Lob und Anerkennung: So motiviert ihr eure Mitarbeiter richtig



Brauchen Mitarbeiter Lob und Anerkennung, um motiviert zu arbeiten? Auf jeden Fall. Aber ganz so einfach ist die Sache dann doch nicht. Denn auch Wertschätzung will gelernt sein. Worauf ihr als Chef oder Teamleiter achten solltet.

Authentizität ist Grundvoraussetzung

Ehrlichkeit zählt zu der hohen Kunst, ein guter Chef zu sein. Wer kennt nicht die Situation, ein unaufrichtiges Kompliment zu bekommen? Für beide Seiten sind solch bemühte Versuche für Lob und Anerkennung wenig angenehm. Weil sie nicht glaubwürdig rüberkommen. Weil der Mitarbeiter das Gefühl hat, dass die Lorbeeren von der anderen Seite nicht aufrichtig verteilt werden. Was leider auch stimmt, wenn ihr mit zu viel Kalkül an die Sache herangeht.

Eure Mitarbeiter spüren, wenn wohlmeinende Worte nur dahingesagt werden. Lob und Anerkennung sollten daher nur dann von euch kommen, wenn ihr es auch wirklich so meint. Sonst wird sich der gewünschte Motivations-Boost nicht einstellen.

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Lob und Anerkennung können eure Mitarbeiter beflügeln. Wenn ihr dabei ehrlich seid. (Foto: piktochart)

Lob, das in die Tiefe geht

Je konkreter ihr in eurer Anerkennung seid, desto glaubwürdiger kommt diese auch rüber.

Sagt also nicht nur:

Du machst gute Arbeit.

Bezieht euch stattdessen so oft wie möglich auf eine spezifische Situation. Das könnte zum Beispiel so klingen:

Deine gestrige Präsentation war super strukturiert. Ich habe mich zu jedem Zeitpunkt gut abgeholt gefühlt und konnte dir folgen. Man hat gemerkt, wie viel Fleiß und Vorbereitung darin steckt.

Solch ein in die Tiefe gehendes Lob wird – wenn es ehrlich gemeint ist – euren Mitarbeiter dahinschmelzen lassen. Ihr zeigt damit nicht nur, dass ihr das Endergebnis seiner Arbeit anerkennt. Sondern auch den Einsatz, den er auf dem Weg dorthin gezeigt hat.

Den Mitarbeiter in seiner Individualität sehen

Das Verteilen von Feedback – positives wie negatives – gehört in den Bereich der Mitarbeiterführung. Und die sollte sich immer auf die individuellen Personen fokussieren, mit denen ihr zusammenarbeitet.

Jeder Kollege braucht etwas anderes, um sich motiviert zu fühlen. Während der eine am liebsten von seinen Vorgesetzten in Ruhe gelassen wird, wünscht sich der andere regelmäßige Gespräche mit Feedback-Schleifen.

Lob und Anerkennung beim Feedback
Behandelt den Mitarbeiter bei Feedback stets mit Werschätzung und Respekt. (Foto: piktochart)

Wie findet ihr nun heraus, wer welche Form von Lob und Anerkennung benötigt? Der einfachste und direkteste Weg lautet: indem ihr fragt. Ihr könnt nicht in die Köpfe eurer Mitarbeiter hineinschauen. Erkundigt euch daher, was sie sich von euch bzw. den Führungskräften im Unternehmen wünschen.

Das setzt natürlich voraus, dass bei euch grundsätzlich eine Atmosphäre der Offenheit und des gegenseitigen Respekts existiert. Wenn eure Mitarbeiter euch nicht vertrauen, werden sie ihre Wünsche und Bedürfnisse nicht mit euch teilen.

Lob und Anerkennung können Missstände nicht kaschieren

Wenn Dinge in eurem Start-up schieflaufen, könnt ihr das nicht mit Lob und Anerkennung übertünchen. Über eine verdorbene Torte könnt ihr so viel Zuckerguss gießen, wie ihr wollt. Sie wird trotzdem nicht schmecken.

Lob und Anerkennung wirken also nur dann, wenn die Basis stimmt: die interne Unternehmenskultur, in der eure Mitarbeiter sich entfalten können und ihre Arbeit gern erledigen. Das ist die beste Motivation überhaupt.

Schafft daher eine entsprechende Grundlage, sodass sich die Fokussierung auf die Stärken eurer Mitarbeiter zur alltäglichen Selbstverständlichkeit entwickelt.

  • Lob und Anerkennung ist auch eine zentrale Säule im Mitarbeitergespräch. Doch nicht nur zu solch einmaligen Gelegenheiten braucht es Wertschätzung. Neben der Personalführung ist nämlich auch die Personalentwicklung eine wichtige Aufgabe für Gründer.
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