Praxiswissen kompakt: Dienstfahrrad für Selbstständige – die 4 wichtigsten Fragen



Das Dienstfahrrad ist eine nachhaltige und gesunde Alternative zum Firmenwagen. Mit dem Dienstfahrrad entkommt ihr dem Stau in den Innenstädten und findet immer einen Parkplatz. Geschickt eingesetzt, könnt ihr mit dem Dienstfahrrad Mitarbeiter motivieren und ans Unternehmen binden.

#1 Was gilt als Dienstfahrrad?

Als Dienstfahrrad gilt jedes Zweirad, das zu mindestens 10% betrieblich genutzt wird. Das kann das Edelrennrad aus Karbon genauso sein, wie das Hollandrad aus dem Baumarkt. Auch E-Bikes könnt ihr als Dienstfahrräder nutzen.

Praxiswissen kompakt: Google My Business

#2 Wie wird das Dienstfahrrad versteuert?

Wenn ihr es als Selbstständige nutzt, dann greift die 1%-Regelung. Gleiches gilt, wenn ihr es Mitarbeitern im Rahmen einer Entgeltumwandlung anbietet. Bekommen eure Mitarbeiter dagegen das Firmen-Fahrrad zusätzlich zum regulären Gehalt, müssen die Mitarbeiter gar nichts versteuern. Diese Regelung gilt seit dem 1.1.2019 und ist befristet bis Ende 2021. Ausgenommen davon sind S-Pedelecs bis zu einer Geschwindigkeit von 45 km/h. Sie werden wie Elektrofahrzeuge behandelt. Dabei gilt ab 2019, dass die 1%-Regelung für schnelle S-Pedelecs nur noch auf den halben Anschaffungspreis angerechnet wird.

Im Unterschied zum Dienstwagen muss beim Dienstfahrrad der Weg zur Arbeit nicht mit 0,03 Euro pro Entfernungskilometer versteuert werden. Gleichzeitig können 0,30 Euro als Pendlerpauschale bei den Werbungskosten geltend gemacht werden. Umgekehrt könnt ihr die Abschreibungen auf ein Firmen-Fahrrad als Betriebsausgaben geltend machen. Zusätzlich könnt ihr bei der Anschaffung die Vorsteuer geltend machen.

#3 Dienstfahrrad kaufen oder leasen?

Kauft ihr das Dienstfahrrad, könnt ihr die Anschaffungskosten über einen Zeitraum von 7 Jahren abschreiben. Seid ihr Geschäftsführer einer GmbH oder einer UG (haftungsbeschränkt) oder wollt ihr Mitarbeitern ein Betriebsfahrrad zukommen lassen, steht euch auch die Alternative Leasing im Rahmen einer Gehaltsumwandlung offen. Der Vorteil dabei ist, dass die Leasingraten euer Geschäftsführergehalt reduzieren. Dadurch zahlt ihr weniger Lohnsteuer und Sozialabgaben.

#4 Was ist beim Leasing eines Dienstfahrrads zu beachten?

Verzichtet möglichst auf Kaufoptionen nach Ablauf des Leasingzeitraums, weil ihr sonst vielleicht eine Differenz zwischen tatsächlichem Wert und Kaufpreis versteuern müsst. Läuft der Leasingvertrag aus, tauscht ihr das alte Fahrrad am besten gegen ein neues aus. Bei der Wahl des Leasinganbieters solltet ihr darauf achten, welche Serviceleistungen das Angebot enthält. Dazu zählen beispielsweise Versicherungsleistungen wie die Vollkasko-Police oder die regelmäßige Wartung des Dienstfahrrads.

Fazit – Dienstfahrrad als Alternative zum Dienstwagen

Ein Dienstfahrrad ist ein interessantes Argument in der Mitarbeiter-Akquise. Besonders dann, wenn sich eure Firma einen Dienstwagen für Mitarbeiter (noch) nicht leisten kann. Mit dem Firmen-Fahrrad unterstreicht ihr, dass ihr mit der Zeit geht und auf Nachhaltigkeit setzt. Hinzu kommt, dass Mitarbeiter, die regelmäßig Fahrrad fahren, seltener krank sind.