5 Tipps, worauf es beim Leasing ankommt

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Inspiration

Mieten statt kaufen liegt im Trend - der Leasingmarkt boomt. Insbesondere viele junge Unternehmer profitieren von den attraktiven Steuervorteilen und günstigen Leasingraten einerseits und der Flexibilität auf der anderen Seite. Worauf solltet ihr beim Leasing achten?

Autoleasing
Wer sich für das richtige Leasingmodell entscheidet, fährt gut. (Foto: Unsplash/Malte Helmhold)

Tipp 1: Entscheidet Euch für das richtige Leasingmodell

Bei etwa 25 % liegt mittlerweile der Anteil an geleasten Fahrzeugen am Gesamtmarkt, 2018 waren es noch rund 22 %.

Die Angebote der Leasingunternehmen erscheinen teils unfassbar attraktiv: Viele Modelle sind bereits zu einem zweistelligen monatlichen Eurobetrag zu haben. Allerdings solltet Ihr berücksichtigen, dass es zwei grundsätzlich unterschiedliche Leasingsmodelle gibt.

Restwertleasing

Beim sogenannten Restwertleasing wird zum Ende des Leasingvertrags ein Restwert für das Fahrzeug geschätzt. Die Differenz zwischen dem Listenpreis und dem kalkulierte Restwert ist der Wertverlust, den ihr über die Leasingraten zahlen müsst.

Im Interesse möglichst günstige Angebote anzubieten, kalkulieren viele Anbieter den Restwert zu hoch - was spätestens am Ende der Vertragslaufzeit teuer werden kann. Denn für die Differenz zum tatsächlichen Marktwert müsst ihr aufkommen, das Risiko liegt also beim Leasingnehmer.

Ist Restwert Leasing damit grundsätzlich unattraktiv? Nicht direkt: Wenn ihr noch nicht abschätzen könnt, wie viele Kilometer während des Leasings zurückgelegt werden, könnt ihr am Ende durchaus sparen. Wenigfahrer werden dann durch einen hohen Restwert belohnt.

Kilometerleasing

Hier wird eine bestimmte Kilometerleistung im Leasingvertrag festgeschrieben, beispielsweise 20.000 km. Wenn ihr diese Kilometerleistung überschreitet, tragt ihr hohe Kosten für jeden Mehrkilometer. Umgekehrt erhaltet ihr eine Gutschrift für jeden Kilometer, den ihr unter der vertraglich vereinbarten Kilometerleistung geblieben seid.

Die Gutschrift für Minderkilometer fällt allerdings deutlich geringer aus als die Mehrkosten für Zusatzkilometer. Aus diesem Grund solltet ihr eure Jahresfahrleistung möglichst genau kennen. Außerdem achtet bei besonders günstigen Angeboten darauf, dass die inkludierten Fahrleistungen nicht zu gering ausfallen.

Tipp 2: Wählt die richtige Vertragslaufzeit

Einer der besonderen Vorteile beim Leasing gegenüber einer Anschaffung des Fahrzeugs liegt in der Flexibilität. Wenn euer Geschäft noch wächst oder sich das Geschäftsmodell womöglich leicht ändert, ihr einen Kundenstamm aufbaut und vielleicht weitere Wege zurücklegen müsst, kann diese Flexibilität ein Vorteil sein.

Vielleicht benötigt Ihr nach einem Jahr einen größeren Transporter? Wird eine Lademöglichkeit geschaffen, sodass ein Elektroauto genutzt werden könnte? Womöglich ist für die häufigeren und weiteren Wege ein komfortablerer Wagen sinnvoll? Diese Flexibilität hat allerdings auch beim Leasing ihren Preis. Der Wertverlust fällt bei jedem Fahrzeug in den ersten Monaten deutlich größer aus als in den folgenden Jahren.

Aus dem Grund sind die Konditionen für Leasingverträge mit kurzen Laufzeiten schlechter als für jene mit längeren Fristen. Außerdem beinhalten viele Leasingverträge auch Fixkostenanteile wie beispielsweise eine Bereitstellungsgebühr - die häufig sehr hoch ausfallen kann. 

Seid also nur so flexibel wie ihr müsst und schließt möglichst lange Leasingverträge ab.

Tipp 3: Sucht die Versicherung sorgsam aus

Viele Leasinganbieter haben heute Fullservice-Pakete im Angebot: Neben dem Leasing als solches werden auch Wartung und Versicherung zu einem Gesamtpreis angeboten. Ist dies nicht der Fall, könnt ihr zumeist trotzdem eine entsprechende Versicherung beim Leasinganbieter abschließen.

Wer mit Autothemen so wenig wie möglich zu tun haben will und den einfachen Weg wählt, nimmt solche Angebote häufig wahr - und zahlt zu viel.

Ihr solltet vorher auf dem freien Markt einen Versicherungsvergleich durchführen.

  • Die monatlichen Prämien für Neufahrzeuge fallen relativ hoch aus, was auch die Möglichkeit einer größeren Ersparnis mit sich bringt.
  • Zudem solltet ihr bei der Vollkaskoversicherung darauf achten, dass die Selbstbeteiligung so gering wie möglich ausfällt. Bekanntermaßen werden Euch von den Leasinganbietern sämtliche Schäden am Fahrzeug in Rechnung gestellt. Ihr seid in der Regel besser damit beraten, diese Schäden entweder aus eigener Tasche oder durch die Versicherung begleichen zu lassen. Eine geringe Selbstbeteiligung sorgt dafür, dass die Kosten geringer ausfallen.
  • Anders als bei finanzierten Fahrzeugen solltet ihr zudem die sogenannte GAP-Versicherung abschließen. Denn bei einem Totalschaden oder Diebstahl wird üblicherweise von der Versicherung nur der Wiederbeschaffungswert ersetzt - und der kann deutlich geringer ausfallen, als der durch den Leasinggeber kalkulierte Restwert. Diese Versicherungsklausel schließt die dabei entstehende Lücke.

Tipp 4: Kalkuliert die Gesamtkosten

Wie bei vielen anderen Vertragsmodellen auch, werdet ihr häufig durch eine günstige monatliche Rate gelockt.

Insbesondere beim Leasing gibt es aber häufig zusätzliche Gebühren wie Zulassungskosten, eine Bereitstellgebühr sowie eine zusätzliche Gebühr bei Fahrzeugrückgabe. Hinzu kommen natürlich unterschiedliche Kosten für Wartung, Versicherung und Kraftstoff- bzw. Stromkosten.

Beim Leasing ist der "Total Costs of Ownership"-Ansatz sinnvoll; ihr solltet alle anfallenden Kosten möglichst übersichtlich auflisten und vergleichen, um bei der kalkulierten Nutzung das beste Angebot auszuwählen. Es ist nicht hilfreich, wenngleich auch weit verbreitet, nur monatliche Kosten zu kalkulieren und dem eigenen Budget gegenüberzustellen.

Tipp 5: Sichert euch bei der Rückgabe ab

Die Rückgabe eines Leasingfahrzeugs ist nicht selten Anlass zu Streit und Kosten: Jeder Schaden wird vom Leasinggeber aufmerksam begutachtet und vom kalkulierten Restwert abgezogen - was bedeutet, dass ihr entsprechende Nachzahlungen leisten müsst.

Zwar sind gewöhnliche Gebrauchsspuren für die Nutzungsdauer ohne weitere Abzüge hinzunehmen, die Definition von Gebrauchsspuren lässt aber einen weiten Ermessensspielraum. Aus diesem Grund ist es zum einen natürlich ratsam und sinnvoll, sich im Vorfeld über zulässige Schäden zu informieren; bei den am Markt vertretenen Leasinganbietern gibt es hier durchaus Unterschiede.

Es ist immer zu eurem Vorteil, wenn ihr euch auf einen objektiven Schadenkatalog einigt.

Solche Kataloge werden durch den TÜV oder die Dekra erstellt und sind zur Kategorisierung etwaiger Mängel eine objektive und faire Variante, eine Kostenexplosion bei der Rückgabe des Fahrzeugs zu vermeiden.

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