Caketales: von der Elternzeit in die Selbstständigkeit



Auf der ersten Seite erzählt Nadine Brams, was die Caketales sind, wie sie auf die Idee der Tortenständer gekommen ist und wie die Gründerin ohne Vorkenntnisse ins Abenteuer Existenzgründung startete. Hier geht es um die Hochs und Tiefs im Gründungsprozess.

Für-Gründer.de: Welche Entwicklungsschritte haben die Caketales seit der ersten Idee bis heute durchlaufen und was waren die bisher größten Meilensteine?

Nadine Brams von Caketales: Angefangen hat die Idee vor über zwei Jahren, doch ehe ich den Mut hatte, aus einer Idee auch ein Geschäft zu machen, verging ein weiteres Jahr. Ich suchte mir einen professionellen Modellbauer, der mir produktionsfähige Muster erstellen sollte. Als diese da waren, recherchierte ich nach einem geeigneten Hersteller und gab die erste Produktion in Auftrag.

Die kam dann im Juni 2014 bei mir an. Ein großer Erfolg war auch die Messe im Oktober, die cake-Germany in Esslingen, bei der beinahe im Minutentakt Caketales verkauft wurden. Und auch die Aufschwung-Messe im März 2015 war eine tolle Erfahrung und hat mir viele neue Anregungen gegeben.

Seit einem halben Jahr arbeite ich außerdem mit Maria Susic, Vertriebsass und neue Unternehmenspartnerin, zusammen und wir planen die gemeinsame Zukunft der Caketales. Ich bin froh, dass wir uns kennengelernt haben, denn sie zählt aufgrund ihres unermüdlichen Engagements definitiv zu einem der wichtigsten Menschen, die für den Erfolg der Tortenständer verantwortlich sind.

Für-Gründer.de: Wo lagen die größten Hürden?

Nadine Brams von Caketales: Das ganze Projekt war fast zum Scheitern verurteilt, nachdem der Hersteller die Auflage mit der Lebensmittelechtheit nicht ganz so eng genommen hat, bzw. mir keine geeigneten Nachweise bringen konnte. Es hat fast drei Monate gedauert, bis das geklärt werden konnte. Prinzipiell muss man aber sagen, war die Herstellersuche an sich die schwierigste Aufgabe!

Das Schaf „Hubärth" war die erste Version des Ständers von caketales.
Das Schaf „Hubährt” (mitte) war die erste Version des Ständers von Caketales (Foto: Caketales)

Für-Gründer.de: Welche Marketingmaßnahmen ergreifen Sie, um die Caketales bekannter zu machen?

Nadine Brams von Caketales: Wir sind derzeit dabei, Seminare vorzubereiten, um Teilnehmer zu gewinnen, und Freistände in Einkaufszentren zu mieten, um Livevorführungen zu machen. Außerdem sind wir sehr stark im Sponsoring für Kinder-Veranstaltungen, denen wir für Festlichkeiten fertig dekorierte Ständer zur Verfügung stellen. Auch Social Media-Marketing spielt eine große Rolle, weil da immer wieder neue Anregungen zum Einsatz und Dekoration der Caketales eingestellt werden.

Außerdem bieten wir Backpartys an, bei denen wir Leute besuchen, um mit ihnen die Ständer zu testen und zu dekorieren. Daraus soll später auch ein Strukturvertrieb entstehen. Und natürlich Werbung, Werbung, Werbung! Auch wenn das noch stark kostengesteuert ist und durch Flyerverteilung und Mundpropaganda geschieht. Wir schlafen sehr wenig und arbeiten viel. Aber wir wissen wofür.

Für-Gründer.de: Auf welche Weise haben Sie Ihre Existenzgründung finanziert?

Nadine Brams von Caketales: Bisher sind es knapp 25.000 Euro, die unsere kompletten Ersparnisse aufgebraucht haben. Doch das war eine bewusste Entscheidung. Ich wollte mich keiner Bank gegenüber verpflichten und deswegen wurde das private Geld in Anspruch genommen, genau genommen das meines Mannes. Das heißt aber auch, dass die Stückpreise durch die geringe Investition und der kleinen Auflage sehr hoch sind, denn der Plan war erst einmal zu schauen, ob es überhaupt einen Markt gibt.

Mein Mann ist meine größte Stütze, auch finanziell gesehen. Ohne ihn wäre das ganze Projekt nicht möglich, denn davon leben kann ich noch nicht.

Für-Gründer.de: Was sind Ihre Ziele bzw. die nächsten Schritte für die kommenden zwölf Monate?

Nadine Brams von Caketales: Die Seminare sind derzeit in den letzten Zügen der Planung und sollen über das Jahr jetzt soweit etabliert werden, dass es regelmäßig Kurse geben soll. Außerdem wird ein KfW-Darlehen beantragt werden, um eine größere Stückzahl der Ständer produzieren zu lassen, damit die Stückkosten zu senken und somit interessant für Händler zu werden.

Und auch ein Laden ist geplant, in dem all das gebündelt werden soll. Also Verleih und Verkauf der Caketales samt Zubehör sowie der Verkauf von fertig dekorierten Ständern und auch der Vertrieb der Seminare.

Für-Gründer.de: Wie lauten Ihre drei wichtigsten Tipps für angehende Gründer, insbesondere Gründerinnen?

Nadine Brams von Caketales: Was ich wirklich lernen musste und mir immer wieder im Wege steht, ist die Geduld! Es geht nicht alles von heute auf morgen. Außerdem ist es sehr wichtig, eine gefestigte Partnerschaft zu haben. Steht der Partner nicht zu 100 % hinter einem und dem Projekt, dann wird entweder das Projekt oder die Beziehung scheitern! Es wird immer wieder Momente geben, an denen man zweifelt oder Angst vor der Zukunft hat. Dann ist es wichtig, dass es jemanden gibt, der einem Mut zuspricht und nicht noch in die gleiche Kerbe schlägt.

Und zu guter Letzt: Hilfe! Wir haben hier das Glück in einem Land zu leben, wo man großartig unterstützt wird, wenn man den Mut hat, sich selbstständig zu machen – sei es durch den Staat in Form von Zuschüssen, oder auch die Möglichkeit, sich professionell helfen zu lassen, durch einen Gründercoach oder Einrichtungen, wie der IHK. Man sollte sich Hilfe suchen und auch in Anspruch nehmen, wo man nur kann, denn es wird einen immer um eine Erfahrung reicher machen und auch weiter voranbringen!

Für-Gründer.de: Vielen Dank für das Interview!

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