Expertenwissen 2014 – gebündeltes Wissen zu Weihnachten



Um die eigene Gründung voranzubringen, ist es hilfreich, sich Rat von Experten einzuholen. Im zurückliegenden Jahr haben wir immer wieder Experten zu unterschiedlichen Bereichen rund um das Thema Gründung zu Wort kommen lassen, um angehenden Unternehmern Hilfestellungen zu geben. Rückblickend fasst Für-Gründer.de zehn Expertentipps aus 2014 als Weihnachtsgeschenk für Sie zusammen.

Welche Finanzierungsform passt zu meiner Geschäftsidee?

Bei der Unternehmensgründung ist die Finanzierung des Vorhabens das A und O – doch welche Finanzierungsform passt zum eigenen Gründungsvorhaben? Die Möglichkeiten der Finanzierung sind breit gefächert. Neben der klassischen Fremdkapitalfinanzierung stellt sich die Frage, ob Venture Capital, Business Angels, Acceleratoren oder andere Eigenkapitalfinanzierungen als Finanzierungsform infrage kommen.

Je nach Entwicklungsphase gibt es unterschiedliche Antworten auf die Frage der Finanzierung. Inkubatoren, Acceleratoren und Company Builder bieten meist in der Frühphase entscheidende Vorteile bei der schnellen Umsetzung einer Idee. Diese Hilfe geht meist auf Kosten der unternehmerischen Gestaltung. Bei höherem Kapitalbedarf und gewollter Unterstützung mit Know-how aus der Branche kann die Kooperation mit einem Business Angel die bessere Strategie sein.

Jens Schleuniger von Für-Gründer.de hat im Februar dieses Jahres einen Überblick über die Finanzierungsstrategien gegeben. Im Fazit kommt es bei der Wahl der Finanzierungsform auf den Kapitalbedarf an:

Eine allgemeingültige Antwort auf die Frage nach der „besten” Finanzierungsstrategie für Start-ups gibt es nicht. Entscheidend ist, inwieweit sich der Finanzierungspartner ins Unternehmen einbringen soll bzw. darf, ob bereits ein „Proof of Concept” besteht und wie hoch der Kapitalbedarf ausfällt.

Jens Schleuniger

Jens Schleuniger von Für-Gründer.de zum Thema Finanzierungsstrategien für Start-ups

Selbstständig per Franchise!

Eine weitere Möglichkeit selbstständig zu werden, stellt die Gründung per Franchise dar. Hierbei übernimmt ein Franchisenehmer ein bereits erprobtes Geschäftsmodell und führt dieses selbstständig aus. Neben vielen Vorteilen birgt das Franchisemodell aber auch viele Pflichten.

Torben Leif Brodersen vom Deutschen Franchise-Verband e.V. (DFV) kennt sich mit dem Thema aus und fasste mit seinem Expertenwissen wichtige Eckpunkte von Franchise in Deutschland zusammen. Worauf geachtet werden sollte, welche Möglichkeiten sich erfolgreichen Gründern zur Umwandlung des eigenen Geschäftsmodells in ein Franchise bieten, aber auch wie man schwarze Schafe erkennt, verriet er uns im Frühjahr:

Versprochene Erfolgsgarantien, großer Zeitdruck vor Vertragsunterzeichnung oder eine hohe Fluktuation von Franchisenehmern können ebenfalls auf sogenannte schwarze Schafe hindeuten. 

Abgesichert in die Selbstständigkeit

Das Abschließen einer Versicherung ist für die meisten Gründer ein eher unbeliebtes – weil aufwendiges – Thema. Geht dann aber doch mal etwas schief, steigen die entsprechenden Kosten schnell in die Höhe. Eine Versicherung für die Selbstständigkeit abzuschließen, stellt Gründer gleichzeitig vor die Frage: Welche Versicherung ist die richtige für mich?

Ralf Müller von Finanzchef24 gewährte mit seinem Expertenwissen Einblick in die Welt der Versicherungen und erklärte, wie der Bedarf eines Gründers ermittelt wird. Dabei sind u.a. neben der obligatorischen Betriebshaftpflichtversicherung auch die Rechtsschutzversicherung sowie die Geschäftsinhaltsversicherung von Bedeutung. Möchte man die Kosten im Schadensfall möglichst gering halten, ist das unliebsame Thema Versicherung von enormer Wichtigkeit, so Ralf Müller:

Keiner setzt sich gern mit dem Thema Versicherung auseinander. Aber im Schadensfall rächt es sich, wenn man es nicht getan hat. Sach- und vor allem Personenschäden können schnell die Millionenmarke erreichen. Für viele Gründer würde das ohne Versicherung den finanziellen Ruin bedeuten.

Torben Leif Brodersen, Ralf Müller, Bianca Gabbey mit Cathleen Leu sowie Dirk Platzek (v.l.o.n.r.u.)
Torben Leif Brodersen, Ralf Müller, Bianca Gabbey mit Cathleen Leu sowie Dirk Platzek (v.l.o.n.r.u.)

Wie gewinnt man Kunden? Mit der richtigen Werbung!

Um die ersten Kunden von der eigenen Geschäftsidee zu überzeugen, ist das richtige Marketingkonzept entscheidend. Nur allzu häufig messen Gründer diesem Thema nicht genug Wert bei und bedienen sich bloß am branchenüblichen Standard-Repertoire.

Ist die Werbung jedoch zu beliebig und austauschbar, schenkt dieser niemand Beachtung, weiß Bianca Gabbey von KINGKONGkommunikation. Ein authentisches Bild vom Gründer und die Außendarstellung bestimmen die Kundengewinnung. Wer Aufmerksamkeit will, gab Bianca Gabbey als Ratschlag im Interview, sollte sich statt ausgedienter Marketingformeln auf Originalität verlassen. Häufige Fehler sind laut Gabbey:

Beliebigkeit, fehlende Emotionalität und Austauschbarkeit der Werbung kann man sicher grobe Fehler nennen. Wie zum Beispiel Websites, Flyer oder Logos von der Stange. Sie sehen zwar meist schön aus, doch sie bilden das Produkt und das Unternehmen nicht ab und spiegeln es nicht wider. Sie passen zu jedem und sind austauschbar.

Geschäftsidee im Internet zukunftsfähig machen: responsive Webdesign

Mit der wachsenden Zahl internetfähiger Mobilgeräte steigt auch die Relevanz der Darstellung von Internetseiten unterwegs. Die meisten Webseiten sind für den PC programmiert und ihre Darstellung bereitet auf mobilen Endgeräten Probleme.

Nur allzu häufig wird bei der Suche nach Dienstleistern das Internet auf dem Mobiltelefon konsultiert. Ist die Antwort mobil schlecht abrufbar, wird anderweitig gesucht – das weiß auch Dirk Platzek von Wunschfeld Design. Will man seine Inhalte mobil anbieten, gibt es die Möglichkeit, neben der gewöhnlichen Website für PCs eine mobile Variante zu entwerfen oder responsive Webdesign zu nutzen, das die Umwandlung in eine mobile Version der Internetseite ermöglicht. Auch Google weiß um die Wichtigkeit des Themas, wie Dirk Platzek im Interview nochmals erwähnt:

Responsive Webdesign ist ein zukunftssicherer Trend, den Google selbst übrigens aus Gesichtspunkten der Search Engine Optimization empfiehlt.

Finanzierung durch die Crowd: wie hat man auf der Plattform Erfolg?

In einem zweiteiligen Extra zum Thema Crowdinvesting und Crowdfunding gab Experte Denis Jung von angelop, der zuvor u.a. als Dealflow-Manager von Seedmatch tätig war, Einblick in die Arbeitsweise von Crowdportalen und nennt, worauf geachtet werden sollte.

Im ersten Teil geht es neben dem Auswahlverfahren der Portale auch um die richtige Präsentation bestimmter Projekte und die Frage, für wen eine Finanzierung Sinn macht. Der zweite Teil fokussiert sich auf die Durchführung einer Kampagne zur Crowdfinanzierung. Dabei ist die Crowdfinanzierung keineswegs leicht gemachtes Geld:

Sehr viel Zeit nehmen auch das Unternehmens- bzw. Crowdfundingvideo und die Vorbereitung von Presse-, PR- und Social-Media-Aktivitäten in Anspruch. Crowdfunding lebt von der Kommunikation mit möglichst vielen Menschen.

Denis Jung von angelop.
Denis Jung von angelop.

Mittels gesunder Selbstreflexion zur erfolgreichen Gründung: die SWOT-Analyse

Während all der Planung und Arbeit, die eine eigene Geschäftsidee und ihre Gründung mit sich bringt, kann es leicht passieren, dass man den objektiven Blickwinkel verliert. Eine SWOT-Analyse kann dabei helfen, die eigenen Stärken und Schwächen besser zu verstehen und sich der eigenen Situation besser bewusst zu werden.

Felix Thönessen versteht es als Experte im Bereich der Unternehmensgründung, die SWOT-Analyse genau durchzuführen, um die eigene Situation in größerem Rahmen im Bezug auf den Markt und die Wettbewerber einordnen zu können:

Der Bezug zu all diesen Faktoren ist dabei immer der Wettbewerb. Es geht also immer um die Frage, ob ich besser oder schlechter in den einzelnen Punkten aufgestellt bin als die Konkurrenz. Zuvor eine Konkurrenzanalyse zu erstellen, ist sehr zu empfehlen.

Venture Capital für die Unternehmensgründung

Eine Unternehmensgründung ist sehr arbeits- und kapitalintensiv. Will man schnell Wachstum generieren, ist die Finanzierung per Venture Capital eine naheliegende Strategie zur Lösung dieser Aufgabe. Manuel Effenberg von GO:INcubator ließ Für-Gründer.de im Sommer seine Tipps zur Überzeugung von Investoren bei einer Präsentation wissen:

Insgesamt gilt es, den roten Faden seines Vorhabens auf den Punkt zu bringen. In diesem Zusammenhang kann ich nur empfehlen, im Vorfeld einige Proben zu durchlaufen, auch gerne mit Videokamera.

Darüber hinaus zog er Bilanz zum Venture Capital Day und gab uns eine Einschätzung über die Frühphasenfinanzierung in Deutschland.

Felix Thönessen, Manuel Effenberg, Josef Heinz und Dr. Stefan Borchert (v.l.o.n.r.u.)
Felix Thönessen, Manuel Effenberg, Josef Heinz und Dr. Stefan Borchert (v.l.o.n.r.u.)

Finanzierungsgespräche mit der Bank erfolgreich bewältigen

Die klassische Variante der Finanzierung durch die Bank stellt viele Unternehmer vor die schwierige Aufgabe, sich beim Gespräch mit der Bank zu beweisen und sie von der eigenen Sache zu überzeugen.

Der Unternehmercoach Dr. Stefan Borchert gab im Interview wichtige Tipps und verriet hilfreiche Maßnahmen für potentielle Kreditnehmer zur erfolgreichen Unternehmensfinanzierung. Besonders wichtig ist neben einem sorgfältig ausgeklügelten Businessplan die eigene Überzeugung von seiner Idee:

Gründer sowie Unternehmer sollten auch nicht als Bittsteller zur Bank gehen, welcher jetzt unbedingt diesen Kredit bekommen muss. Vielmehr sollten sie durch souveränes Auftreten und Argumentieren den Banker von dem Geschäftskonzept und dessen Kapitalbedarf überzeugen.

Rechtliche Tücken im E-Commerce beachten

Das E-Commerce ist juristisch, obwohl es noch sehr jung ist, sehr komplex und fordert einem Gründer viel Mühe ab. Impressum, Button-Lösung, Newsletter, Bestellvorgang und Preisangaben sind nur einige wenige Punkte, die beachtet werden müssen. Rechtsanwalt Josef Heinz gab uns im Dezember einen Überblick über wichtige Eckpunkte zum Thema. Dazu gehören neben den verschiedenen Richtlinien auch relevante Gesetze und für jeden E-Commerceler wichtige Themen wie die AGBs:

AGBs sind unbedingt zu empfehlen. Aber: Kopieren Sie nie fremde AGBs, denn ihr Geschäft ist ein Unikat und kann auch nicht kopiert werden. Wie immer kommt es darauf an, zulässige und wirksame Klauseln zu verwenden.

Für-Gründer.de wünscht Ihnen frohe Weihnachten und besinnliche Feiertage zum Bedenken der erwähnten Tipps!

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