Start-up Welle: Welche Trends gibt es und wer hat das Zeug zum Unicorn?



Welche Trends herrschen in der Start-up Szene, wer sind die Aufsteiger des Jahres und was brauche ich, um als Gründer erfolgreich zu sein? Marco Rodzynek, Gründer und Organisator der NOAH Conference, zieht im Interview eine Zwischenbilanz und berichtet, weshalb Start-ups mit digitalen Geschäftsmodellen momentan beste Aussichten haben und worauf ihr bei der Positionierung eures Unternehmens Acht geben solltet.

GründerDaily: Hallo Marco, 2019 ist bald zur Hälfte um. Was ist der große Trend bei den Start-ups 2019 und was wird bis Ende des Jahres noch passieren?

Es gibt einige Trends in verschiedenen Branchen. Das ist der Grund, warum wir dieses Jahr auf der NOAH Conference Berlin das Programm auch auf über zehn Vertikale ausgeweitet haben. In der Mobility-Branche ist natürlich der Sharing-Faktor nicht mehr wegzudenken. Der Wettbewerb in diesem Bereich ist enorm, sodass hier bestimmt noch weitere Anbieter den Markt betreten, aber auch verlassen werden.

Allgemein sind alle Services gefragt, die das alltägliche Leben der Nutzer und Kunden erleichtern. Besonders beliebt sind Subscription-Models, die verschiedene Nutzungsformen ermöglichen.

Unternehmen wie Freeletics, Asana Rebell oder Blinkist wären hier zu nennen.

Dieses Geschäftsmodell sehe ich als großen Trend, der auch vermehrt in den B2B-Sektor wandern wird und auch alte Industrien, wie zum Beispiel die Automobilindustrie erreicht.

GründerDaily: Mobility, Fintech und E-Commerce sind vielbesprochene und vielversprechende Branchen. Wer sind Deiner Meinung nach die erfolgreichsten Start-ups und wer hat das Zeug zum Unicorn?

Meiner Meinung nach ist der Fintech-Markt definitiv der mit dem größten Umbruch-Potential. Wir konnten für unsere diesjährige NOAH Conference Berlin erneut Revolut und N26 als Speaker gewinnen. Alleine diese beiden Unternehmen ziehen täglich zwischen 10.000 und 20.000 Neukunden an Land. Das ist natürlich enorm.

NOAH Conference
Marco Rodzynek, Initiator der NOAH Conference, sieht großes Wachstumspotenzial bei deutschen Start-ups. (Foto: NOAH)

Direkt danach steht der Mobility-Sektor, der mit den vielfältigen Sharing-Geschäftsmodellen die Branche disruptiert. Doch auch der E-Commerce ist eine vielversprechende Industrie, die keineswegs zu unterschätzen ist. Wer das nächste Unicorn wird, wird sich zeigen. Generell haben all die das Potenzial dazu, die Investoren und Kunden besonders gut von ihrem Produkt überzeugen können.

GründerDaily: Was macht sie so besonders im Vergleich zu ihrer Konkurrenz?

Diese Bereiche haben sehr früh das große Potenzial der Digitalisierung erkannt und neue Geschäftsmodelle entwickelt.

Die innovativen Ideen der sehr schnell gewachsenen Start-ups haben große Konzerne wie die Automobilbauer unter Druck gesetzt, selbst aktiv zu werden. Gerade deswegen ist in Bereichen wie Mobility, Fintech oder E-Commerce so viel Bewegung.

GründerDaily: Welche Fähigkeiten brauche ich als Gründer, um so erfolgreich zu werden?

Als Gründer braucht man natürlich den richtigen Riecher für Trends und die Marktbedürfnisse. Außerdem eine gewisse Risikobereitschaft. Manche Dinge muss man einfach ausprobieren und machen, um herauszufinden, ob sie gut funktionieren.

Wichtig ist es dafür, seine Ideen mit anderen zu besprechen, seien es Freunde, Familie, Mitgründer oder Investoren.

In Gesprächen bekommt man sehr schnell mit, wo die Stärken und Schwächen der eigenen Idee liegen. Die NOAH Conference bietet für solche Gespräche eine sehr gute Plattform. Es gehört aber natürlich noch mehr dazu: Um Erfolg zu haben, braucht man die richtigen Investoren für sein Unternehmen und auch das Team spielt natürlich eine entscheidende Rolle. Für beide Aspekte ist ein großes Netzwerk von Vorteil. Auch für’s Netzwerken sind Konferenzen wie die NOAH unabdingbar.

GründerDaily: Worauf muss ich achten, um nicht zu scheitern?

Eine wichtige Fähigkeit ist es, sich nicht kleinkriegen zu lassen und verfrüht aufzugeben.

Viele Gründer machen den Fehler, sich von Rückschlägen entmutigen zu lassen.

GründerDaily: Du sagst, die Zeiten sind aktuell optimal zu Wachsen und Kunden zu begeistern. Warum?

Aktuell fließt unglaublich viel Kapital in innovative Ideen. Besonders US-amerikanische Investoren pumpen sehr viel Geld auch in europäische Start-ups. Das ist eine gute Chance für junge Unternehmen, ihre Ideen umzusetzen und im Markt zu testen.

Auf der anderen Seite waren Konsumenten selten so aufgeschlossen gegenüber digitalen Produkten. Die digitale Skepsis sinkt immer mehr, das ist natürlich von Vorteil.

GründerDaily: Du begleitest Unternehmer bis hin zum Verkauf. Wie positioniere ich mein Unternehmen gut?

In der Positionierung muss sich klar der Mehrwert des Produkts beziehungsweise Services für den potenziellen Kunden widerspiegeln. Unternehmen, die besonders gut kommunizieren, worin ihr Mehrwert besteht, werden auf lange Sicht erfolgreich sein.

GründerDaily: Die NOAH Conference habt ihr 2009 geschaffen, um die europäische Digitalwirtschaft zu stärken sowie Investoren und Start-ups zusammenzubringen. Was ist seitdem passiert und vor allem, was muss noch passieren?

Genau, die erste NOAH Conference fand vor zehn Jahren in London statt. Die Idee dahinter war, Geld- und Ideengebern eine Plattform zu bieten, um sie physisch zusammenzubringen. Die NOAH Conference hilft seither Unternehmen die richtigen Investoren zu finden und umgekehrt. Zu Beginn sind wir mit den herkömmlichen Branchen gestartet, sprich vor allem Fintech und Mobility. Seit der ersten NOAH Conference 2009 haben wir insgesamt vierzehn Konferenzen an verschiedenen Standorten ins Leben gerufen.

NOAH Conference
Am 13. und 14. Juni findet die diesjährige NOAH Conference in Berlin statt. (Foto: NOAH)

In London hat damals alles seinen Anfang genommen. Seit 2015 findet sie auch in Berlin jährlich statt, dann ist Tel Aviv 2018 dazugekommen und ab 2020 findet eine vierte Konferenz auch in Zürich statt. Nicht nur unsere Teilnehmerzahl erhöht sich seither, sondern auch die Anzahl der präsentierenden Unternehmen und Start-ups sowie der Investoren. Deshalb sind wir in Berlin nun erstmals in die STATION gezogen. Wir erwarten hier mehr als 5.000 Teilnehmer und haben das Programm auf insgesamt zehn Fokusthemen ausgeweitet.

GründerDaily: Vielen Dank für diese Einblicke und viel Erfolg für die Konferenz, Marco.

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