Onboarding ausländischer Fachkräfte: Diese Start-ups helfen euch dabei



Deutsche Unternehmen bemängeln seit Jahren den zunehmenden Fachkräftemangel auf dem hiesigen Arbeitsmarkt. Auch die Bundesregierung erkennt das Problem an – das neue Einwanderungsgesetz soll die Zuwanderung von qualifiziertem Personal erleichtern. Doch noch immer bestehen bürokratische und andere Hürden. Wir stellen euch deshalb vier Geschäftsideen vor, die euch dabei helfen, Fachpersonal erfolgreich in euer Unternehmen zu integrieren.

Der teils gravierende Fachkräftemangel, vor allem im Bereich IT, ist seit Jahren Streitpunkt zwischen Wirtschaft und Regierung. Auch Start-ups klagen über Stellen, die aufgrund des Mangels an qualifizierten Bewerbern unbesetzt bleiben. Nicht selten werden Stellen deshalb im Ausland ausgeschrieben. Hier stellen sich jedoch rasch neue Probleme. Denn auch wenn ein geeigneter Kandidat gefunden ist, verzögert sich der Recruiting-Prozess oft aufgrund bürokratischer Hindernisse – oder scheitert gar komplett.

Fachkräftemangel
Der Fachkräftemangel in deutschen Unternehmen lässt sich nicht über Nacht beheben. Und es gehört deutlich mehr dazu, als nur Arbeitsverträge zu unterzeichnen. (Foto: piktochart)

Fachkräftemangel: Neues Fachkräfteeinwanderungsgesetz soll helfen

Im März 2020 soll das neue Fachkräfteeinwanderungsgesetz in Deutschland in Kraft treten. Ziel ist es, Fachpersonal aus dem Nicht-EU-Ausland für die deutsche Wirtschaft zu rekrutieren. Das Gesetz erweitert zu diesem Zweck bestehende Regelungen zur Einwanderung von Fachkräften. So spricht es beispielsweise nicht mehr wie bislang nur noch Akademiker an, sondern berücksichtigt Personen mit Ausbildungsberufen in gleichem Maße. Auch entfällt die bislang geltende Vorrangprüfung. Diese verpflichtete Unternehmen bislang, ausgeschriebene Stellen, falls möglich, mit inländischen Bewerbern zu besetzen. Von dieser Regelung ausgeschlossen waren nur sogenannte Mangelberufe.

Start-ups helfen dabei, Fachkräfte nach Deutschland zu holen und schnell zu integrieren

Bislang stoßen ausländische Fachkräfte leider noch auf diverse Hürden. Angefangen beim Visum, über das Ausfüllen verschiedenster Unterlagen bis hin zum Behördenbesuch, unterstützen Start-ups deshalb Zuziehende bei der Relocation nach Deutschland.

MyHelpBuddy – Unterstützung in sämtlichen Notsituationen

Das Start-up MyHelpBuddy richtet sich mit seinem Angebot grundsätzlich an Personen, die Hilfe benötigen – zum Beispiel aufgrund von sprachlichen Problemen. Und das funktioniert so: Über die Plattform lassen sich Gesuche für verschiedenste Tätigkeiten schalten. Das kann zum Beispiel die Übersetzung eines Lebenslaufs sein, aber auch der Gang zur Behörde oder zum Arzt. Sogar körperliche Tätigkeiten wie Hilfe beim Einzug in die neue Wohnung werden über den Online Marktplatz vermittelt. Bei der Anzeige könnt ihr auch gleich angeben, wie viel Geld ihr bereit seid, für die Hilfeleistung auszugeben. Die sogenannten Buddies können dann von sich aus Angebote zu dem Gesuch erstellen. Wenn sich beide Parteien einig werden, kann’s losgehen.

Fachkräftemangel
Das Gründertrio Aravinth Palaniswamy, Duc Tam Dam und Christina Papke (v.l.) möchte es Personen, egal woher sie kommen, ermöglichen, schnell in der neuen Umgebung zurechtzukommen. (Foto: MyHelpBuddy)

Ihr beschäftigt Fachkräfte aus dem Ausland in eurem Unternehmen? Dann denkt daran, mit dem Visum und der Arbeitserlaubnis ist euer Mitarbeiter noch lange nicht angekommen. Unterstützt ihn deshalb auch außerhalb der Arbeit oder weist ihn auf Angebote wie MyHelpBuddy hin, damit auch alltägliche Aufgaben nicht zu unvorhergesehenen Hürden werden.

Visaright – Vorbei an behördlicher Korinthenkackerei

Selbst wenn eure soon-to-be Mitarbeiter alle nötigen Voraussetzungen erfüllen, um ein Arbeitsvisum zu erhalten, kann sich der Prozess noch immer eine gefühlte Ewigkeit in die Länge ziehen oder am Ende sogar scheitern. Das liegt laut Gründer Andreas Kopysov unter anderem daran, dass Anträge schlicht falsch ausgefüllt werden. Und das sogar in den meisten Fällen.

Das Start-up Visaright bietet deshalb an, das Prozedere komplett zu übernehmen. Zunächst wird gecheckt, ob euer zukünftiger Mitarbeiter überhaupt berechtigt ist, das Visum zu erhalten. Wenn dem so ist, kümmert sich Visaright, je nachdem, welches Paket ihr gebucht habt, um den Rest des Antrags. Den Visa Komplett-Service plus Expertenberatung gibt’s beispielsweise ab 399 Euro im Premium Paket.

Übrigens: Falls es mit dem Antrag doch nichts wird, ist euer Geld nicht automatisch futsch – Visaright bietet zum Service eine Geld-zurück-Garantie an.

Localyze – Relocation & Onboarding aus Hamburg

Auch das Hamburger Start-up Localyze ist beim Relocation Prozess behilflich. Das Angebot bezieht sich ebenfalls auf das Visum, geht jedoch darüber hinaus. Mit einer Anstellung in Deutschland geht nämlich noch eine Menge weiterer Anforderungen einher.

Fachkräftemangel
Arbeitsvertrag unterschreiben und Schluss mit dem Fachkräftemangel? So leicht geht es leider nicht, denn die Rekrutierung und das Onboarding ausländischer Mitarbeiter ist oft ziemlich kompliziert. (Screenshot: Localyze)

Anhand dieses Screenshots wird deutlich, was sich tatsächlich hinter der Einstellung von ausländischen Fachkräften verbirgt. Der große Mehrwert, den diese mit sich bringen können, steht erst am Ende eines teils langen Prozesses. Ein Prozess, bei dem ihr eure Mitarbeiter von Beginn an aktiv unterstützen solltet.

Das haben viele Unternehmen bereits erkannt und zählen daher auf Services wie den von Localyze. Zu den Kunden des Start-ups gehört unter anderem der Online Modehändler About You.

Travis the Translator – Sprachbarrieren überwinden

In vielen Unternehmen und gerade in agilen Start-ups läuft ein Großteil der Kommunikation auf Englisch ab. Auch sonst kommt man in Deutschland vergleichsweise gut zurecht, solange man die englische Sprache beherrscht. Das bedeutet jedoch nicht, dass man sich darauf verlassen kann, jederzeit und überall problemlos mit anderen kommunizieren zu können. Auch deshalb nicht, weil natürlich nicht alle ausländischen Fachkräfte fließend Englisch sprechen. Sprachbarrieren stellen daher noch immer eines der größten Probleme für Zuwanderer dar, wenn nicht während der Arbeit, so doch zumindest im täglichen Leben.

Das niederländische Start-up Travis hat deshalb einen portablen Übersetzer entwickelt. Das nützliche Gadget soll Spracheingaben in 80 beziehungsweise in der neuesten Version sogar 100 Sprachen übersetzen können. Auch wenn das kleine Gerät in Demos nicht immer zu 100 Prozent korrekt übersetzt, so versteht man in der Regel doch, was der Sprecher sagen wollte. So lassen sich viele Problemsituationen im Alltag vermeiden – auf der Arbeit, in der Freizeit und in der Strandbar im Urlaub.