Nebenberuflich gründen: Wenn das Sidebusiness zum Überflieger wird



Um als Unternehmer erfolgreich zu sein, muss man nicht gleich alles riskieren. Nebenberuflich zu gründen ist eine Option, die deutlich mehr Sicherheit bietet. Das bedeutet allerdings nicht, dass ihr deshalb weniger erfolgreich sein werdet. Die folgenden Beispiele zeigen, dass einige der Geschäftsideen für internationale Top-Unternehmen als Nebenprojekte starteten.

Nebenberuflich gründen: International erfolgreiche Unternehmen, die als Nebenbeschäftigung starteten

Über Nacht zum Millionär werden – davon träumen viele Unternehmer. Aber den meisten Geschäftsideen sieht man nicht auf Anhieb an, ob und wie erfolgreich sie tatsächlich werden könnten. Um die damit verbundenen Risiken zu minimieren, bietet es sich an, sich nebenberuflich selbstständig zu machen.

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Nebenberuflich gründen: Klein gestartet, aber ganz groß herausgekommen – diese Geschäftsideen entstanden eigentlich als Nebenprojekte. (Foto: piktochart)

Genau das war auch bei den folgenden Geschäftsideen der Fall. Doch diese Feierabendprojekte entpuppten sich als Überflieger und sind mittlerweile international bekannt und sehr erfolgreich.

#1 Under Armour – Aus Eigenbedarf entwickelt, nun in der Oberliga

Wer sich ab und zu in einem einschlägigen Sportgeschäft umsieht, dem dürfte Under Armour bereits seit einigen Jahren ein Begriff sein. Denn obwohl das US-Unternehmen in erster Linie in heimischen Gefilden einen rasanten Aufstieg hingelegt hat, blieb der Trend natürlich auch hierzulande nicht unbemerkt.

Gegründet wurde Under Armour bereits 1996 vom Studenten und begeisterten Football Spieler Kevin Plank, damals gerade einmal 23 Jahre alt. Dieser hatte sich bereits seit Längerem über die lästigen vollgeschwitzten T-Shirts geärgert, die er unter seiner Football-Montur trug. Er beschloss daher, sein Erspartes in die Entwicklung eines Funktionsshirts zu stecken. Und gründete kurze Zeit später Under Armour, im Haus seiner Großmutter.

2016 war das Unternehmen so erfolgreich, dass es dem deutschen Konkurrenten Adidas kurzzeitig den Rang als zweitstärkster Sport-Ausstatter im US-amerikanischen Markt ablief. Der steile Aufstieg hielt jedoch nicht an, in letzter Zeit hat das Unternehmen gerade in den USA zu kämpfen. Dennoch zeigt das Beispiel gut, wie aus einer fixen Idee ein international bekanntes und erfolgreiches Unternehmen werden kann.

#2 Craigslist – Von der Rundmail zur Fundgrube

Während sich Craigslist in Deutschland eher mäßiger Beliebtheit erfreut und aufgrund zahlreicher wenig seriöser Kontaktanzeigen eher einen Negativruf genießt, gehört das Unternehmen in Übersee ebenso zum Standardrepertoire wie hierzulande eBay Kleinanzeigen oder Shpock. Auf Craigslist können in verschiedenen Kategorien Verkaufsanzeigen und Gesuche geschaltet werden, die Plattform fungiert außerdem als Job- und Wohnungsbörse.

Das war allerdings nicht immer so. Craigslist startete buchstäblich als Craig’s List, einer Rundmail von Gründer Craig Newmark, mit der er seine Bekannten über aktuelle Events informierte. Erst mit steigender Beliebtheit und Beteiligung änderte sich dies, bis das Unternehmen schließlich in seiner – mehr oder weniger – jetzigen Form gegründet wurde.

Auch hier sieht man schnell, wie aus einer Freizeitbeschäftigung ein erfolgreiches Unternehmen wurde. Ein Status, an dem sich seit gut über 20 Jahren nichts geändert hat.

#3 Apple – Die Mustergeschichte der Garagenfirma

Wenn es um die erfolgreichsten nebenberuflich gegründeten Unternehmen geht, darf Apple natürlich nicht fehlen. Bereits 1976 gründeten Steve Jobs, Steve Wozniak und Ron Wayne das Unternehmen, Letzterer verkaufte seine Unternehmensanteile bereits wenige Zeit später wieder an Jobs und Wozniak, die in der Anfangszeit des Unternehmens noch bei Atari beziehungsweise HP arbeiteten.

Es folgte eine Erfolgsgeschichte, wie es nur selten eine gibt. Aus der einstigen Garagenfirma entwickelte sich ein Vorreiter in der Entwicklung des PCs. Mittlerweile sind Applestores aus den meisten größeren Einkaufspassagen nicht mehr wegzudenken, das iPhone ist scheinbar überall präsent und iTunes mischt in Sachen digitale Musikangebote vorne mit.

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In der Ruhe liegt die Kraft: Nur mit Geduld kann aus eurem kleinen Nebenprojekt ein erfolgreiches Unternehmen wachsen. (Foto: piktochart)

#4 Slack – Nebenprodukt auf der Überholspur

Spätestens, wenn ihr in eurem Unternehmen mehrere Mitarbeiter beschäftigt, die gemeinsam an größeren Projekten oder von unterschiedlichen Orten aus arbeiten, werdet ihr euch mit der Frage beschäftigen, wie sich das alles am besten koordinieren lässt. Ein beliebtes Tool hierfür ist Slack. Es verbindet verschiedene nützliche Funktionen, die euch den Arbeitsalltag erleichtern.

Hinter dem Unternehmen, das einen geradezu atemberaubenden Aufstieg hingelegt hat, steht unter anderem Stewart Butterfield, der zuvor Flickr gegründet und an Yahoo verkauft hatte.

Interessant ist jedoch in erster Linie die Entstehungsgeschichte von Slack. Denn eigentlich war die Software ein Nebenprodukt, die dem Team um Butterfield während der Entwicklung eines Computerspiels die interne Kommunikation erleichtern sollte. Da die Entwickler an unterschiedlichen Standorten verwurzelt waren, gestaltete sich der Austausch unnötig kompliziert, weshalb das Team nebenbei eine eigene Lösung erarbeitete – Slack.

Auch in Deutschland ist die Gründung im Nebenerwerb beliebt

Nebenberuflich gründen – das bietet sowohl Vor- als auch Nachteile. Einerseits habt ihr zu einem großen Teil finanzielle Sicherheit durch das Beibehalten eures hauptberuflichen Jobs. Andererseits solltet ihr eine Menge Geduld und Belastbarkeit mitbringen. Für manche Bereiche bietet sich eine Gründung im Nebenerwerb jedoch hervorragend an.

Natürlich gibt es auch hierzulande Start-ups, die nebenberuflich gegründet wurden.

#5 Kerbholz – Aus einer Backpack-Idee wird ein Unternehmen

Das Kölner Unternehmen Kerbholz startete ebenfalls als Nebenprojekt. Während einer gemeinsamen Reise entdeckten zwei Mitglieder des Gründerteams Naturmaterialien für sich. Nach “langen Diskussionsabenden, viel Rotwein und noch mehr Herzblut” entschied das Team sich, zunächst Holzbrillen zu verkaufen. Später kamen dann weitere Produkte hinzu. Heute kennt man Holzkern wohl am besten für die Uhren der Marke.

Das Projekt Holzkern starteten die Gründer noch während ihres Studiums. Erst nach längerer Zeit folgte schließlich die Entscheidung, sich in Vollzeit dem Unternehmen zu widmen. Nebenberuflich gründen lohnt sich also.

#6 Kavaj – Marktlücke frühzeitig erkannt und ausgenutzt

Die beiden Kavaj-Gründer Kai Klement und Jörg Kundrath waren sich vor der Unternehmensgründung schon lange einig, dass sie gemeinsam ein Business aufziehen wollten. Es fehlte nur die richtige Geschäftsidee. Deshalb nahmen beide zunächst Jobs bei Amazon an.

Dort erkannten sie schnell die Vorteile, als externer Händler Produkte über die Plattform zu verkaufen. Letztendlich entschieden die beiden sich dazu, Schutzhüllen für Apple Produkte zu verkaufen. Nachdem sie ihre Idee konkretisiert und schließlich auf ihre Umsetzbarkeit getestet hatten, gaben die beiden ihre Jobs auf und widmeten sich ganz ihrem Start-up.