dem geringsten bürokratischen Widerstand entwickeln konnten. Wir wollten eine Alternative zum durchschnittlichen Speiseangebot in der Stadt bieten, aber sahen uns gleichzeitig auch mit immensen bürokratischen Erfordernissen in der Gastronomie konfrontiert. Also beließen wir das Angebot zwar natürlich aber einfach.

Wir setzten auf Zutaten mit langer Haltbarkeit und geringen Lagererfordernissen – ohne dass diese Konservierungsstoffe bedürften. Statt auf hohe Frequenzen zu setzen, die in der Gastronomie meist erforderlich sind, legten wir das Konzept auf Einzelhandel aus. So konnten wir uns auf unsere Kreativität und die Umsetzung konzentrieren und restliche bürokratische To-Dos mit höchster Sorgfalt bewältigen.

Für-Gründer.de: Haben Sie die Inneneinrichtung selbst entworfen und umgesetzt oder haben Sie dabei auf externe Hilfe zurückgegriffen?

Michael Mallek von Protero: Wir haben alles selbst gemacht vom Entwurf bis hin zur handwerklichen Umsetzung. Holzschilder bekamen wir von einem Schreiner-Onkel gesponsert und bei der Bühne und Kleinigkeiten halfen noch unsere Familien.

Für-Gründer.de: Wie verlief die erste Zeit nach der Eröffnung bisher und wie machen Sie Marketing für Protero?

Michael Mallek von Protero: Wir haben zwar mit einer großen Eröffnung begonnen um einen Vorgeschmack zu geben, sind aber noch in einer Art vorläufigen Öffnungsphase in der wir Details wie Preise, Warenpräsentation, Öffnungszeiten etc. noch austarieren bevor wir den Laden vollständig mit Außenwerbung, Produkttafel, Informationsmaterial usw. fertigstellen und direkter bewerben.

Für-Gründer.de: Welche Schritte planen Sie in den nächsten 2 bis 3 Jahren?

Michael Mallek von Protero: Der Laden soll als Pilotladen dienen, dessen Modell grundlegend steht, aber in der Ausgestaltung noch Freiräume zur Weiterentwicklung lässt. Wir wollen in ein bis zwei Jahren bei Erfolg das Konzept als Franchise einer breiteren Masse zugänglich machen. Das Angebot, insbesondere bei Allergien, Unverträglichkeiten oder Überzeugungen soll kontinuierlich aufgebaut und erweitert werden. Noch scheinen wir uns sehr auf das Frühstück zu konzentrieren. Dies soll sich in Zukunft aber ändern.

Für-Gründer.de: Und zum Abschluss: was sind Ihre Tipps für angehende Gründer? 

Michael Mallek von Protero:

Konventionen durchbrechen! Nicht konkurrieren, dominieren! Nicht kopieren, neu schöpfen!

Es liegt ein großer Unterschied darin auf andere zu hören und andere zu hören. Wer sich beispielsweise auf die Start-Up-Szene einlässt und nach deren Methoden gründet, wird wie diese in einem von sieben Fällen scheitern. Hört man sie aber an, zieht daraus die besten Erkenntnisse und kombiniert sie mit vielen, unterschiedlichsten Einflüssen vom Stammtischgespräch mit alten Schulfreunden bis hin zum Lesen von Biografien, wie der von Richard Branson, wird man, mit der Hilfe von erfolgreichen, in der Praxis bewährten Prinzipien, seinen eigenen Weg gehen.

Für-Gründer.de: Vielen Dank für das Gespräch!

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