11 Fakten über Social Entrepreneurship



Zum zweiten Mal erlaubt die Studie Deutscher Social Entrepreneurship Monitor einen tiefergehenden Blick in die Szene sozial wirtschaftender Start-ups. Wir haben die 11 spannendsten Fakten aus der Analyse für euch gesammelt.

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Der Deutsche Social Entrepreneurship Monitor untersucht die Social-Start-up-Landschaft des Landes und veröffentlicht einmal im Jahr die Studienergebnisse. (Foto: Deutscher Social Entrepreneurship Monitor)

#1 Gesellschaftliche Herausforderungen sind wichtiger als Geld

Der Deutsche Social Entrepreneurship Monitor (DSEM) zeigt, dass Social Entrepreneurs Sinn und Verantwortung in den Mittelpunkt ihrer Arbeit stellen. 83,5 % der Befragten geben als vorrangiges Ziel an, mit ihrer Arbeit eine gesellschaftliche Wirkung zu erzielen. Für 96,7 % liegt diese Absicht mindestens gleichauf mit finanziellen Zielen.

Dabei verkündeten 35 % der Befragten, dass sie eine Geschäftsidee umsetzen wollen. Das unternehmerische Risiko scheuen sie dabei nicht: 75,5 % haben eine finanzielle Planungssicherheit von maximal sechs Monaten.

#2 Social Entrepreneurs reinvestieren

Für Weitsicht und nachhaltiges Wirtschaften steht auch der Umgang mit dem verdienten Geld: 81,6 % der sozialen Unternehmer reinvestiert Gewinne schwerpunktmäßig bis ausschließlich in das eigene Unternehmen.

Das ist umso erstaunlicher angesichts der Tatsache, dass sich Start- und Anschlussfinanzierung für 50 % der Social Entrepreneure als schwierig erweisen und der mittlere DSEM-Social Entrepreneur nicht mehr als 5.800 Euro durchschnittlich im Monat einnimmt.

#3 Es gibt eindeutige regionale Schwerpunkte

Die meisten Social Start-ups befinden sich in Berlin (28,8 %), NRW (14,2 %) und Baden-Württemberg (12,3 %). Insbesondere die Hauptstadt sticht hier als Gründerstadt hervor. Aber auch in Hamburg haben sich 9,9 % der sozialen Unternehmen angesiedelt.

#4 Viele Marktneuheiten

Start-ups leben von Innovation. Im vergangenen Jahr waren die Social Entrepreneure besonders einfallsreich: 87,3 % von ihnen geben an, dass sie mindestens eine Marktneuheit in Deutschland eingeführt haben.

#5 Frauenanteil fast gleichauf mit den Männern

Mit 46,7 % gibt es fast so viele weibliche wie männliche Social Entrepreneure. Das sind jedoch etwas weniger als im Vorjahr: 2018 machten Social-Unternehmerinnen 48,6 % der Szene aus. Der Anteil ist in Bezug auf die Gründerszene im Gesamten vergleichsweise hoch: Laut Female Founders Monitor machen Gründerinnen nur 15,1 % der Unternehmerlandschaft in Deutschland aus. Jede dritte Gründerin ist übrigens zwischen 30 und 35 Jahre alt.

#6 Mitarbeiter werden fair behandelt

Gelebter Teamgeist ist für Social Entrepreneure in Deutschland selbstverständlich: 84,2 % von ihnen gaben an, ihre Mitarbeiter in strategische Entscheidungen miteinzubeziehen. Darüber hinaus sorgen 63,5 % der Befragten für transparente Gehälter. Dieselbe Fairness spielt auch für Lieferketten eine Rolle: 94,3 % der Unternehmer ist Nachhaltigkeit hierbei besonders wichtig.

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Im Spannungsfeld finanzieller Herausforderungen und hohem gesellschaftlichem Engagement: So leben und arbeiten die Social Entrepreneure in Deutschland. (Foto: Deutscher Social Entrepreneurship Monitor)

#7 Fast die Hälfte nutzt keine Förderprogramme

Social Entrepreneurs scheinen viel aus eigener wirtschaftlicher Kraft bewegen zu wollen: 43,3 % von ihnen nehmen kein Förderprogramm in Anspruch. Bei denjenigen, die Förderung beziehen, stehen das Social Impact Lab mit 22,2 % und die Non-Profit-Organisation Ashoka mit 12,3 % hoch im Kurs. Weitere genutzte Programme sind u. a. der High-Tech Gründerfonds, startsocial und EXIST.

#8 Aktiv in mehreren Branchen

Jeder dritte Social Entrepreneur sieht sich in mehreren Branchen. Die beliebtesten sind übrigens Information und Kommunikation (43,9 %), Erziehung und Unterricht (25,5 %) sowie Gesundheit und Sozialwesen (21,2 %).

Das deckt sich mit den Zielbereichen der Start-ups: hochwertige Bildung (46,2 %),  nachhaltiger Konsum und nachhaltige Produktion (45,3 %), Gesundheit und Wohlergehen (44,3 %) sowie Menschenwürdige Arbeit und Wirtschaftswachstum (43,4 %).

#9 Sehr unterschiedliche Rechtsformen

So vielfältig wie die Geschäftsideen der Social Start-ups sind auch die Rechtsformen, innerhalb derer sie auf dem Markt agieren: Über 53,3 % der Befragten gab an, mindestens in einem eingetragenen Verein (24,5 %), einer gGmbH (22,2 %) oder einer gUG (7,1 %) eingetragen zu sein. 51,4 % der DSEM-Social-Entrepreneurs befindet sich in keiner Rechtsform, 21,7 % haben allein gegründet.

#10 Kaum Unterstützung durch die Politik

Der Großteil der DSEM-Unternehmer fühlt sich vom Staat nicht gut unterstützt. 20,8 % der Befragten gaben der Politik in Hinblick auf die Förderung von Social Entpreneurship sogar die Schulnote 6. Als Durchschnitt ergab sich die Note 4,7.

Als Hauptkritikpunkte wurden eine zu schwache Lobby für Social Entrepreneurship (65,5 %), zu wenig gezielte Anschlussfinanzierung für erfolgreiche innovative Projekte und Organisationen (62,3 %) sowie eine schwer nachvollziehbare Vergabe von öffentlichen Finanzmitteln (60,8 %) genannt.

#11 Kein Weg ohne Ziele

Social Entrepreneurs arbeiten nicht ins Blaue hinein: 93,9 % von ihnen haben Wirkungsziele für ihre Organisation definiert oder planen dies. Festgehalten sind die Ziele vorrangig in der eigenen Stategie, dem Unternehmensleitbild und der Satzung. So soll der Grundstein für eine spätere Wirkmessungen gelegt werden.

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