Promi-Start-ups: Geschäftsideen von Schauspielern und Co.



Viele Promis, darunter Schauspieler, Fußballer und Musiker investieren in Start-ups. Einer der Umtriebigsten ist wohl Ashton Kutcher, der laut der Finanzierungs-Datenbank Crunchbase an 44 Jungunternehmen beteiligt ist. In Deutschland sind es insbesondere Sportikonen wie der FC Bayern-Stürmer Robert Lewandowski oder der Formel 1 Rennfahrer Sebastian Vettel, die Start-ups teilweise finanziell manchmal auch nach dem Motto „Publicity gegen Anteile” unterstützen. Doch daneben gibt es auch einige Prominente, die selbst gründen. Drei dieser Geschäftsideen stellen wir Ihnen im Folgenden vor.

Jessica Alba: The Honest Company

Jessica Alba dürfte allein dank ihrer Film- und Fernsehrollen für den Rest ihres Lebens ausgesorgt haben. Was viele nicht wissen: Die Schauspielerin ist auch Chefin eines Milliardenunternehmens. Während ihrer Schwangerschaft gründete sie The Honest Company. Von der Windel über Pflegeprodukte bis hin zur Vesperbox stellt das Unternehmen alles her, was der Nachwuchs braucht. Die Produkte werden nachhaltig produziert und sind frei von gefährlichen Zusatzstoffen und giftigen Verpackungen.

Der größte Teil des Umsatzes wird über den eigenen Onlineshop generiert. The Honest Company vertreibt dort seine Waren in Form von Abonnements. Nutzer können sich im Monatsrhythmus sogenannte Honest Product Bundles nach Hause liefern lassen. Das 2011 gegründete Unternehmen erhielt zuletzt eine Investitionsspritze von 100 Millionen US-Dollar. Es wird seither auf einen Unternehmenswert von 1,6 Milliarden geschätzt.

Gründerin von The Honest Company Jessica Alba (Bild: honest.com)
Gründerin von The Honest Company: Jessica Alba (Foto: The Honest Company)

Dana Schweiger: bellybutton

Auch Dana Schweiger, die Ex-Frau des Schauspielers Till Schweiger, ist in der Gründerwelt unterwegs, und zwar als Mompreneur. Das von ihr mit vier Freundinnen gegründete Unternehmen bellybutton vertreibt Kindermode, Schwangerschaftsmode, ein umfassendes Geschenke- und Homewearprogramm sowie schöne Accessoires und pflegende Naturkosmetik. Das Gründerteam hat zusammen 16 eigene Kinder und kennt daher die Bedürfnisse von Müttern, Kindern und der ganzen Familie.

bellybutton sieht sich daher als ein Unternehmen, das von Müttern für Familien gegründet wurde. Mittlerweile kann das Hamburger Unternehmen auf einen Umsatz von zehn Millionen Euro jährlich blicken. Für das Geschäftsmodell gab es zahlreiche Auszeichnungen: 2007 erhielt bellybutton den Bundespreis „Land der Ideen” und im Mai 2011 gewann das Unternehmen für seine umweltfreundlichen und ökologischen Pflegeprodukte den Preis „Umwelthelden der BILD-Zeitung”.

Nachdem bellybutton kurzzeitig in die roten Zahlen rutschte, wurde das Unternehmen 2014 von der schwäbischen Kids Fashion Group aufgekauft. Die Geschäftsführung übernimmt weiterhin der ursprüngliche Kreis der Inhaberinnen.

Die bellybutton Partnerinnen: Ursula Karven, Astrid Schulte, Annette Bode, Dana Schweiger, Katja Emcke (v.l.n.r.)
Die bellybutton-Gründerinnen v.l.n.r.: Ursula Karven, Astrid Schulte, Annette Bode, Dana Schweiger, Katja Emcke (Foto: bellybutton)

Lily Cole: Impossible

Impossible ist ein soziales Netzwerk für Altruisten, eine Seite, auf dem statt Geld Gefälligkeiten getauscht werden. Man veröffentlicht seine Wünsche auf dem Portal in der Hoffnung, dass sie von einem anderen Nutzer erfüllt werden.

Ein Nutzer zog zum Studium in eine neue Stadt und wünschte sich die Möglichkeit, auf einem Klavier zu spielen. Ein anderer Nutzer hatte ein Piano in seinen Büroräumen stehen und erfreute sich über die musikalische Unterhaltung. Andere stellen ihre Fähigkeiten als Webdesigner oder Handwerker kostenlos zur Verfügung. Impossible überträgt quasi das Prinzip der Nachbarschaftshilfe auf das Internet. Die Gründerin Lily Cole beschreibt es selbst als Schenkökonomie.

Lily Cole lief unter anderem für Chanel, Jean-Paul Gaultier und Versace auf den Laufstegen der Welt und hat ihr eigenes Social Start-up gegründet (Bild: impossible.com)
Lily Cole lief unter anderem für Chanel, Jean-Paul Gaultier und Versace auf den Laufstegen der Modewelt und hat ihr eigenes Social-Start-up gegründet (Foto: Impossible)

Zusammen mit dem Wikipedia-Initiator Jimmy Wales rief die 27-Jährige das Projekt ins Leben. Zwar hat das Projekt noch kein klares Geschäftsmodell, aber auch Wikipedia basiert auf der uneigennützigen Arbeit von Tausenden freiwilligen Helfern und ist eine der meistbesuchten Webseiten weltweit. Auch der Nobelpreisträger Muhammad Yunus sprach sich für das Sozialunternehmen aus, als die Gründerin von Impossible ihn auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos traf.

Lily Cole ist bekannt geworden als Model und Schauspielerin, engagiert sich für den Umweltschutz und absolvierte 2011 ein Kunststudium mit Bestnoten an der renommierten Cambridge University.

Weitere Promi-Start-ups

  • Als Gast bei TV Total verkündete Joko Winterscheidt, dass er sich Abseits vom TV-Geschäft als Gründer beim Berliner Start-up GoButler betätige. Dort ist er mit 4 % am Unternehmen beteiligt und bereits zwei Wochen nach Gründung eingestiegen. Ob Zweitkarriere oder PR-Gag, man weiß es nicht genau. Der Bekanntheit von GoButler hat der Auftritt nicht geschadet. Bereits während der Sendung gingen 20.000 SMS ein. Drei Monaten nach dem Start hat GoButler die Zahl von 75.000 Nutzern verkündet. Weitere Informationen zum Geschäftsmodell des digitalen Butlers finden Sie hier.
  • Die TV-Moderatorin Jenny Elvers hat von ihren Fans öfter Fragen zu ihrer Kleidung erhalten. Nun startete sie kürzlich unter dem Namen Mädchending einen eigenen Webshop, auf dem sie ihre Lieblingsmarken vorstellt und ihre eigene Schmuckkollektion anbietet. Noch sieht die Seite sehr rudimentär aus. Das Angebot beschränkt sich auf ein paar Dutzend Ringe, Halsketten und Modeaccessoires.
  • Gerald Asamoah ist einer der vier Gründer von Bside-Me, das Promis dabei unterstützt, mit Hilfe von Social Media und mobilen Apps ihren Bekanntheitsgrad zu monetarisieren.
  • Als Investoren traten in der jüngsten Vergangenheit gleich mehrere Fußballer in Erscheinung. Lothar Matthäus hat zu einer Unternehmensbewertung von einer Million Euro 10 % der Anteile des Fußballtrainings-Portals Trainerstar übernommen. Robert Lewandowski wurde Partner beim Warschauer Venture Capital Fonds Protos und Ex-Nationaltorhüter Jens Lehmann gab letztes Jahr bekannt, gleich an fünf Start-ups beteiligt zu sein, u.a. an dem Hersteller von Kollaborationssoftware Combionic.

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