Expertentipps 2013: Gebündeltes Wissen für Gründer



Auf der ersten Seite finden Sie Expertentipps zur passenden Geschäftsidee und erfahren mehr über die Voraussetzungen für den Kreditantrag. Außerdem geht es um die Investorensuche und -ansprache, das Corporate Design des Start-ups und das ideale Marketingkonzept für Gründer.

Die richtige Versicherung finden mit Hendrik Rennert von Finanzchef24

Neben den unternehmerischen Risiken sollten Gründer ebenso betriebliche und vor allem persönliche Risiken bedenken. Für dessen Absicherung gibt es eine Vielzahl von Versicherungen für Selbstständige. Beispiele sind die private Krankenversicherung, Betriebshaftpflicht oder Sachversicherungen. Demnach sollten Gründer wissen, welche Versicherungen besonders sinnvoll und bezahlbar sind.

Hendrik Rennert empfielt Gründern den ordentlichen Vergleich aller Angebote in Bezug auf Preis und Leistung. Denn die Versicherungsgesellschaften unterscheiden sich deutlich im Hinblick auf ihre Tarife. Wer hier nicht vergleicht, zahlt zum Teil mehr als den doppelten Beitrag. Um herauszufinden, welche Versicherung infrage kommt, schlägt Rennert eine systematische Vorgehensweise vor:

Ein Gründer sollte sich zunächst einen Überblick über die Risiken verschaffen, die seine Existenz bedrohen können. Dann sollte er schauen, welche Versicherungslösungen im Markt zur Verfügung stehen, um diese Risiken abzusichern. Oberste Priorität sollte dabei immer die Haftpflichtversicherung haben, da sie einen unentbehrlichen Basisschutz für jeden Gründer darstellt.

BVMM, BFMT, IT Systempartner, Prefound
Frank Rehme vom BVMM, Martin Trost von BFMT, Christian Bürgy von IT Systempartner und Olivia Fedunik von Prefound (vlonru)

Suchmaschinenoptimierung und CMS mit Christian Bürgy von IT Systempartner

Ist die Rechtssicherheit eines Internetauftritts gewährleistet, geht es an die Optimierung des Außenauftritts, um die Aufmerksamkeit der potenziellen Kunden zu erlangen. Hier kommen Begriffe wie Content Management System und Suchmaschinenoptimierung ins Spiel. Wir haben mit dem Experten Christian Bürgy von IT Systempartner gesprochen, der Antworten auf viele Fragen rund um die Optimierung der Webseite bereit hält. Um im Web auch gefunden zu werden, empfiehlt Christian Bürgy die technisch einwandfreie Umsetzung der Webseite sowie die permanente Pflege der Inhalte und regelmäßige Auswertung der Zugriffs-Statistiken.

Bereits im Vorfeld ist es wichtig zu planen, welche Funktion die Website erfüllen soll. Ein weiterer Punkt sind gute Inhalte. Gründer sollten sich viel Zeit für die Erstellung hochwertiger und für die Zielgruppe relevanter Texte nehmen. Zudem ist der Aufbau eines Kontakte-Netzwerkes wichtig. Social Media gewinnt hier fortlaufend an Bedeutung. Gründer sollten diese Plattformen im Zusammenspiel mit ihrer Website benutzen, um einen noch größeren Kundenkreis anzusprechen. Der Expertenrat für die Kundenbindung:

Versprechen Sie nichts, was Sie nicht auch halten können. Kunden werden den beworbenen Service auch einfordern. Starten Sie also besser mit einem kleinen Angebot und guter Betreuung. Dies führt zu zufriedenen Kunden und nachhaltigem Erfolg.

Die Buchführung und das Micro-Bilanz-Gesetz für Kleinstkapitalgesellschaften mit Guido Kruttasch von der Kruttasch Steuer- und Wirtschaftsberatung

Ob Buchführung nach EÜR oder doppelte Buchführung und Bilanzierung – für einige Unternehmer greifen bestimmte Grundlagen der Buchführung. Doch auch vor der Gründung ist Buchführung relevant. Nach der Gründung hängen der Umfang der Buchführung und die Buchführungspflicht von der Unternehmensgröße und der Rechtsform ab. Das Micro-Bilanz-Gesetz bringt einige Vereinfachungen für Kleinstkapitalgesellschaften. Es gibt aber auch einen Haken. Wir sprachen darüber mit Guido Kruttasch, Geschäftsführer der Kruttasch Steuer- und Wirtschaftsberatung.

Hinter der sogenannten Micro-Richtlinie steckt eine Erleichterung für kleine Kapitalgesellschaften, die nur noch einen vereinfachten handelsrechtlichen Jahresabschluss vorlegen brauchen. Mit dem Micro-Bilanz-Gesetz wurde die Umsetzung von EU-Vorgaben beschlossen, die Bürokratiekosten in Kleinstkapitalgesellschaften zu senken. Genauer gesagt, geht es um Gesellschaften wie die AG, GmbH, UG, GmbH & Co. KG, deren Umsatzerlöse bis 700.000 Euro und die Bilanzsumme bis 350.000 Euro und durchschnittlich nicht mehr als zehn Arbeitnehmer aufzeigen. Diese können folgende Erleichterungen in Anspruch nehmen:

  • Erstellung einer verkürzten Bilanz
  • Aufstellung einer verkürzten Gewinn- und Verlustrechnung
  • Verzicht auf einen Anhang
Finanzchef24 und Kruttasch
Felix Schollmeier (links) und Hendrik Rennert (rechts) von Finanzchef24 und Guido Kruttasch ist Geschäftsführer der Kruttasch Steuer- und Wirtschaftsberatung

Steuern und bürokratische Tücken für Selbstständige mit Martin Trost von BFMT

Mit der Selbstständigkeit wird ein Jungunternehmer auch vor die Aufgabe gestellt, sich mit der eigenen Gewinnermittlung und den daraus resultierenden Steuern auseinanderzusetzen. Martin Trost von BFMT erklärt die Grundlagen des Rechnungswesens und gibt einige Tipps zur Bewältigung des Bürokratieaufwands.

Zum Jahresende werden Gründer mit der Frage konfrontiert, ob sie eine Bilanz oder eine Einnahmen-Überschuss-Rechnung erstellen müssen. Prinzipiell besteht für jeden Gründer ein Wahlrecht. Welche die beste Wahl der Gewinnermittlung ist, kann – sofern nicht bereits gesetzlich die Bilanzierung vorgeschrieben ist – nur im Einzelfall entschieden werden. Fest steht: Übersteigen bestimmte Unternehmenskennzahlen wie Unternehmensgröße oder Umsatz die gesetzlich definierten Werte, besteht eine Bilanzierungspflicht. Die Frage, ob bestehende Buchhaltungsprogramme einen Steuerberater ersetzen können, verneint der Experte mit den Worten:

Ein Buchhaltungsprogramm ist immer nur so gut wie sein Bediener. Die Programme erleichtern zwar den allgemeinen Arbeitsablauf, aber ersetzen niemals die fachliche Qualifikation gut ausgebildeter Steuerfachangestellter/Buchhalter oder sogar eines Steuerberaters. […] Auch bei weiterem technologischen Fortschritt kann zukünftig nicht auf den menschlichen Verstand verzichtet werden. Gerade bei der steuerlichen Optimierung ist logisches Denken und kreatives Gestalten bezogen auf die individuelle Situation des Mandanten unabdingbar.

Die Unternehmensnachfolge und Notfallplanung mit Elmar Wendland, UHD Hessen

Eine Studie vom UHD Hessen ergab, dass zwei Drittel der befragten Unternehmer in Hessen nicht hinreichend in Bezug auf eine Nachfolgeregelung aus Altersgründen oder im Notfall vorbereitet sind. Häufig empfand man das Thema Unternehmensnachfolge nicht als relevant. Dies ist allerdings ein großer Irrtum, denn im Falle einer Erkrankung oder eines Unfalles steht ein Unternehmen möglicherweise schnell vor dem Aus. Elmar Wendland von der UHD Hessen erklärte, wie sich Unternehmer über die Unternehmensnachfolge informieren und ihr Lebenswerk schützen können.

Der wichtigste Tipp des Experten ist, dass jeder Unternehmer frühzeitig einen „Notfallkoffer” für sein Unternehmen zusammenstellen sollte, der alle wichtigen Informationen enthält, die für eine Fortführung des Unternehmens nötig sind. Dazu gehört auch, dass man eine Vertrauensperson im Unternehmen auswählt, die in dem Moment weiß, wo der Notfallkoffer steht und welche Schritte einzuleiten sind. Für den Experten gehört folgendes hinein:

Auf jeden Fall sollten Informationen zur gewählten Stellvertreterregelung enthalten sein, damit hier keinerlei Unklarheiten entstehen. Daneben gehören Kontenvollmachten, wichtige Passwörter und Schlüssel in den Notfallkoffer. Kontaktdaten, etwa des Steuerberaters oder der wichtigsten Kunden und Lieferanten, sollten ebenfalls nicht vergessen werden.

Darüber hinaus sollte der Notfallkoffer einmal im Jahr auf den neuesten Stand gebracht werden, damit der Vertreter stets aktuelle Informationen zur Verfügung hat. Hier finden Sie eine Checkliste für den Notfallkoffer.

  • Ob Gründercoach, Designer oder Steuerberater – Jungunternehmer sollten auf das Wissen von Experten vertrauen. In unserer Dienstleister- und Beraterbörse finden Sie für jede Frage im Gründungsprozess den passenden Dienstleister.
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