Start-up löste das „Henne-Ei-Problem“ – und ist jetzt ein globaler Player



Urlaub sollte eigentlich Entspannung bedeuten. Aber wenn die Suche nach der passenden Unterkunft euch schon Wochen im Voraus den letzten Nerv kostet, fällt es schwer, sich darauf zu freuen. Hier haben Patrick Andrä von HomeToGo und seine Mitgründer Potenzial gesehen. Über die Meta-Suchmaschine lassen sich Ferienunterkünfte ganz einfach vergleichen. Das kommt sehr gut an, das Unternehmen expandiert stetig. Im Fokus steht momentan der asiatische Markt. Anfangsprobleme gab es trotzdem.

GründerDaily: Hallo Patrick. HomeToGo ist eine Meta-Suchmaschine für Ferienunterkünfte. Was heißt das genau?

Patrick von HomeToGo: HomeToGo ist die weltweit größte Suchmaschine für Ferienhäuser und -wohnungen. Als Metasuche aggregieren wir die Angebote von über 600 Ferienhaus-Anbietern und können so für unsere Nutzer die Preise von über 16 Millionen Ferienunterkünften in mehr als 200 Ländern vergleichen. Dabei vergleichen wir sowohl globale Player als auch über 700 regionale und lokale Anbieter für einen umfassenden Preisvergleich

GründerDaily: Erzähle uns doch ein bisschen über das Gründerteam und die Unternehmensgründung. Wie kam es zu der Idee, HomeToGo zu gründen?

Patrick von HomeToGo: Wolfgang Heigl, Nils Regge und ich haben HomeToGo 2014 zusammen gegründet. Wolfgang hatte durch die Gründung von Swoodoo bereits Metasuch-Erfahrung im Flugbereich, Nils hatte Casamundo erfolgreich an den Start gebracht und ich war zuvor bei Rocket Internet – zuletzt in leitender Position bei home24 – tätig..

HomeToGo
Die Erfahrung und Kontakte des Gründerteams um CEO Patrick Andrä halfen HomeToGo, Fuß zu fassen. (©Chris Marxen/ Headshot Berlin)

Gemeinsam hatten wir erkannt, dass es noch keine sinnvolle Lösung für die Nutzer gab, die unzähligen Anbieter für Ferienhäuser und -wohnungen zu vergleichen, ohne das Gefühl zu haben, etwas zu verpassen und am Ende doch nicht das beste Angebot gefunden zu haben. Anstatt dutzende Tabs nebeneinander öffnen und manuell vergleichen zu müssen, wollten wir mit HomeToGo eine Lösung schaffen, die dem Nutzer Zeit und Geld spart. Und das haben wir unserer Meinung nach ganz gut hinbekommen.

  • Mehr Geschäftsideen für eure nächste Reiseplanung findet ihr hier.

GründerDaily: Wie sah die Anfangszeit bei HomeToGo aus? Auf welche größeren Hürden seid ihr in den ersten Jahren gestoßen?

Patrick von HomeToGo: Am Anfang war alles noch etwas kleiner und wir haben mit einem überschaubaren Team einen tollen Start hingelegt. Inzwischen sind wir auf über 170 Mitarbeiter angewachsen und haben die dafür notwendigen organisatorischen Strukturen geschaffen. Zu Beginn war es natürlich schwieriger, neue Partner davon zu überzeugen, mit HomeToGo zusammenzuarbeiten.

Das typische Henne-Ei-Problem, würde ich sagen: Wir brauchten Anbieter, die wir für unsere Nutzer durchsuchen konnten, um weitere Nutzer anzuziehen. Dafür brauchten wir aber eine Nutzerbasis, um für neue Anbieter attraktiv zu sein.

Durch unsere enge Vernetzung in der Reisebranche und den vielen Vorteilen, die unsere Plattform unseren Partnern bietet, konnten wir diese Herausforderung aber ohne größere Schwierigkeiten meistern und Schritt für Schritt neue Reise-Webseiten zu unserer Suche hinzufügen.

GründerDaily: Wie sieht eure Zielgruppe aus und über welche Marketingkanäle erreicht ihr diese?

Patrick von HomeToGo: Unsere Zielgruppe ist tatsächlich sehr breit gefasst. Da wir Ferienhäuser und -wohnungen in allen vorstellbaren Konstellationen und für beinahe jede Urlaubsart anbieten können, sind wir auch für jeden, der eine Ferienunterkunft sucht, erst mal interessant. Sei es für Paare, die einen Städte-Trip planen, eine Familie, die ans Meer möchte oder eine Gruppe von Freunden, die einen Skiurlaub planen: Wir bieten tatsächlich für jeden Nutzer eine passende Alternative zu Hotels und damit das weltweit größte Angebot an Unterkünften überhaupt auf einer Seite.

Da sich unsere Nutzer virtuell in allen denkbaren Kanälen bewegen, bespielen wir diese auch dementsprechend. Von Display Ads über Social Media Ads bis hin zu TV erreichen wir unsere Nutzer.

GründerDaily: Was hat sich in der Urlaubsbranche in den letzten Jahren verändert und was sind eure Herausforderungen?

Patrick von HomeToGo: Über Jahre wurde immer wieder gesagt “jetzt kommt mobile first”. Inzwischen haben sowohl die Hardware als auch das Internet eine technische Entwicklungsstufe erreicht die es ermöglichen, wirklich immer und überall nach den gerade relevanten Informationen zu suchen. Wir wollen den Nutzer dort und dann erreichen, wenn er die für seine Reise relevanten Informationen benötigt.

Dafür müssen wir unser Produkt ständig anpassen, schneller machen und sowohl für Mobile als auch für Desktop optimieren.

GründerDaily: Ihr seid schon lange nicht mehr auf den deutschen Markt beschränkt. Auf welche Dinge muss bei einer Auslandsexpansion besonders geachtet werden?

Patrick von HomeToGo: Lokalisierung. Das klingt erst mal banal, ist aber der Schlüssel für eine erfolgreiche Expansion.

Nur wenn dein Produkt den jeweils lokalen Bedürfnissen der Nutzer entspricht, kannst du diese auch erreichen.

Ein Nutzer in den Niederlanden erwartet beim ersten Kontakt mit HomeToGo ganz andere Reiseziele als Inspiration als zum Beispiel Nutzer in Brasilien oder Hongkong. Darauf gehen wir entsprechend ein. Die lokalen Vorlieben spiegeln sich natürlich auch in der Sortierung der Angebote bei uns auf der Seite wieder.

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Andere Länder, andere Sitten – und andere Vorlieben. Auch die Ferienhaus-Suche muss daher auf die lokalen Bedürfnisse abgestimmt sein. (Foto: HomeToGo)

GründerDaily: Wie lange habt ihr speziell eure US-Expansion vorbereitet und wie habt ihr diese finanziert?

Patrick von HomeToGo: Unsere Expansion in die USA hat bereits vor drei Jahren mit dem Launch der hometogo.com Domain begonnen. Ab dem Punkt, an dem wir uns entscheiden, in einen bestimmten Markt einzutreten und wir die Vorbereitungen abgeschlossen haben, können wir den Launch relativ schnell über die Bühne bringen. Wie bei jedem neuen Markt ist für die Nutzer einer neuen Domain sofort das globale Angebot von HomeToGo nutzbar. Wir haben aktuell lokalisierte Webseiten in 21 Ländern, aber Ferienunterkünfte auf der ganzen Welt zur Auswahl.

GründerDaily: Im Dezember letzten Jahres habt ihr euren Konkurrenten Tripping.com übernommen. Wie sahen diese Übernahmegespräche aus?

Patrick von HomeToGo: Professionell und auf Augenhöhe. Generell finden solche Gespräche aber in einem vertraulichen Rahmen statt, den ich natürlich auch nachträglich respektiere.

GründerDaily: Als Gründer und CEO eines erfolgreichen Start-ups, wie sieht dein Arbeitsalltag mittlerweile aus – auch im Vergleich zur Anfangszeit des Unternehmens?

Patrick von HomeToGo: Im Prinzip hat sich für mich gar nicht so viel geändert. Es macht sehr viel Spaß zu sehen, dass eine Idee so gut funktioniert und dass inzwischen über 170 Kollegen jeden Tag gerne zu einem Arbeitsplatz kommen, der aus einer einfachen Idee entstanden ist. Selbstverständlich haben sich die Strukturen und Abläufe verändert und ich kann nicht mehr in jedes Details involviert sein, wie am Anfang. Dafür lerne ich aber selbst jeden Tag etwas Neues von meinem Team und kann meine Ideen immer noch einbringen. Ich persönlich komme wirklich sehr gerne jeden Tag zur Arbeit.

GründerDaily: Was sind eure nächsten Ziele?

Patrick von HomeToGo: Wir wollen HomeToGo als weltweit größte Suchmaschine für Ferienhäuser und -wohnungen weiter etablieren. Das heißt unsere Bekanntheit in den vorhandenen Märkten noch mehr steigern. Zudem arbeiten wir ganz konkret daran, unsere Präsenz auf dem asiatischen Markt noch zu verstärken.

GründerDaily: Vielen Dank Patrick. Wir wünschen auch weiterhin viel Erfolg!

Keyfacts über HomeToGo GmbH

  • Gegründet im Jahr: 2014
  • Firmensitz in: Berlin
  • Unser aktuelles Team besteht aus: 170+ Mitarbeitern aus über 30 Nationen
  • Kontakt

  • Dr. Patrick Andrä
  • HomeToGo GmbH
    Perleberger Str. 42a
    10559 Berlin
  • 030/20847396
  • info@hometogo.de
  • www.hometogo.de