Expertentipps 2013: Gebündeltes Wissen für Gründer



Regelmäßig bitten wir qualifizierte Berater zum Gespräch, um Antworten auf spezielle Fragen im Gründungsprozess zu erhalten. So konnten wir über das ganze Jahr 2013 hinweg nützliches Wissen und wertvolle Tipps sammeln. Gebündelt haben wir die zehn Tipps von zehn Experten zu den „Expertentipps 2013″. Die Themen sind u.a. der erfolgreiche Kreditantrag, überzeugendes Corporate Design, effektives Marketing und der Notfallkoffer für die unerwartete Unternehmensnachfolge.

Den langen und teilweise beschwerlichen Weg in die Selbstständigkeit muss ein Gründer nicht alleine gehen. Ihm zur Seite stehen, falls gewünscht, fachkundige Berater aus allen Bereichen. Doch oftmals wünschen Gründer und Jungunternehmer keine Unterstützung vom Profi, da sie um Einsparungen bemüht sind, insbesondere zu Beginn der Tätigkeit. Allerdings sind die anfangs ungern getätigten Investitionen in Steuerberater, Buchhalter, Werbeagentur oder Anwalt Gold wert, da eben diese Sachkunde anfängliche Fehlentscheidungen minimieren und längerfristig Kosten senken kann. Für-Gründer.de wollte wissen, welche Fehler Gründer am häufigsten machen und wie sie das beste aus ihrem Start-up herausholen. Zehn Themen, zehn Experten und unendlich viele Fragen.

Die Geschäftsidee finden und prüfen mit Volker Neumann von Mister Gap

Der Weg in die Selbstständigkeit beginnt für jeden Gründer mit der Suche nach der passenden Geschäftsidee. Aber nicht jede Idee ist auch ein erfolgreiches Konzept. Bereits im Vorfeld sollte das Potenzial der Gründungsidee geprüft werden. Volker Neumann gründete Mister Gap und verspricht „Geschäftsideen auf Bestellung und To Go”.

Der Werbetexter und Konzeptioner für Agenturen und bekannte Marken beschäftigt sich bereits seit Anfang der 90er Jahre mit kreativer Werbung für Produkte und Unternehmen und gestaltet Anzeigen sowie Social Media Kampagnen. Dabei fielen ihm über die Jahre immer wieder kreative und interessante Geschäfts-, Dienstleistungs- und Produktideen ein. Nun entwickelt er Marktideen auf Bestellung. Eine Erklärung dafür, wie er bei der Entwicklung von Ideen vorgeht, kündigt er an mit:

Achtung, jetzt wird’s brutal. Ich erlaube mir im Gedankenspiel, Dinge mit einer Marke oder einem Thema zu tun, die die Unternehmen in der Regel selbst nie tun würden: So schnappe ich mir die Kernelemente eines Themas, eines Unternehmens oder einer Marke und gehe damit gedanklich in den Folterkeller – oder auf Reisen.

Dabei erzählt er, kombiniert er artfremde Bereiche miteinander und beraubt sie ihrer ursprünglichen Identität, um alles aus der jeweiligen Idee herauszuholen. Letztendlich münde der Prozess in einen „gnadenlosen Brainstorm”. Dies erfordere viel Fantasie sowie das Wissen um Marktmechanismen, Zielgruppen und Tabus.

Mister Gap, Macheete, Grenke Bank
Mareen Wordoff von MACHEETE (o.l.)
Andreas Schulz und Silke Klapdor von der GRENKE Bank (u.l.)
Volker Neumann von Mister Gap (r)

Einen Kredit von der Bank mit Andreas Schulz und Silke Klapdor, GRENKE Bank

Die GRENKE Bank gehört seit 2009 zur GRENKE Gruppe, die sich auf die Finanzierung von kleinen und mittelständischen Unternehmen spezialisiert hat. Innerhalb der Gruppe erweitert die Bank das Refinanzierungsportfolio und verfolgt zudem einen neuartigen Ansatz bei der Vermittlung von Förderkrediten für Existenzgründungen bis 100.000 Euro.

Die drei Grundvoraussetzungen für einen Gründerkredit von der GRENKE Bank beziehen sich auf die fachliche und kaufmännische Eignung sowie auf die finanzielle Vergangenheit des Gründers. Das heißt, dass angehende Unternehmer in Idealfall Branchenerfahrungen aus dem Haupt- oder Nebenberuf sowie private Qualifikationen und Weiterbildungen vorweisen können. Darüber hinaus sind kaufmännische Kenntnisse nachzuweisen, um auch die Arbeiten eines begleitenden Buchhalters oder Steuerberaters beurteilen zu können. Letztendlich ist auch die finanzielle Vergangenheit, ohne vertragswidriges Verhalten, ein Schlüsselfaktor. Wer sich nicht sicher ist, wie es um die eigene Präsenz steht, sollte noch vor Antragsstellung eine Eigenauskunft der Schufa anfordern.

Die größte Herausforderung für Gründer, neben dem Thema Kapital, ist für Silke Klapdor das Erreichen gesteckter Ziele sowie der Aufbau eines Netzwerks und Kundenstamms, um regelmäßige Einnahmen zu erwirtschaften. Darüber hinaus benennt Andreas Schulz die Hürde der Überforderung durch den Erfolg. Er weiß, dass das absurd klingt, argumentiert aber nachvollziehbar:

Manche Menschen verzetteln sich, arbeiten Tag und Nacht an der Erfüllung ihrer vielen Aufträge und vergessen Controlling, Rechnungserstellung, mittel- und langfristige Planung des Unternehmenserfolgs. Erfahrungsgemäß zeigt sich nach etwa einem Jahr, ob das junge Unternehmen auf sicheren Füßen steht.

 Investoren finden und ansprechen mit Olivia Fedunik von Prefound

Die Investorensuche und -ansprache ist für Gründer oft eine große Herausforderung. Sie müssen ihre Geschäftsidee überzeugend präsentieren, ihren Markt gut kennen und auf detaillierte Fragen zum Finanzplan des Start-ups antworten können. Gründer können sich deshalb von Beratern und Coaches bei der Investorenansprache unterstützen lassen. Der Technologie- und Ideenscout Prefound unterstützt Jungunternehmer bei allen Gründungsprozessen. Abgedeckt werden die Bereiche Projektmanagement, Betriebswirtschaft, Wissenschaft und insbesondere Biotechnologie.

Um die Investorensuche systematisch zu beginnen, sollte der Gründer sich fragen, welcher Investor zu ihm passt, in welcher Phase er sich befindet, wie hoch der Kapitalbedarf ist und wie ein Exit möglich wäre. Eigene konkrete Vorstellungen überzeugen auch Investoren. Bei der Wahl eines geeigneten Investors gibt Olivia Fedunik folgende Entscheidungshilfen mit auf dem Weg:

Neben dem Kapital spielen auch das Know-how, die Ziele und Vorstellungen des Investors eine Rolle. Passt der Investor tatsächlich zu mir, hat der Investor die gleichen Ziele und Vorstellungen? In welchen Bereichen kann er das Unternehmen unterstützen, über welches Netzwerk verfügt er? Nicht zu unterschätzen sind zuletzt die persönliche Ebene und die zwischenmenschlichen Faktoren. Eine Beteiligung ist wie eine Ehe: Drum prüfe gut, wer sich (ewig) bindet.

 Ein überzeugendes Corporate Design mit Mareen Wordoff von MACHEETE

Die gesamte Corporate Identity eines Unternehmens ist wichtig, denn mithilfe eines Corporate Designs bewerben Start-ups einprägsam ihr Angebots- und Leistungsspektrum. Mit Mareen Wordoff, Gründerin von MACHEETE, einem Büro für Werbung, Design, Social Media Marketing und Pressearbeit, sprachen wir über das effektive Corporate Design.

Das Corporate Design ist für die Expertin besonders wichtig bei der Unternehmensgründung. Allerdings wollen Start-ups genau hier lieber sparen. Jedoch sei dies das falsche Ende der Sparmaßnahme, denn nur ein gut aussehendes Logo mit Wiedererkennbarkeit fördert den Verkauf der angebotenen Produkte oder Dienstleistungen. Für Mareen Wordoff unterstreicht ein gutes Corporate Design die Marke und das Image und lässt ein Logo glaubwürdig aussehen. Die Investition in das eigene Corporate Design ist somit vor allem eine langfristige. Ihre Top 5 Design und Kommunikationstipps für Gründer lauten:

  • Persönlichkeit zeigen: Die Corporate Identity, also das gesamte Handeln des Unternehmens, sollte seine Persönlichkeit widerspiegeln. Nur so kann ein Wiedererkennungswert erzeugt werden.
  • Be Stupid: ungewöhnliche Wege gehen. Kommunikation lebt von frischen Ideen. Da ist es unabdingbar, sich auch mal fernab breitgetretener Pfade auszuprobieren.
  • Dabei bleiben: Schon früh sollte man sich auf ein Corporate Design festlegen und dieses auch beibehalten.
  • Langfristig handeln: Gründer sollten in ihrer Kommunikation und bei neuen Designs stets an übermorgen denken. Insbesondere bei Logos kommt es auf Zeitlosigkeit an.
  • Multimedialität: Unternehmen sollten überall dort aktiv sein, wo ihre Zielgruppe zu finden ist. Die Nutzung verschiedener Medientypen spricht den Kunden auf verschiedene Weise an. So kommen Botschaften besser an.

Das Marketingkonzept erstellen mit Frank Rehme vom BVMM

Alle Wege führen nach Rom – aber welcher Weg führt zum Kunden? Es gibt unzählige Kanäle für Marketing und Werbung, doch das Budget ist begrenzt und sollte möglichst effizient eingesetzt werden. Somit lohnt sich die Erarbeitung eines Marketingkonzepts. Zunächst steht Ihre Zielgruppe im Fokus. Wo erreichen Sie diese? Klassische Werbung im TV, Radio oder Zeitung? Oder setzen Sie im Marketingkonzept verstärkt auf Internetmarketing via Facebook oder Google?

Frank Rehme ist ausgewiesener Experte für Marketing und vertritt den Bundesverband für Medien und Marketing (BVMM). Seine Themen sind Big Data, Social Media, Online Marketing und die Bedeutung klassischer Medien für den Marketingmix. Für den Experten stehen gute Inhalte vor allem anderen:

Bevor man sich über Online Marketing unterhält sollte man sich über die Inhalte sehr viele Gedanken machen. Das alte Zauberwort Content ist King ist nach wie vor der erste Paragraf, den man befolgen sollte. Nicht nur, dass man genau weiß, was man wie spielen möchte, sondern dass man sich auch über die Quellen Gedanken macht.

Direkt danach kommt für Frank Rehme die Zielgruppe. Anschließend sollte man sich qualifizierte Unterstützung suchen, mit der man weitere Schritte unternimmt. Dabei seien Fragen wie z.B. Web/Mobile, SEO/SEM und Konversionsoptimierung zu klären.

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Auf der zweiten Seite erfahren Sie mehr über die richtige Versicherung, die Suchmaschinenoptimierung der Website, die Buchführung und das Micro-Bilanz-Gesetz, die Unersetzbarkeit eines Steuerberaters sowie den Notfallkoffer für den Fall einer unerwarteten Unternehmensnachfolge.

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