Berufsunfähigkeitsversicherung: Warum sie so wichtig ist

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Selbstmanagement

In der Gründungsphase tragt ihr als Jungunternehmer jede Menge neue Verantwortung und müsst euch mit Herausforderungen beim Aufbau eures Business beschäftigen. Doch welche zusätzlichen Risiken kommen auf euch als Gründer zu, wenn ihr plötzlich nicht mehr arbeiten könnt, schwer krank oder sogar berufsunfähig werdet? Eine Berufsunfähigkeitsversicherung kann helfen.

Berufsunfähigkeitsversicherung
Eine Berufsunfähigkeitsversicherung schließt finanzielle Lücken im dauerhaften Krankheitsfall. (Bild: stevepb via pixabay.com)

Wieso ist eine Berufsunfähigkeitsversicherung so wichtig

Eine Berufsunfähigkeitsversicherung deckt die Risiken einer Invalidität ab, falls ihr also etwa durch schwere Krankheit oder einen Unfall plötzlich nicht mehr in eurem bisher ausgeübten Beruf arbeiten könnt. Sie wird meist zusammen mit einer Lebensversicherung oder einer Rentenversicherung abgeschlossen. Sie soll ermöglichen, dass der bisher gewohnte Lebensstandard annähernd aufrecht erhalten werden kann und laufende Kosten gedeckt werden.

Wann die BU-Versicherung greift

Die Berufsunfähigkeitsversicherung greift, wenn die im Versicherungsvertrag vereinbarten Bedingungen erfüllt sind. Das bedeutet in der Regel, wenn die Erwerbsfähigkeit um mindestens 50 Prozent eingeschränkt ist. Die Berufsunfähigkeit ist ärztlich nachzuweisen. Die Leistungspflicht für die Beitragszahlung endet mit dem Eintritt der Leistungspflicht.

Was die BU-Versicherung abdeckt

Die Berufsunfähigkeitsversicherung sichert das bestehende Einkommen in Form einer monatlichen Rente, die so lange ausbezahlt wird, wie der Vertrag läuft bzw. der zu versichernde Zustand bestehen bleibt. In der Regel geht sie entweder in die Altersrente oder die Absicherung eines neu erlernten Berufes über, sobald dieser das frühere Einkommen erreicht hat.

Welche Bedeutung die BU-Versicherung hat

Die Berufsunfähigkeitsversicherung schließt die Lücke zwischen einer Unfallversicherung, einer Erwerbsminderungs- und einer Altersrente. Bei einer Unfallversicherung werden die Kosten durch die Folgen von Unfällen abgesichert, die sich in der Regel auf notwendige Umbauten im Haus oder Auto oder entsprechende Hilfsmittel beschränken. Die gesetzliche Erwerbsminderungsrente wird bezahlt, wenn überhaupt keine Erwerbstätigkeit unabhängig vom erlernten Beruf mehr möglich ist. Die Altersrente greift für die Lebenshaltungskosten ab dem Eintritt des gesetzlichen Rentenalters.

Ziele und Vorteile einer Berufsunfähigkeitsversicherung

Eine Berufsunfähigkeitsversicherung ist also dafür gedacht, im Versicherungsfall den bisherige Lebensstandard weitestgehend beizubehalten, ohne größere finanzielle Einschränkungen neben den beruflichen und persönlichen Herausforderungen durch die Berufsunfähigkeit selbst erleiden zu müssen. Sie gewährleistet also, dass laufende Kosten gedeckt werden, während man sich auf die veränderte Lebenssituation einstellt und womöglich einen neuen Beruf erlernen muss.

Wann und für wen ist eine Berufsunfähigkeitsversicherung geeignet

Es gibt einige Einschränkungen und Voraussetzungen, wann eine Berufsunfähigkeitsversicherung möglich und passend ist. Dabei kann man generell sagen: je jünger man ist und je konservativer und gesünder der Lebensstil, desto besser. Denn je höher das abzusichernde Risiko ist, desto höher auch die Kosten bzw. desto geringer die Chancen, dass man überhaupt versichert wird. Hier lohnt sich ein entsprechender Überblick über verschiedene Versicherer und deren Leistungen: Test Berufsunfähigkeitsversicherung.

Berufsgruppen

Es wird bei den Tarifen nach verschiedenen Berufsgruppen unterschieden, dabei ist insbesondere nach solchen für Selbstständige Ausschau zu halten. Abhängig vom zu versichernden Risiko tragen Kaufleute oder Programmierer ein deutlich geringeres Risiko als etwa Handwerker oder Profisportler, die höherer, körperlicher Belastung ausgesetzt sind.

Abschlusszeitpunkt

Hier lässt sich sagen: je früher desto besser, denn im Lauf der Jahre häufen sich auch durch etwaige Routineuntersuchungen mögliche medizinische Eingriffe und damit die Wahrscheinlichkeit, dass man bei Versicherern weniger beliebt ist.

Für wen ist sie nicht geeignet (Risikogruppen)

Mit entsprechenden Vorerkrankungen wie nach längerer Psychotherapie oder chronischen Erkrankungen ist es schwieriger, überhaupt einen Versicherer zu finden, der einen absichert. Auch für Raucher mit Vorerkrankungen oder Extremsportler kann es zur Herausforderung werden, ein Versicherungsunternehmen zu finden, das die entsprechenden Risiken trägt.

Pro Jahr werden rund 760.000 Arbeitsunfälle in Deutschland registriert, wobei Gerüstbauer zu den gefährlichsten Berufsgruppen zählen. Rund 57% besitzen derzeit eine Berufsunfähigkeitsversicherung. Am häufigsten sind dabei psychische Gründe als Ursache für eine Berufsunfähigkeit, gefolgt von Beeinträchtigungen des Bewegungsapparates und Krebs. Die Wahrscheinlichkeit, dass man bis zum Eintritt in die Rente berufsunfähig wird, liegt je nach Alter und Geschlecht zwischen 29 und 43 Prozent.

Für Gründer und Jungunternehmer wie euch kann es ratsam sein, sich auch über weitere Risiken zu informieren, die in der Selbstständigkeit abgesichert werden sollten. So ist nicht nur eine Krankenversicherung quasi für jeden Unternehmer Pflicht, sondern sind auch Haftpflicht- und Rechtsschutzversicherungen für das eigene Gewerbe empfehlenswert. Auch im privaten Bereich solltet ihr euch umfassend informieren, um im Ernstfall geschützt zu sein.

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